Nachhaltiger Tourismus in Spanien
Analyse zur Hotelkette Paradores de Turismo de España S.A.
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carmen Spitzer
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 130 Seiten
- Dateigröße: 484,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7919-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7919-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7919-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Spitzer, Carmen Mai 2003: Nachhaltiger Tourismus in Spanien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nachhaltigkeit, Umweltmanagement, Qualitätstourismus, Kultur, Natur
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Diplomarbeit von Carmen Spitzer
Zusammenfassung:
Der Tourismus gehört zu den wichtigsten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Phänomenen des 20. Jahrhunderts und hat sich im Laufe der letzten 100 Jahre vom Luxusbedürfnis zum Massenbedürfnis entwickelt. Dementsprechend nehmen sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen auf ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Ebene zu. Die spanische Wirtschaft hängt stark von den Einnahmen aus dem Fremdenverkehrssektor ab und wird daher in hohem Maße mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen konfrontiert.
Die vorliegende Arbeit versucht, anhand einer Untersuchung zur Hotelkette der Paradores und zu den politischen Rahmenbedingungen die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung im spanischen Tourismus darzustellen. Hieraus leiten sich die wichtigsten Fragestellungen ab:
- Weshalb ist ein Umdenken in nachhaltige Tourismusformen notwendig?
- Welche Grundlagen bestehen für eine nachhaltige Entwicklung im spanischen Tourismus auf nationaler und internationaler Ebene sowie in der aktuellen Tourismus- und Umweltpolitik?
- Inwieweit harmonisieren die Paradores mit den politischen Richtlinien?
- Welche Möglichkeiten bietet die Hotelkette der Paradores für eine nachhaltige Entwicklung hinsichtlich ökologischer, ökonomischer, soziokultureller und individueller Aspekte?
- Welche Zielkonflikte können zwischen den verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen auftreten?
- Wo liegen die Schlüssel zur Konfliktlösung?
Die Analyse orientiert sich an den Dimensionen einer Nachhaltigkeitsstrategie im Tourismus und an den bisherigen Erkenntnissen über Tourismusformen, die eng mit dem Nachhaltigkeitsgedanken verknüpft sind. Für die Untersuchung wurden zum einen die Pläne der spanischen Tourismus- und Umweltpolitik, Grundlagen zum Schutz von Natur und Kultur und zum anderen das Angebot der Paradores, die aktuelle Unternehmensstrategie, sowie die Entwicklung der Nachfrage ausgewertet.
Aus den Ergebnissen der Untersuchung wurden Lösungsvorschläge zur Realisierung eines nachhaltigen Tourismus ausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Bibliografische Beschreibung und Referat | IV | |
| Vorwort | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| Abbildungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung einschließlich Ziel- und Fragestellung | 1 |
| 2. | Materialgrundlage und methodologisches Vorgehen | 2 |
| 3. | Nachhaltigkeit und Tourismus | 3 |
| 3.1 | Bereichsbestimmung | 3 |
| 3.1.1 | „Nachhaltigkeit“ | 3 |
| 3.1.1.1 | Begriffserläuterung | 3 |
| 3.1.1.2 | Allgemeine Voraussetzungen | 3 |
| 3.1.2 | Dimensionen einer Nachhaltigkeitsstrategie im Tourismus | 4 |
| 3.1.3 | Terminologie | 5 |
| 3.2 | Notwendigkeit nachhaltiger Tourismusformen | 9 |
| 3.2.1 | Ökonomischer und soziokultureller Bereich | 9 |
| 3.2.2 | Ökologischer Bereich | 12 |
| 4. | Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung im spanischen Tourismus | 14 |
| 4.1 | Schutz der Natur und Kultur | 14 |
| 4.1.1 | Internationale Ebene | 14 |
| 4.1.2 | Nationale Ebene | 16 |
| 4.2 | Tourismuspolitik | 17 |
| 4.2.1 | Gesamtplan für Qualität im Fremdenverkehr | 19 |
| 4.2.2 | Qualitätssicherung | 21 |
| 4.3 | Umweltpolitik | 22 |
| 4.3.1 | Historischer Überblick | 22 |
| 4.3.2 | Strategie der Nachhaltigen Entwicklung für Spanien | 24 |
| 4.4 | Nachhaltigkeitsprojekte im spanischen Tourismus | 25 |
| 4.5 | Zwischenfazit | 27 |
| 5. | Einflussgrößen für eine nachhaltige Entwicklung bei den Paradores | 32 |
| 5.1 | Geschichte und Unternehmensphilosophie | 32 |
| 5.2 | Produktgestaltung | 33 |
| 5.2.1 | Geografische Verteilung | 33 |
| 5.2.2 | Hotelkategorie und Ausstattung | 35 |
| 5.2.3 | Kulturtourismus | 38 |
| 5.2.4 | Naturtourismus | 43 |
| 5.2.5 | Sport und Wellness | 46 |
| 5.2.6 | Gastronomie | 49 |
| 5.2.7 | Parador-Routen | 52 |
| 5.2.7.1 | Individuelle Buchung | 52 |
| 5.2.7.2 | Buchung über Ibero Tours | 53 |
| 5.3 | Preisgestaltung | 55 |
| 5.3.1 | Standardpreise | 55 |
| 5.3.2 | Sonderprogramme | 57 |
| 5.4 | Distributions- und Kommunikationspolitik | 59 |
| 5.4.1 | Internetportal | 59 |
| 5.4.2 | Vertretungen im In- und Ausland | 62 |
| 5.5 | Aktuelle Unternehmensstrategie | 64 |
| 5.5.1 | Modernisierungen und Einrichtung neuer Hotels | 65 |
| 5.5.2 | Umweltmanagement | 67 |
| 5.5.3 | Neue Technologien | 70 |
| 5.6 | Entwicklung der Nachfrage | 72 |
| 5.6.1 | Unternehmensergebnisse | 73 |
| 5.6.2 | Wachstumspotenziale | 74 |
| 5.6.3 | Reiseverhalten der Deutschen | 75 |
| 6. | Beispiel: Urlaub im Grünen Spanien | 77 |
| 6.1 | Fall A | 77 |
| 6.2 | Fall B | 78 |
| 6.3 | Auswertung | 80 |
| 7. | Zusammenfassung und Ergebnisse der Arbeit | 83 |
| 8. | Lösungsvorschläge und offene Fragen | 87 |
| Literaturverzeichnis | 89 | |
| Internetquellen | 90 | |
| Weitere Quellen | 91 | |
| Hinweise zu formalen Aspekten | 92 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 93 | |
| Kurzer Lebenslauf | 94 | |
| Anhang | 95 |
Einflussgrößen für eine nachhaltige Entwicklung bei den Paradores Krautarten, Sträucher und Bäume vor. Zwei bis zweieinhalb Stunden werden deshalb für die in 45 Minuten zu bewältigende Strecke empfohlen.154, 155 Die Vorteile des Vertrages mit dem Umweltministerium liegen auf ökonomischer Ebene in der Qualitätsverbesserung, d.h. eine Verbesserung von Einrichtungen und Service. Dies bedeutet, dass der Reisende viele Möglichkeiten hat, die Natur auf bequemeWeise kennenzulernen und sich somit die Attraktivität des jeweiligen Hotels für ihn verbessert. Auch die Nähe und die guten Zugangsmöglichkeiten zu den Parks von den Paradores aus ist ein weitere Verbesserung in der Qualität. Aus ökologischer Sicht ist die Verbindung von mit schon vorhandenen Wegen von Vorteil, da keine neuen Flächen in der Natur erschlossen werden müssen. Des Weiteren sensibilisieren anschaulich vorgeführte Beispiele und gute Informationen über die Charakteristika der jeweiligen Zone den Gast für Umweltund Naturthemen, so dass er angeregt wird, die Umgebung aufmerksamer wahrzunehmen. Die Energiespartipps können manche Gäste dazu anhalten, sich energiebewußter zu verhalten, sind aber keine Garantie dafür, dass sie jeder befolgt. Ein weiterer Ausbau im Bereich des Naturtourismus ist eher kritisch zu betrachten, ausgenommen des ökonomischen Bereichs, der von der Erhöhung der Attraktivität eines Paradors mit Hilfe von Umwelt- und Naturthemen profitiert. Aus ökologischer Sicht führt nämlich eine Erhöhung der Besucherzahlen gleichzeitig zu einer höheren Abgasbelastung, welche nicht nur auf globaler Ebene der Umwelt schadet, sondern zusammen mit einer höheren Lärmbelastung vor allen Dingen das biologische Gleichgewicht in den geschützten Gebieten gefährdet. Des Weiteren ist die Nähe zu National- und Naturparks und deren gute Erreichbarkeit ein Problem, da sich manche Besucher ohne Führung in die Gebiete begeben und nicht respektvoll mit der Umgebung umgehen. So können Tiere durch falsches Füttern, Wegwerfen von Abfällen, Fotografieren mit Blitzlicht oder Lärmen aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht werden. Ebenso ist das Verlassen von Wegen oder das Pflücken von Blumen oder seltenen Pflanzen ökologisch bedenklich. Wenn dies nicht nur in Einzelfällen geschieht, könnte dies zur Zerstörung der geschützten Gebiete führen. Damit wäre dann auch [...]
Einflussgrößen für eine nachhaltige Entwicklung bei den Paradores Einnahmequelle, die Gäste lernen die heimische Flora und Fauna intensiv kennen mit Möglichkeiten zu Rückfragen und außerdem fällt unter Aufsicht das respektvolle Verhalten gegenüber der Natur leichter. Die Paradores in der Region der Extremadura bieten beispielsweise zusammen mit dem Verein für Naturschutz und Ressourcen von Extremadura Ausflüge von jeweils acht Stunden in die „Naturparks Monfragüe“ und „Cornalvo“ für 20 Euro pro Person an. Die Ausflüge finden mit einem qualifizierten Führer und den geeigneten technischen Hilfsmitteln zur Beobachtung von Vöglen statt.150 Im 1979 gegründeten „Naturpark Monfragüe“ überwintern Singvögel, lebt die weltweit größte Mönchsgeierpopulation mit 100 Paaren, ist Brutplatz v.a. für Schmutzgeier, Uhus, Wanderfalken und Schwarzstörche151 und eignet sich deshalb gut, um verschiedene Vogelarten in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Die Paradores haben im Rahmen des Plans zur Nachhaltigen Tourismusentwicklung152 einen Vertrag mit dem Umweltministerium abgeschlossen. Dieser sieht erstens die Schaffung von Infrastrukturen, die das Kennenlernen von geschützten Gebieten erleichtern vor, zweitens die Einrichtung von Wegen zur Verbindung von den Paradores mit schon existierenden Wanderstrecken der Nationalparks, drittens die Einrichtung von Arboreten mit heimischen Baumarten, wobei das Umweltministerium deren Planung, Schutz und Aufrechterhaltung unterstützt, viertens einen Ausbildungsplan für die Mitarbeiter der Paradores zur besseren Information der Kunden über die heimische Flora und Fauna und über Freizeitmöglichkeiten in der Natur und fünftens die Ausarbeitung von Energiespartipps für die Gäste.153 So hat der in 200 m Entfernung vom „Nationalpark Ordesa y Monte Perdido“ in den Pyrenäen gelegene Parador von Bielsa entsprechende Maßnahmen ergriffen. Er richtete den Naturlehrpfad des „Valle de Pineta“ mit Hilfe entsprechender Tafeln ein und ist Herausgeber einer Broschüre mit 30 einheimischen Pflanzenarten. Um keine neuen Wege erschließen zu müssen, schließt sich der Pfad der schon vorhandenen Route an der Klause „Nuestra Señora de la Virgen de Pineta“ an. Der Lehrpfad beginnt mit dem Beispiel einer Esche und einer Ulme und stellt im Verlauf weitere [...]
Neben dem Kulturtourismus spielt auch der Naturtourismus eine große Rolle bei den Paradores. 57 Paradores befinden sich im Grünen und davon liegen 14 Hotels weder in historisch bedeutsamer Umgebung noch an der Küste.146 In der Nähe von fast allen der 13 spanischen Nationalparks und somit in den unterschiedlichsten Naturlandschaften147 befindet sich ein Parador. Mehrere Einrichtungen liegen in direkter Umgebung eines Nationalparks. So ist der Parador von Cañadas del Teide das einzige Gebäude im „Nationalpark Teide“ auf Teneriffa im Stil eines kanarischen Hochgebirgshauses mit Aussicht auf den Krater des „Teide“, den Kessel „Chacorra“ und die „Montaña Blanca“. Ebenso liegen der Parador von Bielsa am Osthang des „Nationalparks Ordesa y Monte Perdido“ und der Parador von Fuente Dé an der südlichen Seite in den Ausläufern des Gebirges des „Nationalparks Picos de Europa“ in nächster Nähe von Nationalparks und bilden somit ideale Ausgangspunkte für die Erkundung der Parks. Gut zu erreichen sind auch vom Parador von Granada der „Nationalpark Sierra Nevada“ mit 37 km, vom Parador La Palma der „Nationalpark Caldera de Taburiente“ mit 35 km, vom Parador La Gomera der „Nationalpark Garajonay“ mit 15 km sowie vom Parador Almagro der „Nationalpark Tablas de Daimiel“ mit 26 km Entfernung.148 Weitere Paradores mit Lage im Grünen befinden sich in der Nähe von einem der zahlreichen spanischen Naturparks. Zusätzlich zur naturnahen Lage sollen mehr Gäste durch besondere Angebote zum Kennenlernen der Natur angelockt werden. Gleichzeitig können durch Preisunterschiede Kapazitäten in nachfrageschwächeren Monaten besser ausgelastet werden. So bot der Parador von Cazorla, der sich inmitten des „Naturpark Cazorla“ befindet, ein Paket mit ÜF und Ausflug mit Führung im Geländewagen durch den Naturpark für 60 Euro + 7% MwSt (Oktober 2002) bzw. 58 Euro + 7% MwSt (November 2002) an.149 Die Möglichkeit zu geführten Ausflügen in Naturparks hat positive Auswirkungen auf die verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen, so ist dies eine weitere [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832479190
Arbeit zitieren:
Spitzer, Carmen Mai 2003: Nachhaltiger Tourismus in Spanien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Umweltmanagement, Qualitätstourismus, Kultur, Natur



