Motivation von Mitarbeitern eines Franchise-Unternehmens
Ein seminaristischer Ansatz unter besonderer Berücksichtigung der Corporate Identity
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ina Felgener
- Abgabedatum: Mai 2006
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 959,3 KB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9703-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9703-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9703-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Felgener, Ina Mai 2006: Motivation von Mitarbeitern eines Franchise-Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Franchise, Motivationstheorie, Leistungsmotivation, Lernen, Seminar
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Diplomarbeit von Ina Felgener
Einleitung:
Das stetige Wachstum des Franchisings ist über Jahrzehnte zu beobachten und wird wohl auch in Zukunft nicht an Bedeutung verlieren.
Franchising ist ein „vertikal“ kooperatives Vertriebssystem, beim dem der Franchise-Geber dem Franchise-Nehmer das Recht einräumt, sein ausgebildetes Marketing- und Vertriebskonzept gegen Zahlung einer Lizenzgebühr zu nutzen. Dem Franchise-Geber und dem Franchise-Nehmer sind jeweils bestimmte Aufgabenbereiche zugeordnet, die eine ergänzende Wirkung haben, so dass eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen soll.
Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Corporate Identity (CI), der nach außen und innen wirksamen Unternehmensidentität, zu richten. Ihr hoher Stellenwert in Franchiseunternehmen, wie auch ihre stetige Weiterentwicklung zur Anpassung an sich ändernden Umweltfaktoren, stellen an die Mitarbeiter hohe Anforderungen.
Grob lassen sich die Ziele der CI wie folgt darstellen:
die Setzung klarer Prioritäten über Vermittlung der Unternehmenswerte und die Schaffung einer Identifikations- und Vertrauensbasis gegenüber den Bezugsgruppen.
Struktur und Erfolgsfaktoren der Franchise-Unternehmen sowie die komplexe Corporate Identity bedingen, neben den sachlichen Anforderungen an Führungskräfte, in hohem Maße auch motivationale (soziale) Kompetenzen.
Nach Erkenntnis der Personalpsychologie ist Motivierung eine komplexe Führungsaufgabe, die vor allem die Kenntnis der grundlegenden Prozesse der Motivation und ihre Übertragung auf die individuelle Persönlichkeit verlangt.
Ein orientierender Blick entlang der Zeitachse (leistungs-) psychologischer Erkenntnisse (begrenzt auf Motivationspsychologie, Leistungsmotivation und Motivationsstruktur) zeigt, dass es zweck- und tätigkeitszentrierte (intrinsische versus extrinsische Motivation) Anreize gibt, die das Handeln von Menschen (Mitarbeitern) bestimmen. Wie diese Anreize wirken stellt das „Erweiterte Kognitive Motivationsmodell“ von Heckhausen dar.
Der Leistungsmotivation, als spezielle Form der Motivation, gilt ein besonderes Augenmerk. Sie wird nach McClelland definiert als „Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab, den es zu erreichen oder zu übertreffen gilt”.
Für Führungskräfte eines Franchiseunternehmens gilt es zu erkennen bzw. zu lernen, auf welche Weise eine Motivationshaltung beim Mitarbeiter entsteht und wie auf diesen Prozess lenkend Einfluss genommen werden kann.
Für das Lernen sind Grundlagen der Psychologie als Prinzipien und Regeln des menschlichen Verhaltens wirksam.
Lerntheorien versuchen die Gesetzmäßigkeiten des Lernens zu erklären. Sie ermöglichen eine Ableitung von Gestaltungsansätzen bezüglich verschiedener Lehrmethoden.
Die behavioristischen Lerntheorien stellen das wahrnehmbare, äußere Verhalten von Organismen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. Das Verhalten des Menschen gilt als mechanistisch und deterministisch und somit ist Lernen durch äußere Vorgänge steuerbar bzw. beeinflussbar.
Die kognitiven Lerntheorien setzen die internen Verarbeitungsprozesse ins Zentrum ihrer Forschung. Informationsaufnahme und –verarbeitung führen zum Wissenserwerb.
Die Erkenntnisse der Theorien sind eng verbunden mit dem Prozess des Lehrens. Hier gibt es zwei Grundpositionen: „Konstruktivismus“ und „Instruktivismus“.
In ihrer puristischen Ausrichtung sind sie für die Seminarpraxis eher nachteilig. Für das Seminar wird deswegen eine Mischform aus beiden Positionen zugrunde gelegt.
Die Seminarstruktur umfasst drei Phasen: Orientierungsphase, Präsenzphase/ Analysephase und Nachbereitungsphase/ Umsetzungsphase. Die Ausgestaltung der einzelnen Phasen ist durch ein Wechselspiel von Lehrvortrag, der auf der Position der Instruktion und der „Murmelgruppenmethode“ bzw. Gruppenarbeit, die auf der Position der Konstruktion fußen, charakterisiert. Ihr jeweiliger Anteil an den einzelnen Phasen variiert.
Inhaltlich zeigt das Seminar, dass sich nach Heckhausen die Entwicklung einer Motivationshaltung bei Menschen (Mitarbeiter) über vier Phasen (Wählen, Zielsetzung, Handlung und Ergebnisbewertung) vollzieht, bei denen der Vorgesetzte gezielt einwirken kann.
(Das Seminar ist bereits mit Präsentationsfolien zum Auflegen und zugehörigen Lehrvortragvorschlägen skizziert.) Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG | 10 |
| 2. | MOTIVATION IN FRANCHISE-UNTERNEHMEN | 11 |
| 2.1 | AKTUELLE ENTWICKLUNG VON FRANCHISE-UNTERNEHMEN | 11 |
| 2.2 | FRANCHISING – STRUKTUR UND ERFOLGSFAKTOREN | 12 |
| 2.3 | CORPORATE IDENTITY (ALS FRANCHISEFUNDAMENT BETRACHTET) | 18 |
| 2.3.4 | Erfolgsfaktoren der Corporate Identity | 22 |
| 2.3.5 | Motivationale Anforderungen an Führungskräfte | 26 |
| 3. | ZIELE, LEITLINIEN UND STRUKTUR DES SEMINARS | 27 |
| 3.1 | ZIELE DES SEMINARS | 27 |
| 3.2 | LEITLINIEN DES SEMINARS | 28 |
| 3.3 | STRUKTUR DES SEMINARS | 30 |
| 4. | PSYCHOLOGISCHE GRUNDLAGEN ZUR LEISTUNGSMOTIVATION | 35 |
| 4.1 | GEGENSTAND DER MOTIVATIONSPSYCHOLOGIE | 35 |
| 4.2 | LEISTUNGSMOTIVATION | 39 |
| 4.3 | MOTIVATIONSSTRUKTUREN | 47 |
| 4.4 | INTRINSISCHE VERSUS EXTRINSISCHE MOTIVATION | 51 |
| 4.5 | MOTIVATIONSSTABILITÄT | 53 |
| 5. | LERNEN UND LEHREN IM BERUFLICHEN WISSENSERWERB | 53 |
| 5.1 | LERNTHEORETISCHE GRUNDLAGEN DES WISSENSERWERBS | 54 |
| 5.1.1 | Behavioristische Lerntheorien | 56 |
| 5.1.2 | Kognitive Lerntheorien | 60 |
| 5.2 | ANSÄTZE PÄDAGOGISCH-PSYCHOLOGISCHER LEHRTHEORIEN | 64 |
| 6. | SEMINAR - ANWENDUNG ZUR LEISTUNGSMOTIVATION | 69 |
| 6.1 | EINFÜHRUNG | 71 |
| 6.2 | HANDLUNGSPHASENMODELL | 74 |
| 6.2.1 | Wählen – Wünschenswertes und Realisierbares (Lehrvortrag und Murmelgruppe) | 75 |
| 6.2.2 | Zielsetzung – Herausforderung und Zielbindung (Lehrvortrag und Murmelgruppe) | 78 |
| 6.2.3 | Handlung – Selbstregulation und Selbstmotivation (Lehrvortrag und Murmelgruppe) | 80 |
| 6.2.4 | Ergebnisbewertung – Wahrnehmung und Verteilungsgerechtigkeit (Lehrvortrag und Murmelgruppe) | 82 |
| 6.5 | GRUPPENARBEIT | 84 |
| 6.6 | Ende des Seminars | 85 |
| Anhang | 86 | |
| Informationsblatt: Corporate Identtity | 86 | |
| HUI Second Reisen | 88 | |
| Quellenverzeichnis | 90 |
kann unter Umständen auch zu ihrem eigenen „Ziel“ werden.1 Diese Möglichkeit wurde bereits beim Vergleich von tätigkeits- versus zweckzentrierten Anreizen genannt. Gleichwohl ist im Bemühen um Verständnis und Strukturierung motivierender Gegebenheiten, begrifflicher Klärung.2 Wird zunächst auf den allgemeinen englischen Sprachgebrauch abgestellt, so meint intrinsisch (intrinsic) etwas wie „innerlich”, „eigentlich” oder „wahr” ; folglich meint extrinsisch (extrinsic) so etwas wie „äußerlich”, „nicht wirklich dazugehörend”.3 Bei detaillierter Betrachtung liegen allerdings unterschiedliche Auffassungen von intrinsisch und extrinsisch vor. Vor allem wird der Bezugspunkt für das, was unter „innen“ zu verstehen ist in der Motivationspsychologie oft gewechselt. Hier wird der Anreizschwerpunkt beispielhaft mal in der Tätigkeit selbst, in der Selbststeuerung oder als zweckzentrierter Anreiz gesehen. In vorliegender Diplomarbeit wird der Begriff intrinsische Motivation als eine Handlung aus eigenem Antrieb verstanden, so dass die Tätigkeit möglichst lang, häufig und intensiv ausgeführt werden sollte. Dabei kann die Anreizkonstellation vorzeichenhomogen (positiv erlebte Tätigkeit führt zu erwünschtem Ergebnis) oder vorzeichenheterogen (aversive Tätigkeit führt zu erwünschten Folgen) sein.4 Extrinsisch motiviert ist hingegen eine Person, wenn der Beweggrund des Verhaltens außerhalb der eigentlichen Handlung liegt und sie so von außen geführt erscheint. Nach Schiefele & Köller kennzeichnet die intrinsische Motivation jene seit den fünfziger Jahren das Begriffspaar der intrinsischen versus extrinsischen Motivation eingeführt und seitdem in stetiger [...]
Einschätzung ist, diese Handlung ausführen zu können. Mit dem rationalistisch angelegten „Erweiterten Kognitiven Motivationsmodell“, können kognitive Prozesse des Handelns rekonstruiert werden.1 Es ist bekannt, dass Menschen auch durch weitere, nicht rationalistisch angelegte Motivationsanreize zum Handeln veranlasst werden können. Dies führt zur Theorie der Eigenanreize von Tätigkeiten. Eine Tätigkeit mit Eigenanreiz wird durchgeführt, weil man ihren Vollzug genießt. Ergebnis und Folgen treten in den Hintergrund. Damit wird deutlich, wo die Unterschiede liegen: Ist die Motivationsstruktur von der Zweckrationalität bestimmt, liegt der Anreiz in Zuständen oder Ergebnissen hinter der erfolgreichen Handlung (zweckzentrierter Anreiz). Laufen Handlung und Anreiz gleichzeitig ab und die Handlung genügt sich selbst als Anreiz, wird vom tätigkeitszentriertem Anreiz gesprochen.2 Die Einbindung dieser Art von Anreiz in das Modell von Heckhausen zeigt Abb. 4.9. [...]
Aus dem Modell ist zu entnehmen, dass Erfolgszuversichtliche dazu neigen, eigene Erfolge internalen Faktoren zuzuschreiben. Misserfolge hingegen werden auf externale, zeitvariable Faktoren, beispielsweise mangelnde Anstrengung, abgeschoben. Auf diese Weise einer Asymmetrie der Selbstbekräftigung bleibt eine positive Grundstimmung für Erwartung und Anreiz erhalten. Misserfolgsmeidende führen Misserfolge häufiger auf einen Mangel eigener Fähigkeit, also auf einen zeitstabilen Faktor zurück. Im Erfolgsfall werden Glück oder Aufgabenleichtigkeit als zeitvariable Ursache genannt. Dieses Attributionsmuster führt zu einer starken Betroffenheit und nimmt die Hoffnung auf künftig besseres Abschneiden. Wie sollte sich auch Stolz und Zuversicht einstellen, ist zu fragen, wenn man realistische Anforderungen meidet und unrealistische keinen Maßstab eigenen Vermögens erlauben. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497033
Arbeit zitieren:
Felgener, Ina Mai 2006: Motivation von Mitarbeitern eines Franchise-Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Franchise, Motivationstheorie, Leistungsmotivation, Lernen, Seminar




