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Multimedia kann alles - aber wer kann Multimedia?

Eine Untersuchung zum Verhältnis von technischer Kompetenz und Interaktivität bei Internetnutzern

Multimedia kann alles - aber wer kann Multimedia?
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Malte Sulkiewicz
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8428-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8428-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8428-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sulkiewicz, Malte Oktober 2002: Multimedia kann alles - aber wer kann Multimedia?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Computer, Medien, digital, Medienkompetenz, Medienintegration

Magisterarbeit von Malte Sulkiewicz

Zusammenfassung:

„Es ist wie ein Hurrikan: Der Sturm der Begriffe - Informationsgesellschaft, Datenautobahn, Cyberspace, Multimedia - knickt Laternenpfähle wie Zündhölzer“ (Glotz 2000: 17).

Wer kann Multimedia?

‚Multimedia kann alles‘. Aber im Freundes- und Bekanntenkreis stellt sich die Situation subjektiv betrachtet häufig gegenteilig dar. Sie nutzen zwar überwiegend das Internet, aber gerade in Bezug auf die Nutzung von Inhalten, die mit dem Begriff ‚Multimedia’ in der Diskussion am ehesten in Verbindung gebracht werden, zeigen sich Schwierigkeiten bei der Anwendung.

Der Bedeutung des Begriffes ‚Multimedia’ liegt dabei keinesfalls ein konsentiertes Verständnis zugrunde. Es wird von „interaktiven Medien“ und „multimedialen Inhalten“ gesprochen, im „Netz-Medium werden bisher getrennte Einzelmedien integriert“. Die Diskussion darüber, ob das „multimediale“ und „interaktive“ Internet ein Massenmedium ist oder nicht oder ob die „kommunikationstechnologogischen Umwälzungen“ lediglich zu einer Veränderung der traditionellen Medien führen, führt zu einer Diskussion über das Verständnis des Medienbegriffes selbst.

‚Wer kann Multimedia?‘ Diese Frage wird in dieser direkten Form nicht gestellt. Vielleicht, weil der Begriff selbst bisher definitorisch nicht gefasst wurde. Diese Arbeit stellt den Versuch der explorativen Modellierung eines Untersuchungsansatzes dar, der das mediale Angebot ‚Multimedia’ als Ausgangspunkt für die Suche nach Erklärungen beinhalten soll.

Zum Inhalt: ‚Multimedia’ wird zunächst als neues mediales Angebot definiert - die sozialwissenschaftliche Perspektive der Betrachtung durch die technisch begründete Sichtweise der Informatik ergänzt. Auf der Basis der Wortbestandteile und des zugewiesenen Potentials wird aus einer interdisziplinären Perspektive systematisch bisherige Definitionen hinsichtlich eines Konsens untersucht, um im Ergebnis zu einer Definition zu gelangen, die die zentralen Eigenschaften beinhaltet.

Im Anschluss werden einige ausgewählte Darstellungen dahingehend betrachtet, welche Bestandteile aus dem Anforderungskatalog an einen (aus sozialwissenschaftlicher Sicht) medienkompetenten Nutzer ihm die Rezeption multimedialer Inhalte ermöglichen sollen.

Dem explorativ angelegten Theorieteil entsprechend wird im praktischen Teil der Arbeit die theoretische Modellierung des medialen Angebotes ‚Multimedia’ als Ausgangspunkt für eine empirische Studie gewählt und somit auch hinsichtlich der Umsetzbarkeit getestet.

Die Beschreibung des Operationalisierungsprozesses wird dabei zum einen an einigen Stellen Hinweise auf Verbesserungen aufzeigen, zum anderen jedoch auch Anforderungen formulieren, die sich aus der theoretischen Betrachtung heraus als elementare Voraussetzungen darstellten. Das Experiment bestand letztendlich aus zwei Teilen, das Panel umfasste 10 Teilnehmer. Im ersten Teil wurden die Nutzungsgewohnheiten des jeweiligen Probanden mittels eines standardisierten Fragebogens erfasst, im zweiten Teil wurde ihr Handeln mit rechnerbasierten medialen Angeboten, die ein unterschiedliches interaktives Potential aufwiesen mittels einer teilnehmenden Beobachtung erfasst. Einige der Sequenzen befinden sich in Form einer Video-CD im Anhang der Arbeit.

Es zeigte sich, dass längst nicht jeder Proband in der Lage war, ‚multimedial’ zu rezipieren. Deutlich wurde jedoch auch, dass es sinnvoll ist, bei weiteren Untersuchungen und in Diskussionen über das Medium ‚Multimedia’ dieses zunächst als Ausgangspunkt zu wählen und: Es scheint möglich, ‚Multimedia’ zu definieren.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
1. Multimedia 5
1.1 Die wissenschaftliche Einordnung eines Begriffes 5
1.1.1 Multimedia – auf Basis der Wortbestandteile 6
1.1.2 Multimedia – auf Basis der wissenschaftlichen Definitionen 9
1.1.3 Multimedia – ein mediales Angebot kann alles 13
1.2 Wissenschaft und Multimedia – eine Zusammenfassung 16
1.3 Systematisierung der Betrachtungen - die Suche nach Gemeinsamkeiten 17
1.4 (Er-)Klärung der Begrifflichkeiten 22
1.4.1 Digitalisierung 24
1.4.2 Integration 25
1.4.3 Interaktivität 27
1.3 Die neue Qualität 29
2. Interaktivität und die Rolle des Nutzers 33
2.1 Der Begriff der ‚Interaktivität’ 33
2.1.1 Technisch 34
2.1.2 Sozialwissenschaftlich 36
2.1.3 Interaktivität – vom Angebot bestimmt und von der Soziologie bewertet 39
2.2 Anforderungen an den Nutzer 47
2.2.1 Medienkompetenz 47
2.2.2 Die Kompetenz des interaktiven Handelns 50
2.3 Eine Neubewertung der technischen Kompetenz 52
3. Ein neuer Ausgangspunkt der Betrachtungen 55
4. Die Studie – Umsetzung der theoretischen Modellierung 60
4.1 Die Probanden 63
4.2 Der Fragebogen 64
4.3 Das Experiment 67
4.3.1 Die Reduktion eines komplexen Sachverhaltes durch Variation eines Merkmals 68
4.3.2 Die Wahl der Angebote 69
4.3.3 Die Aufgaben 72
4.3.4 Der Versuchsaufbau 74
4.3.5 Die Durchführung 76
4.4 Die Auswertung 76
5. Die Ergebnisse 79
5.1 Die Differenz zwischen potentieller und tatsächlicher Nutzung 79
5.2 Der aktive Umgang - Ergebnisse einer kontrollierten Konfrontation 90
5.3 Die Kombination der Ergebnisse 99
6. Fazit 103
Literaturverzeichnis 107
Abbildungsverzeichnis 114
Anhang 115
Screenshot www.brockhaus.de 116
Fragebogen 117
Checkliste Experiment 123
Codebuch - Fragebogen 124
Hinweise zur Auswertung - Videos 134
Darstellung „Analyse der Videos (Excel)“ 135
Darstellung „Benötigte Zeit/Teilaufgbae“ 136
Video- und Daten-CD 137

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die erste Teilaufgabe bestand wiederum aus einer Recherche der entsprechenden Informationen, der Rezeption aller zur Verfügung stehenden Perzeptionsmedien und dem Drucken des Artikels. Im Unterschied zur ersten Teilaufgabe lagen hier allerdings alle Informationen überwiegend textbasiert vor. Nur selten werden Bilder zur Illustration oder Navigation verwendet, auf kontinuierliche Perzeptionsmedien wird vollkommen verzichtet. Das Angebot stellt so einen Gegensatz in Bezug auf das mögliche Interaktionspotential im Vergleich zur ersten Aufgabe dar, dies sollte sich aus theoretischer Sicht in der Form des aktiven Handelns bzw. dem Verhältnis von Intention und Ergebnis widerspiegeln. Den übergeordneten Zielen der Aufgaben entsprechend bestand die zweite Teilaufgabe aus der Suche nach Hinweisen auf allgemeine Gefahren im WWW. Diese Informationen sollten, wie auch das Bild des Aktienkurses, abgespeichert werden. Sie waren diesmal jedoch textbasiert. Die dritte Aufgabe beinhaltete nur eine Vorgabe, deren Einhaltung sich allerdings einer Überprüfung entzieht. Die Testpersonen sollten sich entsprechend ihrer momentanen Nutzungsgewohnheiten im WWW bewegen. Ein mediales Angebot oder ein bestimmtes Ziel war nicht vorgegeben. Eine Überprüfung der Verständlichkeit der Aufgabenstellung und des Zeitlimits erfolgte, äquivalent zum Fragebogen, durch einen Pretest. Der Zeitrahmen erwies sich als ausreichend, setzte allerdings vor allem in Bezug auf die erste Aufgabe zur Zielerreichung die volle Nutzung der Möglichkeiten des rechnerbasierten Endgerätes und der Anwendungen voraus. Es zeigte sich ebenfalls, dass die ‚Lösung’ aller Abschnitte der zweiten Aufgabe bei gleicher Nutzungsintensität nicht den gesamten Zeitrahmen beanspruchte. Da berücksichtigt werden musste, dass auch von den späteren Testpersonen einige diesen ‚idealen’ Weg der Bearbeitung gehen könnten, wurde in der Einleitung die Möglichkeit der Nutzung eventuell überschüssiger Zeit für die Bearbeitung einer anderen Aufgabe ausgeschlossen. Da auch die Frage auftauchte, ob man das Plug-in überhaupt installieren dürfte, wurde ein entsprechender Hinweis ebenfalls in die Einleitung aufgenommen. [...]

auf diesen Beitrag, da der Aufwand für das Auffinden sich unabhängig vom Zeitpunkt der Untersuchung darstellt: Er befindet sich im Archiv. Dies macht Ergebnisse, die sich in Bezug auf den Ablauf der Recherche und somit den Umgang mit dem Angebot betreffen, vergleichbar. Den Artikel selbst sollten die Testpersonen nicht inhaltlich erfassen, der eigentliche Schwerpunkt lag in der Rezeption aller zur Verfügung stehenden Perzeptionsmedien. Dies waren in diesem Fall: Der Text selbst, bzw. eine entsprechende Druckversion, verschiedene Bilder und ein Video mit dem entsprechenden Fernsehbeitrag. Dieses Video liegt im Real-Audio-Media Format vor und benötigt eine entsprechende Erweiterung in Form eines kleinen Programms.75 Dieses Plug-in gehört nicht zum standardisierten Lieferumfang eines Browsers, kann jedoch kostenlos bezogen werden. Das diese Erweiterung benötigt wird, ist für den Nutzer nur anhand der Endung „ram“, an der durch einen Klick auf ein Videosymbol aufgerufenen Datei, erkennbar. Während bei anderen medialen Angeboten beim Aufruf einer entsprechenden Datei auf das Fehlen einer Komponente hingewiesen wird, geschieht dies bei der Domain der Tagesschau nicht.76 Erkennbar wird es nur durch die oben beschriebene, indirekte Mitteilung des rechnerbasierten Endgerätes, bzw. eine einer entsprechenden Interpretation durch die Testperson. Dieser Umstand kann als ein Versäumnis der Programmierer des Angebotes aufgefasst werden, birgt aber im Kontext der Betrachtung der Mensch-Maschine-Interaktion einen Vorteil. Es ermöglicht die Beobachtung der Reaktionen der Testpersonen, wenn das Ergebnis ihres Handelns (Klicken auf das Videosymbol) nicht ihrer Intention entspricht (Aufruf des Videos). In den anschließenden Handlungen soll vor allem der Grad des Verständnisses für die Verarbeitung digitaler Daten sichtbar werden. An Informationen stehen dem Teilnehmer nur der indirekte Hinweis des medialen Angebotes („ram“) und das Wissen, dass es sich um ein Video handelt zur Verfügung Den Abschluss der ersten Aufgabe bildet wiederum eine Recherche in Form des Auffindens von Informationen, die die Aktienentwicklung der Commerzbank betreffen. Der Aspekt der möglichen Weiterverarbeitung findet sich hier im Abspeichern des Perzeptionsmediums ‚Bild’. Die zweite Aufgabe hatte die Konfiguration eines privaten Internet-Zuganges zum Inhalt. Die Aufgabenstellung simulierte hierzu die Situation, mit der jeder Nutzer konfrontiert ist, der einen privaten Internetzugang einrichten möchte. Unter Berücksichtigung der Auswahl der Testpersonen wurde dabei die Universität Münster bzw. das Rechenzentrum als Anbieter gewählt. Aufzufinden waren Informationen, die allein die Konfiguration des eigenen rechnerbasierten Endgerätes betreffen. Dabei sollte es sich um einen Rechner mit Windows 98 handeln, die Einwahl sollte über ISDN erfolgen. [...]

4.3.3 Die Aufgaben Die Bearbeitung der Aufgaben74 sollte die Beobachtung individuellen Umgangs mit medialen Angeboten ermöglichen, denen ein unterschiedliches Interaktionspotential zugewiesen wurde. Dies durfte jedoch für die Testpersonen nicht offensichtlich sein. Dementsprechend bestanden die Aufgaben aus einer Simulation des ‚Alltäglichen’. Die erste Aufgabe beinhaltete die Beschäftigung mit der Domain „tagesschau.de“ in Form einer journalistischen Recherche. Die zweite Aufgabe simulierte ebenfalls die Suche nach Informationen, hier wurde der Schwerpunkt jedoch auf den privaten Bereich gelegt. Die dritte Phase ließ den Testpersonen alle Freiheiten und bestand lediglich aus der Aufforderung, sich mit solchen medialen Angeboten zu beschäftigen, die für sie momentan von Interesse sind. Der Reduktion in Form der Variation nur eines bestimmenden Merkmals entsprechend, stellt sich der Aufbau der Aufgaben bezüglich der Zielvorgaben in den ersten zwei Phasen jeweils äquivalent dar: Jede Aufgabe bestand aus einer Einleitung in den jeweiligen Themenkomplex, danach sollte die jeweils angegebene Domain aufgerufen werden. Danach sollten in einer ersten Unteraufgabe innerhalb des medialen Angebotes vorgegebene Informationen gesucht und die Möglichkeit der Rezeption der Inhalte aufgezeigt werden. Dazu sollten alle zur Verfügung stehenden Perzeptionsmedien verwendet werden, der jeweilige Artikel sollte darüber hinaus gedruckt werden. Die zweite Unteraufgabe beinhaltete wiederum die Suche nach einer bestimmten Information, die gefundenen Inhalte sollten dann abgespeichert werden. Zur Formulierung der Aufgaben fanden Wörter und Phrasen Verwendung, die auch Bestandteil der zu suchenden Informationen waren. Diese Schlüsselwörter sollten dazu dienen, Missverständnisse seitens der Testpersonen zu vermeiden, außerdem bot es den Teilnehmern die Möglichkeit, diese Wörter zur Recherche zu verwenden. Die Bearbeitungszeit war auf jeweils 10 Minuten begrenzt, eine Hilfestellung bei der Bearbeitung war nicht vorgesehen. Alle benötigten Informationen hätten sich innerhalb der jeweils angegebenen Domain finden lassen, eine entsprechende Beschränkung wurde jedoch nicht formuliert. Die erste Aufgabe beschäftigte sich mit einer Recherche über die Commerzbank im Rahmen einer Bankenkrise in der Bundesrepublik Deutschland. Die Wahl fiel [...]

Arbeit zitieren:
Sulkiewicz, Malte Oktober 2002: Multimedia kann alles - aber wer kann Multimedia?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Computer, Medien, digital, Medienkompetenz, Medienintegration

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