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Ein neues New Hollywood?

Zur Verschmelzung von Independent und Mainstream im aktuellen Hollywood-Kino

Ein neues New Hollywood?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dominik Tschütscher
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 165 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität "Mozartium" Salzburg Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5259-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5259-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5259-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tschütscher, Dominik Januar 2002: Ein neues New Hollywood?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: US-Kino, Filmökonomie, Filmgeschichte

Diplomarbeit von Dominik Tschütscher

Einleitung:

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wird der Independent Film im US-Kino immer bedeutender. Independent Studios wie New Line Cinema, Miramax, USA Films oder Fox Searchlight sind erfolgreich mit Filmen wie Magnolia, Pulp Fiction, Traffic und Billy Elliot. Der Erfolg von Traffic oder American Beauty bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2001 bzw. 2000 zeigt, dass im US-Kino nicht nur mehr Blockbuster- und High Concept-Filme das Sagen haben.

Die Arbeit untersucht das Aufkommen des Independent Films seit Ende der 80er Jahre. Mit ökonomischem Ansatz wird aufgezeigt, dass sich Mainstream und Independent immer mehr verschmelzen. U.a. werden die Distributions- und Produktionsweisen der Studios (Majors und Independents) untersucht und verglichen.

Die Verschmelzung wird zusätzlich in den Kontext der theoretischen und historischen New Hollywood-Diskurse gesetzt. Nach dem vielfach ausgerufenen Ende des klassischen Kinos (anfangs 60er Jahre) trat Hollywood in die Phase des New Hollywood, mit vielen Ausprägungen. Stellt die angebrochene Verschmelzung von Independent und Mainstream ein weiteres New Hollywood dar bzw. ist es eine Mischung aus dem New American Cinema (1968-1975) und dem Blockbuster-Kino (seit 1975), zwei einflussreiche Ausprägungen des New Hollywood?

Inhaltsverzeichnis:

Danke 4
Anmerkungen zur Arbeit 5
Verzeichnis der Abbildungen 7
A. Einleitung
1. Was geschieht mit Hollywood? 9
2. „There are indies and indies“ – Eine Definitionsfindung 12
B. Hauptteil
1. Zur filmgeschichtlichen Diskussion und Methode 18
2. Alles neu in Hollywood: New Hollywood als Überbegriff für eine Zeit nach der Studio-Ära
2.1 Wann ist was ‘neu’ in Hollywood? 23
2.2 New Hollywood 1: Das ästhetische New American Cinema 28
2.3 New Hollywood 2: Das ökonomische Blockbuster-Syndrom 34
2.4 Ausblick: Kommt New Hollywood 3? 37
3. Hollywood Mainstream weltweit
3.1 Das Blockbuster-Syndrom infiziert die 80er: High Concept 39
3.2 Hollywoods weltweite Marktdurchdringung: Film als Startprodukt 43
3.2.1 Vom Film- zum Medien- und Alltagserlebnis
3.2.1.1 Konglomerate und Fusionen 45
3.2.1.2 Horizontale Integration: Ausschöpfung angrenzender Märkte 49
3.2.1.3 Horizontale Produktdifferenzierung 52
3.2.1.4 Seitenblick: Die unterschiedlichen „Texte“ einer horizontalen Integration 54
3.2.2 Vertikale Re-Integration: Rückeroberung der Leinwände 55
3.3 Der Untergang der 80er-Independents 57
4. Hollywood goes Independent. Independent goes Hollywood
4.1 Der Aufstieg der Independents um 1989 60
4.2 Hollywood bleibt Hollywood
4.2.1 Rekorde, Rekorde, Rekorde 69
4.2.2 Analyse: Distributions- und Produktionsweisen der Majors in den 90er Jahre 75
4.2.3 Fazit: Hollywood bleibt im Mainstream. 90
4.3 Die Independents zwischen Kunst und Kommerz
4.3.1 Auf den Spuren der Majors 94
4.3.2 Analyse: Distributions- und Produktionsweisen der Independents in den 90er Jahren 103
4.3.3 Fazit: Independent goes Hollywood 120
4.4 Spiegelbild der Zeit: Oscars, Spirit Awards und Sundance 122
5. Ausblick: Ein neues New Hollywood? 130
C. Schluss 136
D. Anhang
E. Literatur 157

Automatisiert erstellter Textauszug:

kontrollieren und ihre Filme selbst zu produzieren. Untersucht man die Produktionsweisen der Majors in den 90er Jahren, ist ein Wandel erkennbar: Eigene Produktionen (will heißen: der Film wurde vom Studio alleine produziert, ohne Hilfe von außen) nehmen deutlich ab. 1991 wurden noch 21 Filme von den Majors finanziert, 1998 nur noch sechs. Buena Vista finanziert seine Filme seit 1996 nur noch vereinzelt alleine (siehe Abbildung 11 und Anhang B25). Bei Universal kann seit 1993 keine selbst finanzierte Produktion gezählt werden. Auch alle anderen Major Studios verzichten immer mehr auf Einzel-Produktionen, mit Ausnahme von Fox, das im Vergleich zu den anderen Studios noch relativ häufig auf selbst finanzierte Produktionen setzt. 1998 bspw. kam kein einziger Film von Dreamworks, Paramount, Sony und Universal in die Kinos, die von diesen Studios alleine produziert wurden. Bei Buena Vista und Warner können je eine ‘Ganz’-Produktion verzeichnet werden. Fox hebt sich davon ein wenig ab mit drei selbst finanzierten Produktionen. Dreamworks SKG verzichtet seit seinem Start (1997) gänzlich auf die früher übliche Praxis der SelbstFinanzierung. Die Majors haben hier eine Praxis der Independents zu ihrem Vorteil genutzt: Sie produzieren nicht mehr alleine, sondern lagern die Finanzierung ihrer Projekte aus und/oder cofinanzieren diese mit anderen Investoren. Wer sich im Kino schon vielfach darüber gewundert hat, dass vor dem Film vier, fünf Labels bzw. Studios erscheinen und im Vorspann des Films zunächst „Studio X präsentiert eine Produktion von Company Y in Zusammenarbeit mit Firma Z und Firma W einen Film von Regisseur M“ steht, bevor überhaupt der Titel des Filmes erscheint, findet in der Praxis der Auslagerung der Finanzierung die Antwort. Das Studio X ist demnach meist nur Distributionsfirma, also ‘präsentiert’ den Film, der von der Company Y produziert wurde, wobei Firma Z und Firma W der Company Y finanziell zur Seite standen. Der Vorteil dieser Praxis ist, dass ein finanzielles Risiko vermindert wird, da die Produktion nicht selbst kontrolliert wird, man sich also nicht darum kümmern muss, ob das Budget ausufert oder ob ein exzentrischer Filmregisseur anstelle der veranschlagten acht Monate Produktionszeit fast das Doppelte der Zeit benötigt. Die Produktionsfirma übernimmt also für das Studio diese Mühen und übergibt ihm dann das fertige Produkt zur Distribution. Zudem [...]

herunterzuschrauben, und das, obwohl drei Produktionsfirmen (Touchstone, Hollywood und Walt Disney) die Pipeline von Buena Vista füllen könnten. „There is nothing wrong with movies“, erklärt Joe Roth, damaliger Vorsitzender des Disney-Studios, ihre Haltung. „We love movies. We believe in movies. We also believe the business has gotten inflated. There is just no evidence that this is a good financial model.“ (Zit. in Variety vom 21. September 1998) Es erstaunt daher nicht, dass die wenigen Filme der Majors noch teurer, noch mehr vermarktet und in noch mehr Kinos gespielt werden, um einen Erfolg an der Kinokasse zu garantieren. Hollywood kann es sich nicht leisten, Risiken einzugehen und darauf zu warten, dass sich ein Film als erfolgreich entpuppen könnte. Es ist folglich auch nicht überraschend, dass die Major Studios auf bereits bewährte Formeln zurückgreifen. Hollywood befände sich immer, so beschreibt es Goldman, auf der Suche nach dem „Zauber der Vergangenheit“. (Goldman 1999, S. 68) Denn da das Filmgeschäft ein sehr riskantes Business ist und niemand genau sagen kann, was Erfolg haben wird und was flopt, wissen die Studiomanager wenigstens etwas mit Sicherheit: nämlich das, was bereits erfolgreich war. So bringen die Major Studios in ihrem jährlichen Output immer wieder Filme ins Kino, die auf bereits bekannte Quellen, ob jetzt Buch, Film, Artikel, TV-Serien oder Comics, basieren. Der Durchschnitt an Sequels, also Filmfortsetzungen, liegt in den 90er Jahren bei 7,9 Filmen pro Jahr. Würden alle anderen Filme, die keine wirklichen Fortsetzungen sind, aber auf bereits existierenden Vorlagen basieren, dazugerechnet, käme man auf eine um einiges höhere Zahl. Im Filmjahr 1995 bspw. stützten sich die Majors sehr stark auf Remakes, eine andere Art von Fortsetzung, in diesem Fall Neuinterpretationen bzw. Neuinszenierungen alter Klassiker: Dr. Dolittle, Godzilla, The Nutty Professor, Cinderella, Flubber, Sabrina, Jackal, Bedazzled oder The Getaway, Diabolique, um die wichtigsten zu nennen. Im Sommer 2001 bediente sich Hollywood ebenfalls des Zaubers der Vergangenheit. Die Blockbuster wie Planet of the Apes, Tomb Raider: Lara Croft, American Pie 2, Jurassic Park 3 oder Scary Movie 2 basieren alle auf der Filmvorlage eines Klassikers, auf einem Computerspiel oder sind als Fortsetzung bereits erfolgreicher Filme gedacht. Produktion bzw. Finanzierung der Filmprojekte Wie bereits mehrfach darauf hingewiesen wurde, werden in dieser Arbeit Studios und Firmen untersucht, die v.a. in Distribution tätig sind. Da alle Major Studios (außer Dreamworks) vertikal integriert sind, ist es interessant, auch ihre Produktionsweisen zu untersuchen und diese dann im nächsten Teil der Arbeit jenen der Independents gegenüberzustellen. [...]

Quelle: eigene Erhebung Ein Grund, wieso die Studios vor allem in der Mitte der 90er Jahre versuchten, mit möglichst hohem Output in den Kinos aktiv zu sein, liegt in der bereits angesprochene CrossCollateralization, ein Charakteristikum der Majors. Die Studios wollen das ganze Jahr hindurch auf dem Markt präsent sein, dafür benötigen sie Filme, die – wie wir weiter unten sehen werden – auch von anderen Firmen gekauft werden, damit die Output-Pipelines der Majors gefüllt werden können. Mit dieser Anzahl an Filmen ist auch gewährleistet, dass einzelne Filme zu Blockbuster der Saison werden und somit für die Verluste anderer Filme aufkommen können. Mit einer vollen Pipeline ist die Wahrscheinlichkeit, dass darunter wenigstens ein einziger Blockbuster mitschwimmt, größer als wenn jedes Studio monatlich nur je einen Film in die Kinos bringt. Die Majors mussten jedoch einsehen, dass dieses Modell nicht immer zum Ziel führen kann. Wie sonst ist der geringe Output zu Beginn des neuen Jahrtausends zu erklären? Selbst Disney und sein Distributionsarm Buena Vista erklärten 1998 ihre Absicht, den Output von fast jährlich 40 bis auf 15 Filme [...]

Arbeit zitieren:
Tschütscher, Dominik Januar 2002: Ein neues New Hollywood?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
US-Kino, Filmökonomie, Filmgeschichte

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