Motivation betrieblicher Frauenförderung in österreichischen Privatunternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bettina Rosar
- Abgabedatum: September 2000
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 650,4 KB
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5175-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5175-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5175-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rosar, Bettina September 2000: Motivation betrieblicher Frauenförderung in österreichischen Privatunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Frauenförderung, Qualitatives Interview, Empirie, Strategie
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Bettina Rosar
Einleitung:
Gegenstand der Arbeit ist die Motivation österreichischer Privatunternehmungen zur Förderung weiblicher Mitarbeiter im Unternehmen. Ausgangspunkt bildet dabei die Definition betrieblicher Frauenförderung als Strategie zur Erschließung des weiblichen Arbeitskräftepotentials. das aufgrund der in Zukunft zu erwartenden Entwicklungen im Unternehmensumfeld immer wichtiger wird für die Erhaltung der Existenzfähigkeit von Unternehmungen.
Welche Veränderungen in diesem Zusammenhang zu erwarten sind und wieso diese Entwicklungen betriebliche Frauenförderung erforderlich machen, wird im konzeptionellen Teil dargestellt.
Im empirischen Teil der Arbeit werden die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Gegenstandsbereich dargestellt. Anhand der Auswertung qualitativer Interviews, die mit Vertretern frauenfördernder Betriebe geführt wurden, wird versucht, die tatsächliche Motivation betrieblicher Frauenförderung zu klären. Die Auswertung der Interviews zeigte diesbezüglich, dass die Motive in der Praxis nicht mit jenen des konzeptionellen Teils übereinstimmen. Werden in der Literatur als Gründe für die Einführung betrieblicher Frauenförderung vorwiegend Veränderungen im Unternehmensumfeld angeführt, wirkten in den befragten Unternehmungen primär Faktoren auf der betrieblichen oder persönlichen Ebene.
Als mögliche Erklärung hierfür wird angeführt, dass das Verständnis betrieblicher Frauenförderung in der Praxis nicht der Arbeitsdefinition entspricht, sondern Frauenförderungsmaßnahmen mehrheitlich der Realisierung gleicher beruflicher Chancen für männliche und weibliche Mitarbeiter sowie der nachhaltigen effizienten Nutzung des verfügbaren Arbeitskräftepotentials dienen.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | ALLGEMEINE GRUNDLAGEN | 1 |
| 1. | Die Existenzfähigkeit der Unternehmen ist gefährdet | 1 |
| 2. | Ziele und Aufbau der Arbeit | 3 |
| 3. | Paradigmatische Grundlage der Arbeit | 4 |
| 4. | Der Begriff Frauenförderung wird oft missverstanden | 5 |
| 4.1 | Chancengleichheit | 6 |
| 4.2 | Frauenförderung | 7 |
| 4.2.1 | Frauenförderung im weiteren Sinne | 7 |
| 4.2.2 | Frauenförderung im engeren Sinne – Betriebliche Frauenförderung | 8 |
| 4.3 | Vereinbarkeit von Familie und Beruf | 11 |
| B. | KONZEPTIONELLER BEZUGSRAHMEN | 13 |
| 1. | Das betriebliche Umfeld verändert sich | 13 |
| 1.1 | Das technologische Umfeld | 13 |
| 1.1.1 | Die Gesellschaft wird zur Informationsgesellschaft | 13 |
| 1.1.2 | Der technologische Fortschritt bewirkt einen strukturellen Wandel | 15 |
| 1.2 | Das sozio-kulturelle Umfeld | 17 |
| 1.2.1 | Die Werte der Gesellschaft haben sich geändert | 18 |
| 1.2.2 | Die österreichische Bevölkerung „vergreist“ | 21 |
| 1.2.3 | Die Frauen holen bei Bildung und Qualifikation auf | 21 |
| 1.3 | Politisch-rechtliche Umwelt | 27 |
| 1.3.1 | Rechtsakte der Europäischen Union | 28 |
| 1.3.2 | Rechtsakte auf nationaler Ebene | 30 |
| 1.3.3 | Was sieht das Regierungsprogramm für die Frauenpolitik vor? | 32 |
| 1.4 | Makro-ökonomische Umwelt | 33 |
| 1.4.1 | Der heimische Arbeitsmarkt erholt sich wieder | 33 |
| 1.4.2 | Der europäische Binnenmarkt wird sich in den nächsten Jahren vergrößern | 34 |
| 1.4.3 | Die Globalisierung der Märkte erhöht den Wettbewerbsdruck | 36 |
| 2. | Die veränderte Unternehmensumwelt als Chance für Frauen | 38 |
| C. | EMPIRISCHE ERHEBUNG | 43 |
| 1. | Methodologische Vorgehensweise | 43 |
| 1.1 | Welche Methode wurde für die empirische Untersuchung ausgewählt? | 43 |
| 1.2 | Die Interviewpartner sind Sieger des „Gläsernen Schuhs“ | 45 |
| Exkurs: „Der Gläserne Schuh“ | 47 | |
| 1.3 | Wie wurden die Interviews ausgewertet? | 48 |
| 2. | Die Geschichte betrieblicher Frauenförderung verlief in den befragten Unternehmen sehr unterschiedlich | 50 |
| 2.1 | Bei XY ist Frauenförderung Teil des Diversity-Programms | 50 |
| 2.2 | Bei YZ war der Weg sehr steinig | 53 |
| 2.3 | Bei XZ war Frauenförderung schon immer eine Selbstverständlichkeit | 56 |
| 3. | Wie verstehen die untersuchten Unternehmungen betriebliche Frauenförderung? | 59 |
| 4. | Wer waren die Initiatoren betrieblicher Frauenförderung? | 62 |
| 4.1 | Unternehmensleitung | 62 |
| 4.2 | Einzelpersonen | 63 |
| 5. | Aus welchem Sinnzusammenhang wird betriebliche Frauenförderung in den Unternehmen erklärt? | 64 |
| 6. | Wie überzeugten die Initiatoren andere von der Notwendigkeit Frauen zu fördern? | 68 |
| 7. | Welche Faktoren beeinflussten den Prozess der betrieblichen Frauenförderung? | 72 |
| 7.1 | Rechtlicher Rahmen | 72 |
| 7.2 | Arbeitsmarktsituation | 73 |
| 7.3 | Branchenzugehörigkeit | 74 |
| 7.4 | Unternehmensgröße | 75 |
| 7.5 | Wirtschaftliche Situation | 76 |
| 7.6 | Konzernmitgliedschaft | 78 |
| 7.7 | Belegschaft | 79 |
| 7.7.1 | Frauenanteil | 79 |
| 7.7.2 | Qualifikationsniveau | 79 |
| 7.7.3 | Altersstruktur | 80 |
| 7.8 | Unterstützung durch PromotorInnen | 81 |
| 7.8.1 | Unternehmensleitung | 81 |
| 7.8.2 | Fach- und Führungskräfte | 82 |
| 7.8.3 | Betriebsrat | 83 |
| 7.8.4 | Belegschaft | 84 |
| 7.8.5 | Kunden | 84 |
| 7.9 | Unternehmenskultur und Sensibilität | 85 |
| 7.10 | Geschlechtsrollenstereotype | 88 |
| 7.11 | Subjektive Wahrnehmung | 89 |
| 8. | Was kann bezüglich der Ausgangsfragen festgestellt werden? | 91 |
| D. | WELCHE SCHLÜSSE KÖNNEN AUS DER ARBEIT GEZOGEN WERDEN? | 95 |
| Abbildungsverzeichnis | 98 | |
| Literaturverzeichnis | 99 |
Entstehung Anfang der 90er fast ausschließlich Frauen. Aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters der Mitarbeiterinnen kam es sehr schnell zu karenzbedingten Ausfällen. Da die Geschäftsleitung die betroffenen Mitarbeiterinnen sehr schätzte und das Humankapital dieser Beschäftigten betriebsspezifisch und damit kaum zu ersetzen war, versuchte das Management, den Wiedereinstieg dieser Frauen nach der Karenzierung zu sichern. Verstärkt wurde die Notwendigkeit betrieblicher Frauenförderung zusätzlich dadurch, daß im Laufe der Jahre viele Mütter eingestellt wurden, deren Kinder sich im Vor- oder Volksschulalter befanden. „Also auch aus dem hat sich das natürlich war das einfach von Anfang an eben ein Thema und hat sich ergeben. Ahm. Vor allem auch aus dem Hintergrund, daß wir alle eben auch, sag ich jetzt einmal relativ jung sind. Ah. Daher natürlich Familiengründung ein sehr starkes ist. Ahm. Und auch relativ bald eines wurde. Also es war dann – ich glaub so ungefähr nach ein eineinhalb J a h r e n ahm nach der Gründung – eben die erste Mitarbeiterin, die schwanger wurde und ah in Karenz ging und dann relativ kurz darauf äh sozusagen die nächsten beiden. Und das waren ah aber auch jetzt von den insgesamt fünf also wenn ma jetzt die die Gründer des Unternehmens wegnimmt, waren das eigentlich die drei Mitarbeiterinnen, die sozusagen die die an der Gründung mitbeteiligt waren. Die natürlich auch äh dieses ganze Know-how, Wissen, das man am Anfang auch aufbaut und und sozusagen hat, das ging ja dann letztlich sozusagen (B3 lacht) in Karenz. Ahm. Und auch das war sicherlich eine eine Motivation, jetzt aus aus, denk ich, unternehmens unternehmerischen Überlegungen zu sagen, naja, die Möglichkeiten zu schaffen, daß man trotzdem in Verbindung bleibt äh mit dem Unternehmen. Daß ahm an Besprechungen an sozusagen der Weiterentwicklung des Unternehmens teil äh man teilhaben kann. Und ahm letztlich damit aber auch den Wiedereinstieg eigentlich sichern kann.“ (B3) Neben der Bindung der MitarbeiterInnen ans Unternehmen verwies die Auswertung der Interviews auf ein weiteres `Um-zu-Motiv´ betrieblicher Frauenförderung im Unternehmen der Gesprächspartnerin (B3). Da es die Überzeugung einer der InhaberInnen ist, daß „grundsätzlich für Frauen [...] die Möglichkeit auch Familie und Beruf zu vereinen gegeben sein sollte“, soll auch die persönlichen Entfaltung durch die Unterstützung der MitarbeiterInnen bei der Verwirklichung ihrer individuellen Lebenspläne gefördert werden. Im Unternehmen einer anderen Interviewten (B2) wurde betriebliche Frauenförderung [...]
Im Unternehmen jener Befragten (B1), in der die Geschäftsführung betriebliche Frauenförderung formal entschied, kann Frauenförderung aus folgendem Zusammenhang heraus erklärt werden: Als Mitglied eines multinationalen Konzerns erhielt die Firma den Auftrag, das von der Zentrale entwickelte Diversity-Programm in Österreich umzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee, „daß alle Mitarbeiter [...] gleiches Recht auf Förderung“ haben unabhängig von ihrer Nationalität, Ausbildung, Geschlecht oder Alter, da diese Unterschiede Kreativität und Teamwork innerhalb der Belegschaft fördern. Zur Umsetzung des Diversity-Programms sollten sich die einzelnen europäischen Niederlassungen auf eine benachteiligte MitarbeiterInnengruppe konzentrieren und Maßnahmen zu deren Förderung erarbeiten und implementieren. Im Betrieb der Befragten (B1) wählte die Geschäftsleitung aufgrund der Zusammensetzung der Belegschaft Frauen als Zielgruppe betrieblicher Maßnahmen im Rahmen des Diversity-Programms aus. „Und bei XY war eben die Überlegung, nachdem wir weder sehr viele Ausländer oder so viel verschiedene Nationen haben, die bei uns Mitarbeiter sind mitarbeiten, war eben die Überlegung, daß das Thema, auf das wir uns hier konzentrieren, is eben Frauen. Weil Frauen, man hat sich das ang´schaut und eben g´sehn, daß Frauen in Managementpositionen wie immer unterrepräsentiert sind und daß eigentlich das ahm ja Augenscheinlichste war, das ma zu dem Thema machen konnte. (B3) Wie diese Aussage zeigt, wurde die Unterrepräsentation weiblicher Fach- und Führungskräfte im Unternehmen erst dann als Problem wahrgenommen als die Geschäftsleitung den Auftrag zur Umsetzung des Diversity-Programms erhielt. Doch auch zu diesem Zeitpunkt war nicht sofort klar, daß Frauen gefördert werden sollten. Erst als nach Ausscheiden aller anderen von der Konzernmutter vorgeschlagenen Zielgruppen Frauen als einzige übrigblieb, wurde die Frage gestellt, ob Mitarbeiterinnen im Unternehmen tatsächlich benachteiligt wurden. Auch im Betrieb einer anderen Gesprächspartnerin (B3) ging das Engagement für Frauen von der Geschäftsführung aus, doch wurde dies niemals formal entschieden. Nach eingehender Analyse, kann betriebliche Frauenförderung im betreffenden Unternehmen aus folgenden Faktoren heraus erklärt werden: Das Unternehmen beschäftigt seit seiner [...]
Anzumerken ist hier, daß es sich bei diesem Diversity-Programm um ein generelles Programm zur Förderung von Minderheiten handelt. Ziel ist dabei die Beseitigung jeglicher im Unternehmen bestehender Diskriminierung von MitarbeiterInnen aufgrund von Religion, Alter, Schulbildung, Geschlecht, Nationalität, usw.. Im Betrieb einer anderen Interviewpartnerin (B3) ging die Initiative zur Frauenförderung von einer der beiden GeschäftsinhaberInnen aus. Diese erklärte bereits in der Phase der Unternehmensgründung, daß das Thema Familie und Kinder kein Problem für eine Beschäftigung im Unternehmen darstelle: „Ja, also wo ma also hier bei Null begonnen hat. Und und am Anfang immer noch am Boden, äh wo net einmal Tische da waren, ahm gearbeitet hat. Ahm wenn ma eben plant, auch Familie zu gründen und und jo, das hat also die Frau Doktor W. eben offensichtlich schon quasi (B3 lacht) vor Gründung oder im in der Gründungsphase g´sagt, nein, also trotzdem und und auch da wird sich dann eben ein Weg finden.“ (B3) [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832451752
Arbeit zitieren:
Rosar, Bettina September 2000: Motivation betrieblicher Frauenförderung in österreichischen Privatunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Frauenförderung, Qualitatives Interview, Empirie, Strategie




