Das Mutterbild hinter der Früh- und Vorschulpädagogik in Deutschland und Frankreich
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Pia Spohr
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 455,6 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8671-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8671-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8671-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Spohr, Pia Januar 2005: Das Mutterbild hinter der Früh- und Vorschulpädagogik in Deutschland und Frankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Frauen, Kindergarten, deutsch-französisch, Sozialstation, Kindheit
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Staatsexamensarbeit von Pia Spohr
Zusammenfassung:
Ob Deutsche oder Französinnen, immer mehr junge Frauen bereiten sich auf ein autonomes Berufsleben vor. Sie qualifizieren sich beruflich und fordern damit ihre Teilhabe an der Arbeitswelt.
Doch wie steht es um die Berufstätigkeit der Frauen, wenn sie Mütter werden: Nachwuchs bekommen - und arbeiten? Im interkulturellen Vergleich finden sich zwischen den Wünschen und Lebensvorstellungen junger deutscher und französischer Mütter große Unterschiede. Im direkten Vergleich familienpolitischer Entscheidungen zeigt sich besonders eindrücklich, welchen Platz die Gesellschaft diesen Lebensplanungen einräumt und wie bereits traditionell stark unterschiedlich geprägte Mutterbilder die individuellen Lebensentwürfe beeinflussen.
Mein Interesse in der hier vorgelegten Arbeit gilt der Frage, welche gegenwärtigen deutschen und französischen Vorstellungen und Ideen das Band zwischen Müttern zu ihren Kindern und dem Staat zusammenhält und welche wechselseitigen Bezüge darin sichtbar werden. Dabei ist es mir besonders wichtig, dem Selbstbild von Frauen breiten Raum einzuräumen und die gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen, die Mutterbilder der beiden Länder, ins Zentrum meiner Arbeit zu stellen. Die darin zum Vorschein getretenen Widersprüche und Gemeinsamkeiten bilden die Folie für die notwendigen Veränderungsmöglichkeiten im familienpolitischen Bereich, bei den Teilhabemöglichkeiten im Erwerbsleben und den damit verbundenen Verbesserungen der Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Kindern in einer Gesellschaft.
Die Familienpolitik eines Landes strukturiert die Rahmenbedingungen innerhalb derer die Frauen in einer Gesellschaft ihre persönlichen Lebensentscheidungen treffen. Familienpolitik übt in all ihren Facetten unterschiedlich starken Einfluss auf die Einzelnen aus, dabei wirken einzelne Maßnahmen vorwiegend als normative Orientierungsgrundlagen andere als Ressourcenausstattung, die die Handlungsmöglichkeiten von Frauen erweitern oder einschränken. Im interkulturellen Vergleich sollte es in dieser Arbeit um das Aufzeigen von Tendenzen und Anreizstrukturen, nicht aber um die Aussage gehen, dass politisch gesetzte Rahmenbedingungen das Handeln der einzelnen alternativlos erzwingen. Allerdings konnten im letzten Teil der Arbeit eindeutige Belege für die in beiden Gesellschaften weit auseinander gehenden Sozialisationsvorstellungen von Kindern gefunden werden. Deutlich wurden diese in der Gegenüberstellung der Betreuungsinstitutionen für Vorschulkinder. In den länderspezifischen Sozialisationsvorstellungen von Kindern konnten die unterschiedlichen Implikationen für die Mütterrollen herausgearbeitet werden. Deutlich wurde, dass sich das Rollenverständnis französischer und deutscher Mütter unterscheidet und dass diese Unterschiede die Sozialisationskonzepte entscheidend mitgestalten, was sich nicht immer zum Vorteil für Kinder im Vorschulalter auswirkt.
Vielleicht schaffen es Vorschuleinrichtungen in Deutschland und Frankreich immer häufiger, diese wertvollen Jahre aller Kinder verantwortlich zu gestalten, indem sie im Sinne einer „Weltbildung“ Wissensanlässe schaffen (vgl. Elschenbroich, 2001). Denn je mehr Kinder von dieser Welt wissen, desto interessanter wird sie für sie und desto intensivere Teilhabemöglichkeiten stehen ihnen heute und in Zukunft offen.
Inhaltsverzeichnis:
| Einführung | 1 | |
| 1. | Konzepte und Ziele aktueller Familienpolitik | 2 |
| 1.1 | Tendenzen aktueller Familienpolitik im Ländervergleich | 7 |
| 1.2 | Historische Hintergründe konzeptioneller Unterschiede | 10 |
| 2. | Instrumente der länderspezifischen Familienpolitiken | 13 |
| 2.1 | Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutschland und Frankreich | 16 |
| 2.2 | Möglichkeiten öffentlicher und privater Kinderbetreuung im Ländervergleich | 19 |
| 2.3 | Zusammenfassung des familienpolitischen Teils | 21 |
| 3. | Vorstellungen, Wünsche und Lebensplanungen junger Frauen in Deutschland und Frankreich | 24 |
| 3.1 | Das normative Mutterbild in Deutschland | 33 |
| 3.2 | Frauen bringen Frankreich vorwärts - das normative Bild von Müttern in der französischen Gesellschaft | 37 |
| 4. | Die pädagogischen Wurzeln deutscher Kindergartenerziehung und französischer Vorschulbildung | 40 |
| 4.1 | Mütter- und Kindererziehung im Sinne von Pestalozzi und Rousseau und ihre Wirkung auf die aktuelle Vorschulpädagogik | 44 |
| 4.2 | Die école maternelle: das Kind als Schüler | 49 |
| 4.3 | Der Bildungsauftrag des deutschen Kindergartens | 51 |
| 4.4 | Die école maternelle und der Kindergarten - Versuch einer Gegenüberstellung | 55 |
| 5. | Resümee | 59 |
| Literaturverzeichnis |
Vereinbarkeitsproblematik ein Argument, das immer wieder von unterschiedlichsten Seiten ins Feld geführt wird. Dabei beschreibt dieses Argument besonders deutlich die auf partnerschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene fehlenden Entlastungsmöglichkeiten für Mütter. Diese nicht wahrgenommenen Verantwortlichkeiten an die Mütter zurückzugeben, wird diese vermutlich nicht zufriedener machen. Das Ergebnis der Studie belegt, dass sich nicht alle jungen Frauen in den Kategorien von Beruf und Familie entwickeln wollen, und es bleibt anzumerken, dass die Bedeutung des Berufs trotzdem über alle Lebensthemen hinweg für viele Frauen einen hohen Stellenwert besitzt. Selbst für Frauen mit dem Lebensthema „Familie“ spielt er eine entscheidende Rolle, und zwar als eigene Basis für die Familiengründung. Außerdem bestätigt sich, dass viele Frauen in Berufen ausgebildet Existenz wurden, die eine und [...]
Autonomie einschränken würden. Sie genießen die Freiheit in einer Situation, in der sie einen gewissen Lebensstandard erreicht haben. Diese jungen Frauen fühlen sich wohl mit den von ihnen erreichten Zielen, wollen nichts daran ändern und sich nicht auf längerfristige Verpflichtungen einlassen (ebd.,145). Bei der kleinsten Gruppe von jungen Frauen wird kein individueller Lebensentwurf deutlich. Ihr Lebensthema ist die Suche nach Orientierung. Sie haben oft sehr widersprüchliche Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten wollen, können sich aber nicht für ein Szenario entscheiden. Durch die große Unentschlossenheit der Frauen tritt eine starke Unzufriedenheit mit Blick auf die Diskrepanz zwischen ihrer tatsächlichen Lebenssituation und dem, was sie sich eigentlich wünschen, zutage. Die Wünsche leiten nicht ihr Handeln. Meist bewältigen sie kurzfristig entstehende Alltagsanforderungen und wünschen sich, irgendwann einmal zufrieden zu sein. Sie schätzen ihre Situation als wenig beeinflussbar Lebensentwurf ein. Die Unentschiedenheit durch und schwierige im individuellen biographische geprägt. [...]
Neben den bereits bekannten Lebensthemen von Frauen sollen nun die anderen in der Öffentlichkeit weniger beachteten Lebensthemen eine Rolle spielen. Dabei unterscheiden sich die 15 von 125 befragten Frauen mit dem Lebensthema „Eigener Weg“ deutlich von allen anderen Frauen. Sie stellen sich selbst ins Zentrum ihres Lebens und sehen es als ihre Aufgabe an, ihren Weg zu finden und zu gehen. Das bedeutet auch, vorgegebene Wege in Frage zu stellen. Es gibt für sie kein konkretes Ziel, das sie erreichen wollen. Der Weg ist für sie das Ziel. Dabei spielt zum Beispiel auch die Vorstellung vom Leben im Ausland eine Rolle. Wie setzen diese Frauen ihre Vorstellungen um? Kennzeichnend für die jungen Frauen ist insgesamt, dass sie ihren durch bestehende Normen abgesteckten Lebensund [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832486716
Arbeit zitieren:
Spohr, Pia Januar 2005: Das Mutterbild hinter der Früh- und Vorschulpädagogik in Deutschland und Frankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Frauen, Kindergarten, deutsch-französisch, Sozialstation, Kindheit



