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Netzwerk Berlin

Entwicklung eines energiesparenden Konzepts zur Senkung der Betriebskosten des Sozialzentrums

Netzwerk Berlin
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Eike Musall
  • Abgabedatum: September 2007
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 9,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
  • Bibliografie: ca. 36
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3138-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Musall, Eike September 2007: Netzwerk Berlin, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Energieverbrauch, Energiekosten, Sozialzentrum, Betriebskosten, Netzwerk

Bachelorarbeit von Eike Musall

Einleitung:

Bedürftigenorganisationen und Vereine für freiwilliges soziales Engagement erfahren vielerorts großes Interesse und Anerkennung. Eine angemessene finanzielle Unterstützung oder gar Förderung von öffentlicher Seite bleibt jedoch viel zu häufig mit Verweis auf Haushaltslöcher und Kassenknappheit aus.

Gern werden spartanisch, mit einigen Eimern Farbe ‘sanierte’ Räumlichkeiten in leer stehenden Gebäuden zu günstigen oder gar keinen Mietkosten angeboten. Die meist äußerst hohen Betriebs-, Instandhaltungs- und vor allem Energiekosten bleiben dann aber an den Organisationen selbst hängen. Eine Last, die wohl schon so manches Engagement zunichte gemacht bzw. Mittel und Spenden auf falsche Wege geführt haben dürfte.

Hierbei drängen sich durch die aktuellen Diskussionen um Rohstoffknappheit, Klimawandel und Umdenken bei der Energiebereitstellung besonders Gedanken zu Konzepten mit niedrigem Energie- und Betriebskosten auf. Keine Frage, dass schon bald die Energiekosten einen immer größer werdenden Anteil an den gesamten Betriebskosten von Gebäuden unabhängig von ihrer Nutzung haben werden.

Bei dem Entwurf zum Neubau für solche Art von Organisationen, wie im konkreten Fall des Sozial- und Freiwilligenzentrums Netzwerk Berlin, bietet sich daher die Chance, neben reduzierten Realisierungskosten besonders das Thema geringer Betriebskosten in den Blick zu nehmen. Die Betriebskosten zu reduzieren bedeutet Freistellung vermehrter Mittel zur Förderung des sozialen Engagements.

Neben der kostengünstigen Realisierung durch einfache Konstruktion in Stahlbauweise, vorfertigbaren Elementen sowie einer leichten vorgehangenen Hülle mit einer Fassade aus recycelten Off-Set-Druckplatten, könnten auch die innen liegenden aussteifenden Erschließungskerne kostengünstig durch Nutzung von wiederverwerteten Plattenbauelementen aus dem Raum Berlin-Marzahn errichtet werden.

Möglichkeiten zur Senkung der Energie- und damit Betriebskosten werden in der vorliegenden Arbeit anhand des Sozial- und Freiwilligenzentrums Netzwerk Berlin aufgezeigt und verglichen.

Inhaltsverzeichnis:

I Abstract 1
II Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
III Einleitung 7
IV Der Entwurf und sein Umfeld 7
1. Der Ort -südliches Berlin Friedrichshain 7
2. Der Entwurf -Netzwerk Berlin 9
V Betriebskostenanalyse von sozialen u. karitativen Einrichtungen 11
1. Erhebung zu Betriebskosten sozialer Einrichtungen 11
2. Darstellung von Betriebskosten ähnlicher Gebäudetypologien 12
3. Anzunehmende Betriebskosten nach Auswertung über Verbrauchskennwerte 16
VI Ansätze zur Minderung von Betriebskosten 17
1. Allgemeine Abgaben 18
2. Täglicher Betrieb 18
3. Energie 19
Standortanalyse 20
Entwurf und Baukonstruktion 21
Gebäudetechnische Anforderungen der fünf unterschiedlich genutzten Pavillons 23
Energiekennwertdarstellung der verschiedenen Einrichtungen 25
Möglichkeiten des kostenoptimierten Energieeinsatzes 27
Energiebezugs- und Erzeugungsmöglichkeiten für das Netzwerk Berlin 28
Organisatorisches 33
4. Betreibermodelle für das Netzwerk Berlin im Bereich Energie 35
Eigene Bewirtschaftung 36
Contracting 37
facility management 39
public private partnership 40
VII Ein angepasstes Energiekonzept für das Netzwerk Berlin 42
VIII Literaturverzeichnis 54
IX Anhang 56
Anhang 2: Auszug aus den Antwortmails bezüglich der eigenen Erhebung zu Betriebskosten sozialer Einrichtungen 56
Anhang 3: Potenzialdarstellung der Energieeinsparung 60
Generelle Energiebereitstellung 60
Struktur des Endenergieverbrauchs in Deutschland 62
Darstellung des Energieverbrauchs von Gebäuden über den Lebenszyklus 62
Anhang 4: Energiepreisentwicklung der letzten Jahre 64
Anhang 5: Kostenaufstellungen der OSCAR-Studie 64
Anhang 6: Darstellung der bereits bestehenden Fernwärmeleitung 65

Textprobe:

Kapitel VI - 4, Ein angepasstes Energiekonzept für das Netzwerk Berlin:

Nachdem bisher die unterschiedlichen Modelle und Technologien in Bezug auf das Energiekonzept betrachtet und rein sachlich bzw. gegenüberstellend bewertet wurden, erfolgt nun eine Auswahl einer entsprechenden Variante unter Berücksichtigung der anzunehmenden Verbräuche, Aufwendungen und Kosten.

Zur Entwicklung eines ausreichend dimensionierten und trotzdem kostengünstigen Energiekonzepts bedarf es einiger Grundlagen. Als wichtigste Werte sind Heizwärmebedarf, durch den Heiz- bzw. Primärenergiebedarf bestimmt wird und Stromverbrauch sowie Warmwasserverbrauch zu nennen. Erst nach Berechnung dieser Werte kann der tatsächliche Aufwand für Energiebereitstellung und -bezug beziffert werden. Weiter kann bestimmt werden, in welchen Monaten Heizwärme- und in welchen Kühlbedarf besteht. Hierdurch ergeben sich wiederum entsprechende Wärmespitzen im Winter und Nullenergiestunden in Frühjahr oder Herbst.

Da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, diese Werte genau zu berechnen und simulieren oder sie entsprechend auf verschiedene Anlagentechnologien zu beziehen, wird weiterhin mit den Verbrauchskennwerten nach ages bzw. VDI-Richtlinie 3807 gerechnet. Es ist bekannt, dass sich diese Werte auf Bestandsbauten aus den letzten Jahren beziehen und kaum neuere Gebäude nach EnEV berücksichtigen konnten, doch sind sie aussagekräftig genug, um mit ihnen exemplarisch die Wirtschaftlichkeit verschiedener Technologien zur Energiebereitstellung vergleichend aufzuzeigen. Zudem ist erkennbar, dass sich die hier verwendete Erhebung der Verbrauchskennwerte von 2005 zu einer früheren Version von 1999 deutlich verbessert haben und näher an zu erwartenden Werte des Netzwerk Berlin heranrücken.

Durch die Analysen und den Bezug zur Bruttogeschossfläche ergeben sich folgende jährliche Verbrauchswerte:

- Heizwärmebedarf: 1.048448 kWh/a.

- Strombedarf (ohne Hilfsenergien): 369.227 kWh/a.

- Warmwasserbedarf: 3.780.000 l/a.

- Energiebedarf Warmwasser: 157.500 kWh/a.

Auf dieser Basis können nun die unterschiedlichen Systeme dimensioniert, nach Kosten aufgestellt und verglichen werden. Investitionskosten und die jährlichen Betriebs, Unterhaltungs- sowie Energiekosten werden dabei als quantifizierbare Größen vergleichend bewertet, um einen Entscheid über die passendste Kombination von Wärme- und Strombereitstellung herbei zu führen.

Hierzu wurden aus unterschiedlichsten Veröffentlichungen und Quellen Kosten und Preise hinzugezogen. Da diese Quellen teilweise aus dem Wohnungsbau stammen, für weitaus kleinere Verbräuche angegeben sind und nur einen Teil der benötigten Daten darstellen können oder sich auf andere Flächeneinheiten beziehen, sind diese Werte größtenteils um- oder hochgerechnet. Außerdem werden nur vergleichbare und große Kostenfaktoren beachtet. Positionen wie Zählermiete, Genehmigungskosten, Versicherung oder Kaminsäuberung sind ebenso wenig in die Aufstellung eingeflossen wie Energieaufwendungen für Hilfspumpen, Kosten für die Wärmeverteilung und Ähnliches, da davon ausgegangen werden kann, dass diese Komponenten kaum Einfluss auf die Betriebskosten haben bzw. für alle Systeme als vergleichbar angesehen werden.

Entscheidende Positionen sind Investitionskosten, Anschlusskosten, Kosten der Primärenergie, Grundpreise, mögliche Förderungen und Vergütungen sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten. Ein Zinsaufschlag von fünf Prozent ist erst bei Investitionen von über 100.000 Euro hinzugerechnet. Er spiegelt sich jedoch nicht in den Betriebskosten wieder.

In der Betrachtung der Anlagen für die Raumheizung sind auch ergänzende Systeme zur Warmwassererzeugung eingerechnet aber extra aufgeführt. Im Falle der beiden BHKW-Varianten Gas und Holzpellets ist ein Kessel für Wärmebedarfsspitzen als Zusatzsystem aufgeführt. Bei der Wärmepumpe mit Luft/Wasser-System wird eine übliche Arbeitszahl von 3,2 angenommen. Auch hier wird ein zusätzlicher Brennwert-Kessel benötigt um Spitzenlasten ausgleichen zu können. Er übernimmt 40% des Bedarfs. Die Berechnung des Wärmenetzes ist wegen der vielen Einzelkomponenten nicht möglich und wird daher vernachlässigt. Die Deckung des Heizwärmebedarfs durch Solarkollektoren wird ebenfalls nicht berechnet, da nicht angenommen werden kann, dass die Anlage eine ausreichende Leistung erzielt. Hier ist nur der Anteil für Warmwasser aufgezeigt. Dieser könnte lediglich in Kombination mit anderen Systemen zum Tragen kommen.

Für die Versorgung mit elektrischer Energie wird eine vergleichbare Berechnung durchgeführt.

Die Bereitstellung über ein BHKW ist hier noch einmal mit sämtlichen Kosten beschrieben, obwohl diese bei gleichzeitiger Erzeugung von Wärme und Strom bereits unter dem Punkt Raumwärme abgegolten sind. Hiermit wird ein realer Vergleich der unterschiedlichen Systeme ermöglicht.

Die PV-Anlage ist für 2000m² Fläche mit optimaler Neigung von 37,5° berechnet. Hierdurch können zumindest knapp zwei Drittel des benötigten Stroms selbst erzeugt und vergütet werden.

Arbeit zitieren:
Musall, Eike September 2007: Netzwerk Berlin, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Energieverbrauch, Energiekosten, Sozialzentrum, Betriebskosten, Netzwerk

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