Motive und Motivation in der Trendsportart Beachvolleyball
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Judith Meyer
- Abgabedatum: Juli 2007
- Umfang: 136 Seiten
- Dateigröße: 3,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Vechta Deutschland
- Bibliografie: ca. 48
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1985-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Meyer, Judith Juli 2007: Motive und Motivation in der Trendsportart Beachvolleyball, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Motive, Motivation, Trendsportart, Beachvolleyball, Motivationspsychologie
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Bachelorarbeit von Judith Meyer
Einleitung:
Wie schon in dem Vorwort angedeutet, wird in dieser Arbeit zunächst von der These ausgegangen, dass Beach- Volleyball eine Trendsportart ist. Damit verbunden ist jedoch die Frage, was unter dem Begriff Trendsport verstanden wird und welche Definitionen zum aktuellen Zeitpunkt vorliegen. Zentral für diese Arbeit ist dennoch die Frage, aus welchen Motiven heraus Sportler die Trendsportart Beach- Volleyball ausführen. Die in dieser Arbeit behandelten Themen kreisen um die Fragen, warum sich jemand für Beach- Volleyball begeistert, sie ausführt und welche Aspekte bzw. Motive dabei relevant sind. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erlangen, wurde eine Studie durchgeführt, in der 100 Beach- Volleyballer/ innen verschiedenen Alters- und Ligenklassen befragt wurden.
Gang der Untersuchung:
Inhaltlich teilt sich die Arbeit in vier große Bereiche auf. Der erste Teil (2) beschäftigt sich mit dem Begriff des Trendsports. Hierunter werden verschiedene Definitionsansätze erläutert. Zudem werden freizeitsportliche Tendenzen aufgezeigt, worunter sich auch Beach- Volleyball eingliedern lässt. Der zweite Bereich (3) behandelt die Sportart Beach- Volleyball an sich, in dem u. a. auf die Geschichte, Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der Sportart eingegangen wird. Im dritten Teil (4) wird der Motivationsbegriff näher erläutert, u. a. der aktuelle Stand der Wissenschaft herangezogen, um sich ein Bild darüber zu machen, inwieweit die Forschung im Bereich der Motivation hervorgedrungen ist. Abschließend werden in diesem Punkt die eigenen Motivationsgründe zur Erarbeitung der Motive im Beach- Volleyball erklärt. Der vierte Bereich (5) der Arbeit steht im Zentrum der Motivationsstudie. Neben den Rahmenbedingungen (Erhebung der Daten, Beschreibung der Stichprobe und des Fragebogens etc.) für die Untersuchung der Motive im Beach- Volleyball und den hypothetischen Forschungsfragen, werden die Ergebnisse der Studie in den einzelnen Parametern (Alter, Geschlecht, einzelne Motive etc.) vorgestellt und abschließend diskutiert.
Zentrale Leitfragen: Um der Aufteilung und dem Ziel der Arbeit besser folgen zu können, werden Leitfragen aufgestellt, an dem sich die Leser orientieren können. Primäre Leitfragen: Ist Beach- Volleyball eine Trendsportart? Weshalb wird die Sportart Beach- Volleyball betrieben bzw. welche Motive sind für die Ausübung der Sportart zentral? Liegen Unterschiede in den erfassten Motivationsparametern (Alter, Geschlecht, etc.)? Nehmen hochklassige/ niedrigklassige Hallen- Volleyballspieler auch an hochklassigen/ niedrigklassigen Beach- Volleyball- Turnieren teil?
Sekundäre Leitfragen: Die Beantwortung der sekundären Leitfragen dient zur Einbettung der Arbeit in einen spezifischen Kontext. Der Kontext beschreibt ein klares Hintergrundwissen zu der Sportart Beach- Volleyball. Was wird unter dem Begriff Trendsportart verstanden? Wie definieren sich alltagskulturelle Konnotation des Begriffes Trendsport? Wie definiert sich Beach- Volleyball? Wie sieht die Entwicklung der Sportart in Deutschland aus? Wie ist Beach- Volleyball in Deutschland organisiert (Daten, Fakten, Landesverbände, etc.)? Was bedeutet Motivation und welche Motivationsstruktur und –modelle gibt es? Wie ist der Stand der Wissenschaft im Hinblick auf den motivationalen Aspekt im Sport?
Im Laufe der Arbeit werden diese Leitfragen beantwortet. Zuerst werden die sekundären Leitfragen beantwortet. Das folgende Kapitel beschäftigt sich u. a. mit den Fragen des Trendsports.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | 2 |
| II. | Abkürzungsverzeichnis5 | |
| III. | Abbildungsverzeichnis.6 | |
| IV. | Modellverzeichnis.6 | |
| V. | Tabellenverzeichnis.6 | |
| i. | Vorwort | 7 |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 1.1 | Vorüberlegungen zu der Arbeit | 8 |
| 1.2 | Gang der Arbeit | 8 |
| 1.3 | Zentrale Leitfragen | 9 |
| 2. | Trendsport | 9 |
| 2.1 | Zum Begriff Trendsport | 10 |
| 2.1.1. | Etymologischer Ansatz | 10 |
| 2.1.1.1 | Zum Trendbegriff | 10 |
| 2.1.1.2 | Zum Begriff Sport | 11 |
| 2.1.2 | Alltagskulturelle Konnotation des Begriffs Trendsport | 12 |
| 2.2 | Freizeitsportliche Tendenzen | 14 |
| 2.3 | Trendsportart Beach- Volleyball | 16 |
| 3. | Die Sportart Beach- Volleyball | 18 |
| 3.1 | Wie definiert sich Beach- Volleyball? Merkmale und Regeln des Spiels | 18 |
| 3.2 | Unterschiede zum Hallen- Volleyball | 18 |
| 3.3 | Geschichtliche Entwicklung des Beach- Volleyballs | 20 |
| 3.4 | Entwicklung des Beach- Volleyballs in Deutschland | 21 |
| 3.4.1 | Entstehung von Verbandsstrukturen | 22 |
| 3.4.1.1 | Landesverbände im Volleyball in Deutschland | 23 |
| 3.4.3 | Beach- Volleyball im Schulunterricht | 27 |
| 3.4.4 | Beach- Volleyballanlagen in Deutschland | 28 |
| 3.5 | Das Wettkampfsystem im Beach- Volleyball | 28 |
| 3.5.1 | Jugendmeisterschaften | 29 |
| 3.5.2 | D- A- Cups bis zu den höchsten Turnieren in den Bundesländern | 30 |
| 3.5.3 | Höchste Turniere der nationalen Ebene | 31 |
| 3.5.4 | Europameisterschaften | 31 |
| 3.5.5 | Weltmeisterschaften | 32 |
| 3.5.6 | Fun- Turniere (Mixed und Hobby) | 32 |
| 4. | Motivation im Sport | 33 |
| 4.1 | Allgemeines zur Motivation im Sport | 34 |
| 4.1.1 | Definition der Motivation laut einem Sportlexikon | 34 |
| 4.1.2 | Definition der Motivation laut Heckenhausen | 34 |
| 4.1.3 | Definition der Motivation laut Gabler | 34 |
| 4.1.4 | Fazit aus den Motivationsdefinition | 35 |
| 4.1.5 | Motivationsstruktur | 35 |
| 4.1.6 | Aktueller Stand der Wissenschaft | 36 |
| 1. | Das Druckmodell | 36 |
| 2. | Das Zugmodell | 38 |
| 3. | Grundmodell der klassischen Motivationspsychologie | 38 |
| 4. | Verschiedene Arten von Erwartungen | 39 |
| 5. | Das Rubikon- Modell | 40 |
| 4.1.7 | Vergleich zwischen Motivation und Trieben | 41 |
| 4.1.8 | Motive: Klassen von Zielzuständen | 41 |
| 4.2 | Spezifische Motivationsgründe zur eigenen Sportart | 42 |
| 5. | Studie - Motive und Motivation im Beach- Volleyball | 42 |
| 5.1 | Forschungsfragen | 43 |
| 5.2 | Die Stichprobe | 44 |
| 5.2.1 | Erhebung der Stichprobe | 44 |
| 5.2.2 | Beschreibung der Stichprobe | 45 |
| 5.3 | Die Schritte zur Auswertung der Daten | 46 |
| 5.4 | Der Fragebogen als Messinstrument | 48 |
| 5.4.1 | Fragebogen von Gabler | 48 |
| 5.4.2 | Fragebogen für Beach- Volleyball | 49 |
| 5.5 | Ergebnisse der Studie | 50 |
| 5.5.1 | Ergebnisse der Motive für die Gesamtstichprobe | 50 |
| 5.5.2 | Das Leistungsmotiv | 52 |
| 5.5.3 | Das Bewegungsmotiv | 54 |
| 5.5.4 | Das Naturmotiv | 55 |
| 5.5.5 | Das Kontaktmotiv | 56 |
| 5.5.6 | Das Fitnessmotiv | 58 |
| 5.5.7 | Das Erholungsmotiv | 59 |
| 5.5.8 | Das Funsportmotiv | 61 |
| 5.5.9 | Tabellarische Darstellung der ersten drei wichtigsten/ unwichtigsten Motive bzw. Items in allen sieben Kategorien für die Ausübung der Sportart Beach- Volleyball | 62 |
| 5.5.10 | Korrelationen nach Pearson und Spearmann/ Rho | 65 |
| 5. 6 | Diskussion der Ergebnisse | 66 |
| 6. | Schlussbemerkung | 74 |
| 7. | Quellenverzeichnis | 78 |
| 8. | Anhang | 83 |
| 8.1 | Tabellarische Anhangsübersicht | 83 |
| Anhang 8. 1. 1. | 84 | |
| Anhang: 8. 1. 2. | 85 | |
| Anhang: 8. 1. 3. | 85 | |
| Anhang: 8. 1. 4. | 85 | |
| Anhang: 8. 1. 5. | 88 | |
| Anhang: 8. 1. 6. | 90 | |
| Anhang: 8. 1. 7. | 91 | |
| Anhang: 8. 1. 8. | 92 | |
| Anhang: 8. 1. 9. | 92 | |
| Anhang: 8. 1. 10. | 93 | |
| Anhang: 8. 1. 11. | 94 | |
| Anhang: 8. 1. 12. | 95 | |
| Anhang: 8. 1. 13. | 99 | |
| Statistische Datentabellen der Gesamtstichprobe, Items und Motive | 99 | |
| Das Leistungsmotiv, statistische Datentabellen | 99 | |
| Das Naturmotiv, statistische Datentabellen | 103 | |
| Das Kontaktmotiv, statistische Datentabellen | 105 | |
| Das Fitnessmotiv, statistische Datentabellen | 109 | |
| Das Erholungsmotiv, statistische Datentabelle | 112 | |
| Das Motiv der Bewegungsfreude, statistische Datentabellen | 115 | |
| Das Funsportartmotiv, statistische Datentabellen | 117 | |
| Anhang: 8. 1. 14. | 121 | |
| Anhang: 8. 1. 15. | 122 | |
| Anlage 1: SPSS- Kurzanleitung | 124 | |
| Anlage 2: Fragebogen nach Gabler | 125 | |
| Anlage 3: Fragebogen für Beach- Volleyball | 131 |
Textprobe:
Kapitel 3, Die Sportart Beach- Volleyball: Kapitel 3. 1, Wie definiert sich Beach- Volleyball? Merkmale und Regeln des Spiels: Beach- Volleyball ist eine Sportart, bei der sich im Normalfall zwei Teams mit je zwei Spielern auf einem durch ein Netz (2, 43 Meter hoch bei den Männern, 2, 24 Meter hoch bei den Frauen) geteilten Sand- Spielfeld gegenüberstehen. Der Ball kann mit allen Körperteilen gespielt werden. Das Spielfeld ist beim Beach- Volleyball 8 x 16 Meter groß und ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze gespielt, wobei die beiden ersten Gewinnsätze immer bis 21 Punkte und ein entscheidender dritter Satz bis 15 Punkte gespielt werden.
Ein Satz wird mit zwei Punkten Vorsprung gewonnen, wobei es keine Punktbegrenzung gibt. Ziel des Spiels ist für jedes Team, den Ball regelgerecht über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu bringen und zu verhindern, dass er in der eigenen Spielfeldhälfte zu Boden fällt. Der Ball wird von einem Aufschlagspieler ins Spiel gebracht. Ein Team hat das Recht, den Ball dreimal zu schlagen, um den Ball in die gegnerische Spielfeldhälfte zurückzuspielen.
Einem Spieler ist es nicht gestattet, den Ball zweimal hintereinander zu schlagen (außer wenn die erste Berührung ein Block war, oder wenn es beim ersten Schlag innerhalb derselben Aktion/Schlagbewegung zu einer Doppelberührung kommt, z.B. der Ball bei der Abwehr von den eigenen Armen unmittelbar auf ein anderes Körperteil prallt). Das so genannte Rally-Point-System hat sich in dem Wettkampfsystem mittlerweile durchgesetzt und bedeutet: Für jeden Ballwechsel (rally) gibt es einen Punkt (point). Im nationalen Bereich gibt es zwei verschiedene Turnierformen: 1. Double-Elimination-System (Doppel-K.O.-System): Eine Mannschaft scheidet erst dann aus dem Turnier aus, wenn sie das zweite Mal verloren hat, 2. Pool-Play-System (Gruppenspiele): Zunächst werden in Gruppenspielen die Teams für die nächste Runde ermittelt. Dann folgt das Single-Elemination-System (Einfach-K.O.-System), d.h. bei einer dann folgenden Niederlage ist das Team ausgeschieden.
Kapitel 3.2, Unterschiede zum Hallen- Volleyball: Laut Presseberichten biete die Sportart im Sand für viele Hallen- Volleyball- Spieler eine Alternative und gelte oft auch als Urlaubsersatz. Ob diese Aussagen nur Hypothesen sind, sehen wir jedoch im späteren Verlauf der Arbeit. Unterschiede zu der Muttersportart ,Hallen- Volleyball` werden im Folgenden aufgelistet: 1. Es gibt keine Rotations- und Positionsfehler, da keine Position für einen Spieler festgelegt ist. 2. Der Mitspieler des Aufgabespielers darf dem Gegner weder den Aufgabespieler noch die Flugbahn des Balles durch einen Sichtblock (vor dem Sichtfeld des anzunehmenden Teams stehen) verdecken. Auf Anfrage des Gegners müssen sie sich seitwärts bewegen. 3. Der Block zählt als erste Ballberührung, nach einer Blockberührung sind nur noch zwei weitere Berührungen möglich. 4. Pritschen zum Gegner ist nur im rechten Winkel (senkrecht) zur Schulterachse erlaubt. 5. Der Lob ist nicht erlaubt. Der Ball darf nur mit den Fingerknöcheln über das Netz gespielt werden. 6. Der erste Ball darf bei einem hart geschlagenen Angriff einen Moment lang mit den Fingern im oberen Zuspiel gehalten werden. 7. Das Eindringen in den Spielraum, das Spielfeld oder die Freizone des Gegners ist nur dann erlaubt, wenn dieser nicht in seinem Spiel gestört wird (es gibt keine Mittellinie). 8. Tritt während des Spiels eine äußere Beeinträchtigung (Wetter) auf, wird das Spiel unterbrochen und der Spielzug wiederholt. 10. Es gibt keinen Spielerwechsel. 11. Der Beach- Volleyball ist vom Umfang größer (Umfang 67 (+/- 1 cm) und vom Gewicht schwerer (ca. 260 Gramm), um sich den externen Wetterbedingungen anpassen zu können. 12. Die Benennungen der einzelnen Techniken wurden aus dem Englischen für den Beach- Volleyball- Sport übernommen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Techniken, die im Hallen- Volleyball selten, meistens aus Reflex, zu sehen sind.
Kapitel 3. 3, Geschichtliche Entwicklung des Beach- Volleyballs: Ende der sechziger Jahre hatte sich Beach- Volleyball in Kalifornien neben dem Surfen das Image verschafft, ein Zeitvertreib für gutgebaute Lebenskünstler zu sein. War es damals schon nicht mehr als eine Fun- Sportart, die nicht wirklich ernst genommen wurde (Zeitvertreib)? Heutzutage entwickelt sich die Sportart jedoch mehr und mehr zu einem Event von und für junge Leute.
Es heißt, dass der Ursprung des Beach- Volleyballspieles an den Stränden von Kalifornien zu finden sei, an denen seit den 20er Jahren am Strand von Santa Monica gespielt wird. Als Begründer wird Charlie Saikley genannt. Das Einzige was heute noch verwundert, ist, warum es so lange gedauert hat, bis Beach- Volleyball das breite öffentliche Bewusstsein erreicht hat. Zumal diese Sportart schon seit 87 Jahren gespielt wird (seit 1920). Zwölf Jahre später (1932) hatte sich die Zwei-gegen-Zwei-Variante als die sportlichste und spaßigste herausgestellt, die dann in den 30er Jahren an der Copacabana unter den Spielern Einzug fand. Obwohl Brasilien immer als die Keimzelle des Beach- Volleyballs gesehen wird, waren es die Kalifornier, die es 1957 zu dem Event machten, das wir heute kennen. Ein Rahmenprogramm mit Musik, Essen, Trinken und einen Siegerkuss von der„Queen of the Beach. Die erste Liveübertragung gab es 1986 bei einem Turnier in Rio de Janeiro, gleichzeitig wurde die Women’s Professional Volleyball Association (Profiliga der Frauen im Beach- Volleyball) gegründet. Dies war der Anfang einer rasanten Popularitätsentwicklung. Sechs Jahre später war Beach- Volleyball in der Männer- und Frauenkonkurrenz Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Weitere vier Jahre später wurden in Atlanta die ersten Olympiasieger ausgespielt. Die Siegerinnen hießen Jacqui da Silva und Sandra Pires und kamen aus Brasilien. Die Kalifornier Karch Kiraly und Kent Steffens siegten für das Ursprungsland des Beach- Volleyballs. Im Laufe der Zeit erreichte die Sportart auch die Strände von Frankreich, Bulgarien, der Tschechoslowakei und Lettland. Die erste Meisterschaft der Zweierteams wurde 1947 ausgetragen. Drei Jahre später galt Beach- Volleyball auch als Trendsport an der deutschen Küste.
Kapitel 3.4, Entwicklung des Beach- Volleyballs in Deutschland: Einen Hinweis auf den Diffusionsgrad der Sportart Beach- Volleyball geben zudem verschiedene Befragungen sowie Untersuchungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Im Jahr 2000 wurde die Sportart Beach- Volleyball bei Jugendlichen im Rahmen der EXPO- Ausstellung in Hannover ins Aufgebot von Fun- Sportarten mithineingebracht. Auf der Weltausstellung konnte man in der so genannten Funsport- Halle beobachten und mitmachen, was offenbar für trendy gehalten wird. Vor allem Kinder und Jugendliche nutzten dort kostenlose Sportangebote in drei Bereichen: Erstens sportliche Aktivität auf Rollen und Rädern (Skateboard), zweitens Beach- Variationen (insbesondere Volleyball und Fußball), drittens Klettern am künstlichen Fels.
Die Beobachtung von Balz impliziert somit, dass Beach- Volleyball einen hohen Beliebtheitsgrad besitzt und in der Zukunft auch besitzen wird, wenn sie auf der Weltausstellung so publik gemacht wurde. Aus der Vermutung Balz`, dass fitnessbeonte Aktivitäten wie Tae Bo, Bodystyling oder Salsa- Aerobic vor allem älteren bzw. erwachsenen Personen vorbehalten bleibt, stärkt sich die Aussage, dass Beach- Volleyball vor allem von Jugendliche ausgeübt wird. Aus weiteren Untersuchungen ergibt sich, dass laut einer Allensbacher Umfrage 2001 6,5 Millionen Bundesbürger sich mit dem Thema Beach- Volleyball beschäftigten.
Neuere Datenlagen, speziell zum Thema beliebteste Trendsportart konnten leider nicht ermittelt werden. So gab es nur von dem Magazin GEO WISSEN eine Studie, veröffentlicht zum Thema Sport und Gesundheit, in der Jugendliche und Erwachsene in allen Sportarten national gezählt wurden. Hierbei wird jedoch nicht zwischen traditionellen Sportarten und Trendsportarten unterschieden. Die Daten beruhen auf den Mitgliederzahlen der im Deutschen Olympischen Sportbund organisierten Verbände. Der Beach- Volleyballsport ist in den Zahlen des Volleyballsports enthalten und hat bis 2006 5% dazu gewonnen; ist jedoch an einer hinteren Stelle platziert.
Kapitel 3.4.1, Entstehung von Verbandsstrukturen: Die Institutionalisierung des Beach- Volleyballs erfolgte in Deutschland innerhalb des bereits bestehenden Deutschen Volleyball- Verbands. Der Deutsche Volleyball-Verband e. V. (DVV) ist die Dachorganisation des Volleyballsports in der Bundesrepublik Deutschland. Der Verein wurde 1955 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Die ersten Beach- Volleyballveranstaltungen in Deutschland Ende der 80er Jahre wurden vom Verband sehr skeptisch betrachtet. Im Jahre 1992 wurde vom DVV die so genannte Beachkommision eingesetzt, die innerhalb des DVV das Thema Beach- Volleyball betreuen sollte. Ihr gehörten aktive Spieler, Sponsoren, Medienvertreter sowie Vertreter der Verbände an.
Zuständig für die Vermarktungsrechte der Sportart war seit der Übernahme der Organisation der nationalen Turnierserien durch den DVV die Agentur des Verbands, die Stiftung Deutscher Volleyball (SDV) bzw. die 1994 gegründete Deutsche Volleyball Sport GmbH (DVS). Ein Beachwart, der zugleich Präsidiumsmitglied war, wurde innerhalb des DVV erstmalig im Jahre 1993 eingesetzt. Im April 1994 wurden offizielle Nationalmannschaften im Beach- Volleyball vom DVV nominiert sowie ein Teamchef benannt, der die Nationalspieler einen Teil des Jahres sportlich betreute.
Im Jahre 1995 übernahm die Agentur DVS auch die sportliche Leitung der Turniere, die zuvor noch in den Händen der örtlichen Ausrichter lag. In den Folgejahren schritt die Bürokratisierung und Institutionalisierung der Sportart weiter voran. Aktuell ist der Beach- Volleyball- Ausschuss (BVA) mit Hilfe der Beach- Volleyballordnung (BVO) dafür zuständig, den Beach- Volleyball- Spielverkehr innerhalb des DVV zu regeln. Die Deutsche Beach- Volleyball- Meisterschaft, die smart- Cup-Serie (früher: Masters) sowie offizielle DVV- Beach- Veranstaltungen, die Deutsche Beach- Volleyball- Rangliste und die Beach- Volleyball- Nationalkader sind Einrichtungen des DVV, die ihm unmittelbar unterstehen DVV. Terminhoheit, Fernseh- und Vermarktungsrechte für diese Institutionen liegen, soweit nicht anderes bestimmt, beim DVV. Ein Beach- Büro als zentrale Informations- und Koordinationsstelle für die Ausrichter und Ranglistenspieler ist darüber hinaus eingerichtet worden. Dem DVV sind 16 Landesverbände angeschlossen, die jeweils einen Beach- Referenten beauftragt haben, sich um alle Angelegenheiten zum Thema Beach- Volleyball im jeweiligen Landesverband zu kümmern. Ein wesentlicher Bestandteil der Strukturen des nationalen Beach- Volleyballs ist die jährlich stattfindende Konferenz der Landesbeachwarte des DVV. Eigenständige Beach- Volleyballvereine wie beispielsweise der im Winter 2000/2001 gegründete Beachclub 2000 sind hingegen die absolute Ausnahme. Im folgenden Punkt wird ein kleiner Überblick über die bestehenden Landesverbände gegeben.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836619851
Arbeit zitieren:
Meyer, Judith Juli 2007: Motive und Motivation in der Trendsportart Beachvolleyball, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Motive, Motivation, Trendsportart, Beachvolleyball, Motivationspsychologie



