Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marc Hollenstein
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 193 Seiten
- Dateigröße: 4,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7910-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7910-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7910-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hollenstein, Marc November 2002: Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Website, User, cognitiv map, räumlich, Verhalten
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Diplomarbeit von Marc Hollenstein
Einleitung:
In dieser Arbeit sollen die beiden Konzepte der kognitiven Landkarten von Lynch und Downs & Stea in Bezug auf ein Hypertextdokument einander gegenübergestellt werden. Wesentliche Kernpunkte die geklärt werden sollen, sind der Zusammenhang von Navigationsverhalten, kognitive Abbildung des Hypertextes und das Lösen virtuell räumlicher Probleme.
Der wesentlichste Unterschied der beiden Konzepte besteht darin, dass Downs & Stea als einziges Kriterium das räumliche Verhalten und Problemlösen sehen, anhand dessen man kognitive Landkarten messen könne. Lynch hingegen hat zur Messung kognitiver Landkarten eine andere Methode angewandt. Er ließ seine Untersuchungspersonen den Aufbau von verschiedensten Städten nachzeichnen. Downs & Stea kritisieren dies, da sie der Ansicht sind, dass es sich dabei um eine andere Fähigkeit handelt, die wesentlich von der Fertigkeit des „Zeichnen Könnens“ abhängig ist, also von einer (fein)motorischen Fertigkeit. Sie begründen das damit, dass es zu großen interindividuellen Unterschieden in der Qualität der Zeichnungen gekommen ist.
Zeglovits (1999) konnte in seiner Diplomarbeit die Existenz kognitiver Landkarten in Hypertextdokumenten nachweisen. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Qualität der kognitiven Landkarten auf das Navigationsverhalten zurückgeführt werden kann. Können bestimmte Elemente der Navigation ausfindig gemacht werden, die als Kriterium zur Erfassung von kognitiven Landkarten geeignet sind? Sind überhaupt Zusammenhänge auffindbar? Kann die Theorie von Lynch oder jene von Downs & Stea das Lösen räumlicher Probleme bzw. die Lösung von Aufgaben (Informationssuche) in einem Hypertextdokument besser erklären?
Dies sind nur einige Fragen, die mit dieser Diplomarbeit geklärt werden sollen. Außerdem wird die Weberfahrung noch als ein weiteres Kriterium herangezogen, da in vergangenen Studium wesentliche Unterschiede zwischen erfahrenen Usern und unerfahrenen Usern nachgewiesen werden konnten. Es scheint auch intuitiv naheliegend, dass Erfahrung – wie in den meisten Lebensbereichen – ein wesentliches Kriterium darstellt.
Zu klären gilt es in dieser Arbeit, welche Elemente der Navigation Rückschlüsse auf die Weberfahrung des Users geben, inwieweit die Erfahrung auf die qualitative Ausbildung von kognitiven Landkarten einwirkt und inwieweit sie zur Lösung räumlicher Probleme zweckdienlich ist. Darüber hinaus werden auch noch Geschlechtsunterschiede untersucht, sowie der Einfluss von Gedächtnis und Raumvorstellung.
Aufbau der Arbeit:
Das folgende Kapitel 2 gibt einen kurzen Überblick über das Gedächtnis. Nur kurz wird auf das Sensorische, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis eingegangen. Danach werden noch unterschiedliche Ansätze der Informationsspeicherung im Gehirn behandelt, sowie die Raumvorstellung.
In Kapitel 3 wird dann Grundlegendes zu den kognitiven Landkarten vorgestellt. Des weiteren wird auch detailliert auf die beiden Konzepte von Lynch und Downs & Stea eingegangen. Behandelt werden unter anderem noch die medientheoretische Ansätze von Mikunda, sowie weitere Konzepte und Erkenntnisse bezüglich kognitiver Landkarten.
Kapitel 4 handelt von Hypertexten und allgemein vom World Wide Web, kurz WWW. Die Themenbereiche umfassen: die Begriffsbestimmung und Definitionsversuch, struktureller Aufbau von Hypertexten und ihrer Elemente, Navigation und Orientierung im Hypertext, sowie die human factors und bisherige Untersuchungen zu Experten und Novizen im Internet bzw. Hypertextsystemen. Außerdem wird noch kurz auf Browser eingegangen.
Die nachfolgenden Kapitel befassen sich mit dem empirischen Teil der Arbeit: Formulierung der Hypothesen, Methodik, Untersuchungsdesign und Versuchsdurchführung. Kapitel 7 umfasst die statistische Auswertung der Hypothesen und in Kapitel 8 werden die Ergebnisse interpretiert.
Zum Schluss findet sich noch eine Kritik und Anmerkungen zur gesamten Diplomarbeit, sowie eine Zusammenfassung, das Literaturverzeichnis und der Anhang.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Gedächtnis und Raumvorstellung | 4 |
| 2.1 | Sensorische Gedächtnis | 4 |
| 2.2 | Kurzzeitgedächtnis | 5 |
| 2.3 | Langzeitgedächtnis | 5 |
| 2.4 | Informationsrepräsentation im Gedächtnis | 6 |
| 2.5 | Raumvorstellung | 7 |
| 3. | Kognitive Landkarten – cognitive maps | 8 |
| 3.1 | Grundlegendes | 8 |
| 3.1.1 | Indizien für die Existenz kognitiver Karten | 8 |
| 3.1.2 | Realer und kognitiver Raum | 8 |
| 3.1.3 | Fokaler und globaler Raum | 9 |
| 3.1.4 | Virtueller Raum | 9 |
| 3.1.5 | Kognitive Karten im Spielfilm | 9 |
| 3.1.6 | Kognitive Karten im World Wide Web (WWW) | 10 |
| 3.1.7 | Kartenwissen und Straßenwissen | 10 |
| 3.1.8 | Physiologischen Grundlagen | 11 |
| 3.2 | Cognitive maps nach Lynch (1948) | 12 |
| 3.2.1 | Lynchs Untersuchung | 12 |
| 3.2.2 | Elemente von cognitive maps | 12 |
| 3.2.3 | Beziehung zwischen den Elementen | 14 |
| 3.2.4 | Die äußere Gestalt der Stadt | 14 |
| 3.3 | Cognitive maps nach Downs & Stea (1982) | 16 |
| 3.3.1 | Begriffsbestimmung – Kognitives Kartieren und kognitive Karten | 16 |
| 3.3.2 | Haupteigenschaften des kognitiven Kartierens | 17 |
| 3.3.3 | Abbildungen (Repräsentationen) | 19 |
| 3.3.4 | Kognitives Kartieren und räumliches Verhalten | 21 |
| 3.3.5 | Die Lösung räumlicher Probleme | 21 |
| 3.4 | Weitere Konzepte und Erkenntnisse | 24 |
| 3.5 | Medientheoretische Ansatz | 26 |
| 4. | Hypertext im World Wide Web | 28 |
| 4.1 | Definition und Begriffsabgrenzung | 28 |
| 4.2 | Aufbau von Hypertexten | 30 |
| 4.2.1 | Knoten und links | 30 |
| 4.2.2 | Organisationsstruktur von Hypertexten | 32 |
| 4.3 | Navigation und Orientierung | 34 |
| 4.3.1 | Begriffsbestimmung | 35 |
| 4.3.2 | Navigationsstrategien, Navigationsverhalten und „lost-in-hyperspace“ | 37 |
| 4.3.3 | Räumliche Orientierung und Repräsentation | 41 |
| 4.3.4 | Informationszugriff | 44 |
| 4.4 | Human factors und Hypertext | 46 |
| 4.5 | Experten und Novizen | 47 |
| 4.6 | Browser | 49 |
| 5. | Hypothesen und Forschungsfragen | 50 |
| 5.1 | Hypothesen | 51 |
| 5.1.1 | Allgemeine Hypothesen | 51 |
| 5.1.2 | Computer- und Interneterfahrung | 52 |
| 5.1.3 | Kognitive Landkarten – cognitive maps | 54 |
| 5.1.4 | Suchbedingung – Problemlösen | 55 |
| 5.1.5 | Geschlechtsunterschiede | 57 |
| 6. | Methode | 58 |
| 6.1 | Untersuchungsdesign | 58 |
| 6.1.1 | Versuchsplan | 58 |
| 6.1.2 | Aufbau des Experiments | 59 |
| 6.1.3 | Untersuchungsmaterialien | 61 |
| 6.2 | Versuchsdurchführung | 67 |
| 6.2.1 | Voruntersuchung | 67 |
| 6.2.2 | Hauptuntersuchung | 68 |
| 6.2.3 | Probleme | 72 |
| 7. | Ergebnisse | 74 |
| 7.1 | Allgemeine Hypothesen | 74 |
| 7.1.1 | Hypotheseprüfung A (HA) | 74 |
| 7.1.2 | Hypothesenprüfung B (HB) | 75 |
| 7.1.3 | Hypothesenprüfung C (HC) | 76 |
| 7.2 | Interneterfahrung | 77 |
| 7.2.1 | Hypothesenprüfung 1.1 | 77 |
| 7.2.2 | Hypothesenprüfung 1.2 | 78 |
| 7.2.3 | Hypothesenprüfung 1.3 | 78 |
| 7.2.5 | Hypothesenprüfung 2.1 | 79 |
| 7.2.6 | Hypothesenprüfung 2.2a | 80 |
| 7.2.7 | Hypothesenprüfung 2.2b | 80 |
| 7.2.8 | Hypothesenprüfung 2.3a | 81 |
| 7.2.9 | Hypothesenprüfung 2.3b | 82 |
| 7.2.10 | Hypothesenprüfung 2.4 | 83 |
| 7.2.11 | Hypothesenprüfung 2.5 | 84 |
| 7.2.12 | Hypothesenprüfung 3.1 und 3.2 | 84 |
| 7.3 | Kognitive Landkarten – cognitive maps | 86 |
| 7.3.1 | Hypothesenprüfung 4.1. | 86 |
| 7.3.2 | Hypothesenprüfung 4.2. | 87 |
| 7.3.3 | Hypothesenprüfung 4.3a & 4.3b | 87 |
| 7.3.4 | Hypothesenprüfung 4.4 | 88 |
| 7.4 | Suchbedingung – Problemlösen | 89 |
| 7.4.1 | Hypothesenprüfung 5.1a & 5.1b | 89 |
| 7.4.2 | Hypothesenprüfung 5.1c | 90 |
| 7.4.3 | Hypothesenprüfung 5.2a & 5.2b | 91 |
| 7.4.4 | Hypothesenprüfung 5.2c | 92 |
| 7.4.5 | Hypothesenprüfung 6.1a & 6.1b | 94 |
| 7.4.6 | Hypothesenprüfung 6.2c | 95 |
| 7.5 | Geschlechtsunterschiede | 96 |
| 7.5.1 | Hypothesenprüfung G1 | 96 |
| 7.5.2 | Hypothesenprüfung G2 | 96 |
| 7.5.3 | Hypothesenprüfung G3 | 96 |
| 7.5.4 | Hypothesenprüfung G4a & G4b | 97 |
| 7.6 | Kontrollvariablen – LGT-3, 3DW | 98 |
| 7.7 | Übersicht Ergebnisse | 100 |
| 8. | Interpretation | 103 |
| 8.1 | Allgemeines | 103 |
| 8.2 | Interneterfahrung | 103 |
| 8.3 | Navigationsverhalten, Kognitive Landkarten und Suchbedingung | 107 |
| 8.4 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 109 |
| 9. | Kritik und Anmerkungen | 112 |
| 9.1 | Kritik zur Untersuchung | 114 |
| 10. | Zusammenfassung | 116 |
| 10.1 | Inhaltliche Ziele | 116 |
| 10.2 | Forschungsdesign | 117 |
| 10.3 | Ergebnisse | 118 |
| 10.4 | Kritik, Anmerkungen | 119 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 120 |
| 11.1 | Online-Quellen | 123 |
| 12. | Anhang | 124 |
Woodhead (1991) versucht, verschiedene Aspekte der Forschung zur Mensch-MaschineInteraktion auf Hypertexte anzuwenden. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die hohe Anpassungsfähigkeit von Hypertexten. Beim Entwurf von Hypertexten sind verschiedene (konzeptuelle) Modelle zu beachten: • konzeptuelles Modell des Designers, das so realisiert werden muss, dass der Benutzer leicht seine Intentionen verwirklichen kann (durch Berücksichtigung der Erfahrung und Fähigkeiten des Benutzers). • konzeptuelles Modell des Computer-Interfaces: Auf dieser Ebene soll das System an die Fähigkeiten des Benutzers angepasst werden oder diesem genügend Meta-Information (z.B. kontextsensitive Hilfe) zur Verfügung stellen, um Lücken in dessen Wissen zu schließen. • konzeptuelles Modell des Benutzers, das sich aus (1) dessen Weltwissen bzw. kognitivem Bezugssystem, (2) seinem Bild vom konkreten System bzw. anderen Computersystemen und (3) seinem dispositionalem Modell (Ziele bezüglich des konkreten Systems) zusammensetzt. [...]
„Absichtsgedächtnis-Modell“ (Dörner, 1988). Dörner versucht zu klären, wie Wissen zur Verhaltensregulation verwendet wird. Dabei kommt „Absichten“ eine besondere Funktion zu. „Absichten“ bestehen aus unspezifischen Motivationen, aus dem Wissen über die augenblickliche Umgebung (Umgebungsbild) und aus dem Wissen über die Realität und dem Wissen um die Möglichkeiten, sich darin zu bewegen (Realitätswissen). Absichten werden im „Absichtsgedächtnis“ gespeichert. Wird eine Absicht von dort ausgewählt, führt das zu einem Verhalten, das der aktuellen Absicht entspricht. „Netzwerktheorie des Affektes“ (Gilligan & Bower, 1988). Emotionen oder „Stimmungen“ werden als zentrale Einheiten eines semantischen Netzwerkes verstanden, die mit einer Reihe von Ideen, Automatismen, Muskelaktivitäten, etc. verbunden sind. Emotionsgeladenes Wissen wird propositional im semantischen Netzwerk gespeichert. [...]
angebracht, über kognitive Prozesse hinaus „motivationale“ und „emotionale“ Aspekte des Informationszugriffes anzunehmen. In seinem „Netzwerkmodell der Handlungs- und Zielselektion“ geht Kuhl (1983) von der Annahme aus, dass sich motivationale Aspekte im menschlichen Gedächtnis durch eine Reihe von „Relationsknoten“ abbilden lassen. Diese Knoten werden mit den Verbformen „möchte“, „muss“, „kann“ und „will“ bezeichnet. Die „möchte“-Relation betrifft den subjektiven Wert, die „muss“-Relation die soziale Norm, die „kann“-Relation die Erfolgserwartung und die „will“-Relation repräsentiert die Aktivierung des Handlungsentschlusses bezüglich eines Objektes oder eines Ereignisses. Die vier Relationen werden modellhaft als „Propositionen“ dargestellt. „Propositionen“ stellen symbolische Abbildungen dar, die die Beziehung zwischen Begriffen bezeichnen. Jede Proposition besteht aus einem Relationsterm und mehreren Argumenten. „Effizienz-Divergenz in vernetzen Handlungsfeldern“ (Oesterreich, 1986). In diesem Modell wird allgemein Verhalten in Handlungen unterteilt. Zur Erreichung eines zukünftigen Zieles ist eine Abfolge von Handlungen notwendig. Jede Handlung hat dabei Konsequenzen zur Folge: Die Darstellung von Handlungen und den dazugehörigen Konsequenzen in einem zeitlichen Bezugsrahmen wird „Handlungsweg“ genannt. Die Erfolgswahrscheinlichkeit „Wegwahrscheinlichkeit“ – eines Handlungsweges – die sogenannte ergibt sich durch die Multiplikation der einzelnen [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832479107
Arbeit zitieren:
Hollenstein, Marc November 2002: Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Website, User, cognitiv map, räumlich, Verhalten



