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Das Nuklearprogramm der Islamischen Republik Iran

Und die sicherheitspolitischen Auswirkungen auf den Staat Israel

Das Nuklearprogramm der Islamischen Republik Iran
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Sascha Beljanski
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 47
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9998-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9998-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9998-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beljanski, Sascha Juli 2006: Das Nuklearprogramm der Islamischen Republik Iran, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konflikt, Naher Osten, Nuklear, Iran, Israel

Bachelorarbeit von Sascha Beljanski

Zusammenfassung:

Kampf gegen den Terror, Demokratisierung und Stabilisierung des Irak, der stockende Friedenprozeß zwischen Israel und Palästinensischer Autonomiebehörde sind nur einige Schlagworte auf der politischen Agenda, die die internationale Gemeinschaft zur Zeit beschäftigen. Aktuell bahnt sich jedoch mit dem iranischen Nuklearprogramm im Nahen und Mittleren Osten eine weitere Krise an. Die Islamische Republik Iran strebt die Schließung des nuklearen Brennstoffkreislaufes an und wird darüber hinaus verdächtigt ein geheimes militärisches Nuklearprogramm zu betreiben.

Beabsichtigt die iranische Staatsführung mit ihrem ambitionierten Nuklearprogramm den steigenden Energiebedarf einer rasant wachsenden Bevölkerung zu decken oder will der Iran mit einer Nuklearwaffenoption seinen militärischen Handlungsspielraum auf strategischer und taktischer Ebene erweitern, um auf internationaler Ebene als gleichberechtigter Akteur im „Club“ der Atommächte wahrgenommen zu werden? Welche sicherheitspolitischen Auswirkungen hat eine derartige Politik auf die direkten Nachbarn der Islamischen Republik Iran und im besonderen auf den Staat Israel, der vom theokratischen Regimezirkel um Mahmud Ahmadinedschad und Ajatollah Chamenei u. a. als das „Krebsgeschwür“ der Region bezeichnet wird?

Zudem geht um das Kräftegleichgewicht in der Region und der damit verbundenen Gefahr eines Wettrüstens im erweiterten Mittleren Osten. Vor diesem Hintergrund spielen die besonderen Sicherheitsinteressen des Staates Israel und seines wichtigsten Verbündeten – den USA - eine eminent wichtige und entscheidende Rolle. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich primär mit den Auswirkungen eines iranischen Atomprogramms auf die außen- und sicherheitspolitischen Interessen des Staates Israel. Anzumerken ist, daß der Iran bereits durch unmittelbare finanzielle, logistische und militärische Unterstützung der Hisbollah- und Hamas-Organisation in den israelisch-palästinensischen Konflikt involviert ist.

Wie wird Israel auf eine mögliche Nuklearmacht Iran reagieren? Wird es wieder einen präemptiven Erstschlag gegen Atomanlagen geben wie 1981 gegen den irakischen Reaktor Osirak, der damals schwer beschädigt wurde und das Nuklearprogramm Saddam Husseins um Jahrzehnte zurückgeworfen hat. Zu berücksichtigen gilt noch die Tatsache, daß Israel de facto Nuklearmacht ist und über ein (inoffizielles) Nuklearwaffenarsenal verfügt, das weiterhin modernisiert und den außenpolitischen Gegebenheiten angepaßt wird - so geschehen bei der Anschaffung von U-Booten der Dolphin-Klasse, die die Zweitschlagskapazität der israelischen Streitkräfte gewährleisten soll.

Abschließend soll ein Einblick in den Nichtverbreitungsvertrag (NVV) Möglichkeiten aufzeigen, wie der Konflikt für alle Akteure auf friedlichem Wege und allseits akzeptablen Bedingungen entschärft werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 3
Einleitung 4
1. Theorie Internationaler Beziehungen 5
1.1 Ausgangslage nach Clausewitz – „si vis pacem, para bellum“ 6
1.2 Neorealismus – Abschreckungstheorie nach Kenneth N. Waltz 8
2. Islamische Republik Iran 13
2.1 Proliferation - Iran und die „Achse des Bösen“ 16
2.2 Iran und der „Erzfeind Israel“ 18
3. Regionalmacht Iran - Das Streben nach Kernwaffenfähigkeit 20
3.1 Das Nuklearprogramm in der Schah-Ära 26
3.2 Das Nuklearprogramm im postrevolutionären Iran 27
3.3 Das iranische Militärpotential 31
3.4 Weiterentwicklung von Trägersystemen 34
4. Israel und die iranische Bedrohung 38
4.1 Die außenpolitische Lage Israels 39
4.2 Die sicherheitspolitische Lage Israels 44
4.3 Sicherung der israelischen Küstenregion vor Mittelstreckenraketen 50
4.4 Israel und die nukleare Abschreckung 52
4.5 Die maritime Option: U-Boote der Dolphin-Klasse 55
4.6 Grenzsicherung – Iran und die Hisbollah im Libanon 57
4.7 Die Palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und der Terror 60
5. Iran, Israel und der Nichtverbreitungsvertrag (NVV) 64
6. Fazit 66
Literatur 68
Versicherung 72

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 3
Einleitung 4
1. Theorie Internationaler Beziehungen 5
1.1 Ausgangslage nach Clausewitz – „si vis pacem, para bellum“ 6
1.2 Neorealismus – Abschreckungstheorie nach Kenneth N. Waltz 8
2. Islamische Republik Iran 13
2.1 Proliferation - Iran und die „Achse des Bösen“ 16
2.2 Iran und der „Erzfeind Israel“ 18
3. Regionalmacht Iran - Das Streben nach Kernwaffenfähigkeit 20
3.1 Das Nuklearprogramm in der Schah-Ära 26
3.2 Das Nuklearprogramm im postrevolutionären Iran 27
3.3 Das iranische Militärpotential 31
3.4 Weiterentwicklung von Trägersystemen 34
4. Israel und die iranische Bedrohung 38
4.1 Die außenpolitische Lage Israels 39
4.2 Die sicherheitspolitische Lage Israels 44
4.3 Sicherung der israelischen Küstenregion vor Mittelstreckenraketen 50
4.4 Israel und die nukleare Abschreckung 52
4.5 Die maritime Option: U-Boote der Dolphin-Klasse 55
4.6 Grenzsicherung – Iran und die Hisbollah im Libanon 57
4.7 Die Palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und der Terror 60
5. Iran, Israel und der Nichtverbreitungsvertrag (NVV) 64
6. Fazit 66
Literatur 68
Versicherung 72

Textprobe:

Kapitel 4.7: Die Palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und der Terror 1988 bekannte sich die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zur Zweistaatenlösung und friedlichen Koexistenz zwischen Israel und einem künftigen Staat Palästina; die PLO-Delegation durfte von nun an in der UNO den Namen „Palästina“ führen. Im Oktober 1991, nach Ende des Kalten Krieges, führten beide Konfliktparteien erstmals direkte Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Konflikts. Im September 1993 folgte das Oslo-Rahmenabkommen, das zu einer Selbstverwaltung von Teilen des Westjordanlandes (Westbank) und des Gazastreifens führte; der Konflikt sollte von nun an auf dem Verhandlungswege gelöst werden. Infolge des Besuchs Ariel Sharons auf dem Jerusalemer Tempelbergs stockte der Friedensprozeß im Nahen Osten wieder mal und es begann die zweite Intifada (Al Aqsa-Intifada) mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Die Gewalt eskalierte zwischen IDF, PLO-Kräften und palästinensischen Milizen – darunter auch die Hamas. Nach Selbstmordanschlägen auf israelische Zivilisten und Armeeposten folgten Vergeltungsaktionen in Form gezielter Tötung von palästinensischen Milizführern; Zerstörung der Infrastruktur der Palästi-nensischen Autonomiebehörde (PA); Abriegelung der Westbank und des Gazastreifens vom israelischen Kernland und der Bau eines „Schutzwalls“ entlang der gemeinsamen Grenze im Westjordanland.

Die Hamas, ein Akronym für „Islamische Widerstandsbewegung“, ist eine der zahlreichen untereinander konkurrierenden palästinensischen Befreiungsorganisationen, die 1978 von Scheich Ahmed Yassin als gemeinnützige Organisation unter dem Namen „al-Mujama“ gegründet worden ist. In den ersten Jahren konzentrierte sie sich darauf, über Bildungseinrichtungen, Moscheen und Universitäten, Menschen für ein korangetreues Leben zu gewinnen. In ihrer jetzigen Form – als Kampfmiliz – entstand sie nach dem Ausbruch der ersten Intifada 1987. Unter dem Banner des Islam begann die Bewegung ihre Aktivitäten, die nicht nur gegen israelische Staatsbürger, sondern auch gegen Angehörige der palästinensischen Fatah, der Hauptorganisation der PLO, gerichtet sind.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Gegensatz zu Raketen ist die Zielgenauigkeit bei Marschflugkörpern wesentlich höher und liegt im Meterbereich. Die IRI arbeitet an der Entwicklung von Marschflugkörpern, die sowohl zur Seeziel- als auch zur Landzielbekämpfung geeignet sind. Im Jahr 2004 wurde die Existenz eines Marschflugkörpers mit der Bezeichnung „Ra’ad“ bekannt, die über fortgeschrittene Lenksysteme verfügen soll. Darüber hinaus soll Iran zwischen 1999 und 2001 von einer ukrainischen Firma mit zwölf Marschflugkörpern von Typ KH-55 beliefert worden sein. 64 Diese Flugkörper, die nukleare Sprengköpfe tragen und eine Reichweite von bis zu 3.000 km erreichen können, sind eigentlich dafür ausgelegt, von russischen Langstreckenbombern aus gestartet zu werden. Sie können aber wohl auch von Su-24-Kampfflugzeugen verschossen werden, über die Iran bereits verfügt. 65 [...]

Israelische Geheimdienstberichte äußern die Vermutung, daß der Iran an Interkontinentalraketen (Shahab-5/-6) mit einem Aktionsradius von 3.000 – 5.000 km experimentiert. Theoretisch könnten damit Ziele an der US-amerikanischen Ostküste erreicht werden; praktisch sind keine Tests durchgeführt worden. Shahab-5/-6 ist eine Feststoffrakete mit dreistufigen Verbrennungssystemen und Zuladung von bis 1.000 kg, die den Weltraum erreichen können. 61 Iran mit seinem ökonomischen Potential ist schon seit einigen Jahren in der Lage, ungelenkte Feststoffraketen mit kürzeren Reichweiten zu produzieren. Teheran ist nun im Begriff, die Fateh-110-Feststoffrakete mit über 200 km Reichweite zu fertigen und sein Shahab-1/-2-Arsenal zu modernisieren; damit hätte das Land einen enormen Fortschritt auf dem Weg zu feststoffgetriebenen Mittelstreckenraketen gemacht. 62 [...]

Nach Aussage des iranischen Verteidigungsministers, Ali Shamkhani, beherrscht sein Land seit 2005 den Feststoff-Raketenantrieb, der die Reichweite der ballistischen Raketen auf 2.000 km ausdehnt. 59 Bis zur Serienreife sind jedoch 10 - 30 erfolgreiche Test notwendig. Um eine Reichweite von 2.000 km zu erreichen, darf der Gefechtskopf ein nicht zu hohes Gewicht aufweisen, was dann wieder den Aktionsradius einschränkt. Demnach hat die Shahab-3 eine Reichweite von 1.300 – 2.000 km. Ob die Shahab-3M nun tatsächlich eine Reichweite von 2.000 km aufweist - oder ob es sich um einen Propagandatrick handelt - ist eigentlich zweitrangig; vielmehr zeigt die Arbeit der iranischen Ingenieure und Militärs, daß sie eine funktionierende RaketenInfrastruktur aufgebaut haben. Schon arbeiten die Iraner an der Weiterentwicklung ihrer Shahab-Rakete mit dann noch größerer Reichweite und Zuladung. Dieser Raketentyp wird als Version Shahab-4, -5, -6 bezeichnet, wobei China, Rußland und Nordkorea zu den Hauptlieferanten von Komponenten gehören. Shahab 4 ist eine zweistufige Rakete mit einer vermuteten Reichweite von 2.200 bis 2800 km und einer Zuladung von gut 1.000 kg; ihr Design basiert auf der dreistufigen nordkoreanischen Taepodong-1 und russischen SS-N-6 SERB, einige Komponenten ähneln der russischen SS-4. Dieser Raketentyp ist noch nicht in Serieproduktion gegangen. 60 [...]

Arbeit zitieren:
Beljanski, Sascha Juli 2006: Das Nuklearprogramm der Islamischen Republik Iran, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konflikt, Naher Osten, Nuklear, Iran, Israel

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