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Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU und Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges an einem Fallbeispiel in prototypischer Realisierung auf Excel Basis

Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU und Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges an einem Fallbeispiel in prototypischer Realisierung auf Excel Basis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Orlando Marin
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 810,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9870-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9870-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9870-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Marin, Orlando August 2006: Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU und Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges an einem Fallbeispiel in prototypischer Realisierung auf Excel Basis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: BWA, Bilanzanalyse, Risikomanagement, Unternehmenssteuerung, Finanzplanung

Diplomarbeit von Orlando Marin

Einleitung:

Der Markt für Steuerberatung boomt, gleichzeitig ist die die Attraktivität des steuerberatenden Berufs ungebrochen. So ist die Anzahl der zugelassenen Steuerberater in Deutschland im vergangenen Jahr erneut. So verzeichneten die 21 deutschen Steuerberaterkammern zum 1.1.2006 insgesamt 79.110 Mitglieder. Gegenüber der Vorjahreszahl von 77.020 zugelassenen Steuerberatern entspricht dies einem Anstieg um 2,71 Prozent.

Das Berufsbild des Steuerberaters ist seit einigen Jahren einem deutlichen Wandel ausgesetzt. Strukturell manifestiert sich dieser Wandel durch die Zusammensetzung der Branche. Denn während die Zahl der Steuerberaterpraxen im vergangenen Jahr um 1,80 Prozent auf 45.665 gestiegen ist, verzeichneten insbesondere die Steuerberatungsgesellschaften mit einer Steigerungsrate von 2,84 Prozent ein deutliches Wachstum. Insgesamt machen sie mittlerweile mit 7.129 einen Anteil von 15,61 Prozent der Gesamtpraxen aus. Darüber hinaus drückte sich der Wandel vornehmlich darin aus, dass sich die der Tätigkeitsbereich der Steuerberater immer mehr von den im Steuerberatungsgesetz (StBerG) und der dazugehörigen Durchführungsverordnung geregelten Inhalten der Tätigkeit entfernt. So beschreibt § 33 StBerG diese Inhalte wie folgt: „Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften haben die Aufgabe, im Rahmen ihres Auftrags ihre Auftraggeber in Steuersachen zu beraten, sie zu vertreten und ihnen bei der Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten und bei der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten Hilfe zu leisten. Dazu gehören auch die Hilfeleistung in Steuerstrafsachen und in Bußgeldsachen wegen einer Steuerordnungswidrigkeit sowie die Hilfeleistung bei der Erfüllung von Buchführungspflichten, die auf Grund von Steuergesetzen bestehen, insbesondere die Aufstellung von Steuerbilanzen und deren steuerrechtliche Beurteilung“.

Allerdings sind die Steuerberater immer mehr gezwungen, von ihrer angestammten Dienstleistung, der Erstellung der Steueranmeldung und der Erstellung der Finanzbuchhaltung auf Beratungsdienstleistungen überzugehen, die insgesamt als betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung beschrieben werden können. Nach DUESING/BLUM lässt sich diese Entwicklung auf die folgenden beiden Ursachen zurückführen: „Die Zahl der potenziellen Auftraggeber vor allem im Bereich Handel und Handwerk ist spürbar rückläufig. Jedes leer stehende Ladenlokal ist ein potenzieller Auftraggeber weniger. Viele mittelständische Unternehmen verfügen zwischenzeitlich über eigene Softwaresysteme, um die Finanzbuchhaltung, zum Teil auch die Lohnbuchhaltung, selbst erstellen zu können.“ Ein herausragender Einfluss kommt diesbezüglich den Softwareprogrammen zu, die eine integrierte Finanzbuchhaltung mit der Möglichkeit von betriebswirtschaftlichen Auswertungen bieten. Schließlich war dieser Bereich bislang eine Domäne der Steuerberater, die insbesondere mit der DATEV-Software für steuerberatende Berufe über eine proprietäre Softwarelösung verfügten, die zu einer Quasi-Abhängigkeit des Unternehmens von seinem Steuerberater führte, da eine Anschaffung der DATEV-Software ohne die Mandantschaft bei einem Steuerberater nicht möglich ist. Zwar hat die 1966 gegründete DATEV eG in Nürnberg mit derzeit etwa 39.000 Mitgliedern, rund 5.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 581 Millionen Euro im Jahr 2005 eine führende Position auf dem Softwaremarkt inne, doch haben die Veränderungen des wirtschaftlichen und informationstechnischen Umfelds zur einer Erhöhung der Wettbewerbsintensität geführt. Aus diesem Grund hat DATEV sein Leistungsspektrum von den ursprünglichen Kernbereichen Steuern und Rechnungswesen um die Bereiche Rechnungswesen, betriebswirtschaftliche Beratung, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Organisation und Planung erweitert.

Diese Neuorientierung seitens der DATEV bietet auch für den Steuerberater die Möglichkeit, sein Dienstleistungsangebot neu zu formulieren. So ist es mittlerweile erklärtes Ziel der DATEV, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und Steuerberater durch Aufteilung und Verzahnung der Arbeitsprozesse zu verbessern, so dass deutliche Synergieeffekte realisiert werden können. Ziel ist es, die DATEV-Software bei der Zusammenarbeit in den Mittelpunkt zu stellen und somit das Marktpotential für DATEV weitgehend auszuschöpfen. Problematisch ist diese Entwicklung allerdings für den Steuerberater, da DATEV mittlerweile versucht, die Software direkt den Unternehmen anzubieten, ohne dass Erwerb und Nutzung an die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater gekoppelt wäre. Der Vorteil einer solchen Inhouse-Lösung besteht neben den geringeren Kosten in der Verfügbarkeit der Belege, die nicht mehr zum Steuerberater transportiert werden müssen.

Die beschriebenen Entwicklungen haben zur Folge, dass der Steuerberater der Zukunft, den angestammten Tätigkeitsschwerpunkt Steuersachen erweitern muss um die betriebswirtschaftliche Beratung anhand von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), Bilanzanalyse, Existenzgründung, Finanzplanung und der nach Basel II unerlässlichen Beratung beim Kreditrating.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es damit, ein Konzept zu entwickeln, das es erlaubt, die notwendige Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in kleinen und mittleren Unternehmen (KWU) zu realisieren. Darüber hinaus soll ansatzweise anhand eines Fallbeispiels verdeutlicht werden, wie ein solches Konzept auf Excel Basis umgesetzt werden könnte. Da ein solcher Vergleich nicht ohne Zugrundelegung einer Software möglich ist, soll aufgrund ihrer Verbreitung die o.g. DATEV-Software in die Argumentation einbezogen werden. Allerdings kann im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht tiefer auf softwaretechnische Fragestellungen eingegangen werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU zu analysieren und deren prototypische Realisierung auf Excel Basis zu skizzieren. Dabei sind nicht nur theoretische, sondern auch praktische Probleme zutage getreten, die jedoch mit einem Tool auf Excel-Basis grundsätzlich lösbar sind. Auf jeden Fall konnte gezeigt werden, dass es sich für den Steuerberater und seine Mandanten lohnt, entsprechende Investitionen in die Entwicklung zu tätigen, da mit einem solchen Tool sich für KMU eine konkrete ziel- und zukunftsorientierte Planung und Kontrolle eröffnet, die in Zukunft ein einheitliches Controlling und Steuerung in KMU ermöglichen kann. Im Zuge der Bearbeitung wurde deutlich, welche Handlungsoptionen und Elemente sich zu einer Verbesserung des Managements in KMU anbieten.

Insgesamt ist klar geworden, dass der Steuerberater der Zukunft, seinen Tätigkeitsschwerpunkt Steuersachen erweitern muss um die betriebswirtschaftliche Beratung anhand von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), Bilanzanalyse, Existenzgründung, Finanzplanung und der nach Basel II unerlässlichen Beratung beim Kreditrating. Gerade das Rating wird in Hinblick auf Basel II in Zukunft ein wichtiges, wachstumsstarkes Marktsegment darstellen, das sich die Steuerberater nicht entgehen lassen sollten.

Deutlich wird das Hinterherhinken der Steuerberater, wenn man die Ergebnisse der im Rahmen der vorliegenden Arbeit durchgeführten Befragung von Unternehmen vor Augen hält. Zwar werden die genannten Aufgaben von den Unternehmen als grundsätzlich ausgliederbar angesehen, allerdings gilt dies nicht für eine Ausgliederung der Aufgaben der Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsprüfungen und insbesondere die Kreditprüfung- und Verhandlung, die von den Unternehmen dem Steuerberater nur in geringerem Ausmaße zugetraut wird als anderen Beratern. In Bezug auf die Kreditprüfung- und Verhandlung ist zudem ein großer Teil der Zustimmung nur als teilweise Zustimmung gegeben wurde. Hier gilt es seitens der Steuerberater, noch stärker als bisher auf die fachspezifische Kompetenz hinzuweisen, da gemäß der Befragungsergebnisse der Zugriff auf externes Know-how den ausschlaggebenden Faktor für die Auslagerungsentscheidung darstellt. Gleichzeitig sollten ist den Steuerberatern zu empfehlen, im Rahmen der Beratung stärker als bisher auf die Beratungskapazität, der Kostenplanung und die Orientierung an der übergeordneten Zielsetzung zu achten.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 4
2. Rechnungswesengestützte Beratungsansätze 5
2.1 Aufgaben und Funktionen des Rechnungswesens 5
2.2 Instrumente der Unternehmenssteuerung 13
2.2.1 Kostenrechnung 13
2.2.2 Investitionsrechnung 14
2.2.3 Liquiditätsrechnung 16
2.3 Controlling mit Kennzahlen 17
3. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 22
3.1 Charakteristika von KMU 22
3.2 Typische Probleme von KMU 25
3.3 Ausgestaltung der Controllingfunktion in KMU 29
3.4 Wandel der Rolle des Steuerberaters bei KMU 31
4. Entwicklung eines integrierten Beratungsansatzes 34
4.1 Darstellung der Ausgangssituation 34
4.2 Informationsbedarf von KMU - Ergebnisse einer empirischen Erhebung 38
4.2.1 Methodik und Forschungsdesign 38
4.2.2 Fragebogen 38
4.2.3 Stichprobe 39
4.2.4 Untersuchungsprozess 41
4.2.5 Statistische Auswertung 42
4.2.5.1 Einführung in erste Ergebnisse 42
4.2.5.2 Entwicklung und Diskussion weiterer Hypothesen 45
4.3 Potentielle Schwerpunkte einer Beratung 51
4.3.1 Betriebswirtschaftliche Auswertung 51
4.3.2 Bilanzanalyse 56
4.3.3 Existenzgründung 64
4.3.4 Finanzplanung 68
4.4 Integration 69
4.4.1 Datenverknüpfung zu Kennzahlensystemen 69
4.4.2 Integriertes Risikomanagement 72
5. Zusammenfassung 74
Anhang 1 Fragebogen 76
Anhang 2 Deskriptive Statistik 80
Anhang 3 Bezüge zwischen Frage 2a und Frage 8b 93
Anhang 4 Bezüge zwischen Frage 2b und Frage 8a 96
Anhang 5 Bezüge zwischen Frage 2b und Frage 9 101
Anhang 6 Bezüge zwischen Frage 3a und Frage 8a 110
Anhang 7 Bezüge zwischen Frage 3a und Frage 8b 112
Literaturverzeichnis 114
Eidesstattliche Versicherung 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ziel des folgenden Abschnitts ist es, einen integrierten Beratungsansatz für Steuerberater zu entwickeln und gleichzeitig die Anforderungen für ein EDV-basiertes Planungsprogramm – auf DATEV-Basis oder anderer Softwaregruppen – zu skizzieren. Dabei ist zu beachten, dass alle gemachten Überlegungen und Ansätze vor dem Hintergrund der Besonderheiten von KMU erfolgen. Dies ist vor allem im Kontext mit der zugrunde gelegten Literatur relevant, die sich doch meist an den Erfordernissen von Großunternehmen orientiert. Die vor diesem Hintergrund erforderlichen Anpassungen und Änderungen führen dazu, dass die in der Literatur bekannten Ansätze bei den hier betrachteten KMUs nicht oder nur eingeschränkt anwendbar sind. Die nachfolgenden Darstellungen verstehen sich als ein Mix aus drei verschiedenen Argumentationssträngen. Zum einen sollen die theoretischen Grundlagen des Beratungsansatzes und eines unterstützenden Software-Tools erarbeitet werden, um den praktischen Spielraum für dessen Einsatz zu erörtern. Dies geschieht durch eine mehrstufige Vorgehensweise. Zunächst soll die Ausgangssituation dargestellt werden, wobei insbesondere auf die Softwareproblematik eingegangen werden soll. Anschließend werden die Ergebnisse einer empirischen Befragung vorgestellt, um auf dieser Grundlage ein konkretes Anforderungsprofil für das Tool abzuleiten. Drittens ist dann auf die betriebswirtschaftlichen Inhalte einzugehen und wie diese durch das zu verwendende Tool EDV-technisch erstellt werden können. [...]

ermitteln, inwiefern die Kriterien in das Ratingergebnis einfließen.103 Aus diesem Grund ist es ratsam, wenn Steuerberater ihren Kunden ein Vorabrating anraten, um mögliche Schwachstellen im Betrieb zu finden und gegebenenfalls auszubessern. Hinzu kommt das Finden und Ausbauen von Stärken des Unternehmens, die so noch nicht genutzt wurden, damit im Verlauf des Ratingprozesses ein möglichst günstigerer Wert erreicht werden kann.104 Um KMU optimal im Zuge eines Ratings darzustellen, ist es Aufgabe des Steuerberaters, diese Notwendigkeit seinen Mandaten nicht nur für die Zukunft des Unternehmens zeitnah und glaubhaft zu vermitteln. Hinsichtlich Basel II besteht ein großes Informationsgefälle; die mittelständischen Unternehmen sind kaum bis gar nicht informiert und neigen daher dazu, das Thema nicht (ausreichend) zu beachten. Hier ist daher der Steuerberater gefragt. Er hilft bei den nötigen Vorbereitungen für das bevorstehende Rating in steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Nur mit diesem Gesamtleistungspaket besteht für den Steuerberater auch die Chance, neben der Erstellung des Jahresabschlusses auch mit einer betriebswirtschaftlichen Konsultation beauftragt zu werden, denn viele mittelständische Unternehmen legen großen Wert darauf, wenn der Steuerberater zusätzlich aktiv beratend an ihrer Gewinnerzielungsabsicht teilnimmt. Die umfassenden Aufgaben des Steuerberaters innerhalb der Vorbereitung hin zu einem Ratingprozess bestehen darin, etwaige Schwachstellen unter anderem in den Bereichen Unternehmensführung oder Controlling aufzudecken und zu beheben. Daher kann es wertvoll sein, wenn sich einige Mitarbeiter der Steuerberatungskanzlei auf das Thema Rating spezialisieren, um einen umfassenden Einblick zu erhalten. Hierzu bieten einige Industrie- und Handelskammern bereits spezielle Seminare mit einem möglichen Abschluss zum „IHK Rating-Advisor“ an. Entschließt sich eine Steuerberatungskanzlei dazu, keine Ratingberatung in ihr Beratungsangebot aufzunehmen, kann es zum Verlust von Mandanten kommen, die ein Gesamtberatungspaket wünschen. Je intensiver sich eine Kanzlei daher in das Thema Rating einarbeitet, desto mehr kann ein Mandat ausgebaut werden. Ist die direkte Leistung einer Ratingberatung nicht möglich, so kann es auch für den Steuerberater von Vorteil sein, etwaige Kooperationen mit spezialisierten Kanzleien einzugehen. Als Motivation dafür, Ratingvorbereitungen anzubieten, kann [...]

angeführt; dieser regelt unter anderem, dass die Zulassung für eine Steuerberatungsprüfung erst dann erfolgen kann, wenn ein rechts- oder wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert wurde sowie zudem eine Berufspraxis von mindestens 2 Jahren vorgewiesen werden kann.97 Im Zuge der Steuerberaterprüfung werden neben rechtlichen und steuerlichen Aspekten zu dem ebenso betriebswirtschaftliche Kenntnisse und auch Teile aus der Volkswirtschaft und dem Rechnungswesen geprüft.98 Abgesehen von der Berufsordnung der Steuerberaterkammer unterliegen Steuerberater zudem der Verpflichtung, „sich in dem Umfang fortzubilden, wie dies zur Sicherung und Weiterentwicklung der für ihre berufliche Tätigkeit erforderlichen Sachkunde notwendig ist“99. Daher sind die Berechtigung und die erforderliche Qualifikation eines Steuerberaters, als RatingAdvisor zu fungieren, gegeben.100 Der Steuerberater ist hierfür bestens prädestiniert, da er in die Interna des Unternehmens miteinbezogen ist und eventuelle Schwachstellen und Krisen erkennen und entsprechend gegensteuern können. Dies ist für einen Kreditgeber im Zuge des Ratingprozesses von großem Interesse, da er einschätzt, inwiefern das Unternehmen fähig ist, bei etwaigen Engpässen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.101 Für die Möglichkeit der Fremdkapitalaufnahme von KMU spielt zunächst einmal natürlich die Auswahl der „richtigen“ Bank eine besondere Rolle. Denn ob ein Kreditinstitut für ein Unternehmen die passenden Konditionen bereithält und diesem vor dem Hintergrund von Basel II einen Kredit gewähren wird, muss anhand des Vergleiches der einzelnen von den Banken praktizierten Ratingverfahren ermittelt werden.102 An dieser Stelle kommt der Steuerberater ins Spiel: Die Steuerberater müssen sich für diesen Prozess umfassende Informationen über die einzelnen Verfahren einholen. Bei einem Vergleich einzelner Verfahren ist darauf zu achten, ob innerhalb des Ratings Kriterien von Bedeutung sind, in diesen das Unternehmen Stärken vorzuweisen hat und anschließend muss eine Analyse der Bewertungsmaßstäbe durchgeführt werden. Abschließend ist zu [...]

Arbeit zitieren:
Marin, Orlando August 2006: Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU und Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges an einem Fallbeispiel in prototypischer Realisierung auf Excel Basis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
BWA, Bilanzanalyse, Risikomanagement, Unternehmenssteuerung, Finanzplanung

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