Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Nostalgie als Produkt der Transformation am Beispiel Slowenien

Nostalgie als Produkt der Transformation am Beispiel Slowenien
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Josefina Bajer
  • Abgabedatum: September 2008
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 12,9 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 65
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3159-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bajer, Josefina September 2008: Nostalgie als Produkt der Transformation am Beispiel Slowenien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Slowenien, Südosteuropa, Transformation, Identität, Nostalgie

Bachelorarbeit von Josefina Bajer

Einleitung:

Nostalgie wird allgemein hin bezeichnet als sehnsuchtsvoller Rückblick nach einer längst vergangenen Zeit. Im Zuge des Wandels 1989/91 wurde Nostalgie ein wohl beachtetes Phänomen. Der Wandel, der für die Deutschen mit dem Mauerfall in Berlin seinen Anfang nahm und in der Folge viele Veränderungen mit sich brachte, birgt dieses Phänomen in sich. Das Ende des Kalten Krieges und die damit einhergehende Verschiebung der Weltordnung sind ebenso wesentliche Bestandteile und Auswirkungen dieses Transformationsprozesses wie die Teilung verschiedener Vielvölkerstaaten, wie zum Beispiel die Trennung der UdSSR, der Tschechoslowakei und die des ehemaligen Jugoslawiens.

Dieser Prozess der Transformation ist besonders für die Sozialwissenschaften kulturwissenschaftlicher Analyse interessant und von Bedeutung. Der jeweils gegebene Zustand des Wandels der Gesellschaften, die sich in der Transformation befunden haben und sich zum Großteil immer noch darin befinden, hat für die ‘Gesellschaftswissenschaften’ ein ideales Forschungsobjekt geformt. Das Anliegen dieser Arbeit ist es, dem Phänomen der Nostalgie als Produkt dieser Transformation bei den Betrachtungen der Transformationsprozesse stärkere Beachtung zu geben, da sie durch ihr selektives Verhalten auf Elemente verweist, die darauf deuten, was den Menschen wichtig war und ist. Was wird erinnert und warum wird gerade dies erinnert?

Diese Hervorhebung folgt insbesondere der Prämisse, dass die Stabilität eines Systems, einer Ideologie, eines Staates oder einer Gemeinschaft im Allgemeinen, von der Legitimation durch seine einzelnen Glieder abhängig ist. Lernt man die zuvor angesprochene Selektion durch die Nostalgie zu erkennen und zu deuten, so erhält man ein Instrumentarium, das auch für viele andere Wissenschaftszweige interessant sein kann, wie zum Beispiel für die Geschichtswissenschaft. Was wird aus welcher Zeit erinnert und warum? Welche Ideologien werden hierdurch von der Vergangenheit in die Zukunft transportiert und zu welchem Zweck? Daneben kann eine aktive Beschäftigung mit dem Thema der Nostalgie in den einzelnen Ländern einen Diskurs auslösen, der zur Vergangenheitsaufarbeitung beitragen kann. Dies ist unabdingbar für eine positive und stabile Entwicklung der demokratischen Konsolidierungen der neuen Nationen und kann nachhaltig zu Frieden und Konfliktvermeidung führen.

Die nachfolgende Untersuchung betrachtet diskursiv das Phänomen der Nostalgie als Produkt der Transformation. Dies soll am Beispiel Slowenien gezeigt werden. Nostalgie wird hier folglich als gesellschaftliches, und somit individuelles und zu Teilen auch kollektives Phänomen verstanden, welches eng verknüpft ist mit dem politischen und gesellschaftlichen Wandel, der Systemtransformation, im Slowenien der letzten 18 Jahre.

Daher stehen im Fokus dieser Betrachtungen verschiedene Spielarten der Nostalgie. Insbesondere solche, die in Zusammenhang stehen mit der ehemaligen und aktuellen nationalen Identifikation und deren Abgrenzung gegenüber der zerfallenen sozialistisch föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ).

Die dieser Betrachtung vorangestellte Fragestellung bezieht sich somit auf den Wirkungszusammenhang zwischen der Transformation / Transition und dem Erscheinen des Phänomens der YU–Nostalgie im selbstständigen Slowenien. Somit wird der Prozess der Transformation als ‘Ursache’ für das Erscheinen der Nostalgie gesehen, die Nostalgie demnach als ‘Wirkung’. Um sich der Fragestellung zu nähern, werden jeweils zuerst die wesentlichen zur Betrachtung und Analyse notwendigen Begriffe eingeführt und definiert, um dabei miteinander in Beziehung gesetzt zu werden. Ein darauf folgender Überblick über die Geschichte Sloweniens soll zeigen mit welchen Diskursen im heutigen Slowenien die nationale Identität konstruiert wird. Zur weiteren Betrachtung des Prozesses der Transformation in Slowenien wird somit ein Blick auf die achtziger und neunziger Jahre geworfen, im Hintergrund hierzu findet sich die demokratische Konsolidierung der ‘Republika Slovenija’ und später dann ihr Beitritt in die Europäischen Union.

Hierbei sollen die gewonnenen Erkenntnisse über die Nostalgie nach dem ehemaligen Jugoslawien mit den Identitätskonstruktionen zur Legitimation des neuen Nationalstaats abgeglichen werden.

Dabei wird der aktuelle Forschungsstand reflektiert und mit historischen Diskursen, innerhalb und außerhalb Sloweniens, verglichen. Aufbereitet wird die Arbeit mit empirischen Daten. Umfragedaten des World Values Survey, werden ebenso verwendet wie Berichte und Daten von Freedom House. Abgerundet werden diese Daten mit gesammelten Materialien einer Feldforschung, die zur Jahreswende 2006/07 in Ljubljana durchgeführt wurde. Hierdurch werden Experteninterviews und Fotomaterial in die Darstellung einfließen. Ein besonderer Fokus dieser Betrachtungen wird dabei auf den Wandel von Mentalitäten und Werten gelegt. Als Basis hierzu wird von Aspekten der Wertewandeltheorie von Roland Inglehart ausgegangen. Seine Einteilung in materialistische und postmaterialistische Werte wird dazu auf sozialistische und postsozialistische Werte übertragen. Hierbei sollen insbesondere Werte und Mentalitäten in den Blick genommen werden, die vom Sozialismus propagiert und von den Bürgern dieser Gesellschaft als normativ verstanden wurden. (Vgl. Predrag J. Markovic, 2007) Es ist das Ziel dieser Untersuchung, die einzelnen Aspekte und die verschiedenen Betrachtungsmöglichkeiten des Phänomens der Nostalgie als Produkt der Transformation mit vorangegangenen Betrachtungen des aktuellen Forschungstandes der letzten Dekade zusammenzuführen und mit empirischen Daten abzugleichen und aufzubereiten.

In einem abschließendem Ausblick sollen weitere mögliche Vorgehensweisen innerhalb der Transformationsforschung angesprochen werden, die Anregungen dafür geben wollen, das Phänomen der Nostalgie stärker in die Betrachtungen mit einzubeziehen - um diese dann, in einem weiteren Schritt, der nicht Teil dieser Untersuchung sein kann, mit anderen der Transformation inhärenten Phänomenen zu vergleichen und abzugleichen.

Diese Studie folgt somit einem auf empirischen Daten beruhenden politischen Kulturforschungsansatz kulturwissenschaftlicher Analyse, der den ländervergleichenden Aspekt der politischen Kulturforschung außer Acht lässt zu Gunsten des stärkeren Einbezugs historischer und Mentalitäten geschichtlicher Diskurse innerhalb einer Einzelfallstudie.

Inhaltsverzeichnis:

1. Nostalgie als Produkt der Transformation 5
2. Das Transformationsprodukt YU-Nostalgie und seine Erscheinungsformen 9
2.1 Einführung in die Begriffe der Nostalgie 11
2.2 Postsozialistische Nostalgie 17
2.3 ‘Cultural Nostalgia’ und ‘Political Nostalgia’ 35
2.4 ‘Reflexive’ und ‘Restaurative Nostalgia’ 37
2.5 ‘Titostalgia’ als wesentliches Element der YU-Nostalgie 38
Fazit 41
3. Die Geschichte Sloweniens und ihre wesentlichen Brüche 43
3.1 Die Herausbildung einer slowenischen Identität 46
3.1.a Der Begriff der Identität 46
3.1.b Der Begriff der nationalen Identität 49
3.2 Die Herausbildung einer slowenischen Identität, von 1848 bis zum Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts 51
Fazit 65
3.3 Postsozialistischer Wertewandel oder die sieben ‘S’- Werte der Nostalgie 67
3.4 Abschließende Gedanken, Zusammenfassung 77
4. Ausblick 80
5. Resümee: Are Nostalgia and reorganisation two incompatible poles? 81
Anhang 83
Datentabellen 83
Interviews 84
Fotos 115
Literaturliste 128

Textprobe:

Kapitel 3.2, Die Herausbildung einer slowenischen Identität, von 1848 bis zum Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Einleitend in dieses Thema hier ein paar Worte eines bedeutenden Schriftstellers der slowenischen Moderne:

‘By blood we are brothers; by language, cousins; but by culture, which is the fruit of the separate upbringing of several centuries – there we are less familiar to one another than one of our Upper Carniolan peasants to a Tiroler’.

In seinem Text: ‘Slovenians Yugoslav Century’, beschreibt Mitja Velikonja diesen Entwicklungsprozess zur Sloweniens nationalen Identität. Dabei sei es zu bemerken, so Mitja Velikonja, dass eine Analyse der modernen slowenischen Identität nicht ohne die Betrachtung von Sloweniens ‘jugoslawischen Jahrhundert’ möglich sei. Die von ihm angeführten wesentlichen Etappen der Entwicklung einer slowenischen nationalen Identität beginnen im Jahre 1848.

Das politische Projekt zur Bildung einer slowenischen Nation trug den Namen ‘Vereinigtes Slowenien’ (‘Zedinjena Slovenija’). Ziel dieser Bewegung war die politische und administrative Vereinigung aller slawischen Völker die unter der Oberherrschaft der Habsburger standen (Slowenen, Kroaten und Serben, hier: das nördlich gelegene Territorium der Vojvodina, welches an Ungarn grenzt). Inbegriffen hierin war die Forderung nach dem Recht, die slowenische Sprache in den Schulen und der Administration einzuführen. Getragen wurde diese Bewegung durch die slowenischen Intellektuellen, die auch in der Zukunft eine wesentliche Rolle in dem Prozess zur Bildung einer slowenischen nationalen Identität beibehalten haben. Die Idee des Illyrismus erreichte Slowenien um ca. 1830, kurz nach dessen Erscheinen in Kroatien unter Ljudevit Gaj. Da dieses Konzept der sprachlichen und ethnischen Vereinigung aller Slawen eine separate slowenische Identität negierte, wurde diese nur von wenigen slowenischen Intellektuellen unterstützt.

Als Beispiel führt Mitja Velikonja hier die Namen von zwei Personen auf: Stanko Vraz und Matija Majar-Ziljski. Ablehnung fand dagegen die Idee des Illyrismus bei vielen, unter anderen wird hier einer der angesehensten slowenischen Poeten angesprochen: France Preseren. Im späten 19. Jahrhundert wird dann mit dem Neo-Illyrismus ein weiteres Mal die Forderung nach einer sprachlichen und kulturellen Vereinigung aller Südslawen laut.

‘According to some intellectuals- for instance, the theologian Ales Usenicnik, Liberal Fran Ilesic and Social-Democrat Etbin Kristan – the Slovenes should, during the process of political and national unification with other South Slaves, adopted the Serbo-Croat language. The Slovene neo – Illyrianists believed that linguistic and cultural unification was inseparable from political unification.’ Dem gegenüber standen wiederum andere Slowenen, die zwar eine Vereinigung mit den Serben und Kroaten nicht gänzlich ausschlossen, jedoch für den Erhalt der slowenischen Sprache und Kultur eintraten. Mitja Velikonja zählt zu dieser Gruppe folgende Personen: Henrik Tuma, Ivan Cankar, der auch heute noch hoch angesehen ist und dessen Werk positiv erinnert wird, und Bischof Anton Bonaventura Jeglic.

‘Faced with a harsh choice of becoming ‘either Russian or Prussians’, the Slovenes turned to the idea of Austro-Slavism. All three Slovene political groupings – the Clerical (full name: the Slovene People Party –SLS), Liberals and Social-Democrats, saw Slovenia politically and/or culturally united with other South Slavs within the borders of a reformed Habsburg Monarchy’.

Hierbei wurden die Föderalisierung und die Demokratisierung des Habsburger Reiches gefordert. Somit verlangten 1890 die Anhänger des liberalen und des christlichen Flügels die Vereinigung aller Südslawen in einem separaten Staat unter dem Dach der Habsburgerkrone. Auch die Sozialdemokraten sahen die einzige Chance in einer ähnlichen Konstellation, wobei sie allerdings eine Vereinigung mit allen Südslawen anstrebten (Slowenen, Kroaten, Serben und Bulgaren). Die einzige Gruppe, die sich öffentlich gegen diese Idee aussprachen und somit als anti-österreichisch und anti-habsburgerisch anzusehen ist, waren die des ‘Preporod’ (übersetzt: Revival – Wiederbelebung, Wiedergeburt-oder auch Renaissance). 1912 wurde diese pro-jugoslawisch, revolutionäre Gruppe gegründet. Während des Ersten Weltkrieges (1914) dann wurde im Exil ein jugoslawisches Komitee von flüchtigen südslawischen Intellektuellen und Politikern gegründet: ‘Croat, Serb and Slovene deputies in the Vienna parliament formed a parliamentary group, the ‘Yugoslav Club”, under the leadership of Anton Korosec, /./ .’ Hier wurde dann eine Deklaration (im Juli 1917) verfasst, die zur Vereinigung aller habsburger Südslawen aufrief. Ein Jahr später, im August 1918, bereitete man sich auf den Zusammenbruch des Habsburgerreichs in Slowenien mit der Gründung eines nationalen Ausschusses, eines ‘Nationalrates’, (National Council of Slovenia, ‘Narodni svet’) vor. Dieser fungierte als eine Art provisorische Regierung. Am 6. Oktober dann rief der Nationalrat aller Habsburger Südslawen (National Council of Habsburger South Slavs, ‘Narodno vijece’), welcher in Zagreb (Kroatien) unter der Führung Anton Korosec stand, den Staat der Slowenen, Kroaten und Serben aus.

Die Slowenen unterstützten die Gründung des Königreiches der Südslawen, welches unter die Führung des serbischen Königshauses gestellt wurde (offiziell ab 1929). Wobei an dieser Stelle anzumerken sei, dass sich schon hier auf dem Zagreber ‘Nationalrat’ eine Polarisierung abzeichnete, die sich auch in Zukunft verschärfen sollte.

‘Während die Slowenische Volkspartei des Anton Korosec und die kleine Kroatische Bauernpartei des Stjepan Radic für eine Republikanische Staatform und für Föderalismus kämpften, strebte die einflussreiche Kroatisch-Serbische Koalition unter Pribicevic eine rasche Einigung mit Belgrad im Rahmen eines zentralistischen Königreiches an’.

Von Mitja Velikonja werden an dieser Stelle folgende drei Punkte angegeben, die zur Unterstützung durch die Slowenen führten: Erstens versprach die Vereinigung einen Schutz vor Italien und Österreich und somit eine neue Möglichkeit zur nationalen Emanzipation. Zweitens, sahen viele Slowenen diese Vereinigung als Erfüllung einer Jahrhunderte alten Idee zur Vereinigung mit allen Südslawen. Drittens, führte die aggressive Politik der Habsburger zu Zeiten des Krieges dazu, dass niemand den Zerfall der Kronländer bedauerte. Der Rapallo-Vertrag vom November 1920 löste daraufhin den Grenzkonflikt zwischen Slowenien und Italien. Mitja Velikonja verweist jedoch darauf, dass hierdurch 350.000 Slowenen und Kroaten in Italien verblieben. Diese forderten später den Anschluss an das Königreich der Südslawen. Doch um die Konstitution des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen stand es nicht gut.

‘Die ungelöste nationale Frage, der fehlende Konsens in Grundfragen der Verfassung, mangelnde Erfahrung mit demokratischen Verfahrensweisen und Konfliktregelmechanismen sowie das Fehlen anerkannter Schiedsrichterinstitutionen, ohne die eine pluralistische Gesellschaft nicht funktionieren kann, hatten die Demokratie zur Farce werden lassen’.

Zudem war der Staat durch Korruption und Vetternwirtschaft verseucht. Von Beginn der Staatsgründung bis 1929 hatten bei raschen Regierungswechseln 24 Kabinette gewechselt. Dies geschah zum Teil unter staatstreichähnlicher Mitwirkung des Königs. Die Amtsperioden einer Regierung schwankten somit in einem Zeitraum von einer Woche und knapp einem Jahr, was einen Durchschnitt von vier Monaten ausmacht. Zudem waren die meisten Staatsvertreter serbischer Abstammung, was schon damals zu Konflikten führte und später die Hegemonieansprüche der Serben mit begründete. Innerhalb Sloweniens gewann die SLS immer mehr an Popularität. Die Christliche Partei unter Anton Korosec förderte die Föderalisierung des Königreiches, stand nach 1929 aber hinter der Zentralisierung die von König Alexander ausging. ‘The SLS was the only political party which officially supported King Alexander’s dictatorship introduced in 1929’. Im Zuge seiner 1929 proklamierten Diktatur löste König Alexander das Parlament auf und verbot alle Parteien und Vereine die sich auf konfessioneller oder ‘nationaler’ Basis konstituiert hatten.1931 verwirft sich Anton Korosec mit dem König und verfasst, ein Jahr später in Ljubljana, einen Aufruf der zu einer stärkeren Autonomie Sloweniens innerhalb Jugoslawiens und zur Demokratisierung des Systems aufforderte. Während Anton Korosecs Befürworter den Wandel in seiner Haltung gegenüber mehr autonomen Rechten für Slowenien begrüßten, wendeten seine Gegner ein er sei opportunistisch. Zudem wurde ihm seine Nähe zur katholischen Kirche negativ ausgelegt. Diese war zu der Zeit pro- jugoslawisch eingestellt, was sich später jedoch ändern sollte. ‘What seems clear, however, is that to Korosec even the worst Yugoslavia was for Slovenia a far better solution than no Yugoslavia at all.’ Die Liberalen innerhalb Sloweniens traten währenddessen für einen Unitarismus Sloweniens ein und waren zumeist gegen eine Föderalisierung.

Einige von ihren Führungskräften traten jedoch für eine sprachliche- und kulturelle Synthese mit den Kroaten und Serben ein, was ihnen den Ruf einbrachte sie seien anti-slowenisch eingestellt. Die Sozial Demokraten Sloweniens standen demgegenüber für den Unitarismus und den Zentralismus. Zudem forderten sie mehr Arbeiterrechte und standen für die Prinzipien einer sozialen Demokratie. Die slowenische Partei der Kommunisten (KPS) formierte sich 1937 als Zweig der KPJ (Kommunistische Partei Jugoslawiens), sie waren pro– jugoslawisch und standen für eine Lösung der slowenischen nationalen Frage durch eine Revolution innerhalb der Grenzen Jugoslawiens, sie (die KPJ und mit ihr die KPS) wurde jedoch vom König nicht anerkannt und rutschte somit in die Illegalität. Bis ihr 1943 unter Josip Broz Tito internationale Anerkennung zugesprochen wurde.‘The Slovenes generally rejected integral Yugoslavism, but neither the major Slovene political parties nor Slovene intellectuals were anti -Yugoslav. The Slovenes accepted the new state, and were at the same time eager to preserve their distinct language and culture.’ 1941 dann beginnt der kurze Niedergang des Königreiches. Hitler beschließt nach dem Belgrader Putsch 1941 die Bombardierung Belgrads und die Zerschlagung Jugoslawiens. Fran Kulovec, eine Führungskraft der SLS stirbt bei der Bombardierung, Anton Korosec, sein Amtsvorgänger, war schon ein Jahr zuvor gestorben, mit ihm starb einer der stärksten slowenischen Förderer des Jugoslawismus. Weitere Minister der SLS flüchteten mit König Peter II. ins Exil nach London.

Slowenien wird in Folge dessen zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Die nachstehenden Ereignisse spalten noch heute die Erinnerungspolitik in Slowenien und werden in der Zeit vor der Selbständigkeitserklärung Sloweniens, in den späten achtziger Jahren, heiß diskutiert. Angespornt durch die Okkupation und die Teilung des Landes treten drei wesentliche Gruppen hervor, die sich jeder auf ihre Weise der Bedrohung stellten und auch gegeneinander kämpften. Die ‘Befreiungsfront’ (slowenisch: Osvobodilna Fronta, OF), die später in der Vereinigung der Partisanen aufgehen und eben diese, die Partisanen, die sich aus der slowenischen KPS und der jugoslawischen Variante, der KPJ, zusammensetzten sowie die slowenischen Weißgardisten (slowenisch: Domobranci), die mit den Besatzern kollaborierten.

Arbeit zitieren:
Bajer, Josefina September 2008: Nostalgie als Produkt der Transformation am Beispiel Slowenien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Slowenien, Südosteuropa, Transformation, Identität, Nostalgie

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren