Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Nachfrage nach medizinischen Leistungen im Laufe eines Lebens im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland

Nachfrage nach medizinischen Leistungen im Laufe eines Lebens im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katrin Kern
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 618,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Wiesbaden e.V. Deutschland
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2207-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kern, Katrin Juni 2005: Nachfrage nach medizinischen Leistungen im Laufe eines Lebens im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Demographie, Gesundheitskosten, Nachhaltigkeit, Finanzierung, medizinische Leistungen

Diplomarbeit von Katrin Kern

Problemstellung:

Diese Arbeit behandelt das Thema Nachfrage nach medizinischen Leistungen im Laufe eines Lebens im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland. Unter demographischer Entwicklung versteht man die Veränderung der Bevölkerung in ihrer Zahl und Zusammensetzung. Die Nachfrage beschreibt das Verlangen nach Gütern und Leistungen, das aus menschlichen Bedürfnissen resultiert.

Die folgenden Abschnitte versuchen zu beleuchten, ob es durch die Altersstrukturverschiebung in der Gesellschaft zu einem veränderten Nachfrageverhalten nach medizinischen Leistungen, insbesondere in den höheren Altersklassen, kommt. Dies erfordert zudem die Betrachtung der Frage, ob ältere Menschen höhere Gesundheitskosten verursachen. Eine zentrale Frage hierbei ist, ob die Nähe zum Tod oder aber das Lebensalter eines Menschen die Höhe der aufgewandten Gesundheitsausgaben bestimmt.

Durch die Veralterung der Gesellschaft entsteht im umlagefinanzierten Sozialversicherungssystem in Deutschland ein erheblicher Kostendruck. Im Folgenden werden Lösungsansätze unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen demographischem Wandel und medizinisch-technischem Fortschritt, die zu einer Sicherstellung der Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems führen sollen, betrachtet und behandelt.

Aufgrund veränderter Familienstrukturen kommt es zu neuen Anforderungsprofilen im Bereich der Pflege. Ein kurzer Abriss möglicher zukünftiger Entwicklungen soll hier einen Überblick geben.

Inhaltsverzeichnis:

I Einleitung 1
Zielsetzungen der Untersuchung 1
II Hauptteil 2
1. Demographie 2
1.1. Demographische Grunddaten und demographischer Wandel 3
1.2. Demographische Alterung und doppelter Alterungsprozess 7
1.3. Bevölkerungsdichte und Altersstruktur 10
2. Nachfrage 11
2.1. Angenommene zukünftige Nachfrageprofile aufgrund veränderter Altersstrukturen 11
2.2. Alter und Gesundheitskosten 15
2.2.1. Anstieg der Ausgaben mit zunehmendem Alter 16
2.2.2. Kumulation medizinischer Leistungen vor dem Tode 17
2.3. Alter und Pflegebedürftigkeit 19
2.3.1. Entwicklung des zukünftigen Pflegebedarfs - Verhältnis von professioneller und häuslicher Pflege 22
2.3.2. Sterbeorte 24
2.4. Chancen und Risiken des demographischen Wandels 26
2.4.1. Gesellschaft - Korrektur des negativ akzentuierten Altersbildes 27
2.4.2. (Gesundheits-) Zustand älterer Menschen künftiger Generationen - Verbesserung der Lebensbedingungen 28
2.4.3. Veränderung zukünftiger Krankheitsverläufe durch medizinisch-technischen Fortschritt 30
2.4.4. Arbeitsmarkt - Gefährdung der Beschäftigung durch steigende Lohnnebenkosten 30
3. Finanzen 31
3.1. Abgrenzung Sozialversicherung (GKV) und Private Krankenversicherung (PKV) - Kalkulation der Versicherungsprämien 31
3.2. Demographische Effekte 33
3.2.1. Demographischer Finanzierungseffekt 34
3.2.2. Demographischer Ausgabeneffekt 35
3.2.3. Restlebenszeiteffekte und Kalendereffekte 37
3.3. Ausgabensteigerung durch medizinisch-technischen Fortschritt 40
3.3.1. Überleben 'schlechter Risiken' aufgrund medizinisch-technischen Fortschritts 42
3.3.2. Kosten-Nutzen-Relation von medizinisch-technischen und pharmakologischen Innovationen 43
3.4. 'Versteilerung' der Ausgabenprofile im zeitlichen Längsschnitt 44
4. Problem der Umlagefinanzierung in der GKV 45
4.1. Beitragssatzentwicklung 46
4.2. Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems unter Beibehaltung der Beitragssatzstabilität 48
5. Strukturreform im Gesundheitswesen 49
5.1. Ist-Situation 49
5.2. Reformmodelle 51
5.3. Mögliche Lösungsansätze 54
6. Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen - Generationengerechte Finanzierung 58
7. Resümee 61
7.1. Problemfelder - Ethik und Moral 62
7.2. Perspektiven und mögliche Lösungsansätze 63
7.3. Neue Märkte 66
III Fazit und Ausblick 66

Textprobe:

Kapitel 2, Nachfrage:

Kapitel 2.1, Angenommene zukünftige Nachfrageprofile aufgrund veränderter Altersstrukturen:

Untersuchungen zeigen, dass im Querschnitt mit höherem Lebensalter auch das Krankheitsrisiko zunimmt. In besonderem Maße ist in diesen Lebensabschnitten mit der Prävalenz von Langzeiterkrankungen, insbesondere chronischen Leiden, Multimorbidität und Multimedikation zu rechnen.

Bereits heute ist etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung von einer chronischen Erkrankung betroffen.

Der Anteil chronisch Kranker in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt derzeit bei etwa 25 Prozent. Bei den Erkrankungen handelt es sich vorrangig um folgende Krankheitsbilder: Diabetes Mellitus, Brustkrebs, Asthma, Herzinsuffienz, Bluthochdruck sowie koronare Herzerkrankung.

Es ist davon auszugehen, dass durch die Veralterung der Gesellschaft der Anteil der chronisch Kranken einen Zuwachs verzeichnen wird. Die Krankheitsbilder erfahren hierbei einen Wandel. Zukünftig werden im Bereich der chronischen Erkrankungen degenerative Muskel- und Skeletterkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems sowie psychische Erkrankungen – hier insbesondere Depressionen – gehäuft auftreten.

Hinsichtlich der Verlaufsformen chronischer Leiden in den hohen Altersklassen geht man von einem stetigen Bedarf an medizinischen Leistungen bis zum Tod aus. Das Krankheitsbild der Chroniken verschlechtert sich hierbei im zeitlichen Verlauf.

Als Haupttodesursachen gelten bislang Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Krankheiten der Atmungsorgane sowie Unfälle in jungen und mittleren Jahren. Während durch einen Wandel in der Altersstruktur auf der einen Seite mit einem präventionsbedingten Rückgang der Herz-Kreislauferkrankungen gerechnet wird, erwartet man andererseits insgesamt einen Anstieg der auf Krebs zurückzuführenden Tode, da Krebserkrankungen in der Regel nach einer langen Latenzzeit zumeist in höheren Altersgruppen auftreten.

Die zukünftige Morbiditätsentwicklung macht eine Anpassung des derzeitigen Gesundheitssystems zwingend erforderlich. So messen Kruse et al. hier insbesondere der Frage nach den Präventionspotenzialen des Alters große Bedeutung zu. Nach Schwartz (2002) seien in der Vergangenheit der Gruppe der 85- bis 100-Jährigen nur in Einzelfällen Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung zugute gekommen. Diesen Umstand sieht Walter (2001) in der – noch herrschenden - allgemeinen Vorstellung begründet, dass es im Alter naturgemäß zu gesundheitlichen Einbußen komme und diese akzeptiert und unabänderlich hingenommen werden müssten.

Schon 1998 hat die World Health Organization in ihrem Gesundheitsbericht hervorgehoben, dass es durch den demographischen Wandel zu einem künftig steigenden Bedarf an medizinischen und pflegerischen Leistungen kommen werde, zu dessen Bewerkstelligung es einer Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung bedürfe. Unter der Annahme einer Verkennung der künftigen Notwendigkeit einer Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung, gelangen diverse Berechnungen zu einem deutlichen Anstieg in der Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebsleiden, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Lungenleiden oder Demenz. Im stationären Sektor käme es infolgedessen bis zum Jahre 2020 zu einer Steigerung des Versorgungsbedarfs um knapp 44 Prozent für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Unter dieser Annahme wird ein um bis zu 77 Prozent erhöhter Versorgungsbedarf für die Versorgung von Schlaganfall oder Herzinsuffienz in der Altersgruppe der 75-Jährigen und älteren erwartet. Annahmen über die erwartete Versorgung von Krankheitsbildern wie organischen Psychosen, Diabetes mellitus oder Oberschenkelhalsbrüchen in der vorgenannten Altersgruppe gelangen zu Steigerungsraten von 63 bis zu 74 Prozent.

Durch die 'Geriatrisierung des Krankenhauses' bedürfe es nach Aussagen Kolbs dringend einer Erhöhung der Anzahl an Ärzten, die Erfahrungen auf dem Gebiet der Geriatrie vorweisen können.

Unter der Annahme eines konstanten Ausgabenprofils gelangen diverse Modellrechnungen und Prognosen für die Zeitspanne 1999 bis 2050 zu einem 'rein demographiebedingten' Ausgabenanstieg von fast 28 Prozent, das heißt von 217,0 Milliarden DM in 1999 auf 276,7 Milliarden DM im Jahre 2050, in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hauptursächlich für den Ausgabenanstieg ist dabei der so genannte Altersstruktureffekt, der die demographiebedingte Verschiebung der Altersstrukturen in der Bevölkerung beschreibt. Eine ab 2020 insgesamt abnehmende Bevölkerungszahl führt durch die Verringerung der Nachfrage nach medizinischen Leistungen zu einer Entlastung der Ausgaben. Das folgende Schaubild veranschaulicht die prognostizierte Situation.

Durch den Altersstruktureffekt kommt es künftig zu einer Veränderung hinsichtlich des Nachfrageverhaltens nach den Hauptleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Während im stationären Sektor und bei der Arzneimittelversorgung die anteiligen Ausgaben, gemessen an den Gesamtausgaben in der GKV, eine Zunahme verzeichnen können, sinken die anteiligen Ausgaben für die ambulante sowie zahnärztliche Versorgung.

Der Deutsche Bundestag (1998) prognostiziert in einer Gesamtbetrachtung, dass der Bedarf an medizinischen Leistungen einerseits aufgrund der durch den demographischen Wandel schrumpfenden Gesamtbevölkerung in Zukunft einen Rückgang erfahren, auf der anderen Seite durch die Zunahme des Altersquotienten wiederum ansteigen werde, so dass es aufgrund veränderter Altersstrukturen im Ergebnis lediglich zu einem leichten Anstieg der gesamten Nachfrage nach Gesundheitsleistungen kommen werde.

Arbeit zitieren:
Kern, Katrin Juni 2005: Nachfrage nach medizinischen Leistungen im Laufe eines Lebens im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Demographie, Gesundheitskosten, Nachhaltigkeit, Finanzierung, medizinische Leistungen

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren