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Möglichkeiten der Substitution des Vertriebs bankbetrieblicher Leistungen über Geschäftsstellen durch den Vertrieb über das Internet

Möglichkeiten der Substitution des Vertriebs bankbetrieblicher Leistungen über Geschäftsstellen durch den Vertrieb über das Internet
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Grasshoff
  • Abgabedatum: November 1999
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 440,7 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2215-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2215-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2215-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Grasshoff, Jan November 1999: Möglichkeiten der Substitution des Vertriebs bankbetrieblicher Leistungen über Geschäftsstellen durch den Vertrieb über das Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: One-to-One-Marketing, Multikanal-Konzept, Vertrieb, Internet-Banking, Virtuelles Bankgeschäft

Diplomarbeit von Jan Grasshoff

Einleitung:

Universalbanken nutzen üblicherweise mehrere Absatzkanäle zum Vertrieb bankbetrieblicher Leistungen, allerdings bevorzugen sie dabei schwerpunktmäßig die Geschäftsstelle. Der Einsatz elektronischer Vertriebswege, speziell des Internets, spielt bisher jedoch eher eine untergeordnete Rolle und findet fast ausschließlich bei der Rationalisierung hochstandardisierter bankbetrieblicher Leistungen im Kontokorrent- und Wertpapierbereich Verwendung. Die Banken befinden sich insofern in einem Konflikt, als dass sie auf der einen Seite aufgrund des Kosten- und Konkurrenzdrucks Standardisierungen durchführen und Personal abbauen sollen, während auf der anderen Seite das heterogene Nachfrageverhalten ein Eingehen auf individuelle Kundenbedürfnisse erfordert. Dabei stellt sich die Frage, ob dieser Zielkonflikt mit Hilfe der neuen Telekommunikationsmöglichkeiten gelöst werden kann. Voraussetzungen dafür sind, dass auch individuelle und erklärungsbedürftige Leistungen über das Internet angeboten werden können und von den Kunden akzeptiert werden.

Grundsätzlich wird die Technik nur als ein Einflussfaktor auf das Bankgeschäft der Zukunft unter vielen angesehen, allerdings wird ihr hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung des Vertriebs bankbetrieblicher Leistungen eine Schlüsselfunktion beigemessen. Trotz euphorischer Vorstellungen in der Vergangenheit, lässt sich jedoch eher ein evolutionärer als ein revolutionärer Prozess beim Wandel vom traditionellen zum technikgestützten Vertrieb feststellen. Festzuhalten bleibt, dass die Geschäftsstellendichte und Beraterpräsenz in der Fläche nicht mehr der alleinige Bestimmungsfaktor des Markterfolges in der Zukunft sein wird. In der Fachliteratur zu diesem Thema wurde eine Untersuchung des Internet-Banking in bezug auf beratungsbedürftige Leistungen und auf das Potential der Geschäftsstellensubstitution in diesem Detaillierungsgrad noch nicht durchgeführt; dies soll in dieser Arbeit geleistet werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Untersuchungsziel 2
1.3 Abgrenzung 2
1.4 Vorgehensweise 3
2. Darstellung des Vertriebs von Kreditinstituten 4
2.1 Bankbetriebliche Leistungsarten 4
2.1.1 Definition 4
2.1.2 Kategorisierung 4
2.1.3 Charakteristika und Besonderheiten 6
2.2 Grundlagen der Distribution 8
2.3 Überblick über Distributionsarten 9
2.4 Distribution über die Geschäftsstelle 11
2.4.1 Definition der Geschäftsstelle 11
2.4.2 Historische Entwicklung 12
2.4.3 Ziel der Geschäftsstellenpolitik 12
2.4.4 Empirische Erkenntnisse 14
2.4.5 Geschäftsstellensituation 16
2.4.5.1 Vorteile des klassischen Vertriebswegs 16
2.4.5.2 Probleme des klassischen Vertriebswegs 17
2.4.5.3 Entwicklungstendenzen 18
2.4.5.4 Geschäftsstellendifferenzierung 20
2.5 Zwischenfazit 24
3. Das Internet 25
3.1 Definitionen 25
3.2 Historische Entwicklung 26
3.3 Technische Dimensionen 27
3.3.1 Überblick 27
3.3.2 Kommunikationsanforderungen 28
3.3.3 Offene Fragestellungen 29
3.4 Das Internet als Vertriebsweg 29
3.4.1 Einordnung des Internets in die Vertriebssystematik 30
3.4.2 Empirische Ergebnisse 31
3.4.2.1 Banken- und Kontennutzung 31
3.4.2.2 Kundenstrukturen 32
3.5 Internet-Banking 33
3.5.1 Vorüberlegungen 33
3.5.2 Merkmale des Internet-Bankings 35
3.5.3 Das Angebot 36
3.5.3.1 Überblick 36
3.5.3.2 Selbstbedienung 38
3.5.4 Zweikanalberatungen 39
3.5.5 One-to-One Marketing 41
3.5.6 Vorteile des Internet-Bankings 42
3.5.6.1 Aus Bankensicht 42
3.5.6.2 Aus Kundensicht 43
3.5.7 Nachteile des Internet-Bankings 44
3.5.7.1 Aus Bankensicht 44
3.5.7.2 Aus Kundensicht 45
3.6 Virtualität 46
3.6.1 Definition 46
3.6.2 Virtuelles Bankgeschäft 47
3.6.2.1 Generelle Überlegungen 47
3.6.2.2 Trennung der Leistungserstellung 48
3.6.2.3 Virtuelle Finanzintermediation 50
3.6.2.4 Kundenbindung 51
3.7 Zwischenfazit 51
4. Möglichkeiten der Substitution 53
4.1 Substitution des Geschäftsstellenvertriebs 53
4.1.1 Motivation der Bank 53
4.1.2 Beratungsintensive Leistungen 54
4.1.3 Die elektronische Geschäftsstelle 55
4.1.4 Vorteile der Substitution 56
4.1.4.1 Generelle Vorteile 56
4.1.4.2 Kostenbetrachtung 57
4.1.4.3 Mitarbeiteranzahl 59
4.1.5 Nachteile der Substitution 60
4.1.5.1 Generelle Nachteile 60
4.1.5.2 Cross-Selling 60
4.1.6 Substitution anderer Vertriebswege 61
4.2 Ergänzung des Geschäftsstellenvertriebs 62
4.2.1 Einbindung in den Vertriebswege-Mix 62
4.2.2 Das Multikanal-Konzept 63
4.3 Entwicklungstendenzen 65
5. Fazit 67
Literaturverzeichnis 69

Automatisiert erstellter Textauszug:

2.4.5.1 Vorteile des klassischen Vertriebswegs Entscheidendes Kriterium der Geschäftsstelle neben der schnellen und leichten Erreichbarkeit sind die durch direkte persönliche Kommunikation entstandenen, im Zeitablauf auch stabilen Kontakte zwischen Bankmitarbeiter und Kunde. Außerdem verfügen Geschäftsstellen über eine hohe Kundenakzeptanz und den Vorteil, nicht oder nur wenig mobile Kunden zu erreichen. Die große Präsenz in der Fläche und damit Dezentralität bringt ein hohes Maß an Kundennähe und -bindung mit sich und ist damit gleichzeitig für das Vertrauens- und Seriositätsimage der Banken mit verantwortlich . Des weiteren zeichnen sich Geschäftsstellen aufgrund der oftmals geringen Mitarbeiteranzahl durch Übersichtlichkeit aus, wobei innerhalb einer Geschäftsstelle noch in Zonen nach Leistungsart unterschieden werden kann . Da81 80 [...]

mehrfach anfallen, bei Direktbanken jedoch nur einmalig als Ausstattung der Hauptstelle notwendig werden . Insgesamt gesehen werden ca. zwei Drittel des gesamten Verwaltungsaufwands eines Kreditinstitutes durch das Geschäftsstellennetz verursacht, wobei es je nach Institutsgruppe zu Unterschieden kommen kann. Dennoch ist allen Kreditinstituten, die primär auf den Vertriebsweg der Geschäftsstellen ausgerichtet sind, der hohe Kostenanteil der Geschäftsstellen am Verwaltungsaufwand als strukturelles Problem gemein . Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Aspekt der Zeitverteilung im Sinne der Arbeitsproduktivität. Ohne Berücksichtigung von Leerzeiten gliedert sich die Kapazitätsbindung der Mitarbeiter in Geschäftsstellen in 26 % für Bearbeitungsund Verwaltungstätigkeiten, 11 % für Overheadaktivitäten, 45 % für Bedienungskontakte und nur 18 % für ertragsstarke Beratung . Wenn auch die Rentabilität der unterschiedlichen Beratungsleistungen mit einbezogen wird, fließen insgesamt nur 7 % der Gesamtkapazität in Geschäftsfelder mit hohem Deckungsbeitrag, da viel Beratung für Leistungsbereiche aufgewendet wird, die einen geringen oder gar keinen, bzw. einen negativen Deckungsbeitrag aufweisen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Leerzeiten kann man davon ausgehen, daß 40 % der Gesamtzeit für Leerzeiten aufgewendet wird . 2.4.5 Geschäftsstellensituation [...]

und Italien mit ca. 3.000 Einwohnern pro Geschäftsstelle . Zwischen den jeweiligen Institutsgruppen bestehen signifikante Unterschiede in bezug auf die durchschnittliche Geschäftsstellenanzahl. Kreditgenossenschaften haben im Durchschnitt ca. 6 Geschäftsstellen, Sparkassen etwa 31 und die Großbanken ca. 520 pro Institut . Die hohen Marktanteile von ca. 50 % der Sparkassen und ca. 25 % der Kreditgenossenschaften im Privatkundengeschäft korrelieren mit dem jeweiligen Anteil an der absoluten Geschäftsstellenanzahl i.H.v. ca. 41 % der Sparkassen, ca. 40 % der Kreditgenossenschaften und 16 % der Großbanken . Das dichte Geschäftsstellennetz der Kreditgenossenschaften und Sparkassen sorgt damit für eine größere Marktdurchdringung und bildet die Voraussetzung für eine stabile Kundenbindung . Auch von der Personalstruktur der Geschäftsstellen her unterscheiden sich die Kreditgenossenschaften und Sparkassen in erheblicher Weise von den Großbanken. Es existieren über 10.000 Ein-Personen-Geschäftsstellen in der Bundesrepublik, vor allem bei Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Darüber hinaus beschäftigen fast 70 % der Geschäftsstellen von Sparkassen und Kreditgenossenschaften weniger als 5 Mitarbeiter gegenüber nur 20 % bei den Großbanken . In Deutschland beträgt die durchschnittliche Beschäftigtenanzahl pro Geschäftsstelle 10,7 Mitarbeiter gegenüber 15,2 in Großbritannien und 19,3 in den USA. Die kleinen Zweigstellen mit teilweise nur 2 bis 3 Angestellten und wenig flexiblen Arbeits- und Öffnungszeiten sind ein Grund für die gravierenden Produktivitätsdefizite im internationalen Vergleich . Auch aus kostenrechnerischer Sicht weisen Geschäftsstellen einige Besonderheiten auf. Rund 85 % der Filialkosten sind Fixkosten, davon entfallen ca. 45 % auf Personal- und 15 % auf EDV-Kosten sowie 15 % auf Raum- und Betriebskosten. Ein Drittel dieser Fixkosten sind jedoch nur Vorhaltungen, um in Spitzenzeiten die Auslastung gewährleisten zu können. Dem stehen beim Direktvertrieb jedoch nur 50 % Fixkosten, davon 40 % für EDV, 8 % für Raum und Betrieb und 2 % für Personal gegenüber . Damit wird auch ein weiterer Unterschied zu Direktbanken deutlich. Nicht nur die Personalkosten, sondern auch die zunehmende Technisierung der Geschäftsstellen und der damit verbundene finanzielle Aufwand sind ein großer Kostenfaktor, da sie bei Filialbanken abhängig von der Geschäftsstellenanzahl gleich [...]

Arbeit zitieren:
Grasshoff, Jan November 1999: Möglichkeiten der Substitution des Vertriebs bankbetrieblicher Leistungen über Geschäftsstellen durch den Vertrieb über das Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
One-to-One-Marketing, Multikanal-Konzept, Vertrieb, Internet-Banking, Virtuelles Bankgeschäft

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