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Motivation der Studenten in Theorie- und Praxisphasen

Eine empirische Untersuchung im dualen Studiengang der BWL an der Beuth Hochschule Berlin

Motivation der Studenten in Theorie- und Praxisphasen
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Tolga Göden
  • Abgabedatum: März 2011
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 5,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Beuth Hochschule für Technik Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 71
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1327-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Göden, Tolga März 2011: Motivation der Studenten in Theorie- und Praxisphasen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motivation, Studium, Fragebogen, Auswertung, Grundlagen der Motivation

Bachelorarbeit von Tolga Göden

Einleitung:

Die deutschen Hochschulen sind als Forschungs- und Lehreinrichtungen in den letzten Jahren vermehrt der Kritik ausgesetzt. Von bildungspolitischer Seite wird gefordert, für Qualitätssicherung in Lehre und Forschung zu sorgen und nicht nur die Effizienz der Verwertbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse zu steigern, sondern auch die Studierenden in kürzester Zeit, fundiert ausgebildet, auf die berufliche Praxis vorzubereiten (Bachelorreform).

Als Maßnahmen laufen neben der Beurteilung der Forschung vor allem umfangreiche Evaluationsaktivitäten (CHE, HIS u. a. ), mit dem Ziel, die Lehrqualität zu optimieren sowie wissenschaftliches Personal leistungsbezogen zu entlohnen.

Ebenso hat die Wirtschaft ihre Anforderungen in Bezug auf künftiges Personal höher gestellt und fordert sowohl aus Wettbewerbs- als auch finanziellen Gründen, junge praxisnah ausgebildete und mit überfachlichen Qualifikationen versehene Absolventen, die sofort im Betrieb einsetzbar sind.

Doch die Realität sieht derzeitig oft anders aus. Sowohl Hochschuldozenten als auch Bachelorstudenten glauben laut Umfragen nicht an einen schnellen Übergang vom abgeschlossenen Bachelorstudium ins Arbeitsleben. So beschließen drei Viertel der Bachelorabsolventen, lieber weiterzustudieren als ins Berufsleben zu gehen. Darüber hinaus klagen Studenten während des Studiums häufig über überfüllte und praxisferne Lehrveranstaltungen. Die Bachelorstudiengänge beinhalten nun zudem viel Lehrstoff, welcher in kürzerer Zeit ‘abgefertigt’ werden muss.

Außerdem können sich viele Studenten und Unternehmen mittlerweile unter den neu entstandenen englisch titulierten Studiengängen, Modulen und akademischen Graden (z. B. Bachelor of Science) kaum noch etwas vorstellen und sehnen sich nach den alten Bezeichnungen (Diplom etc.). Auch der simple Wechsel von einer Hochschule zur anderen kann sich mitunter als kompliziert erweisen, da eine Hochschule dasselbe Lehrmodul mit denselben Inhalten womöglich anders benannt hat und somit nicht anerkennt. Weitere Defizite an den augenscheinlich überforderten Hochschulen werden durch durchschnittlich hohe Studiumabbruchquoten bestätigt.

Diese Hochschulentwicklungen in der Bundesrepublik erfordern ein grundlegendes Umdenken in der bisherigen studien- und situationsbezogenen Evaluations- und Bewertungspraxis. Neben der reinen Studienzufriedenheit sollte auch die Studienmotivation von Studierenden in die Diskussionen mit einbezogen werden.

Im Übrigen kommt den Studierenden in einigen Bundesländern zunehmend die Rolle eines ‚Kunden’ zu, so dass die bisher dominante zufriedenheitsorientierte Betrachtung der Studien verkürzt scheint und um Aspekte der Kundenzufriedenheit ergänzt werden muss. So dürfte mit der Einführung der Studiengebühren im Jahr 2007 in Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg der Wettbewerb um ‘zahlende Kunden’ bereits eröffnet sein. Hochschulen werden zu ‘Dienstleistern’ und Studenten zu ‘Kunden’ der angebotenen Dienstleistung der ‘Bildung’. Aus dem Grund ändert sich der Anspruch der Studenten an ihre Hochschule. Die Studenten fordern von ihrer Hochschule für die gezahlten Gebühren auch entsprechende Leistungen, weil sie ‘Kunden’ sind und Ansprüche haben dürfen.

Sicherlich muss Studierenden aufgrund ihrer direkten Beteiligung am Lehrprozess zugestanden werden, die Leistung der Bildung kritisch beurteilen und beeinflussen zu können. Doch einige Motivationsforscher wie Voss kritisieren, dass Studenten nicht als Kunden im klassischen Sinn gesehen werden dürfen, denn es existieren einige Punkte, die den Kundenstatus des Studenten zweifelhaft erscheinen lassen. Wenn beispielsweise ein Student gute Noten wünscht, so wäre eine entsprechende positive Notengebung durch den Dozenten doch selbstverständlich. Doch ist dies in der Realität natürlich nicht möglich. Aus diesem Grund sollten Studenten laut den Ausführungen von Voss mehr als ‘Stakeholder’ denn als Kunden zu betrachten sein.

Deutsche Hochschulen befinden sich generell also mittlerweile unter einem globalen Druck. In Verbindung hierzu ist auch zu erwähnen, dass die finanziellen Mittel der Hochschule eingeschränkt werden können, wenn diese von der Anzahl immatrikulierter Studenten abhängt. Aus diesem Grund wird es für Hochschulen immer wichtiger, die Meinungen und Wünsche ihrer Anspruchsgruppen, in dem Fall die der Studenten, zu kennen, um so in diesem schwierigen Wettbewerb zu bestehen und sich gegen andere Hochschulen zu behaupten. Zusammenfassend lässt sich demnach festhalten, dass das oberstes Ziel der Hochschulen darin bestehen sollte, permanent ihre Studierenden zufrieden zu stellen und deren Studienmotivation hochzuhalten.

Auch der duale Studiengang der Betriebswirtschaftslehre auf der Beuth Hochschule für Technik befindet sich im Wettbewerb zu BWL-Studiengängen anderer Hochschulen, wenngleich klar ist, dass die Beuth Hochschule aufgrund ihres Non-Profit-Status ‘Staatliche Hochschule’, welcher durch das Landesgesetz von Berlin bestimmt und durch die öffentliche Trägerschaft staatlich finanziert wird, nicht das betriebswirtschaftliche Ziel der Gewinnmaximierung verfolgt, sondern einen Bildungsauftrag erfüllen soll. Die hierfür gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und die Aufgaben der Berliner Hochschulen sind im Berliner Hochschulgesetz geregelt. So wird beispielsweise in der Rechtstellung gemäß § 2 Abs. 9 explizit bestätigt, dass keine Studiengebühren erhoben werden dürfen.

Dennoch ist es auch im Rahmen der Bildungsqualität und Hochschulattraktivität des dualen Studiengangs der BWL der Beuth Hochschule für Technik Berlin unabdingbar, dass die Bedürfnisse der Studenten und in diesem besonderen Fall der in Bezug auf die Praxisphasen kooperierenden Unternehmen permanent befriedigt werden.

Vor allem die Tatsache, dass dieser Studiengang ein ‘Aushängeschild’ der Wirtschaftswissenschaften an der eher technisch orientierten Beuth Hochschule darstellt, unterstreicht auch die Wichtigkeit der Zufriedenheit und Motivation der BWL-Studenten in den Theorie- und Praxisphasen.

Das Thema der Motivationspsychologie hat sich in den letzten Jahren einer enormen Beliebtheit erfreuen können. Fast alle Leistungen, die heutzutage erbracht werden, werden durch Tüchtigkeit und Motivation erklärt. Wie stark die Öffentlichkeit hierbei auf das Thema ‘Motivation’ fokussiert ist, kann an einer Vielzahl von Angeboten (Bücher, Seminare, Managementberatungen etc.) erkannt werden.

So wird bereits seit Jahren versucht die tiefgründig komplizierte und ohnehin nicht leicht zu deutende Welt der Motivation mit verschiedenen Theorien und Experimenten zu ergründen. Vor allem in der Berufswelt sind Lösungsansätze für die positive Förderung der Mitarbeitermotivation sehr gefragt und Bestandteil jeder Unternehmenspolitik. So wird in manchen Unternehmen ständig vonseiten der Manager versucht die Motivation der Mitarbeiter zu steigern, um mehr Leistung abrufen zu können.

Doch nicht nur in der Arbeitswelt, auch im Hochschulwesen wird der Motivation eine besondere Bedeutung zugesprochen. Studenten erklären sich beispielsweise schlechte Leistungen immer wieder mit einer nicht ausreichend vorhandenen Motivation.

Einen wenn auch kleinen Beitrag zu diesem spannenden, aber gleichzeitig auch äußerst komplizierten Thema versucht diese Arbeit zu leisten, indem empirisch untersucht werden soll, wie es derzeitig mit der Motivation der Studenten des dualen BWL-Studiengangs aussieht.

Struktur und Ziel der Arbeit:

Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe einer empirischen Untersuchung Informationen bezüglich der Motivation der Studenten im Hinblick auf die Theorie und Praxisphasen zu gewinnen. Ein Fokus wird hierbei auf die intrinsischen und extrinsischen Motivationstypen gelegt.

Da wie im Kapitel 1.1 bereits erwähnt, die Situation an der Beuth Hochschule glücklicherweise noch nicht gleichzusetzen ist mit den Bundesländern, welche schon Studiengebühren eingeführt haben, und da Studenten nach Kritikermeinungen, wie Voss, nicht als ‘klassische Kunden’ angesehen werden dürfen, soll an der Stelle verdeutlicht werden, dass in dieser Arbeit weniger auf die marketingorientierte Kundenbindung und -zufriedenheit der Hochschule eingegangen wird, sondern vielmehr auf das wichtigere Thema der Studentenmotivation.

So werden zunächst die zu untersuchenden Bereiche theoretisch betrachtet.

Erstens soll im Kapitel 2 kurz der duale Studiengang der BWL auf der BHT vorgestellt werden. Besonders wichtig erscheint hier die explizite Darstellung der Theorie- und Praxisphasen, da diese im Verlauf der empirischen Untersuchung analysiert werden sollen. Des Weiteren wird kurz auf die Bedeutung der bundesweiten Studiumabbruchquote hinsichtlich der Studentenmotivation eingegangen.

Das anschließende 3. Kapitel beinhaltet Grundlagen der Motivationstheorie. Hier werden wesentliche Begriffe der Motivationslehre erläutert und kurz auf die Historie und Kernpunkte passender Inhalts- und Prozesstheorien der Motivationsforschung eingegangen. Ebenso werden verschiedene Arten und Ausprägungen der Motivation beschrieben (Leistungs-, Studien-, Arbeitsmotivation, extrinsische /intrinsische Motivation).

Gegenstand des 4. Kapitels ist die Beschreibung der verschiedenen in Betracht kommenden Methoden der empirischen Sozialforschung für die geplante Analyse. Besonders wird hierbei auf den Unterschied zwischen den quantitativen und qualitativen Datenerhebungsmethoden aufmerksam gemacht und die allgemeinen Gütekriterien hierzu werden explizit dargestellt.

Am Ende dieser Arbeit werden im Kapitel 5 die Ergebnisse der empirischen Untersuchung bezüglich der Motivation der Studenten in Theorie- und Praxisphasen vorgestellt und interpretiert. Hierfür sollen diese den vorab aufgestellten Hypothesen gegenübergestellt und diskutiert werden.

Inhaltsverzeichnis:

VERZEICHNISSE I
1. Einleitung 1
1.1 Fragestellung 1
1.2 Struktur und Ziel der Arbeit 5
2. Der duale Studiengang der Betriebswirtschaftslehre an der Beuth Hochschule fürTechnik Berlin 6
2.1 Kurzbeschreibung des BWL-Dual-Studiengangs 6
2.2 Inhalte der Theoriephasen des Studiengangs 7
2.3 Ausbildungsinhalte der betrieblichen Studienabschnitte 8
2.4 Allgemeine Kennzahlen zur deutschen Hochschullandschaft 10
2.4.1 Studienerfolg an deutschen Hochschulen 10
2.4.2 Studienabbruchquote in den Wirtschaftswissenschaften an Hochschulen 11
2.4.3 Spezifische Kennzahlen und Studienabbruchquoten im dualen Studiengang der BWL 13
3. Theoretische Grundlagen zur Motivation 15
3.1 Historische Grundlagen – von ‘Platon zum Humankapital’ 15
3.2 Das Grundmodell der Motivationspsychologie 17
3.3 Begriffsdefinitionen und Erläuterungen 17
3.3.1 Motiv und Anreiz 17
3.3.2 Motivation und Motivierung 18
3.4 Inhaltstheorien und Prozesstheorien der Motivationsforschung 24
3.4.1 Inhaltstheorien 24
3.4.2 Prozesstheorien der Motivationsforschung 29
3.4.3 Spezifische Motivationsausprägungen 36
4. Beschreibung der Datenerhebung an den Studierenden des dualen BWL-Studiengangs im Hinblick auf Theorie- und Praxisphasen 41
4.1 Hypothesen 42
4.2 Forschungsmethoden: quantitativ versus qualitativ 43
4.2.1 Quantitative Datenerhebungsmethoden 44
4.2.2 Vor- und Nachteile quantitativer Methoden 45
4.2.3 Qualitative Datenerhebungsmethoden 45
4.2.4 Vor- und Nachteile qualitativer Methoden 47
4.2.5 Gütekriterien empirischer Forschung 48
4.3 Auswahl der Forschungsmethode zur Datenerhebung 49
4.3.1 Funktion und Vorteile eines Online-Fragebogens 50
4.3.2 Voraussetzungen für eine Online-Befragung 50
4.3.3 Fragetypen des Online-Fragebogens 51
5. Durchführung, Vorstellung und Auswertung der empirischen Datenerhebung 53
5.1 Durchführung der Umfrage 53
5.2 Konstruktder Befragung 56
5.3 Inhalt der Online-Umfrage 57
5.4 Vorstellung und Analyse der Ergebnisse 59
5.4.1 Ergebnisse der Befragung 59
5.4.2 Diskussion der Hypothesen 88
6. Fazit 93
7. Literaturverzeichnis 96
7.1 Gedrucktes 96
7.2 Internetquellen 98
7.3 Sonstige Quellen 101
8. Anhang 102
8.1 Fragebogen 102
8.2 Vollständig ausgewertete Fragebögen inklusive Antwortauszüge vom ersten und siebten Fachsemester 112

Textprobe:

Kapitel 3.4.3, Spezifische Motivationsausprägungen:

3.4.3.1, Arbeitsmotivation:

Da in dieser Bachelorarbeit ebenfalls die Motivation der Studenten in den Praxisphasen analysiert wird, ist es an dieser Stelle kurz angebracht, auch eine Definition über die Motivation in der Praktikumsstelle bzw. hinsichtlich der Arbeitsmotivation zu geben. Diese kann näherungsweise gleichgesetzt werden mit der Motivation der Studierenden in ihren Praktikumsunternehmen.

Prägende Motive für die Arbeitsmotivation sind hierbei das Leistungsmotiv, das Anschlussmotiv (also das Bedürfnis nach Vertrautwerden und Geselligsein mit anderen und den damit verbundenen Gefühlen von Zugehörigkeit und Geborgenheit) sowie das Machtmotiv.

Genauso wie in der allgemeinen Definition der Motivation hat auch arbeitsbezogenes Verhalten seinen Ausgangspunkt in der ‘Situation’. Damit die persönlichen Motive in der Arbeitssituation wirklich ihre Anwendung finden können, muss der Arbeitsinhalt so gestaltet sein, dass sie deckungsgleich ist mit der jeweiligen Motivausprägung (siehe oben). Diese Besonderheiten der Handlungssituation werden Motivierungspotenziale genannt. Bezogen auf den dualen Studiengang der BWL auf der BHT entsteht eine hohe Arbeitsmotivation in den Praxisphasen also dann, wenn die Motivierungspotentiale der Arbeit bspw. in den Praxisphasen mit den persönlichen Motiven des Arbeitnehmers – in dem Fall denen des BWL-Dual Praktikanten – übereinstimmen.

Damit bei einer Person mit hoher Ausprägung des Anschlussmotivs eine große Arbeitsmotivation entstehen kann, muss sich die Arbeitstätigkeit durch ein hohes anschlussthematisches Motivierungspotential auszeichnen. Konkret heißt dies an Arbeitsstellen, dass sich bei ihrer Arbeitstätigkeit viele Gelegenheiten bieten sollten, soziale Kontakte zu knüpfen und sie zu pflegen. Beispiele hierfür sind Gruppenarbeiten oder das gemeinsame ‘Feierabendbier’ nach getaner Arbeit. Ist nun das individuelle Anschlussmotiv stark ausgeprägt, das anschlussthematische Motivierungspotential der Arbeit aber niedrig, kann keine hohe Arbeitsmotivation entstehen.

Generell herrscht in der Fachliteratur in Bezug auf die Arbeitsmotivation eine Vielzahl relativ uneinheitlicher Erklärungsversuche vor, was darauf schließen lässt, dass trotz jahrelanger Forschung keine gemeinsame Begriffsbestimmung der Motivationspsychologie vorliegt.

Neben dem reinen Erkenntnisinteresse der angewandten Motivationsforschung steht das Bedürfnis der Praxis, aus den verfügbaren Theorien Interventionsstrategien abzuleiten. Dabei sind die meisten Theorien der Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit vor mehr als 20 Jahren formuliert worden und zwischenzeitlich fanden sie bei Praktikern und Forschern nur noch wenig Aufmerksamkeit. Inzwischen wird jedoch wieder für eine intensive Beschäftigung mit den Bedingungen für Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz plädiert, da deutlich wurde, dass eine hohe Leistung des Arbeitnehmers nicht allein durch technische Innovationen sichergestellt werden kann. Vielmehr hängt der Erfolg eines Unternehmens vor allem von der Bereitschaft seiner Mitarbeiter ab, die sich für die Unternehmensziele einsetzen 3.4.3.2, Studienmotivation:

Auch der Titel dieser Arbeit – der Begriff der ‘Studienmotivation’ – soll an der Stelle erläutert werden.

Zunächst ist festzuhalten, dass sie ein komplexes Konstrukt darstellt, welches in der empirischen Bildungsforschung als einer der zentralen Begriffe angesehen wird, zumal eine Auseinandersetzung mit demselben in nahezu keiner Untersuchung, den Studienabbruch, den Studienwechsel, das Lernverhalten oder aber die geschlechterspezifische Bevorzugung von Studienfächern betreffend, vermeidbar ist. Trotzdem lässt sich noch heute selten eine Fachliteratur finden, wo eine einheitliche Definition anzutreffen ist.

Der deutsche Psychologe Achim Wilcke hat die Studienmotivation 1976 wie folgt beschrieben: So seien für das Studentenverhalten nicht einzelne Motivationen verantwortlich, sondern mehrere. Dieses Motivationsbündel, das für die erfolgreiche Bewältigung des Studiums eine große Rolle spielt, soll hier mit ‘Studienmotivation’ bezeichnet werden.

Folgende Motivationsvariablen haben sich hierbei für den erfolgreichen Abschluss des Studiums nach Wilcke und Heckhausen als bedeutsam erwiesen:

1. Leistungsmotivation in ihren beiden Tendenzen ‘Hoffnung auf Erfolg’ und ‘Furcht vor Misserfolg’.

2. Intrinsische Studienmotivation (Neugier, Fachinteresse usw.).

3. Anschlussmotivation.

4. Studienzufriedenheit.

Zu den Auswirkungen dieser vier Motivationsvariablen auf das Lern- und Studienverhalten der Studenten, sei Folgendes gesagt:

1. Leistungsmotivation:

In der wissenschaftlichen Diskussion lassen sich zwei unterschiedliche Verständnisweisen der Studienmotivation festmachen: Studienmotivation im Sinne von Leistungsmotivation und Studienmotivation als Äquivalent für die Studienfachwahl. Für die vorliegende Arbeit wurde die Motivation bzw. Studienmotivation unter dem Gesichtspunkt der Leistungsmotivation als zweckmäßig gefunden.

Da die Leistung, wie auch unter dem Risiko-Wahl-Modell von Atkinson beschrieben, entweder um die Möglichkeit, ‘Erfolg zu erzielen’, oder um die Möglichkeit, ‘Misserfolg zu meiden’, zentriert sein kann, werden zwei Tendenzen der Leistungsmotivation unterschieden:

Hoffnung auf Erfolg.

Furcht vor Misserfolg.

Je nachdem, welche dieser Tendenzen in einer Person überwiegt, spricht man von einem erfolgsmotivierten oder misserfolgsmotivierten Menschen. Im Hinblick darauf ist nach einigen Studien – vor allem von Heckhausen und Mahone – festzuhalten, dass Erfolgsmotivierte realistischere Zukunftsperspektiven treffen als Misserfolgsmotivierte. Des Weiteren stellte Heckhausen fest, dass hoch leistungsmotivierte Studenten auf den Hochschulen und Universitäten einen besseren Leistungsstand erbringen als wenig leistungsmotivierte.

Arbeit zitieren:
Göden, Tolga März 2011: Motivation der Studenten in Theorie- und Praxisphasen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motivation, Studium, Fragebogen, Auswertung, Grundlagen der Motivation

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