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Netzwerkarchitektur für die postindustrielle Produktion

Aufbau und Betrieb zwischenbetrieblicher Kooperation

Netzwerkarchitektur für die postindustrielle Produktion
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Hamacher
  • Abgabedatum: Dezember 1999
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5100-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5100-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5100-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hamacher, Oliver Dezember 1999: Netzwerkarchitektur für die postindustrielle Produktion, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kooperationen, Unternehmensnetzwerk, Virtuelle Unternehmen, Organisation, Wandel

Diplomarbeit von Oliver Hamacher

Einleitung:

Im heutigen postindustriellen Zeitalter haben die Auswirkungen des vielfach diskutierten Strukturwandels im Zuge der Globalisierung nachhaltigen Einfluss auf produktionstechnische Unternehmen. Der vereinfachte Zugang internationaler Märkte eröffnet den Unternehmen ein chancenreiches Absatzpotential, sorgt aber gleichzeitig für einen enormen Kostendruck durch die zunehmende Anzahl an Wettbewerbern. Zudem verlangt die heutige Gesellschaft ein Höchstmaß an Individualität der angebotenen Produkte, die durch klassische Produktionsstrategien nicht mehr zu verwirklichen ist. Die Unternehmen sind somit gezwungen, anderweitige Strategien zu verfolgen, um sich von ihren Konkurrenten zu differenzieren. Deshalb wird es in den dynamischen und stark umkämpften Märkten der Zukunft entscheidend sein, neue Marktbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und möglichst schnell in kundenindividuelle Systemlösungen umzusetzen.

Im Rahmen dieser Arbeit wird daher ein Konzept für den strategischen Aufbau und Betrieb einer kundennutzenbasierten Netzwerkarchitektur entwickelt. Sie vereint in idealer Weise die Synergieeffekte großer Organisationen mit der Wandlungsfähigkeit kleiner Einheiten und bietet somit insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Der besondere Kundennutzen dieser Mehrwertnetzwerke entsteht durch die Bündelung komplementärer Kernkompetenzen, die mit dem Aufbau einer Know-how-Plattform die Entwicklung eines hybriden Angebots von Produkten und Dienstleistungen mit einem einzigartigen Mehrwert für den Kunden ermöglichen. Dazu werden zunächst die Anforderungen zur Realisierung eines Kooperationsvorhabens und die Besonderheiten von Unternehmensnetzwerken dargestellt. Daraus abgeleitet werden die notwendigen Schritte zum Aufbau und Betrieb eines Mehrwertnetzwerks beschrieben - von der Auswahl der Partner, über anfallende Aufgaben und daraus abgeleitete Rollen zum Betrieb des Netzwerks, bis hin zur strategischen Ausrichtung der Netzwerkarchitektur. Abschließend werden die Erfahrungen in den einzelnen Entstehungsphasen eines im Aufbau befindlichen Mehrwertnetzwerks von KMU geschildert. Gleichzeitig eröffnet sich damit ein zusätzliches Aufgabenfeld für die Fabrikplanung, die durch die Konfiguration und Pflege der Netzwerkarchitektur eine auf die strategische Zielsetzung der Kooperation ausgerichtete unternehmensübergreifende Fabrikstruktur sicherstellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Bedeutungswandel der Fabrikplanung 1
1.2 Fabrikplanung in dezentralen Strukturen 2
1.3 Netzwerkarchitektur als evolutionäre Weiterentwicklung der Fabrikplanung 4
1.4 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 6
2. Produzieren in postindustriellen Gesellschaften 9
2.1 Wandel der Rahmenbedingungen produzierender Unternehmen 9
2.1.1 Technologie 10
2.1.2 Wirtschaft 14
2.1.3 Gesellschaft 15
2.1.4 Politik 16
2.1.5 Umwelt 17
2.2 Aufbruch zu neuen Wettbewerbsstrategien 18
2.2.1 Ansätze der Natur 18
2.2.2 Ansätze der Wirtschaft 19
2.2.3 Wachstum durch Individualität 21
2.2.4 Individualität durch Differenzierung 24
2.2.5 Verknüpfung von Produkt und Dienstleistung 25
2.3 Anforderungen an neuartige Produktionsstrukturen 26
2.3.1 Differenzierung durch Wandlungsfähigkeit 27
2.3.2 Wandlungsfähigkeit durch Kooperation 28
2.3.3 Erschließung neuer Marktfelder durch Lern- und Innovationsfähigkeit 29
2.3.4 Neuartige Unternehmensformen 31
2.3.5 Die Fabrik der Zukunft in Szenarien vorausdenken 34
3. Entstehung und Durchführung von Kooperationen 39
3.1 Städte als Resultat frühzeitlicher Kooperationsbestrebungen 39
3.2 Motive und Ziele einer Kooperation 40
3.3 Formen und Grundtypen der Kooperation 42
3.4 Chancen und Risiken von Kooperationen 45
3.5 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation 47
3.5.1 Personelle Voraussetzungen für Kooperationen 48
3.5.2 Betriebliche Voraussetzungen für Kooperationen 48
3.5.3 Unternehmensübergreifende Voraussetzungen für Kooperationen 50
3.6 Zentrale Aspekte bei der Anbahnung und Umsetzung von Kooperationen 51
3.6.1 Analyse der eigenen Stärken und Schwächen 52
3.6.2 Partnerwahl 52
3.6.3 Kooperationsvertrag 53
3.6.4 Kooperationsmanagement 54
3.7 Fazit 55
4. Unternehmensnetzwerke als wandlungsfähige und robuste Kooperationsplattform 57
4.1 Merkmale wandlungsfähiger Strukturen 57
4.2 Merkmale robuster Strukturen 57
4.3 Merkmale von Unternehmensnetzwerken 58
4.4 Entstehung von Unternehmensnetzwerken 61
4.5 Netzwerktypen 63
4.5.1 Strategisches Netzwerk 64
4.5.2 Virtuelle Unternehmung 65
4.5.3 Regionales Netzwerk 66
4.5.4 Operatives Netzwerk 66
4.6 Kooperationsbörsen als Kommunikationsplattform 67
4.7 Potentiale der Wandlungsfähigkeit im Unternehmensnetzwerk 68
4.7.1 Interne Wandlungsfähigkeit 69
4.7.2 Externe Wandlungsfähigkeit 71
4.7.3 Hemmnisse und Befähiger des Wandels 75
4.8 Beispiele erfolgreich agierender Unternehmensnetzwerke 79
4.8.1 Netzwerke als Managementinstrument - Lewis Galoob Toys Inc. 79
4.8.2 Kompetenzverbund im Bereich IT - The Virtual Company 80
4.8.3 Netzwerk für ein Großprojekt - CargoLifter AG 81
4.8.4 Modulares Produktionsnetzwerk - Micro Compact Car AG 83
4.8.5 Stabile Kooperationsplattform - Virtuelle Fabrik Euregio Bodensee 84
5. Beschreibungssystematik für den Aufbau und Betrieb von Mehrwertnetzen 87
5.1 Kombination stabiler und dynamischer Strukturen 87
5.2 Merkmale und Potentiale von Mehrwertnetzwerken 89
5.3 Entstehungsphasen eines Mehrwertnetzwerks 91
5.4 Zusammenführung geeigneter Partnerressourcen 93
5.4.1 Definition der Mehrwertidee 94
5.4.2 Ableitung notwendiger Kompetenzen und Kapazitäten 95
5.4.3 Partnersuche und -bewertung 96
5.4.4 Partnerintegration 99
5.5 Zusammenhalt herstellen und „Spielregeln“ festlegen 100
5.6 Aufgaben und Rollen zum Betrieb von Mehrwertnetzwerken 103
5.6.1 Innovator 103
5.6.2 Konfigurator 104
5.6.3 Marktleistungsmanager 105
5.6.4 Moderator 105
5.6.5 Auditor / Controller 105
5.6.6 Mentor 106
5.7 Realisierung einer Systemlösung 106
5.8 Nutzen von Mehrwertnetzwerken 108
5.8.1 Sicht der Partnerunternehmen 108
5.8.2 Sicht der Kunden 111
6. Verifizierung des Ansatzes am Beispiel der „Gruppe XYZ“ 113
6.1 Vision 113
6.2 Projekt „Grobkonzeptionierung“ 114
6.3 Projekt „Potentialanalyse“ 115
6.4 Projekt „Strategische Netzwerkarchitektur“ 116
6.5 Resümee 119
7. Schlussbetrachtung 121
7.1 Zusammenfassung 121
7.2 Ausblick 122
8. Literaturverzeichnis 123
9. Anhang 129

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ein Unternehmensnetzwerk liegt vor, wenn zwischen mehreren rechtlich selbständigen und formal weitgehend unabhängigen Unternehmen eine koordinierte, kooperative und auf die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zielende Zusammenarbeit stattfindet. Die beteiligten, rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist abhängigen Unternehmen verfolgen dabei ein gemeinsames strategisches Ziel. Der Zusammenschluß ist vertragliche geregelt und kann in unterschiedlichen Formen realisiert werden [Bel96]. Unternehmensnetzwerke bestehen aus Einzelunternehmen, die sich durch flexible Verbindungen schnell und aufwandsarm bei wechselnden Anforderungen konfigurieren können. Gleichzeitig besitzt jedes Netzwerk durch seine Knotenpunktarchitektur gewisse Redundanzen, die bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit oder Totalausfall eines oder mehrerer Netzwerkpartner deren Aufgaben übernehmen können. Folglich finden sich die in den vorangehenden Kapiteln dargestellten Eigenschaften wandlungsfähiger und robuster Strukturen auch in Unternehmensnetzwerken wieder. [...]

Kommt es zu einer Veränderung oder dem Ausfall einzelner Strukturkomponenten, so bleibt bei einer robusten Struktur trotzdem die Funktionsfähigkeit insgesamt erhalten. In diesem Fall stellen redundante Komponenten, die in der Lage sind sofort oder nach einer gewissen Umstellungsphase die Aufgaben einer ausgefallenen oder nur noch eingeschränkt funktionsfähigen Komponente zu übernehmen, die Aufgabenerfüllung sicher. Je breiter das mögliche Aufgabenspektrum der einzelnen Komponente ist, desto größer ist ihre Wandlungsfähigkeit und ihr Beitrag zu einer robusten Struktur. Wichtig ist, daß der Ausfall einer Komponente aufgrund des architektonischen Aufbaus nicht zu einem Bruch innerhalb der Struktur führt, der den Zusammenhalt des Ganzen stört. Folglich müssen die Komponenten mehrfach miteinander verknüpft sein, um die Austauschprozesse unabhängig vom Status einzelner Komponenten zu gewährleisten. Zudem wird so die permanente Reorganisation der Struktur und eine neuartige Aufgabenverteilung auf die verschiedenen Komponenten ermöglicht. [...]

Gemeinschaftsunternehmen (Joint-Ventures) lassen viel Raum für eine individuelle Ausgestaltung der Zusammenarbeit. Die erfolgreiche zwischenbetriebliche Kooperation setzt feste Partnerschaften auf Kernkompetenzen konzentrierter Unternehmen und durchgängige Wertschöpfungsketten mit harmonischen Übergängen an Schnittstellen voraus. Gerade diese intensiveren Kooperationen eröffnen realistische Chancen für ein erfolgreiches langfristiges Wachstum. Allerdings bedarf jede Kooperation zu ihrem Gelingen einer gründlichen Vorbereitung, die mit einem nicht unerheblichen Aufwand an Zeit und Kosten verbunden ist. Zur eigentlichen Realisierung und Umsetzung der Kooperation ist eine geeignete Kooperationsplattform notwendig. Diese sollte eine wandlungsfähige und zugleich robuste Struktur besitzen, da die Veränderung der Kooperationsbedingungen durch eine neuartige Strategie oder eine neue Konstellation der Kooperationspartner eine schnelle und aufwandsarme Adaptionsfähigkeit erfordert, ohne dabei die Effizienz bzw. die Funktionsfähigkeit des Netzwerks zu gefährden. [...]

Arbeit zitieren:
Hamacher, Oliver Dezember 1999: Netzwerkarchitektur für die postindustrielle Produktion, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kooperationen, Unternehmensnetzwerk, Virtuelle Unternehmen, Organisation, Wandel

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