Multinationales Teambuildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Wolfram Bürgel
- Abgabedatum: Mai 2000
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 568,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6773-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6773-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6773-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bürgel, Wolfram Mai 2000: Multinationales Teambuildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Training, Internationales Management, Interkultur, Globalisierung, Projektmanagement
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Diplomarbeit von Wolfram Bürgel
Zusammenfassung:
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit einer Schnittmenge von zwei Fachgebieten der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Das ist auf der einen Seite das interkulturelle Management, und auf der anderen Seite das verhaltenswissenschaftliche Management. Interkulturelles Management beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung von erfolgreichen Lösungen kulturbedingter Managementprobleme.
Aus diesem umfangreichen Themengebiet soll die Arbeit eine Antwort auf folgende Frage geben, die anschließend genau erläutert wird:
„Wie lassen sich kulturspezifische Probleme eines multinationalen Teams durch ein anfangs durchgeführtes Teambuilding (im Sinne der Organisationsentwicklung) vermindern?“ Bei der Beantwortung der Frage setzt der Autor voraus, dass sich Probleme kulturspezifischer Art und ihre Auswirkungen durch Trainingsinterventionen vermindern lassen. Dies bestätigen Black und Mendenhall in einer Untersuchung von 29 empirischen Studien.
Deshalb interessiert an dieser Stelle nur die Antwort auf das „wie“. Auf die Diskussion, ob die Kulturen sich durch die zusammenwachsende Weltwirtschaft oder andere Einflüsse immer ähnlicher werden und damit die Kulturforschung unwichtiger wird oder nicht, wird nicht detailliert eingegangen und auf andere Literaturquellen verwiesen. In dieser Arbeit wird die Ansicht vertreten, dass sich Kulturen in naher Zukunft nicht so ähnlich werden, dass eine Forschung in diesem Gebiet unwichtig werden könnte.
Die Einschränkung der Arbeit auf kulturspezifische Probleme in Teams ist unbedingt notwendig. Als kulturspezifische Probleme bezeichnet man jene Probleme zwischen Individuen, die durch unterschiedliche kulturelle oder gesellschaftliche Lebensumstände hervorgerufen werden. Die Abgrenzung solcher Probleme von persönlichen und organisatorischen ist vor allem in der Praxis sehr schwer möglich, da sich bei einem Experiment nicht alle Faktoren konstant halten lassen. Dies wäre aber notwendig, um die unterschiedliche Gewichtung der Einflussfaktoren auf die Arbeit im Team zu erkennen.
In dieser Arbeit werden die kulturspezifischen Probleme beleuchtet und anschließend ein multinationales Teambuilding als Lösungsansatz für diese vorgeschlagen. Die Arbeit von Teams wird neben Kultur von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Unter anderem sind dies Teamgröße, Selbständigkeit des Teams, Art der Aufgabe, Unterstützung durch das Management, Entlohnungssystem, Teamstatus, kooperative Arbeitsatmosphäre, Ausbildung und ebenso Homogenität des Teams6. Diese Arbeit beschäftigt sich aber nur mit den durch unterschiedliche Kulturen entstehenden kulturspezifischen Problemen und Einflüssen in Teams. Die Implikationen kultureller Unterschiede auf Unternehmen und Unternehmensteile wie Marketing, Produktion, oder Rechnungswesen werden nicht erläutert. Die Entscheidung ob und wo Teams in einer Organisation eingesetzt werden sollen, wird nicht untersucht. Als Forschungsobjekt wurden multinationale Teams ausgewählt. Multinationale Teams sind Teams, deren Mitglieder aus mindestens drei verschiedenen Nationen kommen. Eine exakte Definition von multinationalen Teams sowie eine Abgrenzung zu multikulturellen Teams erfolgt in Kapitel 1.4.5. Der Einfluss des Faktors Kultur auf die Leistung einzelner Individuen wurde zum Beispiel im Zusammenhang mit Auslandsentsendungen schon genauer untersucht. In dieser Arbeit soll nun der negative Einfluss des Faktors Kultur auf die Arbeit im Team untersucht werden. Dabei wird der Einfluss von Kultur auf externe Faktoren eines Teams nicht analysiert. Bei der Betrachtung der Teams wird weiters davon ausgegangen, dass die Auswahl der Teammitglieder bereits erfolgt ist oder vom Team selber nicht gesteuert werden kann. Obwohl sich diese Arbeit mit den negativen Effekten des Einflussfaktors „Kultur“ beschäftigt, wird darauf hingewiesen, dass multinationale Teams sehr wohl ausgesprochen positive Effekte haben können und in internationalen Organisationen auch absolut notwendig sind. Die Problematik der unterschiedlichen Kulturen in multinationalen Teams bedingt, wie in dieser Arbeit dargelegt wird, dass solch ein Team auf seine Arbeit und komplexe Situation vorbereitet werden muss.
Da die Konsequenzen der Probleme, wie Frustration, Stress, mangelnde Teamkohäsion, erhöhte Kosten, Verzögerung oder gar das Scheitern der Aufgabe, schwerwiegend sind und auch die Problematik von Beginn an bekannt ist, kann das Auftreten dieser Probleme durch eine geeignete Vorbereitung des Teams vermindert werden. Als Trainingsintervention zur Vorbereitung der multinationalen Teams scheint die Methodik des multinationalen Teambuilding geeignet zu sein. Dies wird in Kapitel 3 darlegt. Ein erfolgreiches Teambuilding hilft neuen und bereits existierenden Teams bei der Entwicklung zu mehr gegenseitigem Vertrauen, dazu, Konflikte, Vorurteile und Ressentiments abzubauen, die unterschiedlichen Erwartungen kennen zu lernen, sowie eine gemeinsame Zielsetzung und die geeigneten Entscheidungsprozesse für ihr Team zu entwickeln. Die Ergänzung „im Sinne der Organisationsentwicklung“ soll darauf hinweisen, dass das multinationale Teambuilding auf dem Konzept der Organisationsentwicklung beruht. Die Arbeit vertritt einen kulturgenerellen Zugang, um auf der einen Seite Stereotypen gegenüber Nationen vorzubeugen. Auf der anderen Seite besteht dadurch die Möglichkeit, die Arbeit als Grundlage für eine Spezialisierung auf einzelne Kulturen zu verwenden.
Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Arbeit natürlich auch mit „meiner kulturellen Brille“ und der der verwendeten Literatur geschrieben wurde. Auch dem Leser wird eine neutrale Beobachtung von Kultur nicht möglich sein, da seine eigene Kultur als Wahrnehmungsfilter eine neutrale Betrachtung anderer Kulturen unmöglich macht.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 1 | |
| 1. | Grundlagen | 4 |
| 1.1 | Vorwort | 4 |
| 1.2 | Thema | 5 |
| 1.3 | Aufbau und Methodik | 9 |
| 1.4 | Definitionen und Abgrenzungen | 11 |
| 1.4.1 | Kultur | 11 |
| 1.4.2 | Kulturelle Unterschiede - 7 Dimensionen von F. Trompenaars | 14 |
| 1.4.3 | Abgrenzung multinational von multikulturell | 21 |
| 1.4.4 | Team | 23 |
| 1.4.5 | Multinationale Teams | 25 |
| 2. | Über Multinationale Teams | 27 |
| 2.1 | Grundlagen von Teams | 27 |
| 2.1.1 | Entwicklung von Teams | 28 |
| 2.1.2 | Prozesse in Teams | 29 |
| 2.1.2.1 | Kommunikation | 31 |
| 2.1.2.2 | Führung | 32 |
| 2.1.2.3 | Konflikt | 35 |
| 2.1.2.4 | Macht | 37 |
| 2.1.2.5 | Motivation | 38 |
| 2.2 | Unterschiede national homogener undmultinationaler Teams | 40 |
| 2.2.1 | Kultureinfluss auf Teams | 40 |
| 2.2.2 | Mehrfache Problematik des Faktors Kultur | 43 |
| 2.2.3 | Variierender Einfluss des Faktors Kultur in Teams | 44 |
| 2.3 | Kulturspezifische Probleme multinationaler Teams | 46 |
| 2.3.1 | Problembereich Kommunikation | 48 |
| 2.3.2 | Problembereich Führung | 51 |
| 2.3.3 | Problembereich Konflikte | 53 |
| 2.3.4 | Problembereich Macht | 55 |
| 2.3.5 | Problembereich Motivation | 57 |
| 2.4 | Probleme und ihre Folgen für multinationale Teams | 60 |
| 2.4.1 | Konsequenzen für die Teammitglieder | 60 |
| 2.4.2 | Konsequenzen für das Team | 63 |
| 2.4.3 | Konsequenzen für die Teamaufgabe | 64 |
| 3. | Multinationales Teambuilding als Lösungsansatz | 66 |
| 3.1 | Über Organisationsentwicklung | 67 |
| 3.1.1 | Organisationsentwicklung | 67 |
| 3.1.2 | Teambuilding | 72 |
| 3.2 | Interkulturelle Trainings | 76 |
| 3.2.1 | Grundlagen interkultureller Trainings | 76 |
| 3.2.2 | Typen interkultureller Trainings | 77 |
| 3.3 | Anforderungen an ein multinationales Teambuilding | 79 |
| 3.3.1 | Untauglichkeit konventioneller Ansätze | 79 |
| 3.3.2 | Vorteile eines multinationalen Teambuilding | 82 |
| 3.3.3 | Kriterien für ein multinationales Teambuilding | 83 |
| 3.3.3.1 | Prozesskriterien | 84 |
| 3.3.3.2 | Inhaltskriterien | 85 |
| 3.4 | Evaluierung von multinationalen Teambuildings | 88 |
| 3.4.1 | Bedeutung der Evaluierung | 88 |
| 3.4.2 | Schwierigkeiten bei der Evaluierung von multinationalen Teams | 88 |
| 3.4.3 | Zur Überprüfung der vorgeschlagenen Kriterien | 90 |
| 4. | Zusammenfassung | 93 |
| 4.1 | Zusammenfassung | 93 |
| 5. | Quellen | 95 |
| 5.1. | Verwendete Literatur | 95 |
| 5.2 | Internet | 100 |
| 5.3 | Weitere Quellen | 100 |
| 5.4 | Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | 101 |
In Kapitel 2.2 wurde der umfangreiche Einfluss von Kultur, und demnach auch von mehreren Kulturen, auf Individuen und Teams dargelegt. Diese Komplexität bleibt natürlich nicht ohne Konsequenz – es entstehen kulturspezifische Probleme 134. Nachfolgend werden kulturspezifische Probleme innerhalb von Teams strukturiert dargelegt und ihre Ursachen erklärt. Kulturelle Einflüsse auf Faktoren, die außerhalb des Teams liegen, werden nicht berücksichtigt, da dies zu umfangreich wäre und nicht Ziel dieser Arbeit ist. Bei der folgenden Aufzählung ist aber noch ein weiterer Punkt zu berücksichtigen. Die beschriebenen Probleme treten nicht in jedem Team auf und sind jeweils in unterschiedlicher Intensität vorhanden. Gründe sind die bereits in Kapitel 2.2.3 genannten, und die Art und Struktur der Aufgaben des Teams. Da die Aufgabe von außen fix vorgegeben ist, kann sie vom Team nicht verändert werden und wird hier nicht weiter behandelt 135. Kulturspezifische Probleme werden durch jene Erfahrungen und Einstellungen der Teammitglieder reduziert, die es den Mitgliedern ermöglichen, erfolgreich in multinationalen Teams zu interagieren. Man spricht in diesem Zusammenhang von interkultureller Kompetenz. Der Begriff bezeichnet das Wissen, die Fertigkeiten und das Verständnis, die dazu beitragen, erfolgreich mit anderen Kulturen zu interagieren. Diese werden durch den individuellen Lebens- [...]
Die relative kulturelle Distanz der Mitglieder ist ein weiterer Grund für die Varianz des kulturellen Einflusses in unterschiedlichen multinationalen Teams. Der kulturelle Abstand der im Team vorhandene n Nationen zeigt sich in den spezifischen Ausprägungen der kulturellen Dimensionen. Diese Distanz ist aus mehreren Gründen von Bedeutung: 1. Je größer dieser kulturelle Abstand von Nationen ist, desto eher treten Probleme auf, die die Zusammenarbeit im Team behindern129. Ein empirischer Nachweis der exakten Korrelation wurde noch nicht erbracht und ist auch kaum möglich, da sich die verschiedenen Einflüsse auf das individuelle Verhalten nicht konstant halten lassen. Die Kulturmodelle von Hall, Hofstede, Trompenaars und Kluckhohm und Strodtbeck lassen diesen Schluss aber zu. 2. Laurent130, Mullen131 und Adler 132 führen an, je kulturell unterschiedlicher die Umgebung der Person ist, desto mehr werden die kulturellen Eigenheiten betont und treten stärker hervor. In Teams, deren Mitglieder aus stark unterschiedlichen Kulturen kommen, verstärken sich somit die kulturspezifischen Probleme. Snow, Davison, Snell und Hambrick nennen als weitere Einflussfaktoren das Niveau der Gewandtheit in der Sprache die vom Team benützt wird, die Managementstile des Teamleiters, die Kommunikationsstile und Erwartungen der einzelnen Teammitglieder, was als richtiges Gruppenverhalten gilt. Neben dem bereits genannten Grad der Ähnlichkeit oder Unterschiedlichkeit der kulturellen [...]
Der Einfluss des Faktors Kultur ist nicht immer und in allen multinationalen Teams konstant, was bereits angemerkt wurde. Auf das individuelle Verhalten und damit auch auf multinationale Teams variiert die Bedeutung der Kultur. Maznevski und Peterson erklären dies mit sogenannten „starken“ und „schwachen“ Situationen126. Starke Situationen sind solche, in denen das erwartete und erwünschte Verhalten klar ist. In Organisationen wird dies durch Prozeduren, Verhaltensanweisungen, explizite Regeln und technische Verfahren erreicht. In schwachen Situationen sind diese hingegen nicht vorhanden und das Individuum muss in dieser Situation selbständig entscheiden und reagieren, wodurch der Einfluss der kulturellen Prägung stark ist. In multinationale n Teams existieren zahlreiche schwache Situationen, die in Beziehungen gegenüber Personen, der Zeit und der Umwelt bestehen. Da aber genau in diesen Situationen eine Kultur Hilfestellung und Anleitung zum Verstehen und Handeln liefert, verstärkt sich in einem multinationalen Team der Effekt der schwachen Situationen. Die Kulturen der Teammitglieder bieten in diesen schwachen Situationen unterschiedliche Handlungsanweisungen an, so dass sich die kulturellen Unterschiede besonders bemerkbar machen127. Wenn das Management durch Regeln starke Situationen für Teammitglieder erzeugt, können durch kulturelle Unterschiede trotzdem negative Effekte [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832467739
Arbeit zitieren:
Bürgel, Wolfram Mai 2000: Multinationales Teambuildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Training, Internationales Management, Interkultur, Globalisierung, Projektmanagement



