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Die neue NATO - Der Wandel der Allianz

Die neue NATO - Der Wandel der Allianz
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Lars Pamler
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 862,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9696-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9696-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9696-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pamler, Lars Januar 2006: Die neue NATO - Der Wandel der Allianz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Nordatlantikvertrag, Verteidigungsbündnis, internationale Politik

Magisterarbeit von Lars Pamler

Problemstellung:

Das Ende des Kalten Krieges und die damit verbundene tief greifende Veränderung der Sicherheitslage hatte auch auf das bis dato als prägendes Element der Weltpolitik fungierende Verteidigungsbündnis NATO tief greifende Auswirkungen. Die Auflösung des Warschauer Paktes brachte den Wegfall des einstigen Feindes mit sich und ließ die Frage nach der Zukunft des kollektiven Verteidigungsbündnisses NATO aufkommen. Was sollte aus ihr werden? Sollte sie fortbestehen oder, wie Kritiker forderten, sich auflösen, da ihre Existenzberechtigung nun weggefallen war? Im Falle des Fortbestehens waren viele Fragen zu beantworten, etwa nach der eigenen Legitimation, der Anpassung des Bündnisses an die neue Situation und etwa der Frage nach ihrer Neuorganisation.

Wie so oft brachte aber auch die rasche und dramatische Veränderung der weltpolitischen Lage mit ihren vielen Konflikten nach dem Kalten Krieg die NATO schnell unter Zugzwang – aber auch die Möglichkeit, sich aufgrund neuer Konfliktpotentiale neu zu definieren und zu beweisen.

In meiner Arbeit mit dem Titel „Die neue NATO - Der Wandel der Allianz“ werden diese und noch weitere Fragen behandelt und diskutiert. Es sollen die aktuellen, soweit es im Rahmen der Bearbeitung an Aktualität möglich war, Problemfelder der Entwicklung der NATO thematisiert werden. Zudem wird ein Ausblick auf mögliche Entwicklungen gegeben, wobei selbstverständlich anzumerken ist, dass dieser Punkt spekulativ gehalten werden musste.

Gang der Untersuchung:

Der Leser soll zunächst in die Thematik NATO eingeführt werden und anhand eines Überblicks über die Organisationsstruktur und die Entwicklung der NATO seit ihrem Bestehen bis hin zum Ende des Kalten Krieges in die Zusammenhänge der Thematik eingeführt werden.

Dabei soll der historische Teil, der der Organisationsstruktur folgt, nicht bloß die Historie aufzeigen, sondern anhand ausgewählter Krisen und Zerreißproben des Bündnisses dessen Anpassungsfähigkeit darstellen. Auch dienen diese Kapitel dem Verständnis des darauf folgenden Hauptteils.

Dieser beschäftigt sich mit Fragen wie der Entwicklung der NATO nach dem Ende des Kalten Krieges, der Rechtfertigung des Fortbestands des Bündnisses und den Anpassungsanstrengungen des Bündnisses an die neuen weltpolitischen Rahmenbedingungen und wodurch diese beeinflusst worden sind.

Dabei soll der Fokus auf wichtigen Ereignissen wie dem Kosovo-Krieg, dem 11. September, dem Irakkrieg, den Osterweiterungsrunden und anderen Einflüssen liegen. Ferner soll das Verhältnis zu Russland, insbesondere in Hinblick auf die Osterweiterung, nähere Erklärung finden. Es soll aufgezeigt werden, wie diese Ereignisse Einfluss in die NATO gefunden haben und wie daraus Veränderungen im Selbstverständnis der NATO, ihrer Vorgehensweise und in den Strukturen entstanden sind.

Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich schließlich mit der Frage des Aufbaus einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die eine nicht unerhebliche Überschneidung mit den Interessen der NATO aufweist.

Den Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einige Gedanken über die Zukunft der NATO. Ist die NATO nun als ein Instrument der Sicherheitspolitik wirklich nicht mehr wegzudenken? Oder ist die NATO mittlerweile nicht mehr als ein harmloser Papiertiger, der zwar noch ab und zu seine Zähne zu zeigen versucht, aber über kurz oder lang von der weltpolitischen Bühne verschwinden wird?

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: 2
Abkürzungsverzeichnis: 4
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis: 6
1. Einleitung 7
2. Aufbau und Organisation der NATO 9
2.1 Die politische Organisationsstruktur der NATO 10
2.2 Die militärische Organisationsstruktur der NATO 12
3. Die Entwicklung der NATO von den Anfängen bis zum Ende des Kalten Krieges 18
3.1 Die Gründungsjahre 19
3.2 Der Beginn des Kalten Krieges 22
3.3 Die Entspannungspolitik bis zum NATO-Doppelbeschluss 24
3.4 Die 80er Jahre 27
3.5 Das Ende des Kalten Krieges 29
4. Die Diskussion um die „neue NATO“ 31
4.1 Die NATO nach Ende des Kalten Krieges 31
4.1.1 Die erste Phase 34
4.1.2 Die zweite Phase 36
4.1.3 Die dritte Phase 39
4.2 Die erste Erweiterungsrunde 42
4.3 Die Umsetzung des neuen strategischen Konzepts im Kosovo-Krieg 44
4.4 Das Verhältnis zu Russland in der Frage der Osterweiterung 49
4.5 Der 11. September und die Folgen 52
4.6 Der NATO-Gipfel in Prag im November 2002 55
4.7 Die zweite Runde der Erweiterung 56
4.8 Der Irakkrieg und das Engagement in Afghanistan 60
4.9 Der NATO-Gipfel in Istanbul im Juni 2004 62
5. Die Europäische Außen- und Sicherheitspolitik und die NATO 64
5.1 Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungsidentität (ESVI) 66
5.2 ERRF und Combined Joint Task Forces (CJTF) 69
5.3 Die Rückkehr Frankreichs 70
6. Zusammenfassung und Ausblick 73
Quellen – und Literaturverzeichnis: 76
Anhang 85
Eidesstattliche Erklärung 91

Automatisiert erstellter Textauszug:

45 von 1949 beschlossenen Konzept eines reinen Verteidigungsbündnisses wesentlich unterschied. Dieses neue strategische Konzept sollte die Basis für die Allianz im nächsten Jahrhundert darstellen151 und nun einen „endgültig vom Ballast des Ost-West-Konflikts“152 befreiten Ansatz darstellen. Dabei ist es aber kein völlig neues Konzept, vielmehr ist es „a mixture of old and new elements, of continuity and change.“153So spricht sich die NATO darin das Recht zu, zukünftig auch außerhalb des eigenen Vertragsgebietes mit militärischen Mitteln intervenieren zu können – notfalls auch ohne ein UNO-Mandat. Diese Entscheidung deutete sich ja bereits in den Jahren zuvor an und fand nun durch die die aktuelle Lage im Kosovo ihre Bestätigung, so dass die NATO in das Dilemma geführt wurde, über ein militärisches Eingreifen auch ohne den erforderlichen Rückhalt der UNO nachzudenken. Im Angesicht der um sich greifenden Gewalt und eines wachsenden Flüchtlingsstroms wurde die Forderung laut, ein zweites Bosnien doch nach Möglichkeit zu verhindern.154 So entschied man sich, den eigenen Handlungsspielraum nicht beschneiden zu wollen155, auch wenn man damit Gefahr lief, dem Vorwurf der Nichtbeachtung des Völkerrechts ausgeliefert zu sein.156 Und genau dazu kam es ja dann auch in der Folge des Luftkrieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Weiterer, zentraler Diskussionspunkt, war die zukünftige Kernfunktion des Bündnisses. Einig war man sich darin, dass die gegenseitige Beistandspflicht nach Artikel 5 die wichtigste Aufgabe bleiben sollte. Doch was darüber hinaus zu den zentralen Aufgaben der NATO zählen sollte war heftig umstritten. Die USA forderten von den Bündnispartnern eine größere Flexibilität in Hinblick auf zukünftige Aufgaben wie zum Beispiel bei der Terrorismusbekämpfung und der Proliferation. In diesem Zusammenhang regten sie eine Ausweitung der bisher nur auf NATO-Vertragsgebiet ausgelegten Aufgaben an, um die gemeinsam vorhandenen Interessen besser verteidigen zu können. Doch ging diese Formulierung den meisten der europäischen Partner entschieden zu weit, da man befürchtete, so zu sehr in die amerikanischen [...]

44 Doch waren es nicht nur die NATO und Russland, die über die Erweiterung, Zeitpläne und eventuelle Beitrittskandidaten stritten. Auch innerhalb der NATO kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, die zur Folge hatten, dass eine Einigung auf die Anzahl der neuen Mitglieder wirklich erst in letzter Minute, kurz vor dem Madrider Gipfeltreffen von 1997, erzielt werden konnte.147 Oftmals wird bei der Diskussion um die Rolle der NATO-Osterweiterung vergessen, dass die Entscheidung für diese Erweiterung ja nicht nur von der NATO alleine entschieden wird. Vielmehr sind die Aufnahmekandidaten als souveräne Staaten in ihrer Entscheidung über einen Beitritt frei und nicht dazu gezwungen.148 Doch waren Zweifel an einem Beitritt in diesen Staaten eher rar gesät und so drängten die Ostmitteleuropäer auf einen raschen Beitritt. Dabei war es gerade das Programm der Partnerschaft für den Frieden, welches eine zentrale Rolle in ihrer Argumentation spielen sollte. Man habe ja, so wurde argumentiert, Engagement, Einsatzbereitschaft und Beitrittsfähigkeit hinreichend bewiesen und solle nun nicht mehr länger hingehalten werden. So konnte die NATO bald nicht mehr anders, als dem Drängen nachzugeben, wollte man nicht die eigene Vertrauenswürdigkeit verspielen und die Ostmitteleuropäer vor schweren Enttäuschungen und darauf unabsehbaren Reaktionen bewahren.149 So kam es dann, wie es letztendlich kommen musste: Die drei Aufnahmekandidaten Polen, Ungarn und die Tschechische Republik wurden in die Allianz als vollwertige Mitglieder aufgenommen, womit sich die Zahl der Mitglieder auf 19 erhöhte.150 Eine zweite Erweiterungsrunde sollte diesem Prozess noch folgen und wird in Kapitel 4.7 seine Erörterung finden. [...]

„Die Nato-Erweiterung verläuft nach Plan. Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten historischen Schritt zu unternehmen. Letzten Monat regte ich einen Gipfel im Frühjahr oder Frühsommer nächsten Jahres an, um eine erste Gruppe zukünftiger Nato-Mitglieder zu benennen und sie zu Beitrittsgesprächen einzuladen. Heute möchte ich das Ziel der Vereinigten Staaten darlegen. 1999, zum 50jährigen Bestehen der Nato und zehn Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, sollten die der ersten Gruppe angehörenden Länder vollwertige Bündnismitglieder sein. Ich habe meinerseits und wohl auch im Namen der Nato zugesagt, dass das Bündnis seine Tür nicht hinter den ersten neuen Mitgliedern versperren wird. Die Nato sollte für alle jungen Demokratien Europas offen sein, die zur Erfüllung der mit einer Mitgliedschaft einhergehenden Pflichten bereit sind. Keine Nation wird automatisch ausgeschlossen.“146 [...]

Arbeit zitieren:
Pamler, Lars Januar 2006: Die neue NATO - Der Wandel der Allianz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Nordatlantikvertrag, Verteidigungsbündnis, internationale Politik

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