Multi-Channel Marketing
Anforderungen, Chancen und Ausgestaltungen einer Geschäftserweiterungsstrategie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexandra Wilke
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 511,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0376-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8428-0376-3 P - Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wilke, Alexandra Juni 2003: Multi-Channel Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Electronic Commerce, Mehrgleisiger Vertrieb, Vertriebsorganisation, Marketing, E-Commerce
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Diplomarbeit von Alexandra Wilke
Zusammenfassung:
Mit den innovativen Technologien des stationären und mobilen Internets sind in den letzten Jahren neue Vertriebswege entstanden, von deren zunehmender Verbreitung und kommerziellen Nutzung heutzutage nahezu alle Unternehmen betroffen sind. Neben zahlreichen mit einem Internet-Engagement verbundenen Vorteilen wird eine Präsenz in den Kanälen des E- und M-Commerce von vielen Kunden als selbstverständlich erwartet. Aus diesem Grunde ist die Integration dieser neuen Kanäle in bestehende Absatzkanalsysteme für viele Unternehmen ein zentraler Aspekt ihrer Unternehmensstrategie. Die Bedeutung der Implementierung eines so genannten Multi-Channel-Vertriebs wird unterstrichen durch die Vielzahl an zusätzlichen Chancen und Potenzialen, welche sich durch die parallele und systematische Nutzung mehrerer Absatzkanäle eröffnen.
Diese Diplomarbeit hat zum Ziel, die Bedeutung des Multi-Channel-Marketings vor dem Hintergrund der Entstehung der neuen IuK-Technologien zu analysieren. Zudem sollen Ziele, Chancen und Risiken sowie die unterschiedlichen Ausprägungsformen von Mehrkanal-Systemen vorgestellt werden, um daraus folgernd Handlungsempfehlungen entwickeln zu können, mit deren Hilfe die Implementierung eines Mehrkanal-Vertriebs gelingen kann. Um für die Arbeit eine einheitliche begriffliche Basis und Wissensgrundlage zu schaffen umfasst Kapitel 2 Definitionen und Erläuterungen wichtiger Begriffe. Der Untersuchungsgegenstand von Kapitel 3 sind die Bedeutung, Ziele sowie Chancen und Risiken des Multi-Channel-Marketings. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Gründen für die zunehmende Bedeutung von Mehrkanal-Systemen. Darüber hinaus geht es ausführlich auf die mit Mehrkanal-Systemen verfolgten Ziele – Kundenorientierung und das Erreichen von Kostenvorteilen durch Ausnutzen von Synergieeffekten – im Allgemeinen ein und zieht anschließend für vier ausgewählte Branchen (Einzelhandel, Versandhandel, Finanzdienstleistungen und Tourismus ) Schlüsse für die Zielerreichung. Weiterhin findet eine Gegenüberstellung von Chancen und Risiken des Multi-Channel-Marketings statt. Die Analyse unterschiedlicher Ausprägungsformen von Mehrkanal-Systemen wird in Kapitel 4 vorgenommen. Es werden typische Ausprägungsformen vorgestellt und untersucht, in welchen Branchen und unter welchen unternehmensspezifischen Voraussetzungen sie auftreten. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, wie die neuen Kanäle stationäres und mobiles Internet in klassische Absatzkanalsysteme integriert werden können. In Abhängigkeit von Branche und unternehmensspezifischen Voraussetzungen bieten sich dabei neben unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten auch Kooperationen an. Zusätzlich werden Wege aufgezeigt wie Internet-StartUp-Unternehmen ihr einzig auf dem Internet basierendes Absatzkanalsystem um weitere Kanäle erweitern können.
Anhand von Unternehmensbeispielen aus der Praxis wird dies belegt. Zusätzlich findet vor dem Hintergrund der Kundenorientierung eine Betrachtung der Vor- und Nachteile der Ausprägungsformen aus Kundensicht statt.
Auf Basis der in Kapitel 3 erörterten theoretischen Grundlagen und der praxisnahen Ausführungen des Kapitel 4 werden in Kapitel 5 Folgerungen bezüglich der Anforderungen bei der Umsetzung eines Mehrkanal-Vertriebs dargestellt. Diese Anforderungen umfassen zuerst eine Analyse der Umwelt des Unternehmens. Diese setzt sich neben Wettbewerbern und Absatzmittlern bzw. -helfern vor allem aus den Kunden des Unternehmens zusammen. Im Rahmen einer ausführlichen Kundenanalyse wird eine Unterteilung der Endkonsumenten in fünf Gruppen vorgenommen. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten vorgestellt, wie für jede dieser Kundengruppen mit Hilfe eines Mehrkanal-Vertriebs spezifische Vorteile geschaffen werden können. An die Analyse der Umweltfaktoren schließt sich eine Analyse der unternehmensindividuellen Situation an. Hierbei wird unterschieden zwischen Single-Channel-Unternehmen, die mit der Einführung eines neuen Kanals einen Mehrkanal-Vertrieb neu aufbauen möchten oder ob ein bereits bestehendes Mehrkanal-System erweitert werden soll. Es müssen Überlegungen angestellt werden, welche Kanäle auf welche Weise bestmöglich integriert werden können und welche Kundengruppen dabei angesprochen werden. Außerdem sind bei der Unternehmensanalyse auch produkt- und nachfragespezifische Faktoren und die Branche zu untersuchen. Darauf aufbauend erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Erfolgsdeterminaten des Multi-Channel-Marketing, deren Beachtung für eine erfolgreiche Umsetzung einer Mehrkanal-Strategie und Erreichung der damit angestrebten Ziele von wesentlicher Bedeutung ist. Als letzte der Anforderungen an das Management von Multi-Channel-Systemen wird auf die Kontrolle eingegangen.
Schließlich stellt das Fallbeispiel in Kapitel 6 einen Beleg für die praktische Relevanz der Ergebnisse dieser Arbeit dar. Es wird gezeigt, inwieweit die theoretischen Erkenntnisse dieser Arbeit in der Unternehmenspraxis umgesetzt werden.
Am Ende der Arbeit wird in Kapitel 7 aufgrund des prognostizierten Wachstums und des erheblichen Marktpotenzials des M-Commerce ein Ausblick auf das Multi-Channel-Markting der Zukunft gegeben. Es werden potenzielle zukünftige Anwendungsformen des mobilen Internets (mobile Informations- und Nachrichtendienste, M-Shopping, M-Payment sowie Location-Based Services) und Möglichkeiten, diese in Multi-Channel-Systeme zu integrieren, vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen und Definitionen | 2 |
| 2.1 | Definition der Begriffe Multi-Channel-Marketing und Absatzkanal | 2 |
| 2.2 | Beschreibung relevanter Absatzkanäle | 3 |
| 2.2.1 | Stationäre Vertriebswege | 4 |
| 2.2.2 | Versandhandel | 5 |
| 2.2.3 | Stationäres Internet | 5 |
| 2.2.4 | Mobiles Internet | 6 |
| 2.2.5 | Call Center | 7 |
| 2.2.6 | Fernsehen | 7 |
| 2.3 | Customer Relationship Management | 8 |
| 3. | Multi-Channel-Marketing: Bedeutung, Ziele, Chancen und Risiken | 9 |
| 3.1 | Gründe für die zunehmende Bedeutung von Mehrkanal-Systemen und die Rolle der neuen Technologien Internet und Mobilfunk | 9 |
| 3.2 | Vor- und Nachteile von stationärem und mobilem Internet als neue Vertriebswege | 12 |
| 3.3 | Ziele des Multi-Channel-Marketings | 16 |
| 3.3.1 | Kundenorientierung | 16 |
| 3.3.2 | Erreichen von Kostenvorteilen | 17 |
| 3.3.3 | Branchenspezifische Ziele des Multi-Channel-Marketings | 18 |
| 3.3.3.1 | Einzelhandelsbranche | 18 |
| 3.3.3.2 | Versandhandelsbranche | 19 |
| 3.3.3.3 | Finanzdienstleistungsbranche | 20 |
| 3.3.3.4 | Tourismusbranche | 21 |
| 3.4 | Chancen und Risiken von Mehrkanal-Systemen | 21 |
| 3.4.1 | Chancen | 21 |
| 3.4.2 | Risiken | 22 |
| 4. | Analyse der Ausprägungsformen des Multi-Channel-Marketings | 24 |
| 4.1 | Kombination der Kanäle stationärer Vertriebsweg, Internet und Call Center | 25 |
| 4.2 | Kombination der Kanäle Katalogversandhandel, stationärer Vertriebsweg und Internet | 28 |
| 4.3 | Kooperationen | 30 |
| 4.4 | Kombination der Kanäle stationärer Vertriebsweg und Internet | 32 |
| 4.5 | Aufbau eines eigenen Internet-Direktvertriebs | 34 |
| 4.6 | „online goes offline”: Kombination der Kanäle Internet und stationärer Vertriebsweg | 35 |
| 4.7 | Vor- und Nachteile der Ausprägungsformen aus Kundensicht | 39 |
| 5. | Anforderungen an das Management von Mehrkanal-Systemen | 40 |
| 5.1 | Umweltanalyse | 41 |
| 5.1.1 | Analyse der Umwelt I | 41 |
| 5.1.1.1 | Kundenanalyse | 41 |
| 5.1.1.1.1 | Abgrenzung unterschiedlicher Kundengruppen | 41 |
| 5.1.1.1.2 | Schaffung von nach Kundengruppen differenzierten Kundenvorteilen mittels einer Multi-Channel-Strategie | 43 |
| 5.1.1.1.3 | Instrumente der Kundenanalyse | 47 |
| 5.1.1.2 | Analyse der Wettbewerber | 48 |
| 5.1.1.3 | Analyse der Absatzmittler und Absatzhelfer | 49 |
| 5.1.2 | Analyse der Umwelt II | 49 |
| 5.2 | Analyse der unternehmensspezifischen Situation | 50 |
| 5.2.1 | Grad der Umsetzung einer Multi-Channel-Strategie | 51 |
| 5.2.1.1 | Geplante Erweiterung eines Single-Channel-Systems zu einem Mehrkanal-System | 51 |
| 5.2.1.2 | Geplante Integration eines neuen Kanals in ein bestehendes Mehrkanal-System | 51 |
| 5.2.2 | Produktspezifische Faktoren | 53 |
| 5.2.3 | Nachfragespezifische Faktoren | 54 |
| 5.3 | Folgerungen für die Gestaltung von Mehrkanal-Systemen: wesentliche Erfolgsdeterminanten | 55 |
| 5.3.1 | Konzeptionelle und technische Integration der Kanäle | 55 |
| 5.3.2 | Kundenorientierung | 57 |
| 5.3.3 | Festlegung der Aufgabenverteilung im Mehrkanal-System | 57 |
| 5.3.4 | Erfolgreiches Management von Kanalkonflikten | 60 |
| 5.3.5 | Einheitliche Kommunikation | 62 |
| 5.3.6 | Wirtschaftlichkeit | 62 |
| 5.4 | Kontrolle der Erfolgswirksamkeit des Multi-Channel-Marketings | 63 |
| 6. | Fallbeispiel: Das Multi-Channel-Marketing des Otto-Konzerns | 64 |
| 6.1 | Überblick über den Otto-Konzern | 64 |
| 6.2 | Ziele und Erfolgsfaktoren der Multi-Channel-Strategie von Otto | 65 |
| 6.3 | Ausblick | 69 |
| 7. | Künftige Integration von mobilen Vertriebskanälen in Mehrkanal-Systeme | 69 |
| 8. | Zusammenfassung | 74 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 78 |
genutzt.166 2. Stufe: Es gibt einen Produktkatalog im Internet. Der Kauf findet jedoch auf traditionelle Weise entweder im Stationärhandel oder als Bestellung bei einem klassischen Versandhändler statt. 3. Stufe: Die Waren können im Internet bestellt werden, da der Produktkatalog über einen direkten interaktiven Zugriff auf den Lagerbestand verfügt und die Versandvorbereitung automatisch ausgelöst werden. 4. Stufe: Neben der Bestellung sind auch die Leistungserzeugung und der Vertrieb über das Internet realisiert. Dabei hängt die Möglichkeit der Umsetzung der vierten Stufe sehr stark von der Art der zu vertreibenden Güter ab. Es eignen sich nur digitalisierbare Produkte wie Software oder Beratungsdienstleistungen.167 Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich für den E-Commerce und den Vertrieb über das Internet nicht alle Produktarten gleichermaßen eignen. Somit lässt sich auch erklären, warum verschiedene Einzelhändler unterschiedliche Stufen von Internet-Aktivitäten realisiert haben. Die meisten Händler von Produkten mit guter Eignung für den Vertrieb über das Internet haben die dritte Stufe eines Internet-Engagements umgesetzt und nutzen das Internet als zusätzlichen Vertriebsweg neben den bereits bestehenden. Auf diese Weise werden Kundenvorteile geschaffen. Zum einen haben die Kunden mehr Alternativen bezüglich der Zugangswege zum Unternehmen und zum anderen können sie die generellen Vorteile des Internets an sich nutzen.168 Ein Beispiel für ein Handelsunternehmen der dritten Stufe eines Internet-Engagements ist die Braunschweiger Buchhandlung Graff, welche als „alteingesessene“ Buchhandlung über zwei stationäre Geschäfte in Braunschweig verfügt und außerdem auf ihren Internetseiten169 die Möglichkeit der Online-Bestellung bietet. [...]
Auf die Wichtigkeit, auch in der Tourismusbranche als Betreiber von MultiChannel-Systemen aufzutreten und sowohl das Internet als auch die traditionellen Vertriebskanäle Call Center und stationäres Reisebüro in das Absatzkanalportfolio aufzunehmen, wurde bereits eingegangen. Der Otto-Konzern verfolgt seine Multi-Channel-Strategie auch in dieser Branche sehr konsequent. Die Holding Otto Freizeit und Touristik GmbH (OFT) betreibt mit dem Otto Reise Center ein Call Center sowie ein Internet-Reiseportal159, welches das komplette Leistungsangebot eines Reisebüros160 und außerdem umfangreiche redaktionelle Inhalte umfasst, von deren umfangreichen Informationsmöglichkeiten die Kunden profitieren. Komplettiert wird die Mehrkanal-Strategie der OFT durch den stationären Vertrieb in über dreihundert Reiseland-Reisebüros. Durch die Kooperation mit Travelocity Europe treibt die OFT ihre Expansion voran. Travelocity Europe ist auf den Vertrieb von preisgünstigen Flugtickets spezialisiert und kombiniert den Vertriebskanal Call Center mit dem Internet161 und den stationären Travel Overland-Büros.162 [...]
Auf der anderen Seite entsteht für Unternehmen, die ausschließlich Vertrieb über das Internet betreiben, die Notwendigkeit, bei ihren Geschäftstätigkeiten auch den Offline-Bereich mit einzubeziehen. Der Aufbau eines Filialnetzes ist jedoch sehr kostenintensiv. In solchen Fällen sind Kooperationen zwischen den Offline- und Online-Spezialisten sehr sinnvoll. Kooperationen haben zum Ziel, dass stationäre Händler und Pure Internet Player ihr jeweiliges Fachwissen teilen und Erfahrungen miteinander austauschen. Von einer derartigen Verbindung profitieren beide Seiten. Als Beispiel ist die Kooperation der Supermarktkette WalMart mit dem OnlineBuchhändler Amazon zu nennen. Dem Pure Internet Player Amazon wird auf diese Weise eine Offline-Präsenz in den WalMart-Supermärkten ermöglicht, während WalMart die hohe Internet-Akzeptanz von Amazon für seine eigenen Online-Aktivitäten nutzen kann.156 Es existieren jedoch nicht nur Kooperationen zwischen reinen Offline-Handelsunternehmen und Pure Internet Playern. Auch erfahrene Betreiber von MehrkanalSystemen gehen Verbindungen mit stationären Händlern ein. So kooperiert der Mehrkanal-Versandhändler Otto seit Februar 2001 mit der stationären Baumarktkette OBI. Die Zielsetzung des daraus entstandenen Joint Ventures OBI@Otto, an dem beide Unternehmen zu fünfzig Prozent beteiligt sind, ist die Nutzung von Chancen und Synergiepotenzialen, welche aus dieser Verbindung entstehen. Durch das Joint Venture ist OBI@Otto in vier Kanälen präsent und erzeugt somit Vorteile für seine Kunden. Je nach Bedarf und momentaner Situation können diese zwischen einem Einkauf in einem der über 340 stationären OBI-Märkte in Deutschland oder der bequemen und öffnungszeitenunabhängigen Bestellung per Katalog, Internet oder Telefon-Hotline von zu Hause wählen. Weitere Mehrwerte, die den Kunden geschaffen werden sind die bedienerfreundliche Internet-Seite und ein umfangreiches Beratungs- und Serviceangebot157 sowohl im Internet als auch in den stationären OBI-Märkten. Dabei kann der Kunde sich die bestellten Waren direkt nach Hause liefern oder auch zur Selbstabholung in einem OBIMarkt bereitstellen lassen.158 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842803763
Arbeit zitieren:
Wilke, Alexandra Juni 2003: Multi-Channel Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Electronic Commerce, Mehrgleisiger Vertrieb, Vertriebsorganisation, Marketing, E-Commerce



