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Monitoring von Schuldnern über vertragliche Formulierungen: Behindert die deutsche Rechtsprechung den disziplinierenden Einsatz von Covenants?

Monitoring von Schuldnern über vertragliche Formulierungen: Behindert die deutsche Rechtsprechung den disziplinierenden Einsatz von Covenants?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Constantin Graf Droste zu Vischering
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 164 Seiten
  • Dateigröße: 624,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4117-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4117-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4117-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Graf Droste zu Vischering, Constantin Januar 2001: Monitoring von Schuldnern über vertragliche Formulierungen: Behindert die deutsche Rechtsprechung den disziplinierenden Einsatz von Covenants?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Risikomanagement, Vertrag, Bankrecht, Kredit

Diplomarbeit von Constantin Graf Droste zu Vischering

Einleitung:

Covenants werden in der Vertragspraxis deutscher Kreditinstitute zunehmend verwendet. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Verwendung von Covenants im Vergleich zur herkömmlichen Kreditsicherungspraxis vorteilhaft sein kann. Die volle Ausschöpfung der Gestaltungsmöglichkeiten von Covenants birgt jedoch die Gefahr, von Seiten der Rechtsprechung sanktioniert zu werden. Gegenstand dieser Arbeit ist es, die Vor- und Nachteile der Kreditsicherung und des Monitorings durch Covenants zu erörtern, und das sowohl aus ökonomischer als auch aus juristischer Sicht.

Gang der Untersuchung:

Zu diesem Zweck wird zunächst die Theorie des Finanzierungsvertrags im Überblick dargestellt. Aus der Analyse der Interessenverteilung ergeben sich Anreizprobleme, für deren Lösung verschiedene Ansätze existieren. Das Instrument „Covenants“ lässt sich einem dieser Ansätze zuordnen.

Anschließend wird eine systematische Ordnung von Covenants vorgestellt. Anhand dieser Systematik werden einzelne Covenants, z.T. mit Hilfe von Formulierungsbeispielen, detailliert betrachtet und einer Bewertung hinsichtlich der Effektivität und Effizienz ihrer Monitoringleistung unterzogen. Schließlich wird versucht, die empirische Bedeutung von Covenants im Kreditgeschäft deutscher Banken zu klären. Dabei sind die Erkenntnisse aus Gesprächen mit Bankpraktikern besonders hilfreich.

Es wird deutlich, dass die Möglichkeit der juristischen Sanktionierung von Covenants in Literatur und Praxis gleichermaßen gesehen wird. Ein weiterer Abschnitt dieser Arbeit versucht daher, anhand der wesentlichen Rechtsnormen, aus denen die deutsche Rechtsprechung in der Vergangenheit Bankenhaftung hergeleitet hat, eine juristische Bewertung von Covenants.

Den Abschluss der Arbeit bildet eine zusammenfassende Würdigung des Intruments „Covenants“ unter deutschen Rahmenbedingungen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Teil I: Einführung 1
Problemstellung und Gang der Untersuchung 2
Teil II: Der Finanzierungsvertrag 4
1. Theorie des Finanzierungsvertrages 4
1.1 Ein Grundmodell 4
1.2 Das Costly State Verification Model 5
1.3 Erweiterung des Modells um Moral Hazard 7
1.4 Mehrperiodigkeit 9
2. Anreizprobleme und asymmetrische Information 9
2.1 Qualitätsunsicherheit und Adverse Selektion 10
2.2 Moral Hazard 12
3. Lösungsansätze 12
3.1 Ratingsysteme 12
3.2 Spezielle Kooperationsdesigns bei Moral Hazard 14
3.2.1 Bestrafung und Reputation 15
3.2.2 Sicherheiten 16
3.2.3 Ergebnisbeteiligung 17
Teil III: Covenants in Kreditverträgen 19
1. Definition und geschichtlicher Abriss 19
1.1 Bond Covenants 20
1.2 Credit Covenants 20
2. Zur systematischen Ordnung von Covenants 21
2.1 Die Strukturierung von Covenants 23
2.1.1 „Disziplinierungs“-Covenants versus „Warn“-Covenants 25
2.1.2 Statische Betrachtung versus dynamische Betrachtung 25
2.1.3 Ablauf des Strukturierungsprozesses 27
2.2 Vorschlag eines Ordnungskriteriums 27
3. Vertragspraxis und typische Klauselinhalte 29
3.1 Verwertungspriorität 29
3.1.1 Die Negativerklärung 30
3.1.2 Die Positiverklärung 32
3.1.3 Die Gleichbehandlungsklausel 33
3.2 Bilanzgrößen und Bilanzrelationen 34
3.2.1 Eigenkapitalaustattung 35
3.2.2 Verschuldung 37
3.2.3 Ertragskraft 40
3.2.4 Liquidität 42
3.3 Identität des Schuldnerunternehmens 43
3.4 Informations- und Rechnungslegungspflichten 44
3.5 Definition und Überwachung der Einhaltung von Covenants 45
3.6 Konsequenzen der Nichterfüllung von Covenants 47
4. Covenants in der Bankpraxis 48
4.1 Empirische Bedeutung 48
4.2 Covenants und Bilanzanalyse 51
4.3 Covenants und Bankverhalten 52
Teil IV: Covenants und deutsches Recht 55
1. Vertragsrecht 55
1.1 § 138 BGB 55
1.2 § 9 AGBG 57
1.3 Rechtsprechung 57
2. Gesellschaftsrecht 58
2.1 Direkte Einflussnahme 58
2.2 § 32a GmbHG 59
3. Insolvenzrecht (§129-135 InsO) 61
4. Deliktische Haftung 62
4.1 § 826 BGB 62
4.2 Rechtsprechung 62
Teil V: Ergebnis und Ausblick 65
Anhang 67
Anlage 1: Beispielhafte Definition des Eigenkapitals 67
Anlage 2: Formulierungsbeispiel einer „limitation on indebtedness“ 69
Anlage 3: Kreditvertrag der Comcast MH Holdings, Inc. (Auszüge) 70
Literaturverzeichnis VIII
Verzeichnis der Auskunftspersonen XV

Automatisiert erstellter Textauszug:

zahlen.114 Zur Messung der operativen Ergebnisse kommen z.B. in Frage: Betriebsergebnis (evtl. auch vor Abschreibungen), Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, EBITDA, EBIT, EBT, cash-flow from operating activities, NOCF. Zur Messung der laufenden Verpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten sind möglich: Zinsaufwand oder Zinsergebnis (interest charges), Zinsaufwand plus planmäßige Tilgung (debt-service), jeweils unter möglicher Hinzurechnung der Leasingraten oder Mieten (fixed charges).115 Wie bei allen Financial Covenants ist auch hier die genaue Definition der verwendeten Größen und Kennzahlen erforderlich. Da es sich um Stromgrößen handelt, muß besonders bei unterjähriger Ermittlung der ratios auf die kongruente Abgrenzung der Bezugszeiträume von Zähler- und Nennergröße sowie auf eventuelle saisonale Schwankungen geachtet werden. [...]

Gläubiger haben naturgemäß ein großes Interesse daran, die Verschuldung von Kreditnehmern zu beobachten und - wenn möglich - zu kontrollieren. Bei einer Liquidation des Schuldnerunternehmens konkurrieren ihre (ungesicherten) Forderungen mit den Ansprüchen anderer ungesicherter Gläubiger um eine beschränkte Masse verwertbaren Vermögens des Schuldners. Im Fall der Unternehmensfortführung bedeutet eine höhere Verschuldung ceteris paribus ein höheres Niveau an Festbetragsansprüchen Dritter und damit ein geringeres Niveau und eine größere Volatilität der freien Cash-Flows, die für Zins und Tilgungsleistungen an ihrem eigenen Anspruch zur Verfügung stehen. Unabhängig von den Überlegungen der neueren betriebswirtschaftlichen Forschung zur Identifikation einer optimalen Kapitalstruktur105 darf für Fremdkapitalgläubiger wohl davon ausgegangen werden, daß sie jeden niedrigeren Verschuldungsgrad ihres Schuldners einem höheren vorziehen würden. [...]

In der traditionellen betriebswirtschaftlichen Literatur herrscht die Annahme, daß zwischen Eigenkapitalausstattung einer Unternehmung und ihrem Insolvenzrisiko ein reziproker Zusammenhang besteht. Ein wesentlicher Reflex dieser Auffassung sind die Vorschriften für das aufzubringende Mindestnennkapital bei der Gründung von Kapitalgesellschaften.97 Das Eigenkapital fungiert als ein Puffer, der Verluste der Gesellschaft auffängt und verhindert, daß sie auf das Fremdkapital „durchschlagen“. Selbst wenn ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Eigenkapitalhöhe und Insolvenzrisiko einer Unternehmung von der neueren betriebswirtschaftlichen Forschung aufgrund mangelnder Meßbarkeit des Insolvenzrisikos kritisch beurteilt wird98, scheinen Covenant-vereinbarende Banken davon überzeugt zu sein, daß die Beobachtung bzw. Kontrolle der Eigenkapitalausstattung eines Schuldners lohnt, weil ein wesentlicher Einfluß auf die Rückzahlungswahrscheinlichkeit des Kredites vermutet wird. Minimum net worth covenants gehören nämlich empirisch zu den am häufigsten vereinbarten Financial Covenants.99 [...]

Arbeit zitieren:
Graf Droste zu Vischering, Constantin Januar 2001: Monitoring von Schuldnern über vertragliche Formulierungen: Behindert die deutsche Rechtsprechung den disziplinierenden Einsatz von Covenants?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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