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Möglichkeiten zur Stärkung des Eigenkapitals für den Mittelstand

Möglichkeiten zur Stärkung des Eigenkapitals für den Mittelstand
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Klenz
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 128
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1764-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klenz, Michael Mai 2006: Möglichkeiten zur Stärkung des Eigenkapitals für den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eigenkapital, Mittelstand, Private Equity, Mezzanine, Going Public

Diplomarbeit von Michael Klenz

Einleitung:

Das Thema Mittelstand hat Hochkonjunktur. Jede Woche gibt es in Deutschland Tagungen, Kolloquien, Arbeitskreise und Konferenzen zur Lage der Unternehmen abseits der großen Börsennamen. Dabei sind sich die Politiker, Verbände, Banker und Berater stets einig: Kränkelt der Mittelstand, so geht es auch der ganzen Wirtschaft schlecht, da in 99 von 100 Betrieben hierzulande weniger als 500 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigt sind. Aus diesem Grund gilt der Mittelstand zu Recht als das Rückgrat der gesamten Volkswirtschaft. Während die DAX-Konzerne die Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse beherrschen, wird oftmals übersehen, dass das Heer der eigentümergeführten Unternehmen der eigentliche Antriebsmotor für die wirtschaftliche Dynamik ist.

Dieser Motor wurde über Jahrzehnte mit einer billigen Kreditversorgung als Schmierstoff ausgestattet. In Deutschland gehört es zu den historischen Besonderheiten, dass Eigenkapital in der Nachkriegszeit rar blieb, während die Kreditkultur nachhaltig gepflegt wurde. Eine tief greifende Strukturveränderung wurde allerdings über die internationalen Vorgaben wie die Eigenkapitalrichtlinien Basel II eingeläutet. Es zeigt sich, dass ein Instrument wie der Kredit in der heutigen Unternehmensfinanzierung allein nicht mehr ausreicht. Laut der Unternehmensbefragung 2005 der KfW Bankengruppe und der führenden Industrieverbände berichten 42 % der Manager von einer spürbar schwieriger gewordenen Kreditaufnahme.

Die niedrigen Eigenkapitalquoten wirken sich bei der Bonitätsbeurteilung der Unternehmen i. d. R. negativ aus, so dass hier ein wesentlicher Ansatzpunkt für alternative Finanzierungsinstrumente ins Spiel zu bringen ist. Egal ob es sich um Factoring, Leasing, Private Equity oder mezzanine Produkte zwischen Eigen- oder Fremdkapital handelt, letztlich zielen alle Alternativen auf eine bessere Kapitalstruktur und eine höhere Eigenkapitalquote ab.

Nachfolgend werden nun die Einsatzmöglichkeiten von alternativen Finanzierungsinstrumenten beschrieben, welche speziell eine Verbesserung der Eigenkapitalsituation der Mittelständler versprechen. Nach einer Skizzierung des Eigenkapitals sowie des Mittelstands wird dessen aktuelle Finanzierungssituation im Kontext von Basel II dargestellt. Anschließend werden die, durch den Einsatz der Beteiligungsinstrumente Private Equity, Mezzanine-Kapital und dem Going Public entstehenden, möglichen Perspektiven für den Mittelstand aufgezeigt und welche Konsequenzen daraus resultieren.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Die Bedeutung des Eigenkapitals für Unternehmen 2
3. Der deutsche Mittelstand 4
3.1 Definition des Mittelstands 4
3.2 Die Finanzierungs- und Eigenkapitalsituation 6
4. Die Einflüsse durch Basel II 7
4.1 Die Entstehung und Zielsetzung von Basel II 7
4.2 Die Kreditvergabepolitik der Kreditinstitute und die neuen Anforderungen an Unternehmen 9
5. Die Instrumente der Finanzierung 10
5.1 Die Finanzierungsarten 10
5.2 Die Beteiligungsfinanzierung 11
6. Private Equity 12
6.1 Der Begriff Private Equity 12
6.2 Die Historie 13
6.3 Der deutsche Private Equity Markt 13
6.4 Die Charakteristika eines Private Equity Investments 15
6.5 Die Beteiligungsgründe 18
6.6 Die Investorensuche 19
6.7 Kritische Analyse der Einsatzmöglichkeit von Private Equity im Mittelstand 20
7. Mezzanine-Kapital 23
7.1 Der Begriff Mezzanine 23
7.2 Die Charakteristika von Mezzanine-Kapital 24
7.3 Die rechtliche Behandlung von Mezzanine-Kapital 26
7.4 Das wirtschaftliche Eigenkapital 27
7.5 Die Vergütung der Mezzanine-Finanzierung 28
7.6 Die Erscheinungsformen von Mezzanine-Kapital 29
7.6.1 Das Nachrangdarlehen 29
7.6.2 Die typische stille Beteiligung 31
7.6.3 Die Wandel- und Optionsanleihe 32
7.6.4 Der Genussschein 34
7.6.5 Die atypische stille Beteiligung 35
7.6.6 Die Klassifizierung der Erscheinungsformen 36
7.7 Kritische Analyse der Einsatzmöglichkeit von Mezzanine-Kapital im Mittelstand 36
8. Going Public. 38
8.1 Der Begriff Going Public 38
8.2 Das Marktsegment Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse 39
8.3 Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Going Public 42
8.4 Börsenkandidaten finanziert durch Private Equity 44
8.5 Kritische Analyse der Einsatzmöglichkeit des Going Public im Mittelstand 46
9. Fazit 48
Anhang 1. 51
Anhang 2 52
Anhang 3 53
Anhang 4 54
Anhang 5 58
Anhang 6 60
Literaturverzeichnis 62

Textprobe:

Kapitel 7.2, Die Charakteristika von Mezzanine-Kapital: Obwohl Mezzanine-Finanzierungen sehr unterschiedlich und höchst flexibel ausgestaltet werden können, lassen sich diesen einige konstitutive Merkmale zuschreiben.

Mezzanine-Kapital wird entweder gegenüber dem gesamten oder einem Teil des Fremdkapitals nachrangig gestellt. Diese strukturgeprägte Nachrangigkeit zeigt sich darin, dass Mezzanine-Kapital erst nach sonstigen Gläubigern zu bedienen ist. Das Mezzanine-Kapital übernimmt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten somit einen Teil der Haftungs- und Risikofinanzierungsfunktion, die man traditionell dem Eigenkapital zuspricht. Im Insolvenzfall werden demnach erst alle vorrangigen Forderungen bedient, dann die Mezzanine-Gläubiger und ganz zum Schluss die Eigentümer.

Mit der Nachrangigkeit verbunden ist i. d. R., dass Forderungen aus mezzaninen Kapitalüberlassungen unbesichert sind. Für den Kapitalgeber bedeutet dies, dass er keine dinglichen Sicherheiten in Form von Immobilien, Waren usw. besitzt. Mit einer mehr oder weniger verlässlichen Prognose des Cash Flows muss er sich in diesem Fall zufrieden geben. Das Unternehmen kann sich durch den Verzicht auf dingliche Sicherheiten seinen Finanzierungsspielraum erheblich erweitern. Auch wird meist auf Kündigungsrechte - bspw. aus wirtschaftlichen Gründen - verzichtet.

Mezzanine-Kapital eignet sich - anders als eine Direktbeteiligung - besonders für Familienunternehmen, für die meist der Erhalt der unternehmerischen Unabhängigkeit im Vordergrund steht. Durch die Gewährung von Mezzanine-Kapital wird weder den mezzaninen Investoren i. d. R. Einflussnahme- und Mitspracherechte eingeräumt, noch wird die Gesellschaftsstruktur des Unternehmens geändert. Selbstverständlich lässt sich der Kapitalgeber sein erhöhtes Risiko bzw. seine „Schlechterstellung“ durch eine höhere Risikoprämie auf den Zins bezahlen.

Mezzanine-Kapital wird für eine befristete Dauer (i. d. R. sieben bis zwölf Jahre) überlassen. Bei entsprechender Gestaltung sind die auf Mezzanine Kapital gezahlten Zinsen handels- und steuerrechtlich beim Kapitalnehmer als Betriebsausgabe abzugsfähig (Ausnahme: Atypische stille Beteiligung).

Als Kapitalgeber treten nicht nur große Universalbanken, sondern zunehmend auch spezialisierte Mezzanine-Anbieter und -Fonds auf. Die vielfältigen und zum Teil finanztechnisch komplexen Strukturierungsformen von Mezzanine-Kapital machen es zu einem sehr flexiblen und breit anwendbaren Instrument. In folgenden Bereichen ist ein Einsatz denkbar:

Wachstum,.Erschließung neuer Märkte, Kompensation von wirtschaftlichen Engpässen, Kompensation von unerwarteten Verpflichtungen (bspw. Schäden, Gesetzesänderungen), Nachfolgeregelungen, Gesellschafterwechsel oder Gesellschaftererweiterung, Erwerb anderer Unternehmen, Vorbereitung eines Börsengangs; Eine Übersicht mit aktuellen Mezzanine-Programmen deutscher Banken kann dem Anhang 3 entnommen werden.

Kapitel 7.3, Die rechtliche Behandlung von Mezzanine-Kapital: Da mezzanine Finanzierungen eine Kombination von Eigen- und Fremdkapital sind, erzwingt das deutsche Recht bei der Bilanzierung derartiger Mittelaufnahmen zunächst die Klassifizierung des Mezzanine-Kapitals als Eigen- oder Fremdkapital. Folgende Kriterien für die Qualifizierung als Eigenkapital sind nach deutschem Bilanzrecht relevant:

Nachrangigkeit der Forderung: Wenn im Insolvenz- oder Liquidationsfall der Rückzahlungsanspruch erst nach Befriedigung aller anderen Gläubiger geltend gemacht werden kann, ist eine Nachrangigkeit des überlassenen Kapitals gegeben. Davon ist bei Mezzanine-Kapital, von einigen Ausnahmefällen abgesehen, auszugehen.

Erfolgsabhängigkeit der Vergütung: Wenn sich die Vergütung für das Mezzanine-Kapital am Erfolg des Unternehmens ausrichtet und auch somit über die gesamte Finanzierungslaufzeit in voller Höhe an dem aufgelaufenen Verlust teilnimmt, ist von einer Erfolgsabhängigkeit auszugehen. Die Verlustbeteiligung ist bei den meisten Mezzanine-Formen jedoch ausgeschlossen.

Längerfristigkeit der Kapitalüberlassung: Von langfristiger Kapitalüberlassung in dem Sinne, dass daraus eine Einordnung als bilanzielles Eigenkapital folgt, wird ab 15 Jahren ausgegangen. Den Unternehmen steht mit maximal 15 Jahren Laufzeit i. d. R. das Mezzanine-Kapital nicht langfristig genug zur Verfügung, um als bilanzielles Eigenkapital gelten zu können.

Das Kriterium der Nachrangigkeit reicht alleine nicht aus, um das Mezzanine-Kapital bilanziell als eigenkapitalähnlich zu berücksichtigen. Nach den gerade genannten Kriterien wird es deshalb häufig handels- und steuerrechtlich als Fremdkapital bilanziert. In der Wirklichkeit wird ein und dasselbe Instrument durchaus unterschiedlich klassifiziert, weil Bilanzierungsregeln je nach gewähltem Rechtsrahmen differenzieren können. Eine Bilanzierung der Mezzanine-Finanzierung als Eigenkapital kommt im Fall der Anwendung der IAS/IFRS nur dann infrage, wenn die Laufzeit der Finanzierung nicht beschränkt ist.

Arbeit zitieren:
Klenz, Michael Mai 2006: Möglichkeiten zur Stärkung des Eigenkapitals für den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eigenkapital, Mittelstand, Private Equity, Mezzanine, Going Public

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