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Möglichkeiten und Probleme beim Einsatz von Radiowerbung

Möglichkeiten und Probleme beim Einsatz von Radiowerbung
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Anika Magenheim
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 574,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9017-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9017-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9017-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Magenheim, Anika Januar 2003: Möglichkeiten und Probleme beim Einsatz von Radiowerbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Radiosender, Werbewirkung, Radiowerbeformen, Medium, Radio

Bachelorarbeit von Anika Magenheim

Problemstellung:

Radio gilt als eines der ältesten und das in seiner Entwicklung prägnanteste globale Massenmedium. Seit dessen Entstehung 1920, gibt es wohl kaum einen Moment auf der Welt, an dem Menschen nicht irgendwo Radio hören.

Das Radio ist neben dem Fernsehen das am meisten genutzte Medium in Deutschland und besitzt das Potenzial, die Bevölkerung in unterschiedlichsten Lebenssituationen zu erreichen. Die starke Radionutzung liegt vor allem an der Mulifunktionalität des Mediums. Diese Potenziale bleiben bei dem Werbeeinsatz der Unternehmen zu einem Großteil ungenutzt, was durch die geringe Marktausschöpfung des Hörfunks im intermedialen Vergleich belegt wird. Derzeit entfallen auf das Radio zwar 46 % der täglichen Mediennutzung, jedoch kann dieses nur einen Marktanteil von 5,5 % des gesamten Brutto-Werbemarkts verzeichnen, während intermediale Konkurrenz wie z.B. die Zeitschriften bei 2,3 % der Mediennutzung einen Werbemarktanteil von 23 % generieren können.

Ein weiterer Aspekt ist die Problematik der geringen Aufmerksamkeit der Rezipienten beim Radiohören, was auf die Flüchtigkeit des Mediums zurückzuführen ist. Dies ist die Hauptursache für die zunehmende Unsicherheit der Werbebranche hinsichtlich der Wirksamkeit von Radiowerbung und des daraus resultierenden schlechten Images des Radios als Werbeträger.

Die Konkurrenz um die Gunst der Aufmerksamkeit der Rezipienten steigt somit in der Werbeindustrie stetig. Personen, die morgens Radio hören, Zeitung lesen und abends fernsehen, nehmen am Tag etwa 1200 Werbebotschaften auf. Nach einer Berechnung des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung können Rezipienten 99 % der angebotenen Informationen im Rundfunk nicht wahrnehmen, da die Informationsnachfrage nicht proportional zum Informationsangebot wächst. Dies führt dazu, dass schnell die Grenze der menschlichen Informationsverarbeitung erreicht wird und findet seinen Ausdruck im „information-overload“.

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Gestaltungsvariablen der Radiowerbung so zu konzipieren, dass sie die Aufmerksamkeit der Rezipienten auf sich lenken, mit dem Ziel, dass die Werbebotschaft als relevante Information aufgenommen wird.

Ein weiterer Aspekt ist die fehlende Transparenz auf dem Hörfunkmarkt, die durch die Existenz von mehr als 250 privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosendern begründet ist. Neben den mannigfaltigen Einzelbelegungsmöglichkeiten, gibt es Dachorganisationen, die noch Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Sender als Schaltvariationen in lokalen, regionalen und nationalen Märkten anbieten. Dies hat einen hohen Planungsaufwand für das werbetreibende Unternehmen zur Folge.

Ein Ziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung des Mediums Radio als Werbeträger. Dabei sollen die Potenziale des Mediums vorgestellt werden, auftretende Unsicherheiten der Werbetreibenden und problematische Rahmenbedingungen beim Einsatz von Radiowerbung aufgezeigt werden.

Es gilt zu analysieren, ob und in welchem Ausmaß Radiowerbung wirken kann und welche Gestaltungsmodalitäten dieses positiv oder negativ beeinflussen. Diesbezüglich sollen mögliche Kontrollinstrumente für den Einsatz von Radiowerbung vorgestellt werden, die es ermöglichen, die Effektivität kritisch zu beurteilen.

Nach der zur Thematik heranführenden Einleitung wird unter Gliederungspunkt 2 das Radio als Werbemedium vorgestellt. Neben der Nutzung und den Charakteristika des Radios, wird die Struktur des deutschen Radiomarkts aufgezeigt.

Im Folgeabschnitt 3 sollen die konzeptionellen Entscheidungen, die beim Einsatz von Radiowerbung zu treffen sind, erläutert und die daraus für die Radiowerbung resultierenden Vor- und Nachteile herausgestellt werden.

Unter Punkt 4 werden mögliche Gestaltungsmodalitäten der Radiowerbung behandelt. Neben dem rein akustischen Werbespot werden noch Sonderwerbeformen, wie z.B. Gewinnspielpromotionen und Programmsponsoring, beleuchtet.

Die Werbewirkungsmessung als Erfolgskontrolle von Radiowerbung bildet den fünften Gliederungspunkt. Hier sollen mögliche methodische Ansätze und dessen Grenzen zur Messung der Radiowerbewirkung aufgezeigt werden. Die zentrale Frage ist, ob und in welchem Maße Radiowerbung eine Wirkung bei dem Rezipienten hinterlassen kann.

Im abschließenden Punkt 6 werden die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und dem Leser wird ein Ausblick gegeben, wie sich das Radio als Werbeträger tendenziell in ökonomischer und kreativer Hinsicht entwickeln könnte.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Begriffe und Abgrenzung des Kontexts 2
1.3 Ziele und Aufbau der Arbeit 4
2. Das Radio als Werbemedium 5
2.1 Radiowerbung als kommunikationspolitisches Instrument 5
2.2 Nutzungsstrukturen und Charakteristika des Radios und der Radiowerbung 7
2.3 Darstellung der Radiomarktstruktur 11
2.3.1 Private und öffentlich-rechtliche Radiosender in Deutschland 11
2.3.2 Programmformate als Strukturmerkmal des Radiomarktes 15
3. Konzeptionelle Entscheidungen beim Einsatz von Radiowerbung 17
3.1 Mögliche Ziele beim Einsatz von Radiowerbung 17
3.2 Die Einsatzfähigkeit von Produkten und Dienstleistungen in der Radiowerbung 20
3.3 Zielgruppenbestimmung und Zielgruppenaffinität 22
3.4 Budgetierung 26
3.5 Die Intramediaselektion 27
3.5.1 Die Intramediaanalyse als Selektionsinstrument 27
3.5.2 Ausgewählte Selektionskriterien der Intramediaanalyse 30
3.5.2.1 Reichweiten und Tausenderpreise 30
3.5.2.2 Belegungskosten 34
4. Gestaltungsmodalitäten von Radiowerbung 36
4.1 Der Radiospot 36
4.1.1 Sendeformen des Radiospots 36
4.1.2 Allgemeine Anforderungen an die Gestaltung von Radiospots 38
4.1.3 Ausgewählte Gestaltungsparameter des Radiospots 40
4.2 Promotion als Sonderwerbeform im Radioprogramm 43
4.2.1 Das Sponsoring 43
4.2.2 Das Werbegewinnspiel 46
5. Werbewirkungsmessung als Erfolgskontrolle von Radiowerbung 48
5.1 Messung der Radiowerbewirkung über Indikatoren 48
5.2 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Verfahren und Analysen zur Messung der Werbewirkung 49
5.2.1 Allgemeine Verfahren und Analysen zur Ermittlung der Werbewirkung von Radiokampagnen 49
5.2.2 Das Psychometer 51
5.2.3 SARA- Spot-Analyse Radio 52
5.2.4 Single Source Plus Radio 54
5.3 Die Wirkung von Radiokampagnen in demografischen und qualitativen Zielgruppen 56
6. Zusammenfassung und Ausblick 58
Anhang 61
Literaturverzeichnis 115
Erklärung 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

SARA wird auf einer Stichprobenbasis von 300 Hörern eines ausgewählten Senders in einem werbeführenden Zeitsegment innerhalb der letzten 14 Tage durchgeführt.204 Um die Wirkung von Radiospots ex-post zu erheben, werden mittels des computerunterstützten Telefoninterviews (CATI) standardisierte Fragen zur Spoterinnerung gestellt. Folgend wird eine globale Bewertung der Spots von „gefällt sehr gut“ bis „gefällt überhaupt nicht gut“ sowie eine differenzierte Bewertung anhand von 14 Eigenschaften vorgenommen. Die Eigenschaften beinhalten mehrdimensionale Faktoren wie die Anmutungsqualität mit dem Beispielattribut „stimmungsvoll“, den formalen Kriterien wie „verständlich“ oder den sogenannten Impactkomponenten wie „regt zum Kauf an“.205 Die Interviews werden an drei Stichtagen mit der Integration von digitalisierten, nach einem rotierenden System eingespielten Radiospots in 20-minütiger Länge durchgeführt. Je nach Ausstrahlungshäufigkeit und Größe der anzusprechenden Zielgruppe konnten unterschiedliche Erinnerungswerte festgestellt werden. Während sich bspw. an einen Radiospot eines Telekommunikationsunternehmens 64 % der Rezipienten erinnern konnten und an eine Mineralwassermarke 59 %, so blieben nur 39 % der Werbung für einen Schokoriegel und 23 % der Tiernahrungswerbung im Gedächtnis der Befragten.206 Die SARA-Ergebnisse zeigen jedoch nicht deutlich auf, welche Werte die Tiernahrungswerbung genau in der gewünschten Zielgruppe erreichen konnte, sondern nur die Wirkung in einem bestimmten Sendegebiet. Möchte ein Unternehmen demzufolge die gesendeten Radiospots ex-post auf dessen Wirksamkeit testen, so ist dies mit SARA i.w.S. nur nach Sendegebieten speziell ausgewählter Radiostationen differenziert evaluierbar. Würde das beauftragte Forschungsinstitut bei den SARA-Stichprobeninterviews eine Integration von zielgruppenrelevanten Attributen wie bspw. „Besitzen Sie ein Haustier?“ vornehmen, so könnten effektive Rückschlüsse auf die Werbewirkung in dem relevanten Zielkreis gezogen werden. [...]

indikatoren - Durchsetzungsstärke gemessen an spontaner Werbeerinnerung und Resonanz - zu bestimmen.200 Bei der Befragungssituation werden Probanden von der Straße rekrutiert. Diesen werden im Block 20 Radiospots vorgespielt und danach 30 Minuten zu den klassischen Werbewirkungsindikatoren befragt. Nach einem standardisierten Fragebogen besteht die Möglichkeit werbekundenspezifische Fragen einzustreuen.201 Für jeden Spot werden aus einem Datenpoolbestand von 1220 Hörfunkspots sogenannte Benchmarks ermittelt, die als intramediale Vergleichsbasis für die tatsächlich erreichten Werte gelten. Auf diesem Wege kann eine Kontrolle des Spoterfolgs stattfinden. Schmudde schildert die Problematik, dass viele werbende Unternehmen gerade Radiospots im Vorfeld nicht testen lassen und folglich inhaltliche Fehler nicht eliminiert werden können. RMS-Experten empfehlen Unternehmen Radiospots generell einem Pretest zu unterziehen z.B. mittels des Psychometers-Verfahrens. Dies sei in einem Kostenrahmen von rund 3000 Euro bei IMAS möglich.202 Dudek weist auf die fehlende Repräsentativität bei dem Verfahren hin, jedoch könne auf diesem Wege zumindest eine Tendenz ermittelt werden, wie der Radiospot wirken könnte.203 Ein großer Nachteil dieser Experimentierform ist, dass unter den gegebenen Umständen hoch involvierte Probanden getestet werden und nicht - wie beim tatsächlichen Rezipieren der Werbebotschaft - gering involvierte Personen. Dies kann zu eindeutigen Verzerrungen in den Ergebnissen führen. [...]

Methoden, die auf der Wiederkennung eines Werbemittels basieren, sind die Recognition-Verfahren. Diese messen, ob generell eine Werbemittelkontakt stattgefunden hat, wobei beim Recall-Verfahren von einer inhaltlichen Auseinandersetzung des Rezipienten mit der Werbebotschaft ausgegangen wird.195 Nach Kroeber-Riel/Weinberg beziehen sich zwar beide Verfahren auf Abrufleistungen des Gehirns, jedoch lasse sich aus der Tatsache, dass ein Werbespot erinnert wurde, keine Rückschlüsse auf eine Verhaltensänderung in Bezug auf die Kaufentscheidung ziehen.196 Die Anwendung dieser genannten Verfahren spiegelt sich in den von ARD-Werbung, IP Multimedia Deutschland und RMS veranlassten Studien “WerbeWirkungsWeisen - Qualitäten der Radiowerbung (QdR) I, II & III“ wider.197 Neben der funktionalen Radionutzung werden in QdR III ebenfalls die Einstellungen zur Radiowerbung und das veränderte Produktinteresse erhoben und ausgewertet. Anschließend stattfindende telefonische Ergänzungsinterviews liefern Ergebnisse zu Erinnerungswerten, Markenbekanntheit, Kampagnensympathie und Kaufneigung. [...]

Arbeit zitieren:
Magenheim, Anika Januar 2003: Möglichkeiten und Probleme beim Einsatz von Radiowerbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Radiosender, Werbewirkung, Radiowerbeformen, Medium, Radio

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