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Motivation und Wirkung von E-Learning

Wirkungsanalyse eines programmierten Unterrichts am Beispiel eines internationalen Unternehmens unter der besonderen Berücksichtigung des personenbezogenen Merkmals - Motivation

Motivation und Wirkung von E-Learning
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mariya Shushulova
  • Abgabedatum: Juni 2008
  • Umfang: 126 Seiten
  • Dateigröße: 847,4 KB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 55
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2641-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Shushulova, Mariya Juni 2008: Motivation und Wirkung von E-Learning, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Learning, Evaluation, Motivation, betriebliche Weiterbildung, personenbezogen

Diplomarbeit von Mariya Shushulova

Einleitung:

Auf Grund der dauernd wachsenden Veränderungen, des zunehmenden technischen und ökonomischen Fortschritts und der Globalisierung nimmt die betriebliche Weiterbildung in den deutschen Unternehmen immer mehr an Bedeutung zu.

Das Lernen erweist sich als ein wichtiges Instrument zur Sicherung und zum Aufbau von Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Einerseits ist die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme freiwillig. Andererseits sind die Arbeitnehmer in dynamischen Berufsfeldern zu einer ständigen Wissensaufnahme gezwungen, die zum Teil als Lernen ‘on the job’ auftritt. Immer mehr Unternehmen werden mit der Schaffung von einer speziellen Lernkultur zu ‘lernenden Unternehmen’. Der Begriff ‘lernendes Unternehmen’ wird seit den 70er Jahren diskutiert und mit den Begriffen ‘lernende Organisation’ und ‘organisationales Lernen’ gleich gestellt.

Ein Unternehmen wird zu einem ‘lernenden Unternehmen’ erst, wenn sich eine entsprechende Lernkultur entwickelt hat, bzw. wenn das Lernen zu einem wichtigen Segment der Unternehmenskultur geworden ist und wenn als ein wichtiges Instrument zur Sicherung und zum Aufbau von Qualität angesehen wird. Die Bereitschaft jedes einzelnen Mitarbeiters zum Lernen ist eine wichtige Voraussetzung, um Kundenzufriedenheit, hohe Arbeitsqualität, Innovation und Erfolg zu gewährleisten. Durch die Zunahme der Arbeitsanforderungen und deren Erweiterung müssen das Systemdenken, das Zusammenhangsverständnis und die Lernfähigkeit gefördert werden. Durch die Arbeit wird das lebenslange Lernen gefordert und gefördert. Das gelingt nur dann, wenn jeder einzelne Mitarbeiter die Möglichkeit bekommt, seinen Arbeitsablauf und seinen Arbeitsprozess selbst zu gestalten und mit zu entscheiden. Damit wird nicht nur der passiven Teilnahme an einer Lernmaßnahme entgegengewirkt, sondern auch für ihre aktive Gestaltung gesorgt. Dank der Lernprozesse im Beruf entstehen neue Lernformen und Lernkonzepte, wofür neue Methoden und Lernumgebungen und –orte (wie z.B. Gruppenarbeit, Lerninseln, Online-Lernplattformen) entwickelt werden.

Da die am meisten eingesetzte Lernform in den deutschen Unternehmen das Lernen mit Internet ist, erweist sich an dieser Stelle als wichtig, die Wirkung des E-Learnings zu beurteilen. Ein prominentes Modell ist der programmierte Unterricht. Er charakterisiert sich durch einen sehr streng aufgeteilten Lernstoff, mit einer langsamen und systematischen Annäherung an den Zielstand, worin der Lerner sein eigenes Tempo selbst bestimmen kann. Der Lerner nimmt eine eher passive Rolle an. Er ist damit beschäftigt, die Lerninhalte zu bearbeiten und sich anzueignen. Der Betreuer übernimmt die große Rolle bei der didaktischen Aufbereitung des Stoffes und ist nicht nur dafür da, um Kursinhalte zu entwickeln, sondern auch diese dem Lerner schmackhaft zu machen, bei Problemen einzugreifen und zu motivieren. An Hand vieler Beispiele, Abbildungen und Grafiken kann man einen Praxisbezug des Gelernten schaffen.

Jedoch bestehen bei den Unternehmen immer noch viele Probleme bezüglich Elearning und derer Akzeptanz. Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Probleme und Schwachstellen aufzudecken, um die Wirkung von E-Learning zu steigern. Um ein effektives Lernen zu gewährleisten, ist es nötig, die Qualität von der Weiterbildungsmaßnahme zu bewerten und zu optimieren. Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur Effizienz- und Qualitätssicherung von E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung leisten. Am Beispiel von einer Lernplattform, die nach den Grundprinzipien des programmierten Unterrichts gestaltet wurde und für die interne Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter in einem deutschen internationaltätigen Unternehmen aus dem Wirtschaftsbereich entwickelt wurde, wird eine summative Evaluation nach dem Wirkungsanalysemodell von Reinmann-Rothmeier und Mandl (1994) durchgeführt.

Damit ein Unterricht effektiv und fördernd stattfindet und dadurch eine größere Wirkung auf die Lerner erzielen kann, müssen die Lerninhalte und Lernbedingungen an den Besonderheiten der Lerner angepasst werden. Da die Lernqualität von den Wechselwirkungen zwischen Lernmethoden und persönlichen Merkmalen des Individuums abhängig ist, besteht das zweite Anliegen dieser Arbeit darin, zu untersuchen, welche Rolle die Motivation als ein personenbezogenes Merkmal beim E-Learning spielt, da in der Literatur darüber geforscht wird, aber lediglich nur als eine Stichprobenbeschreibung, wenig als Einfluss auf das Lerngeschehen. Zunächst ist es sinnvoll, den genaueren Aufbau dieser Arbeit vorzustellen. Am Anfang des theoretischen Teils wird der Begriff der Medien und des E-Learnings mit anschließender Abgrenzung von den Vor- und Nachteilen, die das Lernen mit dem Internet mit sich bringt, näher erläutert. Nach der Einleitung in die Problematik dieser Arbeit im ersten Kapitel wird im zweiten Kapitel klar, wieso Elearning eine gute Möglichkeit zur Vermittlung vom Wissen darstellt und auch bei welchen Aspekten mit Kompromissen gerechnet werden muss. Um den Begriff noch spezifischer zu machen, werden die drei Merkmale vorgestellt, die das Lernen mit Multimedia und Internet charakterisieren. Durch die Komponenten Interaktivität, Multimedialität und Anpassungsfähigkeit wird das E-Learning von den anderen Formen des multimedialen Lernens abgegrenzt. Wegen der vielen Vorteile wird E-Learning zur Vermittlung vom Wissen immer öfters eingesetzt. Damit man diese Vorteile am besten nutzen und dadurch einen qualitativ hohen und effektiven Lernprozess gewährleisten kann, muss der Lernraum didaktisch entsprechend gestaltet werden. Die Grundelemente und Funktionen eines Online – Lernraumes werden ausführlich beschrieben.

Im dritten Kapitel wird der didaktische Rahmen einer Online-Lernumgebung umrissen. Es wird auf die drei wichtigsten lerntheoretischen Grundlagen zur Gestaltung vom Unterricht eingegangen. Aus den Grundprinzipien von Behaviorismus, Konstruktivismus und Kognitivismus werden die charakteristischen Merkmale eines programmierten Unterrichts abgeleitet, der die Grundlage der zu untersuchten Lernplattform bildet. Als ein Teil des didaktischen Aufbaus von Lernsoftware spielen auch die Gestaltung von Bildschirmseiten, sowie der Einsatz von Text und Bild auf dem Bildschirm eine sehr wichtige Rolle.

Nachdem die wichtigsten Elemente und die didaktischen Grundlagen einer Lernplattform umrissen werden, geht es im vierten Kapitel darum, die zu untersuchende Lernplattform zu beschreiben. Auf die Zielgruppe, Lerninhalte, Lernziele und den didaktischen Aufbau wird näher eingegangen. Darüber hinaus werden die einzelnen Bereiche der Lernumgebung vorgestellt, sowie auch, wie die Merkmale Interaktivität, Multimedialität und Anpassungsfähigkeit darin realisiert wurden.

Da die vorliegende Arbeit einen Beitrag zur Qualitätssicherung von E-Learning leisten will, ist es sinnvoll, den theoretischen Rahmen des Evaluationsvorhabens zu erläutern. Neben der Begriffsbestimmung von Qualität, Qualitätssicherung und Evaluation werden im fünften Kapitel einige Modelle und Formen der Evaluation auch vorgestellt. In diesem Kapitel wird ein detaillierter Überblick über das Modell von Reinmann-Rothmeier und Mandl (1994) gegeben, worauf der Evaluationsteil dieser Arbeit beruht.

Ein weiteres Vorhaben ist die Untersuchung des Einflusses der Motivation auf das Lerngeschehen. Aus diesem Grund werden die Prinzipen eines adaptiven Unterrichts - ein Unterricht, der an der Diversität der Lerner angepasst wird, im sechsten Kapitel dargestellt. Gleich danach werden persönliche Merkmale des Individuums, die einen Einfluss auf Lehrer und Lerner ausüben, klassifiziert und die Bedeutung der Motivation für das Lerngeschehen aufgezeigt.

Im siebten Kapitel werden die Fragenstellungen und die Hypothesen aufgelistet.

Im achten Kapitel werden die Ergebnisse der Fragebogenanalyse, der Evaluation und der Wirkung der Motivation detailliert aufgezeigt.

Den Abschluss dieser Arbeit bilden die Diskussion und der Ausblick. Hier werden die Befunde noch mal stark verkürzt dargestellt und im Hinblick auf die gestellten Forschungsfragen kommentiert. Vorschläge und Möglichkeiten für die zukünftige Forschung schließen den letzten Teil dieser Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

ZUSAMMENFASSUNG 2
INHALTSVERZEICHNIS 3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 6
TABELLENVERZEICHNIS 7
EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 8
II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG 12
1. GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN VON E-LEARNING 13
2. MERKMALE VON E-LEARNING 14
2.1 INTERAKTIVITÄT 14
2.2 MULTIMEDIALITÄT 15
2.3 ANPASSUNGSFÄHIGKEIT 15
3. ARTEN VON E-LEARNING (WBT) 16
4. GRUNDELEMENTE UND FUNKTIONEN EINER ONLINE – LERNPLATTFORM 17
III. DIDAKTISCHE GESTALTUNG VON LERNSOFTWARE 19
1. LERNTHEORETISCHE GRUNDLAGEN ZUM E-LEARNING 20
2. INSTRUCTIONAL- DESIGN- ANSATZ 21
2.1 ERSTE GENERATION ID-MODELLE – BEHAVIORISMUS 21
2.2 PROGRAMMIERTER UNTERRICHT 22
2.3 ZWEITE GENERATION ID-MODELLE – KOGNITIVISMUS 24
2.4 NEUE ANSÄTZE – KONSTRUKTIVISMUS 26
3. GESTALTUNG VON BILDSCHIRMSEITEN 27
3.1 PRÄSENTATION DURCH GESCHRIEBENE UND GESPROCHENE SPRACHE 28
3.2 VISUALISIERUNG VON INFORMATION DURCH BILDER 29
3.3 TEXT UND BILD ZUSAMMEN AUF DEM BILDSCHIRM 30
4. GESTALTUNG VON INTERAKTION 31
IV. DIE LERNUMGEBUNG 33
1. ZIELE DES LERNPROGRAMMS 33
2. ZIELGRUPPE 33
3. INHALTE 34
4. DIDAKTISCHE GESTALTUNG 34
5. BEREICHE UND FUNKTIONEN DER LERNPLATTFORM 37
5.1 INTERAKTIVITÄT 38
5.2 MULTIMEDIALITÄT 38
V. QUALITÄTSSICHERUNG UND EVALUATION 39
1. QUALITÄT UND QUALITÄTSSICHERUNG 39
2. EVALUATION 40
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG DER EVALUATION 41
2.2 MODELLE UND FORMEN DER EVALUATION VOM E- LEARNING 42
2.3 WIRKUNGSANALYSE 43
2.3.1 Vorbereitungsphase 44
2.3.2 Summative Evaluation 44
2.3.3 Formative Evaluation 44
2.4 DIMENSIONEN DER SUMMATIVEN WIRKUNGSANALYSE 45
2.4.1 Akzeptanz 46
2.4.2 Lehr- / Lernprozessanalyse 49
2.4.3 Transferanalyse 51
VI. ADAPTIVER UNTERRICHT 51
1. KLASSIFIZIERUNG DER PERSÖNLICHEN MERKMALE 52
2. DIE BEDEUTUNG DER MOTIVATION FÜR DAS LEHREN UND LERNEN 53
3. SELBSTBESTIMMUNGSTHEORIE DER MOTIVATION 53
3.1 INTRINSISCHE/ SELBSTBESTIMMTE MOTIVATION 54
3.2 EXTRINSISCHE/ FREMDBESTIMMTE MOTIVATION 54
4. MOTIVATION UND WIRKUNG VOM E-LEARNING 56
VII. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN 59
VIII. UNTERSUCHUNGSDESIGN UND INSTRUMENT 61
1. UNTERSUCHUNGSDESIGN 61
2. STICHPROBE 61
3. ERHEBUNGSINSTRUMENT 62
IX. METHODEN DER DATENANALYSE 67
1. METHODEN BEI DER FRAGEBOGENENTWICKLUNG 68
1.1 INTERNE KONSISTENZ EINER SKALA 68
1.2 KAISER-MEYER-OLKIN-MAß UND BARTLETT'S TEST 68
1.3 FAKTORENANALYSE 69
2. METHODEN BEI DER HYPOTHESENTESTUNG 70
2.1 HÄUFIGKEITEN 70
2.2 PRÜFUNG AUF GRUPPENUNTERSCHIEDE 71
2.2.2 Mann-Whitney- U-Test 72
2.3 PRÜFUNG AUF ZUSAMMENHÄNGE 73
2.3.1 Produkt-Moment-Korrelation 73
2.3.2 Rangskorrelation nach Spearman 73
2.3.3 Lineare Regressionsanalyse 73
X. ERGEBNISSE 75
1. ERGEBNISSE DER FRAGEBOGENENTWICKLUNG 75
1.2 SKALENZUORDNUNG UND ITEMREDUKTION 78
1.2.1 Hauptkomponentenanalyse 78
1.2.2 Faktorenzuordnung der Items 80
1.3 REDUZIERTER FRAGEBOGEN UND INTERNE KONSISTENZ NACH DER FAKTORENANALYSE 82
2. ERGEBNISSE DER HYPOTHESENTESTUNG 83
2.1 WIRKUNGSANALYSE DES PROGRAMMIERTEN UNTERRICHTS 83
2.1.1 Akzeptanzanalyse 83
2.1.2 Lernprozess 88
2.1.3 Transfer und Lernerfolg 89
2.2 PRÜFUNG AUF GRUPPENUNTERSCHIEDE 90
2.2.1 Unterschiede bezüglich der Unterkomponenten der Akzeptanz 91
2.2.2 Unterschiede bezüglich der Unterkomponenten des Lernprozesses 92
2.2.3 Unterschiede bezüglich der Unterkomponenten des Lerntransfers/Lernerfolgs 92
2.2.4 Unterschiede bezüglich der Hauptkomponenten der Wirkungsanalyse 93
2.3 PRÜFUNG AUF ZUSAMMENHÄNGE 94
2.3.1 Korrelationsanalyse 94
2.3.2 Lineare Regressionsanalyse 96
XI. DISKUSSION UND AUSBLICK 98
1. STICHPROBE 98
2. FRAGEBOGENENTWICKLUNG UND ITEMANALYSE 99
3. WIRKUNGSANALYSE DES PROGRAMMIERTEN UNTERRICHTS 101
3.1 AKZEPTANZ 101
3.2 LERNPROZESS 104
3.3 LERNERFOLG/LERNTRANSFER 105
4. UNTERSCHIEDE ZWISCHEN INTRINSISCH UND EXTRINSISCH MOTIVIERTEN TEILNEHMERN BEI DER WIRKUNGSANALYSE 105
4.1 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND AKZEPTANZ 105
4.2 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND LERNPROZESS 106
4.3 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND TRANSFER/LERNERFOLG 107
5. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DEN KOMPONENTEN DER WIRKUNGSANALYSE 107
5.1 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DER AKZEPTANZ 107
5.2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DEM LERNPROZESS 109
5.2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DEM LERNERFOLG/LERNTRANSFER 110
6. AUSBLICK 110
LITERATURVERZEICHNIS 112
ANHANG 117

Textprobe:

Kapitel 3, Motivation und Wirkung vom E-Learning:

In der Literatur wird angenommen, dass man künftige Leistungen durch eine Kombination von kognitiven und emotional-affektiven Faktoren bestmöglich vorhersagen kann. Nach dem Modell von Bloom für das zielerreichende Lernen werden die Leistungen von den Lernern durch die Qualität des Unterrichts, durch die affektivmotivationalen Merkmale und die kognitiven Merkmale bestimmt. Durch die Unterrichtsqualität sollen ca. 25% der Leistungsunterschiede erklärt werden. Die affektiv-motivationalen Bedingungen (wie Motivation und Akzeptanz) begründen auch ca. 25% der Leistungen. Den kognitiven Faktoren erklären ca. 50% der Diversität der Lernergebnisse. Da aber diese Variablen auch untereinander korrelieren, können sie nicht ganz die Unterschiede bei den Leistungen erklären. Immerhin sollen die kognitiven und die emotional-affektiven Merkmale zusammen ca. 65% der Lernunterschiede erklären können. Mit der Qualität des Unterrichts kommt man sogar auf 90%.

Über die Zusammenwirkung von Emotion und Kognition schreibt auch Krapp, der versucht, Lerner bezüglich ihrer Motivation und ihrem Lernverhalten zu beschreiben. Wenn Lerner über eine intrinsische Motivation verfügen und aus Interesse lernen, kann man erwarten, dass sie sich aktiv und intensiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen und eigenständige Wege zur Strukturierung und zur Bearbeitung suchen. So wird ein tieferes und haltbares Wissen konstruiert. Damit eine Verbindung zwischen Motivation und Wirkung von E-Learning hergestellt werden kann, ist es sinnvoll, einen kleinen Überblick über die Ergebnisse einer Studie zu geben, die sich mit der Bedeutung von Merkmalen des Individuums für die Akzeptanz vom E-Learning befasst hat. Es wird nur diese einzelne Arbeit als ein ausführliches Beispiel gegeben, da diese Ergebnisse von vielen anderen Autoren bestätigt worden sind.

Bürg, Rösch & Mandl haben unter anderem versucht, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen den erhobenen Personenmerkmalen und der Einstellungsakzeptanz zu beantworten. Untersuchungsgegenstand ist sowohl die Einstellung dem E-Learning als auch den kognitiven und den motivational-emotionalen Merkmalen der Teilnehmer gegenüber. Als kognitive Merkmale sind die Sicherheit im Umgang mit dem Computer, die Selbstwirksamkeit (der Transfer) und der subjektiv empfundene Lernerfolg untersucht worden. Als emotionale Merkmale zählen die intrinsische Motivation, die Einstellung zum Computer und die Ambiguitätstoleranz.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, haben die Autoren 12 Mitarbeiter eines großen Pharmaunternehmens befragt, die an einer Online- Schulung teilgenommen haben. Das Programm befolgt das Prinzip des problemorientierten Lernens. Die Befragung hat in zwei Messzeitpunkten stattgefunden. Vor dem Training wurden die Aspekte der Sicherheit im Umgang mit Computer, allgemeine Erwartungen und Einstellungen zum Computer erfasst. Der zweite Messzeitpunkt war zwei Wochen nach dem Start der Schulung und erfasste die subjektive Einschätzung von dem Lernerfolg, sowie die didaktische und die mediale Gestaltung. Es hat sich gezeigt, dass zwischen dem kognitiven Merkmal – der subjektiven Einschätzung von Lernerfolg und Transfer - und der Einstellungsakzeptanz ein großer Zusammenhang besteht (r = 0,60). Der Einfluss bei den anderen zwei Variablen hat sich als nicht signifikant erwiesen. Bei dem motivationalemotionalen Merkmal intrinsischer Motivation wurde eine noch höhere signifikante Korrelation mit der Einstellungsakzeptanz (r = 0,87) festgestellt. So erweist sich die selbstbestimmte Motivation als ein wichtiger Aspekt zur Förderung von Akzeptanz. In der Literatur gibt es viele andere Studien, die den Einfluss der Motivation auf die Akzeptanz und auf den Lernerfolg untersucht haben. Bagusat hat eine Studie über den Einfluss von Lehr- und Lernbedingungen, Lehrmethoden und von der Motivation auf den Ausbildungserfolg untersucht und fand heraus:

Auch der hohe positive Einfluss des Interesses und in der signifikante negative Einfluss der extrinsischen Motivation auf den Ausbildungserfolg entsprechen den theoretischen Annahmen [.]. So können allein durch diese beiden Variablen zwischen 11% und 36% der Erfolgsvarianz aufgeklärt werden. Interesse und extrinsische Motivation gestatten damit gute Vorhersagen des Ausbildungserfolgs.

Diese und andere Studien haben gezeigt, dass die selbstbestimmte Motivation positive Auswirkungen auf die Akzeptanz der Lernmaßnahme und auf die Resultate beim Lernen zeigt, als bei den fremdbestimmt motivierten Teilnehmern. Deci und Ryan fassen zusammen: ‘Mit qualitativ hochwertigen Ergebnissen ist dann zu rechnen, wenn die Motivation durch selbstbestimmten Formen [.] bestimm wird’.

Man sieht, dass die Motivation das Lerngeschehen beeinflusst. Zum einen führen unterschiedlich ausgeprägte Motivationen auf unterschiedliche emotionale Erlebnisse. Extrinsisch motivierte Lerner empfinden den Lernprozess als unangenehm, aufgezwungen und entwickeln sogar Angst vor einem Misserfolg. Selbstbestimmt motivierte dagegen empfinden das Lernen als angenehm, sogar faszinierend. Zum anderen beeinflusst die Motivation auch die kognitiven Prozesse beim Lernen. Intrinsisch angeleitete Lerner erzielen bessere Lernresultate als die extrinsisch motivierten. ‘Die Gründe für diesen höheren Lerngewinn selbstbestimmter Motivationsvarianten liegen u.a. darin, dass die Lernenden mehr Schlussfolgerungen ziehen, mehr bildliche Vorstellungen entwickeln, die Sachverhalte häufiger in eigenen Worten fassen.’ Ein besseres und tieferes Verständnis führt auch zu einem besseren Transfer des Gelernten in die Praxis. Die Motivation eine entscheidende Rolle nicht nur für die Akzeptanz, sondern auch für den Lernerfolg spielt. Deshalb ist es wichtig, gerade am Anfang, wenn das Interesse entsteht, die Lernumgebung besonders anregend und ansprechend zu gestalten. Schiefele betont auch, dass, egal ob die Lerner intrinsisch oder extrinsisch motiviert sind, das Interesse durch die Lernmaßnahme geweckt und aufrechterhalten werden muss. Prenzel und Krapp schreiben:

die Bedeutung des zu Lernenden soll für die Lerner sichtbar werden, in dem sie praxisnahe (authentische) Problemsituationen gebracht und kooperativ mit der Denkweise von Experten vertraut gemacht werden. Nur so kann man auch einen effektiven Transfer des Gelernten in die Praxis gewährleisten.

Arbeit zitieren:
Shushulova, Mariya Juni 2008: Motivation und Wirkung von E-Learning, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Learning, Evaluation, Motivation, betriebliche Weiterbildung, personenbezogen

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