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Nachhaltige Geldanlage

Kategorien, Umsetzungsprobleme und Lösungsvorschläge

Nachhaltige Geldanlage
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Schröder
  • Abgabedatum: August 2005
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 515,9 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9408-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9408-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9408-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröder, Frank August 2005: Nachhaltige Geldanlage, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nachhaltigkeit, Investment, Finanzdienstleistung, Innovation, Nachfragepotenzial

Diplomarbeit von Frank Schröder

Einleitung:

Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich dem Thema der nachhaltigen Geldanlage. Hierbei sollen insbesondere die Probleme der Konzeption und Umsetzung durch die Anbieter solcher Geldanlagen näher betrachtet sowie Lösungsvorschläge hierzu aufgezeigt und kritisch hinterfragt werden. Im Folgenden findet zunächst eine Einordnung des Themas in die aktuelle Diskussion statt, um dessen Bedeutung zu veranschaulichen. Im Anschluss daran wird im ersten Kapitel noch kurz auf die nähere Problemstellung eingegangen und der Aufbau der Arbeit geschildert.

Kaum ein Zitat könnte für die heutige Zeit treffender sein als der Befund, den SCHOPENHAUER bereits im 19. Jahrhundert machte: „Der Wechsel allein ist das Beständige.“ In Zeiten, die durch den raschen und permanenten Wandel auf gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und technischer Ebene geprägt sind, wird zunehmend über die negativen Konsequenzen dieser Veränderungen für die Menschheit diskutiert. Zur Beschreibung dieser Phänomene wird oft das Schlagwort der Globalisierung benutzt. Im ursprünglichen Sinne beschreibt dieser Begriff den „Prozess der zunehmenden weltweiten Vernetzung der nationalen Märkte und Gesellschaften auf Grund technischen Fortschritts in den Bereichen Information, Kommunikation, Transport und Verkehr sowie der zunehmenden Liberalisierung des Welthandels“.

Problemstellung:

Zu den bedeutendsten Treibern der Globalisierung zählen die nationalen und internationalen Finanzmärkte, die den öffentlichen und privaten Haushalten sowie den Unternehmen Zugangsmöglichkeiten bieten, ihre geplanten Ausgaben bzw. Investitionen über die Aufnahme von Kapital zu finanzieren.

Insgesamt wird den Kapitalmärkten eine Schlüsselrolle beim Versuch der Ingangsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zugeschrieben, da sie in der Lage sind, das Geschäftsverhalten von Unternehmen stark zu beeinflussen.

Alle Geldanlagetransaktionen von Anlegern über die Finanzdienstleister bzw. Finanzmärkte üben somit sich in konkreten individuellen Anlageentscheidungen manifestierende Lenkungseffekte auf Unternehmen aus. Sollten diese Entscheidungen zunehmend anhand nachhaltiger Kriterien getroffen werden, so könnte eine dauerhafte Beeinflussung der Unternehmensaktivitäten, mit dem Ziel eine nachhaltigere Entwicklung anzustoßen, erreicht werden.

Im Rahmen der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung von Unternehmen bestehen folglich für institutionelle und private Anleger Chancen, auf die Unternehmenspolitik einzuwirken, indem nur in solche Unternehmen investiert wird, welche den oben angesprochenen Prinzipien einer nachhaltigen Unternehmensführung Rechnung tragen.

Gang der Untersuchung:

Zunächst werden die zum Verständnis der nachhaltigen Geldanlage wesentlichen Begriffe der Nachhaltigkeit und der Geldanlage definiert und diskutiert. Anschließend werden die historischen Wurzeln dieser speziellen Anlageform beschrieben und es wird ein Versuch unternommen, den Markt mitsamt den vorhandenen Akteuren abzugrenzen. Daran schließt sich ein Kapitel an, in dem die einzelnen Anlageformen auf ihre praktische Bedeutung und ihren möglichen Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeit untersucht werden.

Der größte Anteil dieser Arbeit widmet sich den Problemen, die den Anbietern bei der Implementierung solcher Finanzdienstleistungen entstehen und der Diskussion potenzieller Lösungsansätze. In einem Resümee werden die wichtigsten Feststellungen noch einmal aufgegriffen und ein Ausblick auf die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten dieses Marktsegmentes geboten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Relevanz des Themas 1
1.2 Konkrete Problemstellung 5
1.3 Aufbau der Arbeit 7
2. Grundlegende Begriffe 7
2.1 Nachhaltigkeit 7
2.2 Traditionelle Geldanlage 10
2.2.1 Grundlagen 11
2.2.2 Kritik 12
3. Der Markt nachhaltiger Geldanlagen 13
3.1 Abgrenzung und Formen der nachhaltigen Geldanlage 13
3.2 Historische Entwicklung 16
3.3 Marktakteure 19
3.4 Beitrag nachhaltiger Geldanlagen zum Prinzip der Nachhaltigkeit 20
4. Probleme bei der Implementierung nachhaltiger Geldanlagen aus Anbietersicht 22
4.1 Nachfrageseitige Barrieren 22
4.1.1 Mangelnde Kenntnis nachhaltiger Anlagealternativen 22
4.1.2 Erwartung einer schlechteren finanziellen Performance 23
4.1.3 Problem der Marktintransparenz 24
4.1.3.1 Informationsdefizit aus Perspektive der Privatanleger 25
4.1.3.2 Bewertungsmängel aus Sicht institutioneller Anleger 26
4.2 Angebotsseitige Hemmnisse 26
4.2.1 Heterogenität der Marktsegmentes 27
4.2.2 Gefahr von Imageschäden für Banken 27
4.2.3 Anstieg der Beratungs- und Vertriebskosten 27
4.2.4 Lobbyarbeit und falsche Anreize 28
5. Ansätze zur Problemlösung 29
5.1 Staatliche Regulierung 29
5.1.1 Formen direkter Regulierungen 30
5.1.2 Potenzielle Auswirkungen direkter Regulierungen 32
5.1.2.1 Effekte auf die Nachfrage 32
5.1.2.2 Implikationen für die Anbieter 33
5.1.3 Bewertung und Kritik zur praktischen Implementierung der Regulierungsansätze 34
5.2 Nutzung nachhaltigkeitsorientierter Informationsinstrumente 35
5.2.1 Screening 36
5.2.1.1 Konzeption verschiedener Screening-Ansätze 36
5.2.1.2 Bewertung der Screening-Ansätze 37
5.2.2 Rating 39
5.2.2.1 Die Idee des Ratings 39
5.2.2.2 Nachhaltige Rating-Agenturen 40
5.2.2.2.1 Öko-Rating 41
5.2.2.2.2 Ethisches Rating 46
5.2.2.3 Chancen und Risiken nachhaltiger Ratings 46
5.2.2.4 Fazit 52
5.2.3 Ranking 54
5.3 Erzeugung einer Liste grundlegener Kriterien für Bewertungsprozesse 54
5.3.1 Konzeption des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens 54
5.3.2 Kritik 56
5.3.3 Fazit 58
5.4 Bewertung der Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsindizes 58
5.5 Evaluation proaktiver Marktentwicklungsstrategien 61
6. Resümee 63
6.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse 64
6.2 Ausblick 65
Literaturverzeichnis 69
Ehrenwörtliche Erklärung 81

Automatisiert erstellter Textauszug:

geringes Volumen besitzt, dürfte auch der Grad der Förderung nachhaltiger Anlageprodukte durch diese Regulierung deutlich limitiert sein.179 Die schwedische Vorschrift für bestimmte Institutionen ethisch-ökologische Aspekte bei der Geldanlage zwingend berücksichtigen zu müssen, kann, wie bereits erörtert, keine direkten Wirkungen auf das Verhalten anderer Anbieter ausüben. Der Effekt einer solchen Regulierung kann somit als eher marginal eingestuft werden.180 Die Steuererleichterungen in den Niederlanden hatten dagegen einen signifikanten Nachfrageanstieg der geförderten Anlagen zur Folge.181 Seit der Implementierung dieser Regulierung 1996 wurden bis 2002 immerhin 635 Mio. Euro in die geförderten Fonds investiert. Mittlerweile beträgt der volumenmäßige Anteil solcher Fonds ca. 50 % des gesamten Marktsegmentes der nachhaltigen Geldanlage. Diese Form der Regulierung wird als die effektivste aller beschriebenen Varianten bezeichnet.182 Der Erfolg dieser Maßnahme dürfte nicht zuletzt auf die klare Definition von Kriterien zurückzuführen sein, welche die geförderten Unternehmen und Projekte einhalten müssen, um die Voraussetzungen für eine Steuerleichterung des jeweiligen Anlageproduktes zu erfüllen.183 Des Weiteren können mögliche Spillover-Effekte auf den gesamten Markt der Geldanlage184 festgestellt werden, die in 5.1.2.1. beschrieben wurden. Alle diese Produkte besitzen eine fördernde Wirkung, so dass auch die indirekte Wirksamkeit einer solchen Regulierung, nämlich die Beeinflussung der Unternehmenstätigkeit, als durchaus hoch gelten kann. [...]

5.1.3 Bewertung und Kritik zur praktischen Implementierung der Regulierungsansätze Die Tauglichkeit der Offenlegungspflicht für sämtliche Pensionsfonds in Großbritannien wird insbesondere vor dem Hintergrund der mangelnden aktiven Mitteilung gegenüber den Anlegern kritisiert. So wird das Statement of Investment Principles interessierten Anlegern i. d. R. nur auf Nachfrage zugeschickt.173 Zwei Studien von MATHIEU174 und DELOITTE & TOUCHE175 zur Erörterung der Wirksamkeit auf die Anlagepolitik der Pensionsfonds ergaben bisher nur leicht positive Effekte.176 Dies könnte allerdings auch mit dem Zeitpunkt der Studien, der vermutlich in zu großer Nähe zur legislativen Implementierung gewählt wurde, zusammenhängen. Geht man hingegen davon aus, dass die breite Masse der Anleger kaum von dieser Regulierung weiß, so führt dies möglicherweise dazu, dass eine solche Informationsmöglichkeit zwar prinzipiell besteht, aber nur einen geringen positiven Beitrag zur Förderung nachhaltiger Geldanlageangebote leisten dürfte. Ein analoges Ergebnis hierzu erbrachte eine imug-Studie 2002, welche die Wirkungen der eingeführten Berichtspflicht im Rahmen des Altersvermögensgesetzes in Deutschland untersuchte.177 Zudem wird am deutschen Modell die praktische Handhabung der Offenlegungspflicht für Anbieter privater Altervorsorgeprodukte als kontraproduktiv kritisiert. So wird argumentiert, dass dieses zu falschen Anreizen für Anbieter führen könnte, da eine solche Regelung eher bewirken dürfte, dass die Geldanlage nicht anhand nachhaltiger Kriterien erfolgt.178 Ein weiterer Kritikpunkt an der deutschen Berichtspflicht liegt in dem relativ begrenzten Geltungsbereich begründet, auf den sich diese erstreckt. Da lediglich im Rahmen der Riesterrente zertifizierte Anlageprodukte von der Offenlegungspflicht betroffen sind und diese Vorsorgeform nur ein vergleichsweise [...]

5.1.2.2 Implikationen für die Anbieter Die Offenlegungspflicht soll vor allem die Beschäftigung der Anbieter mit nachhaltigen Aspekten anstoßen, ist allerdings nur auf solche Anlageprodukte anwendbar, bei denen eine Mittelverwendungsstrategie bzw. die autonome Wahl einer Anlagepolitik möglich ist. So dürften sich Imagevorteile für die Anbieter ergeben, wenn bei der Berichterstattung angegeben wird, dass ethisch-ökologische Perspektiven bei der Wahl der Mittelverwendung nicht vollkommen ausgeblendet wurden. Die Offenlegungspflicht könnte zudem dafür sorgen, dass z.B. Investmentfonds zumindest im Rahmen eines Active Engagement-Ansatzes durch Nutzung ihrer Stimmrechte Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Unternehmenstätigkeit ausüben bzw. dazu beitragen, dass die soziale und ökologische Performance verbessert werden kann,169 indem auf die Einhaltung bestimmter Sozial- und Umweltstandards gedrängt wird. Des Weiteren könnte diese Regulierungsform einen anbieterseitigen Impuls auslösen, verstärkt nachhaltige Geldanlagen anzubieten und möglicherweise vermehrt nachhaltige Ratings und Beratungsleistungen nachzufragen170, um die entsprechenden Werte besser identifizieren zu können. Eine Verpflichtung bestimmter Institutionen, wie z. B. staatlicher Rentenfonds, nachhaltige Gesichtspunkte bei der Wahl der Anlagepolitik zu berücksichtigen, schlägt sich nicht direkt in Handlungszwängen für weitere Anbieter nieder und hat somit bestenfalls geringe, indirekte Auswirkungen auf die Angebotsseite. Lediglich der erwartete Nachfrageanstieg im Marktsegment könnte eine Initiative unter den Anbieter auslösen, mehr solcher Anlageformen anzubieten.171 [...]

Arbeit zitieren:
Schröder, Frank August 2005: Nachhaltige Geldanlage, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Investment, Finanzdienstleistung, Innovation, Nachfragepotenzial

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