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Nachhaltiger Bergtourismus

Marketingkonzept für den Weitwanderweg Via Retica

Nachhaltiger Bergtourismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefanie Wachter
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 8,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kempten Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6668-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6668-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6668-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wachter, Stefanie September 2002: Nachhaltiger Bergtourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sanfter Tourismus, Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung, Alpenkonvention, Wandern

Diplomarbeit von Stefanie Wachter

Einleitung:

Für die Sicherung der zukünftigen Lebensgrundlagen in den Alpen ist eine Erweiterung unseres Denkens und Handelns auf horizontaler und vertikaler Ebene, d. h. sektorübergreifend und auf einen langen Planungshorizont ausgerichtet, unerlässlich. Zu einer langfristigen nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums gehören politische Lenkungsprozesse und grenzenüberschreitende Staatsverträge. Mit der Alpenkonvention wurde ein erster Meilenstein zu einer einheitlichen Regelung alpiner Nutz- und Schutzinteressen auf internationaler Ebene geschaffen. Die Europäische Union und die Regierungen der einzelnen Länder schaffen durch spezielle Förderprogramme den Rahmen für eine umwelt- und sozialverträgliche Entwicklung in den Alpen. Inwiefern innovative, branchenübergreifende Tourismusprojekte zur Umsetzung der Protokolle der Alpenkonvention beitragen können, wird in der vorliegenden Arbeit am Beispiel des Weitwanderweges Via Retica gezeigt. Das ausgearbeitete Marketingkonzept soll mit seinen nachhaltigen Ansätzen und Ideen eine Richtschnur für die optimale Produktgestaltung und Vermarktung der Via Retica liefern sowie Anreize für ähnliche Entwicklungsprogramme in anderen ländlichen Regionen schaffen.

Nach den ersten Gesprächen zu urteilen ist auf Seiten der Gemeinden und Tourismusorganisationen des Prättigaus, Montafons und Liechtensteins großes Interesse an der Markteinführung der Via Retica vorhanden. Geklärt werden muss noch die Frage der Finanzierung, bzw. der Kapitalgeber, welcher die Alpenbüro Netz GmbH als Initiator und Leiter des Projekts jedoch zuversichtlich gegenübersteht.

In der vorliegenden Arbeit wird aufgezeigt, dass ein entsprechender Markt für den Absatz der Via Retica vorhanden ist und erörtert, auf welche Weise die einzelnen Marktsegmente am sinnvollsten angesprochen werden sollten. Im Bereich der Angebotsgestaltung werden Vorschläge zur nachhaltigen Verbesserung der Wege-, Übernachtungs-, Verpflegungs- und Serviceleistungen erarbeitet und ein konkretes Verkaufspaket zusammengestellt. Inwieweit das Konzept erfolgreich umgesetzt werden kann, wird größtenteils davon abhängen, inwieweit es gelingt, die beteiligten Akteure (v. a. die Hüttenwarte) für die nachhaltigen Ideen zu sensibilisieren und zu begeistern. Nur durch kollektives Engagement und Investitionsbereitschaft werden die Anforderungen an eine hohe Produktqualität zur Zufriedenheit der Gäste und im Einklang mit der Natur und einheimischen Bevölkerung erfüllt werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
A. Nachhaltiger Tourismus in Bergregionen 1
I. Tourismusproblematik in Gebirgsregionen 1
II. Aktuelle Entwicklungssituation in den Alpen 3
1. Tourismus und Landschaft 3
2. Energie und Verkehr 6
3. Notwendigkeit der Regionalorientierung 9
III. Lösungsansätze der Alpenkonvention 10
1. Grundlegende Ziele und Inhalte der Alpenkonvention 10
2. Protokolle und Umsetzung auf regionaler Ebene 11
B. Marketingkonzept für die Via Retica unter Berücksichtigung nachhaltiger Gesichtspunkte 15
I. Idee des Weitwanderweges Via Retica 15
II. Analyse 16
1. Globale Umweltanalyse 16
a) Wachstumsnische Ökotourismus 16
b) Entwicklung des Wandertourismus 19
2. Marktanalyse 25
a) Potenzieller Markt für die Via Retica 25
b) Nachfrageanalyse 28
a) Profil des Wanderers 28
b) Profil des Ökotouristen 36
c) Analyse vergleichbarer Weitwanderwege 40
a) Kulturweg Alpen 41
b) Grenzpfad Napfbergland 41
c) Via Valtellina 42
d) Via Spluga 42
e) Zusammenfassende Gegenüberstellung 43
3. Angebotsanalyse 49
a) Bestandteile der Via Retica 49
a) Route, Verkehrsanbindung, Wegenetz und Markierung 49
b) Beherbergung, Gastronomie und Dienstleistungsqualität 51
c) Kulturelles Engagement und Umweltschutz 56
d) Gästestruktur und Hüttenmarketing 57
e) Einstellung der Hüttenwarte zur Via Retica 58
b) Abhebung von anderen kulturellen Wegen 59
c) Einfügung in übergreifende Leitbilder 59
a) Positionierung von Graubünden, Vorarlberg und Liechtenstein 59
b) Internationaler Naturpark 61
c) Fernwanderweg Via Alpina 62
III. Konzeption 64
1. Beurteilung der Markteinführung der Via Retica 64
2. Zielformulierung und Positionierungsentscheid 67
3. Auswahl der Marketingstrategien 68
a) Marktsegmentierung 68
b) Qualitative Differenzierung 69
c) Präferenzstrategie 69
IV. Gestaltung 70
1. Finanzierung des Projekts 70
a) INTERREG III A und Kofinanzierung 70
b) Gewinnung potenzieller Geldgeber 71
2. Auswahl der Marketinginstrumente 71
a) Produktpolitik 71
b) Preispolitik 79
a) Preisfestsetzung 79
b) Preisdifferenzierung 81
c) Distributionspolitik 82
d) Kommunikationspolitik 83
a) Logo 83
b) Werbung 84
c) Verkaufsförderung 87
d) Public Relation 88
3. Kostenplan 90
C. Fazit 92
Anhang I Anwendungsbereich der Alpenkonvention 97
Anhang II Karte Via Retica 98
Anhang III Kleiner Wanderführer 99
Anhang IV Fragebogen für Hüttenwarte 108
Anhang V Ergebnisse der Hüttenbestandsaufnahme 112
Anhang VI Prospekt Via Alpina 118
Anhang VII Lebensmittelkreis 120
Literaturverzeichnis 127

Automatisiert erstellter Textauszug:

Marketingziele neben der Sicherung natürlicher und soziokultureller Ressourcen und der Weiterentwicklung der Vorarlberger Kultur und Gastlichkeit ist die Profilierung und Bündelung des Angebots in den Bereichen Familienurlaub, Kultur, Aktivurlaub, Gesundheit, Gastronomie und Tagungstourismus unter Einbau landestypischer Elemente und Erlebnisinhalte.1 Das Fürstentum Liechtenstein positioniert sich als Wander- und Wintersportgebiet, sowie als Gastroland und Kulturecke.2 Die Vernetzung vorhandener Wanderwege und Berghütten zu einem Weitwanderweg und dessen nachhaltige Gestaltung und Profilierung lässt sich also problemlos in das Leitbild der betroffenen Destinationen einfügen – mehr noch, die Einführung der Via Retica trägt zur Erfüllung derer nachhaltigen Ziele bei und lässt sich somit optimal unter dem Dach der Gesamtdestinationen vermarkten. [...]

Gleich am Anfang der Werbebroschüre wird auf die Anreisemöglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln SBB, RhB und Postauto (regionale Buslinie) hingewiesen. Die Förderung eines sanften Tourismus wird als wichtiges Ziel gesehen, wobei Graubünden laut Herrn Federspiel, dem Direktor von Graubünden Ferien bereits weiter ist als das Tourismusprotokoll der Alpenkonvention vorschreibt. Umweltschutz, Denkmalschutz und Kulturerbe sind bereits im Gesamtkonzept integriert und fester Bestandteil der Marke Graubünden. Ein besonderes Potenzial wird der Kooperation des Tourismus mit der Bündner Landwirtschaft zugeschrieben. Projekte zur Förderung des naturnahen Tourismus (wie z. B. „Klein und Fein“) sollen in Zukunft verstärkt gefördert werden. Herr Federspiel bezeichnet Graubünden als federführend im qualitativen, nachhaltigen Tourismus, die Aufrechterhaltung der Kultur sei seit 20 Jahren ein wichtiges Anliegen der Tourismusentwicklung. Ein gänzlicher Verzicht auf den Intensivtourismus, d. h. eine Positionierung Graubündens als reine Öko-Destination sei jedoch aus wirtschaftlichen Gründen (Rückgang der Übernachtungszahlen, der Arbeitsplätze und des Umsatzes) nicht erstrebenswert.1 Der Landesverband Vorarlberg Tourismus sieht den Sinn seiner Tätigkeit darin, „den Gästen Urlaubsglück zu vermitteln, den Einheimischen Lebensqualität und Wohlstand zu sichern und einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten“. Der Tourismus soll sich dabei „in Harmonie mit der Natur und den Menschen, Gastgebern wie Gästen entwickeln“.2 Der Tourismus in Vorarlberg stützt sich wie der Tourismus in Graubünden maßgeblich auf Naturqualitäten. Die Besinnung auf die Ressourcen, von schöner Landschaft bis zu den landwirtschaftlichen Qualitätsprodukten, reicht tief in den Tourismus hinein. Gastronome und Hoteliers werden vom Präsidenten des Landesverband aufgerufen, sich in ihren kulinarischen Angeboten noch mehr auf heimische Landwirtschaftsprodukte zu stützen. Projekte wie die Käsestraße Bregenzerwald, der Biosphärenpark Großes Walsertal oder die Wanderbroschüre „Wege zum Wasser“ sind Beispiele für eine innovative naturnahe Tourismusförderung in Vorarlberg. Mit dem Leader-Teilprojekt „Wege verbinden“ wird die Regionalentwicklung systematisch angegangen. Eines der wichtigstes [...]

zugunsten einer nachhaltigen Angebotsgestaltung bereit sind, konnte jedoch nicht eindeutig festgestellt werden. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Verbesserungen in der Produkt- und Servicegestaltung wird zum großen Teil von den Kosten, des Aufwandes, der Höhe der Subventionen und der Sensibilisierung der Hüttenwarte für die Notwendigkeit der Maßnahmen abhängen. b) Abhebung von anderen kulturellen Wegen Als wesentlicher Unterschied zu den in Kapitel II 2. c) analysierten Weitwanderrouten hat die Via Retica durchgehend alpinen Höhencharakter. Sie verbindet sieben Berghütten in einer Höhe von 1660m und 2236m, während sich die Unterkünfte der anderen Wege auch in den Tälern erstrecken. Hotels, Pensionen, Jugendherbergen oder Campingplätze sind anders als bei den anderen kulturellen Wegen in der Via Retica nicht integriert. Außerdem stellen die anderen Wege mehrere Übernachtungsvariationen zur Auswahl, während die Häuser der Via Retica genau festgelegt sind. Post, Bank und Lebensmittelladen sind nur in dem Bergdorf Gargellen vorhanden. c) Einfügung in übergreifende Leitbilder α) Positionierung von Graubünden, Vorarlberg und Liechtenstein Im Werbeprospekt der touristischen Marketing-Organisation Graubünden Ferien wird die Einzigartigkeit der Wander- und Wintersportdestination Graubündens folgendermaßen begründet: Graubünden ist mit rund 1000 Gipfeln (davon allein 450 Dreitausender) die höchste und gipfelreichste Region der Alpen. Einen weiteren Rekord stellt das rund 400 km lange Netz der Rhätischen Bahn, der längsten Schmalspurbahn der Welt dar. Die legendären Expresszüge Glacier-, Bernina- und Arosa-Express sind weltweit bekannt. Graubünden vereint zudem drei Kulturen, bzw. Sprachen in einer Region: Italienisch wird in den Südtälern gesprochen, Rätoromanisch in der Surselva, in Mittelbünden, im Engadin und dem Val Müstair und eine Vielfalt an Schweizer Dialekten ist im restlichen Graubünden zu hören. Ein weiteres Highlight ist der einzige Schweizer Nationalpark im Engadin.1 [...]

Arbeit zitieren:
Wachter, Stefanie September 2002: Nachhaltiger Bergtourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sanfter Tourismus, Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung, Alpenkonvention, Wandern

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