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Motivation der Arbeitsgeneration 50+

Theoretische Analyse und praktische Anwendung

Motivation der Arbeitsgeneration 50+
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sven Geitner
  • Abgabedatum: August 2010
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bielefeld - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0453-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Geitner, Sven August 2010: Motivation der Arbeitsgeneration 50+, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motivation, 50+, Arbeitnehmer, Alter, Motivationsmöglichkeit

Diplomarbeit von Sven Geitner

Einleitung:

Ältere Arbeitnehmer sind nicht mehr in der Lage, sich den neuen Anforderungen im Arbeitsleben anzupassen. Sie sind träge, nicht flexibel, häufiger krank als ihre jüngeren Kollegen und somit für Unternehmen teuer!

Diese weit verbreitete Meinung kann aber nicht ungeprüft und allgemein übernommen werden, sie ist sogar unzutreffend.

‘Motivation der Arbeitsgeneration 50+’ – was bedeutet ‘Motivation’, was ist unter der ‘Arbeitsgeneration 50+’ zu verstehen, und wie werden ältere Arbeitnehmer motiviert? In der vorliegenden Arbeit werden praktische Möglichkeiten erörtert, ältere Arbeitnehmer weiterhin bzw. neu zu motivieren und somit den Unternehmen mit ihrem Erfahrungswissen und Fähigkeiten bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze oder sogar darüber hinaus zu unterstützen.

In dieser Arbeit wird unter Gliederungspunkt 2 die demografische Entwicklung Deutschlands erläutert. Der Gliederungspunkt zeigt die Auswirkungen auf Unternehmen und Gesellschaft. Eine Definition für den Begriff ‘Ältere Arbeitnehmer’ wird gegeben.

Der 3. Gliederungspunkt behandelt das Thema ‘Arbeiten im Alter’. Es wird erläutert, warum das tätig sein älterer Arbeitnehmer sowohl für den Arbeitnehmer selbst, aber auch für Unternehmen, Volkswirtschaft und Gesellschaft von Vorteil ist.

Die Grundlagen der Motivation werden in Gliederungspunkt 4 geschaffen. Dazu wird beschrieben, was den Menschen antreibt bzw. motiviert. Es wird auf verschiedene Motivationsformen auch hinsichtlich Arbeitsbedürfnissen eingegangen.

Der 5. Gliederungspunkt gibt einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten der Motivation der Arbeitsgeneration 50+. Ein Unternehmen kann ältere Arbeitnehmer von sich aus motivieren, allerdings spielen u. a. die Qualität der personellen und strukturierenden Führung des Arbeitnehmers sowie der Arbeitsinhalt eine wichtige Rolle.

Motivation unterliegt allerdings auch Grenzen. Der 6. Gliederungspunkt beschäftigt sich mit diesen Grenzen der Motivation, bevor der 7. Gliederungspunkt einen Überblick über rechtliche Motivationsmöglichkeiten und Arbeitsmodelle speziell für ältere Arbeitnehmer in Unternehmen schafft.

Der abschließende 8. Gliederungspunkt beschäftigt sich mit der Demografie der Europäischen Union im Jahr 2050 und der Aussicht auf den Arbeitsmarkt innerhalb der Union sowie Deutschlands.

So wird ein Überblick über die Thematik gegeben, welchen Stellenwert ältere Arbeitnehmer in Zukunft für ein Unternehmen haben werden und warum es notwendig ist, diese hinsichtlich der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit zu fördern.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Status Quo 3
2.1 Demografie in Deutschland 3
2.2 Definition ‘Ältere Arbeitnehmer’ 7
2.3 Folgen des Alters 10
3. Arbeiten im Alter 15
3.1 Individuelle Aspekte 15
3.2 Soziologische Aspekte 16
3.3 Volkswirtschaftliche Aspekte 17
3.4 Betriebswirtschaftliche Aspekte 17
4. Grundlagen der Motivation 19
4.1 Definition 19
4.2 Bedürfnispyramide nach Maslow 20
4.3 Formen der Motivation 23
4.3.1 Intrinsische Motivation 23
4.3.2 Extrinsische Motivation 23
4.4 Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg 25
5. Möglichkeiten der Motivation der Arbeitsgeneration 50+ 27
5.1 Möglichkeiten der Motivation in Unternehmen 27
5.1.1 Motivation durch Unternehmenskultur 27
5.1.2 Motivation durch Arbeitnehmerbeteiligung 29
5.1.3 Motivation durch Vorgesetzte 31
5.1.3.1 Motivation durch Führung 31
5.1.3.2 Motivation durch Aufgaben 35
5.1.3.3 Motivation durch Zielvereinbarungen (Management by Objectives) 36
5.1.4 Motivation durch Mitarbeiter 38
5.2 Motivation durch Umdenken in der Gesellschaft 39
5.3 Motivation durch Familie und soziales Umfeld 41
6. Grenzen der Motivation 42
6.1 Bei ausschließlich körperlicher Arbeit 42
6.2 Finanzielle Aspekte 43
6.3 Bei innerer Kündigung der Arbeitnehmer 50+ 47
6.4 Vorbeugung 47
7. Rechtliche Motivationsmöglichkeiten und Anreize der Beibehaltung sowie Wiedereingliederung von Humankapital älterer Arbeitnehmer 49
7.1 Flexible Arbeitszeitmodelle 49
7.1.1 Arbeitszeitkonten 49
7.1.2 e-Work (Telearbeit) 50
7.1.3 Gleitzeit 51
7.1.4 Freie Zeiteinteilung bei Zielvereinbarung 51
7.1.5 Vertrauensarbeitszeit 52
7.1.6 Teilzeit 52
7.1.7 Befristung 52
7.1.8 Job-Sharing (Arbeitsplatzteilung) 53
7.1.9 Altersteilzeit 54
7.1.10 Teilrente 55
7.1.11 KAPOVAZ 57
7.2 Cafeteria-Modell 58
7.3 Sabbatical 59
7.4 Tarifverträge 59
7.5 Betriebsrente 62
7.6 Krankenkassen 64
7.7 Gesetzliche Fördermöglichkeiten zur Weiterbeschäftigung und Integration älterer Arbeitnehmer 65
7.7.1 Förderung beschäftigter Arbeitnehmer nach § 417 SGB III 65
7.7.2 Eingliederungszuschuss für Ältere nach § 421f SGB III 66
7.7.3 Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer nach § 421j SGB III 66
7.7.4 Kurzarbeit 67
8. Aussichten auf den Arbeitsmarkt der EU und Deutschlands 2050 68
9. Fazit 70
Anhang VI
Literaturverzeichnis XXXI
Internetquellenverzeichnis XXXIV

Textprobe:

Kapitel 5.1.3.2, Motivation durch Aufgaben:

Jeder Arbeitnehmer hat seinen eigenen Tätigkeitsbereich, auch Aufgabenfeld genannt. Durch Aufgabenerweiterung (Job-enrichment), also inhaltliche Vergrößerung des Arbeitsfeldes, erfolgt für den Arbeitnehmer eine Arbeitsplatzbereicherung. Hierbei werden Planung, Kontrolle und Entscheidungskompetenzen in die Arbeitsaufgabe in einem gewissen Maß integriert. Die Übernahme von Verantwortungsbereichen und Aufwertung von Tätigkeiten führt i.d.R. zu einer erhöhten Leistungsbereitschaft und damit zu einer erhöhten Motivation. Das Senioritätsprinzip , also die betriebliche Besserstellung auf Grund des Alters, erfahren ältere Arbeitnehmer als Vertrauensbeweis der Unternehmensleitung. Allerdings ist hier auf die menschliche und fachliche Eignung zu achten. Sollte hingegen ein jüngerer Arbeitnehmer geeigneter als ein älterer Arbeitnehmer sein, könnte dies zu Spannungen führen. Auch hier gilt es, dem älteren Arbeitnehmer offen gegenüber zu treten und die Gründe der Entscheidung mitzuteilen.

Bei Zuweisung von Spezialaufgaben erfahren ältere Arbeitnehmer eine besondere Wertschätzung. Auch Kreativität und somit Anforderungen an den Arbeitnehmer wachsen. Klar definierte oder selbstständige Aufgaben und deren Bearbeitung steigern das Verantwortungsbewusstsein des Arbeitnehmers. Dies stärkt die Eigenverantwortlichkeit. Aufgabenübertragung offenbart Kompetenzen und stellt Stärken und Schwächen heraus. Es kristallisiert sich heraus, ob der Arbeitnehmer für die Aufgabe geeignet ist, oder ob der Arbeitnehmer mit einer anderen Aufgabe betraut werden muss. Die Qualität der Tätigkeit wird sichtbar. Hierbei kommt die langjährige Erfahrung älterer Arbeitnehmer zur Geltung. Die erbrachte Leistung generiert Anerkennung und steigert die Motivation.

5.1.3.3, Motivation durch Zielvereinbarungen (Management by Objectives):

Ziele dienen als Motivatoren. Aktives Handeln zur Zielerreichung führt zu Erfolgserlebnissen und zu einer höheren Leistung. Ziele müssen jedoch klar definiert und in der vorgegebenen Zeit realistisch zu erreichen sein. Eventuell sind Ziele in Teilziele zu unterteilen.

Unternehmensziele werden von der Unternehmensleitung vorgegeben. Eine individuelle Zielabstimmung zwischen den Arbeitseinheiten ist wichtig. Durch Zielvereinbarung sind ältere Arbeitnehmer aktiv an einem Projekt beteiligt und eingebunden. Dies führt zu einer Identifikation mit dem Ziel und dadurch mit dem Unternehmen.

Oftmals werden zusätzlich zum Arbeitsvertrag und Stellenbeschreibung Zielvereinbarungen vereinbart. Beispielsweise Umsatzsteigerung oder Senkung der Kosten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und Prozentsatzes. So erhält der Arbeitnehmer bei Zielerreichung häufig eine Gratifikation oder sonstige Zusatzleistungen . Damit eine Zielvereinbarung sich motivierend auswirkt, sollte auf die individuellen Bedürfnisse speziell älterer Arbeitnehmer geachtet und eingegangen werden. Ist dies nicht der Fall, können sich Zielvereinbarungen kontraproduktiv auswirken. So kommt es einem älteren Arbeitnehmer nicht zugute, wenn er beispielsweise zur Zielerreichung innerhalb des Zeitraumes länger arbeiten muss und er weniger Zeit mit seiner Familie oder seinem Hobby verbringen bzw. nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Für den Arbeitnehmer nicht passende Gratifikationen oder Zusatzleistungen wirken sich nicht motivierend auf ältere Arbeitnehmer aus.

Nach Zielsetzung und Durchführung bzw. Ablauf der vereinbarten Zeitspanne sollte überprüft werden, ob die Ziele auch zufriedenstellend erreicht wurden (Erfolgskontrolle). Gegebenenfalls erfordert die Zielvereinbarung eine Kontrolle der Durchführung vor Beendigung bzw. Erreichung des Ziels. Diese Kontrolle durch den Vorgesetzten erfolgt, um sicherzustellen, dass der Arbeitnehmer auch im Sinne des Unternehmens handelt und ob der eingeschlagene Weg zur Erreichung zweckmäßig und unternehmenskonform ist. Bei der Kontrolle ist grundsätzlich darauf zu achten, dass sie nicht wie eine reine Inhaltskontrolle wirkt, sondern einen unterstützenden Charakter darstellt. Der ältere Arbeitnehmer könnte dies sonst als störend bzw. unangenehm empfinden und es als Vertrauensbruch werten.

Je nach Persönlichkeit und Anforderung an den älteren Mitarbeiter kann eine Selbstkontrolle in Betracht gezogen werden. Allerdings sind besonders wichtige Kontrollen nicht delegierbar und sollten somit vom Vorgesetzten durchgeführt werden.

5.1.4, Motivation durch Mitarbeiter:

Arbeitnehmer haben u.U. eine positive Wirkung auf andere Arbeitnehmer. Es entsteht ein gesundes Konkurrenzdenken, was ältere Arbeitnehmer anspornt. Allerdings ist darauf zu achteten, dass sich das Konkurrenzdenken nicht für das Betriebsklima und die Motivation anderer Arbeitnehmer negativ auswirkt, beispielsweise durch starkes Konkurrenzdenken, worunter die Kommunikation zur schnelleren Aufgaben- und Zielerreichung leidet, sowie durch starre Eigensinnigkeit, die letztendlich zu Produktivitätsverlusten führt.

Ziel des Managements sollte es sein, ein harmonisches Miteinander von jüngeren und älteren Arbeitnehmern zu fördern, welche das gleiche Unternehmensziel verfolgen. Arbeitsgruppen gilt es bewusst mit älteren und jüngeren Arbeitnehmern zu besetzen. Dies dient, wie bereits unter Gliederungspunkt 4.2. dargestellt, zur Befriedigung sozialer Bedürfnisse und entspricht dem Wunsch nach Zugehörigkeit und Anerkennung (dritte und vierte Stufe der Bedürfnispyramide nach Maslow). Durch dieses horizontale Arbeiten mit anderen gleichberechtigten Arbeitnehmern in einem Team oder Gruppe , werden Synergieeffekte erkannt und genutzt. Die Mitglieder einer Gruppe ergänzen sich und lernen voneinander. Weiter wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und sorgt für gegenseitigen Ansporn. Die positive Bestärkung und Anerkennung nach einem erfolgreichen Abschluss eines Projektes fördert die Motivation aller Mitglieder der Gruppe. Häufig werden ältere Arbeitnehmer auf Grund ihrer Erfahrung (auch im Umgang mit anderen Menschen) als Teamleiter eingesetzt. Sie koordinieren und überwachen das Projekt und bauen Spannungsfelder innerhalb einer Gruppe ab. Auch eine Doppelspitze mit einem (evt. menschlich) erfahrenen älteren und einem (evt. technisch) erfahrenen jüngeren Arbeitnehmer ist denkbar.

Der Technologiekonzern Siemens beispielsweise besetzt bewusst die Arbeitsgruppen mit einer altersungleichen Doppelspitze. Sie profitieren dabei von der Dynamik, dem Wissen und Innovationsverständnis des jüngeren Arbeitnehmers, wogegen der ältere Arbeitnehmer seine Führungsqualitäten und Übersicht sowie sein Erfahrungswissen einfließen lassen kann. Diese beiderseitige Wertschätzung ist für Unternehmen von Vorteil.

Gezieltes Mentoring von jüngeren Arbeitnehmern durch ältere Arbeitnehmer bewirkt im Zuge des langsamen Ausscheidens des älteren Arbeitnehmers aus dem Unternehmen einem Wissenstransfer. Dabei wird evt. auch Wissen des älteren Arbeitnehmers wieder aufgefrischt bzw. durch Einarbeitung in neue Themengebiete ergänzt und erweitert. Sowohl der jüngere als auch der ältere Arbeitnehmer profitieren hinsichtlich der Anerkennung des freiwilligen Begleitens oder der Leistungsbereitschaft, sowie der Förderung bzw. Ausarbeitung der sozialen Kompetenzen (Soft Skills).

Arbeit zitieren:
Geitner, Sven August 2010: Motivation der Arbeitsgeneration 50+, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motivation, 50+, Arbeitnehmer, Alter, Motivationsmöglichkeit

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