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Notwendigkeiten und Reformansätze einer Takeover-Regelung in Deutschland

Ökonomische Beurteilung der Ausgestaltungsalternativen

Notwendigkeiten und Reformansätze einer Takeover-Regelung in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Torsten Blaeser
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 383,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2798-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2798-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2798-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Blaeser, Torsten Juli 1999: Notwendigkeiten und Reformansätze einer Takeover-Regelung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Übernahme, Takeover, Tender Offer, Übernahmekodex, Übernahmeangebot

Diplomarbeit von Torsten Blaeser

Einleitung:

In dieser Arbeit soll nachgewiesen werden, dass eine spezielle Takeover-Regelung in Deutschland erforderlich ist und wie diese vor dem Hintergrund der bestehenden ökonomischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen ausgestaltet werden müsste. Aufgrund dieser Überlegungen sollen die bereits vorhandenen gesetzlichen und nicht-gesetzlichen Regelungen vorgestellt und daraufhin bewertet werden, ob sie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll und effektiv sind. Für die in dieser Untersuchung herausgearbeiteten Mängel der bestehenden deutschen Regelungen sollen dann Reformansätze und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt werden.

Im Rahmen dieser Arbeit soll besonders auf die relativ aktuellen Änderungen der Takeover-Regelungen auf deutscher Ebene eingegangen werden: So sind die Änderungen des Übernahmekodex zum 1. Januar 1998 vor allem als Reaktion auf die Kritik an den vorherigen Regelungen zu sehen, eine wirtschaftliche Beurteilung der neuen Regelungsausgestaltungen hat aber aufgrund der Aktualität bisher in der deutschen Literatur relativ wenig stattgefunden.

Gang der Untersuchung:

Nachdem im ersten Teil dieser Arbeit bereits ein Überblick über die Grundlagen von Übernahmen und Übernahmeangeboten, deren Bedeutung und die „außerrechtlichen“ Rahmenbedingungen in Deutschland gegeben wurde, erfolgt im zweiten Teil zuerst eine Darstellung der von Übernahmeangeboten betroffenen Interessen. Dabei soll herausgearbeitet werden, auf welche Interessen bei einer Übernahmeregelung eingegangen werden muss und auf welche nicht. Ebenso werden die ökonomischen Grundlagen und Funktionen von Übernahmeangeboten untersucht, was als Ausgangslage für den dritten Teil dient, in dem die generellen Anforderungen an eine Regelung erarbeitet werden.

Aufgrund dieser Anforderungen werden dann im vierten Teil die bestehenden Regelungen in Deutschland vorgestellt, deren Mängel anschließend untersucht und dies betreffende Reformüberlegungen angestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Erster Teil: Einführung 1
A. Einleitung 1
B. Grundlagen der Unternehmensübernahme 3
I. Zum Begriff der Übernahme 3
II. Zum Begriff der Kontrolle 4
III. Zum Begriff des Übernahmeangebotes 5
IV. Weitere Methoden der Kontrollerlangung 7
1. Sukzessiver Anteilserwerb 7
2. Ankauf von Aktienpaketen 8
3. Fusion 9
4. Proxy fights 9
C. Bedeutung öffentlicher Übernahmeangebote 11
I. USA 11
II. EU 12
III. Deutschland 13
1. Entwicklung 13
2. Übernahmen behindernde Rahmenbedingungen 15
a. Ausprägung des Kapitalmarktes 15
b. Einfluss der Banken 17
c. Institutionelle Hemmnisse 20
D. Gang der Untersuchung 21
Zweiter Teil: Notwendigkeiten einer Takeover-Regelung 23
A. Von Übernahmeangeboten betroffene Parteien und ihre Interessen 23
I. Aktionäre der Zielgesellschaft 23
II. Bieter 25
III. Management der Zielgesellschaft 26
IV. Arbeitnehmer der Zielgesellschaft 26
V. Aktionäre und Arbeitnehmer der Bietergesellschaft 27
VI. Gesamtwirtschaftliches Interesse 28
B. Ökonomische Grundlagen einer Übernahmeregelung 28
I. Übernahmeangebote und „disciplinary hypothesis“ 29
II. Grenzen der „disciplinary hypothesis“ 33
1. Profil der Zielgesellschaften 33
2. Theorie effizienter Kapitalmärkte 34
III. Alternative Erklärungsansätze für Übernahmeangebote 35
1. Empire-building 36
2. Ausbeutung 37
3. Benachteiligung der Einzelaktionäre 37
C. Zusammenfassende Bewertung 38
Dritter Teil: Ausgestaltung der Takeover-Regelung 42
A. Grundsätzliche Überlegungen 42
B. Schutz der Einzelaktionäre 43
C. Anforderungen im Einzelnen 45
I. Informationspflichten 45
II. Verfahrensbezogene Pflichten 47
III. Gleichbehandlungspflicht 48
IV. Minderheitenschutz 49
V. Verhaltenspflichten des Managements 50
Vierter Teil: Diskussion der deutschen Regelung 51
A. Gegenwärtige Rechtslage in Deutschland 51
I. Der Übernahmekodex der Börsensachverständigenkommission 51
1. Allgemeine Verfahrensgrundsätze 53
2. Inhalt des Angebotes 54
3. Pflichten des Bieters 54
4. Pflichten der Zielgesellschaft 56
5. Übernahmekommission 56
II. Gesetzliche Regelungen 57
1. Mitteilungspflichten nach §§ 20 ff. AktG 57
2. Mitteilungspflichten nach §§ 21 ff. WpHG 58
3. Konzernrechtlicher Minderheitenschutz 58
B. Kritik und Reformansätze 59
I. Regelungsbedürfnis 60
II. Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung 61
III. Pflichtangebot 63
Fünfter Teil: Fazit 66
Literaturverzeichnis 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

auf empirische Untersuchungen, die ergaben, daß die Zielgesellschaften von Übernahmeangeboten in der Zeit vor der Übernahme weniger effizient als vergleichbare Gesellschaften waren193 . Jedoch zeigt eine Vielzahl an empirischem Material kein solch einheitliches Bild, etliche Studien haben ergeben, daß Zielgesellschaften im Vergleich zu anderen Unternehmen in der Branche vor der Übernahme keine ineffizienten oder unprofitabelen Ergebnisse aufwiesen und daß sich die wirtschaftlichen Ergebnisse nach erfolgter Übernahme auch nicht verbesserten bzw. sogar weiter verschlechterten194 . Außerdem sollte angenommen werden, daß eine Ineffizienz oder Inkompetenz des Managements weder von der konjunkturellen Lage noch von der industriellen Zugehörigkeit des Unternehmens abhängig ist. Gerade die historische Entwicklung von Übernahmen in den USA hat aber gezeigt, daß die Übernahmeaktivitäten relativ parellel mit der gesamtwirtschaftlichen [...]

aufzudecken183 . Andererseits wird ein Anteilseigner gerade in einer Publikumsgesellschaft keinen finanziellen Anreiz haben, Zeit und Geld für Überwachungsmaßnahmen aufzubringen. Denn während dieser Anteilseigner die Kosten der Überwachung alleine zu tragen hat, müssen die infolge des besseren Managements entsprechenden Gewinne mit der Gesamtheit der Anteilseigner geteilt werden184 . Der Anteilseigner wird also eine eigene Überwachung des Managements unterlassen, wodurch eine andere Form des Kontrollmechanismus erforderlich ist. Nach der disciplinary hypothesis wird dem neoklassischen Modell des Marktes für Unternehmenskontrolle die Rolle des wichtigsten Kontrollinstrumentes zugesprochen. Ausgangspunkt dieses market for corporate control ist nach Henry Manne 185 , daß sich die Qualität der Geschäftsleitung im Aktienkurs widerspiegelt und so eine wenig effiziente Führung eines Unternehmens ein Absinken des Börsenkurses zur Folge hat 186 . Sinkt der Aktienkurs und damit der Börsenwert des Unternehmens nun auf ein Niveau, bei dem sich andere Managementteams zutrauen, durch bessere Führung einen höheren Wert zu schaffen, werden diese versuchen, die Gesellschaft zu erwerben, die Herrschaft über die Resourcen des Unternehmens zu erlangen und das Gewinnpotential des Unternehmens auszuschöpfen187 . Das effektivste Mittel um diese Kontrollmehrheit zu erlangen, stellt nach der disciplinary hypothesis dabei das Übernahmeangebot dar, da es sehr schnell und vor allem gegen den Willen des amtierenden Managements zur Kontrollerlangung eingesetzt werden kann. Nach diesen Modellvorstellungen werden nicht nur die durch Trennung von Eigentum und Kontrolle hervorgerufenen agency costs durch [...]

Beschäftigungsrisiko des Managements eng mit dem Unternehmensrisiko verknüpft ist, werden die Manager in risikoärmere Projekte investieren als es die Anleger wünschen, die an risikoreicheren und mit höheren Gewinnc hancen verbundenen Investitionen interessiert sind 178 . Interessenkonflikte können auch in bezug auf die Ausschüttungspolitik bestehen. Während die Aktionäre an der Ausschüttung der finanziellen Mittel interessiert sind, die nach Durchführung aller Investitio nsprojekte mit einem positiven Kapitalwert im Unternehmen frei verfügbar sind, präferieren die Manager eine Einbehaltung dieser Mittel179 . Denn durch die Akkumulation der finanziellen Mittel wollen sie die Lebensfähigkeit der Gesellschaft und den damit verbundenen eigenen Arbeitsplatz sichern. Da also das Management nicht unbedingt die Interessen der Anteilseigner, sondern durchaus auch eigene Interessen verfolgt, besteht der Bedarf nach einer Überwachung des Managements bzw. einer Auswechslung desselben, wenn die Effizienzverluste aufgrund der Eigenhandlungen des Managements zu groß werden. Diese Verluste, zusammen mit den Kosten, die den Aktionären aus Überwachung und Kontrolle des Managements entstehen, werden als "agency costs“ bezeichnet 180 . Die Frage ist also, welche Überwachungsmechanismen geeignet sind, die Interessengleichheit wiederherzustellen und die agency costs zu minimieren181 . Zuerst ist an die Kontrolle durch die Anteilseigner zu denken, doch können diese keine effiziente Überwachung gewährleisten, insbesondere nicht in großen [...]

Arbeit zitieren:
Blaeser, Torsten Juli 1999: Notwendigkeiten und Reformansätze einer Takeover-Regelung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Übernahme, Takeover, Tender Offer, Übernahmekodex, Übernahmeangebot

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