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Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen

Dargestellt anhand der Lebenshilfe Salzburg und Pro Mente Salzburg

Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Reichl
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 119 Seiten
  • Dateigröße: 1.022,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9749-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9749-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9749-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reichl, Robert Mai 2006: Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erfolgsmessung, Effektivität, Auswirkung

Diplomarbeit von Robert Reichl

Problemstellung:

Nonprofit-Organisationen (NPO) sind seit einiger Zeit verstärktem Legitimations- und Erfolgsdruck ausgesetzt. Sie werden zunehmend öffentlich kritisiert. Ihnen wird zum Beispiel vorgeworfen, sie handeln nicht effizient und effektiv. Zudem haben sich aufgrund der knapper werdenden finanziellen Mittel der öffentlichen Hand die Rahmenbedingungen für NPO verändert.

Des Weiteren ist zu beachten, dass NPO nicht nur mit anderen NPO, sondern auch mit erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen und Institutionen der öffentlichen Hand in direkter Konkurrenz stehen. Zudem herrscht zwischen NPO ein Wettbewerb um die Beschaffung finanzieller sowie nichtmaterieller Ressourcen außerhalb der Organisation. Deshalb ist es erforderlich, dass NPO den Nutzen bzw. die Wirkung, die sie durch ihre angebotenen Leistungen bei ihren Anspruchsgruppen sowie der Gesellschaft erzeugen, aufzeigen.

Im Unterschied zu erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen wird der Erfolg bei Nonprofit-Organisationen nicht anhand von Formalzielen, wie dem Gewinn oder erfolgswirtschaftlichen Kennzahlen, gemessen. Vielmehr stehen Sachziele, die von einer bestimmten Mission abgeleitet werden, im Vordergrund. Bei den Interessengruppen sollen gewisse Wirkungen erzielt werden. Um eine Nonprofit-Organisation effektiv und effizient führen sowie den Erfolg und die Wirkung messen zu können, müssen konkrete Ziele ausgearbeitet werden. Der Zielbildungsprozess in NPO gestaltet sich, bedingt durch die unterschiedlichen Interessen der Anspruchsgruppen, sehr komplex. Abgeleitet von der Mission, dem Zweck der Organisation, sind von der NPO Leistungswirkungs- sowie Leistungserbringungsziele zu erarbeiten, wobei beachtet werden soll, dass die einzelnen Ziele operationalisierbar und somit überprüfbar sind.

Die Messung der Wirkungen von Nonprofit-Organisationen gestaltet sich kompliziert, da die Auswirkungen der Dienstleistungen, die von NPO angeboten werden, schwer quantifiziert werden können. Die Wirkungen, die von NPO ausgehen, sind oft nur indirekt messbar. Zudem soll festgestellt werden, inwieweit die tatsächlichen Wirkungen von den gewünschten Wirkungszielen abweichen, wodurch diese Abweichung hervorgerufen wurde und durch welche Maßnahmen Verbesserungen erreicht werden können.

Ziel der Diplomarbeit „Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen“ ist es, herauszufinden, wie die Auswirkungen der Dienstleistungen, die NPO anbieten, gemessen werden können. Es soll herausgearbeitet werden, welche Instrumente bei der Wirkungsmessung in NPO in welcher Weise eingesetzt werden können. Darauf aufbauend soll anhand der Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg verdeutlicht und analysiert werden, welche Instrumente in Sozialeinrichtungen tatsächlich angewandt werden.

Gang der Untersuchung:

Zuerst wird die gegenwärtige Bedeutung von Nonprofit-Organisationen dargestellt. Anhand aktueller Literatur wird der Begriff „Nonprofit-Organisation“ definiert sowie die wichtigsten Merkmale und Charakteristika von NPO in Bezug auf die Wirkungsmessung beschrieben. Speziell wird auf die Sachzieldominanz, den Dienstleistungscharakter in NPO und die Besonderheiten sozialer NPO eingegangen, da im empirischen Teil die Wirkungsmessung anhand der Sozialeinrichtungen Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg dargestellt und analysiert wird.

Anschließend wird auf die komplexen Zielsysteme sowie die Schwierigkeiten der Erfolgsmessung in NPO eingegangen. Es wird erläutert, welche Ziele in NPO im Vordergrund stehen und wie der Erfolg in NPO beurteilt werden kann. Zudem wird dargestellt, wie aus den Oberzielen der NPO Subziele abgeleitet werden können, welche für die Wirkungsmessung relevant sind. Die Bedeutung der Anspruchsgruppen auf den Zielbildungsprozess und deren Einfluss auf die NPO werden gesondert beschrieben.

Im nächsten Abschnitt wird angeführt, was unter dem Begriff „Wirkung“ zu verstehen ist sowie welche Auswirkungen die Leistungen der Nonprofit-Organisationen auf die Anspruchsgruppen der NPO und auf die Gesellschaft haben. Darüber hinaus wird erläutert, welche Ziele durch die Wirkungsmessung verfolgt werden. Anschließend wird auf die wichtigsten Instrumente der Wirkungsmessung, die einer NPO zur Verfügung stehen, eingegangen. Zudem werden die Schwierigkeiten bei deren Einsatz beleuchtet.

Darauf aufbauend wird beschrieben, welche Arten von Messgrößen unterschieden werden können und welche Anforderungen an diese gesetzt werden. Da Wirkungen in NPO oft nicht direkt gemessen werden können, wird der Einsatz von Indikatoren und Indizes erläutert. Außerdem wird auf Probleme, die bei deren Einsatz auftreten, hingewiesen.

Anschließend werden der Begriff Performance Measurement und dessen Anwendung erläutert. Anhand der Balanced Scorecard (BSC) wird beschrieben, in welcher Weise diese genützt werden kann, um, ausgehend von strategischen Zielen, in den verschiedenen Perspektiven Messgrößen zu bestimmen, welche in einen Ursache-Wirkungszusammenhang gesetzt und mit Zielwerten verglichen werden. Danach wird auf die Besonderheiten der Anwendung der BSC bei NPO eingegangen. Es wird darauf hingewiesen, dass die ursprünglich vier Perspektiven beim Einsatz in NPO anders definiert und um die eine oder andere Dimension erweitert werden können.

In Sozialeinrichtungen wird die Wirkung, die die Leistungen auf die Anspruchsgruppen ausüben, oft mittels Kunden-, Klienten- und Mitarbeiterbefragungen gemessen. Aus diesem Grund wird in der Diplomarbeit auf dieses Instrument der Wirkungsmessung eingegangen und dargestellt, wie die Auswertung von Befragungen erfolgt. Anschließend wird erläutert, wie die aus der Befragung gewonnenen Zufriedenheitsgrade (Ist-Werte) mit Sollwerten, mit vergangenen Erhebungen oder mit Ergebnissen von Benchmarkingpartnern gegenübergestellt und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können.

Nach der theoretischen Analyse der Thematik wird anhand der Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg, welche als praktische Beispiele dienen, dargestellt und analysiert, wie Wirkungsmessung in Sozialeinrichtungen angewandt wird und welche Instrumente hierbei eingesetzt werden. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINFÜHRUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 ZIELSETZUNG DER DIPLOMARBEIT 2
1.3 VORGANGSWEISE bzw. PROBLEMLÖSUNGSMETHODE 3
2. NONPROFIT-ORGANISATIONEN 5
2.1 EINLEITUNG 5
2.2 NONPROFIT-ORGANISATIONEN 6
2.3 CHARAKTERISTIKA VON NONPROFIT-ORGANISATIONEN 7
2.3.1 Gewinnausschüttungsverbot 7
2.3.2 Sachzieldominanz 7
2.3.3 Teilweises Fehlen von Märkten 8
2.3.4 Dienstleistungscharakter in NPO 9
2.3.5 Soziale NPO 10
2.4 ZIELSYSTEM IN NPO 12
2.4.1 Ziele in NPO 13
2.4.2 Komplexe Zielsysteme in NPO 13
2.4.2.1 Mission und Leitbild 13
2.4.2.2 Leistungswirkungsziele 14
2.4.2.3 Leistungserbringungsziele 15
2.4.2.4 Potenzial- bzw. Verfahrensziele 15
2.4.2.5 Formalziele 16
2.4.3 Zielbildungsprozess in NPO 16
2.4.4 Anspruchsgruppen 17
2.4.4.1 Anspruchsgruppen in NPO 17
2.4.4.2 Stakeholder-Management 19
2.5 ERFOLGSMESSUNG 20
3. INSTRUMENTE DER WIRKUNGSMESSUNG 23
3.1 WIRKUNGSMESSUNG 23
3.1.1 Wirkungen in NPO 23
3.1.2 Wirkungsmessung in NPO 24
3.1.3 Probleme bei der Wirkungsmessung 25
3.1.4 Einführung in das Instrumentarium zur Wirkungsmessung in NPO 25
3.2 MESSGRÖßEN 26
3.2.1 Funktionen von Messgrößen 27
3.2.2 Anforderungen an Messgrößen 27
3.2.3 Kennzahlen 28
3.2.4 Kennzahlensysteme 29
3.2.5 Indikatoren 29
3.2.6 Indizes bzw. Indikatorensysteme 31
3.2.7 Indikatoren in NPO 32
3.3 PERFORMANCE MEASUREMENT 35
3.3.1 Begriffliche Einordnung des Performance Measurements 35
3.3.2 Gegenüberstellung traditioneller Kennzahlensysteme mit dem Performance Measurement 36
3.3.3 Charakteristika und Vorgangsweise bei Performance Measurementmodellen 37
3.3.4 Die Balanced Scorecard 38
3.3.4.1 Vorgangsweise bei der Balanced Scorecard 39
3.3.4.2 Die Perspektiven der BSC 42
3.3.4.2.1 Die finanzwirtschaftliche Perspektive 42
3.3.4.2.2 Die Kundenperspektive 42
3.3.4.2.3 Die interne Prozessperspektive 43
3.3.4.2.4 Die Lern- und Entwicklungsperspektive 43
3.3.4.3 Ursache-Wirkungszusammenhänge 44
3.3.4.4 Verwendung der Balanced Scorecard in NPO 44
3.3.4.5 Einsatz der Balanced Scorecard zur Wirkungsmessung in NPO 48
3.4 DIE BEFRAGUNG 49
3.4.1 Arten der Befragung 49
3.4.2 Form der Befragung 50
3.4.2.1 Frageformulierung 51
3.4.2.2 Fragebogenkonstruktion 52
3.4.3 Skalierungsverfahren 52
3.4.4 Auswertung 53
3.4.5 Einsatz der Befragung zur Wirkungsmessung in NPO 54
3.5 VERGLEICHE 55
3.5.1 Der Soll-Ist-Vergleich 55
3.5.2 Zeitvergleich 58
3.5.3 Benchmarking 58
3.5.3.1 Arten des Benchmarkings 59
3.5.3.2 Der Benchmarkingprozess und dessen Organisation 61
3.5.3.3 Benchmarking der Wirkungen in NPO 64
4. EMPIRISCHE ANALYSE 66
4.1 DIE LEBENSHILFE SALZBURG 66
4.1.1 Struktur der Lebenshilfe Salzburg 67
4.1.2 Aufgabenbereiche der Lebenshilfe Salzburg gGmbH 68
4.1.3 Wirkungsmessung in der Lebenshilfe Salzburg gGmbH 70
4.1.3.1 Indikatoren zur Wirkungsmessung 72
4.1.3.2 Befragung der Anspruchsgruppen 73
4.1.3.3 Auswertung der Befragungen 74
4.1.3.4 Vergleich der Ergebnisse der Wirkungsmessung 75
4.1.3.4 Einsatz der Wirkungsmessung zur Verbesserung der Organisation sowie deren Dienstleistungsqualität 77
4.2 PRO MENTE SALZBURG 78
4.2.1 Struktur der Pro Mente Salzburg 78
4.2.2 Einrichtungen der Pro Mente Salzburg 79
4.2.3 Wirkungsmessung bei Pro Mente Salzburg 80
4.2.3.1 Indikatoren zur Wirkungsmessung 81
4.2.3.2 Befragung der Anspruchsgruppen 82
4.2.3.2.1 Klientenbefragung 82
4.2.3.2.2 Mitarbeiterbefragung 84
4.2.3.2.3 Befragung kooperierender Unternehmungen 84
4.2.3.3 Auswertung 84
4.2.3.4 Vergleiche 84
4.2.3.5 Einsatz der Wirkungsmessung zur Verbesserung der Organisation und deren Leistungen 86
4.3 KRITISCHE ANALYSE DER WIRKUNGSMESSUNG IN DER LEBENSHILFE SALZBURG UND PRO MENTE SALZBURG 87
5. ZUSAMMENFASSUNG 89
LITERATURVERZEICHNIS 94
ANHANG 108

Automatisiert erstellter Textauszug:

In NPO beeinflusst die finanzielle Perspektive die Möglichkeit der Weiterbildung und Innovationsfähigkeit, welche sich auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter, auf interne Prozesse und somit auf die Leistungserbringung auswirkt. Die Leistungswirkungen, die bei den Anspruchsgruppen generiert werden, hängen stark von der Qualität der erbrachten Dienstleistungen ab. Einige Autoren setzen die Kundenperspektive200 an die Spitze der BSC oder treten für eine duale Zielsetzung, einer Kombination zwischen Mission- und Kundenperspektive, ein.201 Kaplan/Norton weisen darauf hin, beim Einsatz der BSC in NPO die Kunden bzw. Bestandteile der Kundenperspektive oder die Mission als Oberziel einzusetzen.202 Wird als Leitdimension die Kundenperspektive gewählt, so kann es zu einer dualen Zielsetzung zwischen den Klienten und Geldgebern kommen. Schauer sieht als Oberziel der NPO die Wirkungen, welche sich aus dem Leitbild der NPO ableiten und schlägt die Perspektiven Auftragserfüllung, Kundenorientierung, Lernen und Entwicklung, die internen Leistungsprozesse und evtl. [...]

Ziel war es, ein Managementsystem zu gestalten, welches monetäre sowie nichtmonetäre Kennzahlen enthält. Es wurde erkannt, dass bei der Steuerung eines Unternehmens finanzwirtschaftliche, vergangenheitsorientierte Kennzahlen nicht genügen. Es müssen auch andere Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens nachhaltig beeinflussen, miteinbezogen werden.169 Die Balanced Scorecard, die mit „ausgewogener Berichtsbogen“ übersetzt werden kann,170 ist kein Kennzahlensystem, sondern ein Managementinstrument, das sich auf monetäre sowie nichtmonetäre Messgrößen stützt. Dadurch kann eine nachhaltige Steuerung der Organisation erreicht werden. Dabei soll eine Balance zwischen kurz- und langfristigen Zielen, monetären und nichtmonetären sowie vergangenheits- und zukunftsorientierten Steuerungsgrößen erreicht werden. Eine Scorecard ist lt. Gmür/Brandl „ein schriftlich niedergelegter Katalog von Kriterien, deren Erreichung gemessen wird.“171 [...]

Ausgehend von den Oberzielen einer Organisation und den daraus resultierenden Strategien sollen Subziele für die einzelnen Bereiche sowie operative Vorgaben ausgearbeitet werden. Bei der Zielbestimmung sind jedoch die Erwartungen der Anspruchsgruppen, die wesentlich für den Erfolg sind, zu berücksichtigen. Anhand der festgelegten Ziele sind geeignete, ausgewogene Kennzahlen zu bestimmen, welche aussagekräftig für die Leistungsperformance sind. Die einzelnen Messgrößen der unterschiedlichen Ebenen sollen darüber hinaus in einer Ursache-Wirkungsbeziehung miteinander in Verbindung stehen. Neben der Bestimmung der Messgrößen sind für die einzelnen Bereiche sowie evtl. für die Mitarbeiter Sollvorgaben zu bestimmen. Zudem sollen die Ober- bzw. Bereichsziele in der Organisation kommuniziert werden, sodass diese als Anreiz für eine Leistungssteigerung dienen. Nach der Erfassung der zeitpunktgenauen Ausprägungen der einzelnen Messgrößen hat eine Abweichungsanalyse zu erfolgen, welche zur Steigerung der Leistungsperformance genützt werden soll. Außerdem sind zukünftige Zielwerte zu bestimmen. Bei Bedarf soll eine Überarbeitung der Strategie erfolgen.163 [...]

Arbeit zitieren:
Reichl, Robert Mai 2006: Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erfolgsmessung, Effektivität, Auswirkung

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