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Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital und die Selektion für Projektnetzwerke

Zur Koordination internationaler Koproduktionen

Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital und die Selektion für Projektnetzwerke
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Volker Hempfling
  • Abgabedatum: März 2001
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 969,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4893-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4893-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4893-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hempfling, Volker März 2001: Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital und die Selektion für Projektnetzwerke, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Film, Soziales Kapital, Projektmanagement, Fernsehen, Medien

Diplomarbeit von Volker Hempfling

Einleitung:

In der modernen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft ist eine zunehmende „Projektisierung“ der Leistungserstellung zu beobachten. Vor diesem Hintergrund erfährt auch die Forschung zu Unternehmungsnetzwerken, als eine traditionelle und zugleich moderne Form der Organisation ökonomischer Aktivitäten, zunehmend Aufmerksamkeit.

Als wegweisend kann hierbei die Entwicklung in der Medienindustrie betrachtet werden. Insbesondere der Bereich der audiovisuellen Medien bzw. die hiermit verbundene Organisation der Content-Produktion, kann als Beispiel einer sehr dynamischen und von Komplexität gekennzeichneten Branche gelten, die sich im Besonderen dazu eignet, der Frage nach dem Management von Unternehmungsvernetzungen nachzugehen. Von wesentlicher Bedeutung ist hierbei, wie in derartig „flüchtigen“ Projektnetzwerken trotz der hohen Fluktuation der Netzwerkteilnehmer und dem Mangel langfristig stabiler Beziehungen eine effiziente Leistungserstellung gewährleistet werden kann.

Am Beispiel internationaler Koproduktionen soll im Rahmen dieser Arbeit auf dem Weg einer durch empirische Erhebung unterstützten qualitativen Netzwerkanalyse der Blick auf das Phänomen gleichzeitig projektbezogener wie projektübergreifender Kooperation geschärft werden. Das Ziel liegt in einem sozialtheoretisch formulierten Verständnis der Koordinierung internationaler Projektnetzwerke unter Rückgriff auf ein Konstrukt, dass mit dem Begriff „soziales Kapital“ umschrieben wird und sich im Allgemeinen mit der Bedeutung von Beziehungen als eine Ressource für soziales Handeln beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
A. Einleitung 1
B. Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital 4
1. Netzwerke als Sets sozialer Beziehungen 5
1.1 Die relationale Einbettung 7
1.2 Die strukturelle Einbettung 8
2. Die Metapher von sozialem Kapital 9
3. Netzwerkgeschlossenheit als soziales Kapital 11
4. Strukturelle Löcher als soziales Kapital 13
4.1 Ein alternatives Verständnis von sozialem Kapital 13
4.2 Informationen und Redundanz 14
4.3 Steuerung und der Tertius gaudens 18
4.4 Unternehmungsnetzwerke und strukturelle Autonomie 20
5. Struktur und Strategie 21
5.1 Effizienz als Selektionskriterium 22
5.2 Effektivität als Selektionskriterium 23
C. Programmbeschaffung und Programmproduktion 24
1. Der Programm-Markt 25
1.1 Zur Ökonomie des Programm-Marktes 25
1.2 Programm als Investitionsgut 27
1.3 Die Situation auf dem Rechte-Markt vor dem Hintergrund wachsenden Programmbedarfs 28
2. Determinanten und Struktur des TV-Produktionsmarktes 31
2.1 Die Programmveranstalter – die unmittelbare Nachfrage 31
2.2 Die Rezipienten – die mittelbare Nachfrage 34
2.3 Die Anbieter – Zwang zur Marktorientierung 36
3. Das Produktionsarrangement der internationalen Koproduktion 40
3.1 Zum Begriff des Produzenten 40
3.2 Die Koproduktion – nur eine Finanzierungsalternative? 41
3.3 Die Koproduktion auf internationaler Ebene 44
3.4 Grundsätzliche Schwierigkeiten bei internationalen Koproduktionen 46
D. Die Netzwerkdimension internationaler Koproduktionen und die Implikationen reflexiver Selektion 48
1. Arbeitsteilung und flexible Spezialisierung in internationalen Koproduktionen 50
2. Das Projekt als Organisationsform der internationalen Koproduktion 53
3. Zum Begriff des internationalen Projektnetzwerkes 56
3.1 Organisationales Feld und Sphären in internationalen Projektnetzwerken 59
3.2 Das projektbezogene Netzwerk 61
3.3 Organisation internationaler Projektnetzwerke 64
4. Internationale Koproduktionen als Ausdruck kollektiver Strategien 67
5. Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital und die Selektion für internationale Koproduktionen 73
5.1 Handlungs- und Wirkungsfeld eines Koproduzenten 75
5.2 Internationale Projektnetzwerke und Informationen 80
5.3 Das optimierte Projektnetzwerk 83
5.3.1 Strukturelle Löcher in internationalen Projektnetzwerken 83
5.3.2 Das effizient-effektive Netzwerk eines Produzenten 86
6. Die Wettbewerbsvorteile optimierter Projektnetzwerke 89
6.1 Ressourcensicherung und Marktzugang 89
6.2 Informationsasymmetrie und Steuerung 94
E. Schlussbetrachtung und Ausblick 96
1. Zum Verhältnis von Autonomie und Abhängigkeit 99
2. Der kontingente Wert von sozialem Kapital 100
Literaturverzeichnis 102
Quellenverzeichnis 112
Anhang 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

hingehen, dass „in ersteren die Beziehungen durch personale Akteure mittels ‚facework’ entwickelt und ausnahmslos personalen Akteuren zugerechnet werden“ (Sydow et al. 1995: 66). Giddens zufolge variiert die zeitlich-räumliche Ausdehnung sozialer Systeme und der Grad an ihrer Systemhaftigkeit (Enge der Kopplung der Systemelemente, Durchlässigkeit der Systemgrenzen) hinsichtlich sozialer Beziehungen und sozialer Interaktionen. So gilt eine soziale Beziehung, im Sinne eines Strukturmerkmals eines sozialen Systems, als „any tie that establishes some kind of bond between individuals or groups (...), while social interaction refers to direct interchanges between them, whether face-to-face or mediated by other forms of communication“ (Giddens 1979: 117). Der Begriff der Beziehung ist in Anlehnung an Giddens allerdings scharf von dem der Interaktion zu trennen – wobei sich eine Wechselwirkung der beiden Begrifflichkeiten nicht ausschließt. wo eine Beziehung besteht, lässt dies noch nicht auf eine Interaktion schließen; eine Interaktion setzt aber stets eine Beziehung, im Sinne einer Verbindung zwischen Akteuren, voraus. Entsprechend soll sich eine Dimension des Begriffes „Projektnetzwerk“ auf mehr oder weniger konkret ausgebildete Netzwerke beziehen, die auf ökonomischen Transaktionen beruhen, „in denen Akteure über einen längeren Zeitraum Leistungen gegen Gegenleistungen (zumeist in Geldform) über Organisationsgrenzen hinweg austauschen und deren Abwicklung auf Seiten der Transaktionspartner ein bestimmtes, transaktionsspezifisches Set von Regeln und Ressourcen (...) voraussetzt“ (Sydow et al. 1995: 63). Der in dieser Arbeit Verwendung findende Begriff des Projektnetzwerkes bezieht sich auf ein solches, nicht nur durch geschäftliche Beziehungen, sondern auch durch soziale Interaktionen geprägtes Netzwerk. Davon abgegrenzt werden soll das organisationale Feld aus welchem sich ein projektbezogenes Netzwerk zu konstituiert vermag, sowie, um dem internationalen Kontext gerecht zu werden, eine Sphäre, die sich auf das Handlungsfeld eines nationalen Produzenten bezieht. 3.1 Organisationales Feld und Sphären in internationalen Projektnetzwerken [...]

„Man muss ‚hybridfähig’ sein. Mein Partner kann nicht der genialste französische Regisseur sein. Denn dieser macht geniale französische Filme, aber keine genialen Hybriden. Es muss jemand sein, der ‚hybrid’ arbeiten kann. Das heißt, er muss akzeptieren, für verschiedene Märkte etwas herzustellen, was bedeutet, nicht nur in eine Richtung laufen zu können. Diese Kriterien gelten aber auch für den nationalen Produzenten, denn möglicherweise ist man selbst kein geeigneter Partner für eine Koproduktion, da man unter Umständen der Meinung ist, das Produkt in einer speziellen Art und Weise für den deutschen Markt zu benötigen. Man muss sich vorstellen können, ein Produkt zu generieren, das nicht zu 100% für den deutschen Markt stimmt, sondern vielleicht nur zu 80% und deshalb auch weniger erfolgreich bzw. schwieriger zu vermarkten ist. Das Gleiche erwarte ich von [...]

Im Gegensatz zu nationalen Produktionen ist die Koproduktion durch die Kooperation von Produzenten, die auf unterschiedlichen nationalen Märkten agieren, gekennzeichnet. Folglich gilt es als Ziel einer Koproduktion, ein Produkt zu schaffen, welches nicht nur auf einen Markt, sondern auf eine möglichst große Anzahl internationaler Märkte zugeschnitten ist. „Die Witterung für Stoffe und Darsteller, die die Masse der Zuschauer betört und bewegt“ (Iljine/Keil 1997: 14), scheint als maßgebliche Erfolgsgröße zu gelten. Entsprechend besteht nach wie vor eine wesentliche Aufgabe eines Produzenten im creative-packaging, in welchem er für jeden Filmstoff sowohl vor, als auch hinter der Kamera die spezifische Besetzung zusammenstellt, allerdings kann auch der Produzent selbst Teil dieser speziellen Konstellation sein: [...]

Arbeit zitieren:
Hempfling, Volker März 2001: Die Netzwerkstruktur von sozialem Kapital und die Selektion für Projektnetzwerke, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Film, Soziales Kapital, Projektmanagement, Fernsehen, Medien

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