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Möglichkeiten und Probleme der Diversifikation im Rahmen einer Finanzierungskonstruktion mit Hilfe von Fremdwährungsdarlehen für Kreditkunden im gehobenen Privatkundengeschäft

Dargestellt am Beispiel der Dresdner Bank AG

Möglichkeiten und Probleme der Diversifikation im Rahmen einer Finanzierungskonstruktion mit Hilfe von Fremdwährungsdarlehen für Kreditkunden im gehobenen Privatkundengeschäft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Griseldis Burger
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 118 Seiten
  • Dateigröße: 16,8 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9548-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9548-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9548-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Burger, Griseldis Februar 2005: Möglichkeiten und Probleme der Diversifikation im Rahmen einer Finanzierungskonstruktion mit Hilfe von Fremdwährungsdarlehen für Kreditkunden im gehobenen Privatkundengeschäft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreditgeschäft, Darlehen, Euribor, Libor, US-Dollar

Diplomarbeit von Griseldis Burger

Einleitung:

Anpassungsfähig, günstig und vollkommen risikolos soll eine Finanzierung sein, das jedoch ist in der Praxis nicht möglich. Daher ergibt sich die Notwendigkeit für die Gesamtsumme ein Konzept aus vielen Bausteinen zu entwickeln und auf die Kundensituation abzustimmen. So kann der Kunde, sobald sich seine Lebenssituation unerwartet ändert, mit einer Anpassung seiner Finanzierung reagieren.

Wird eine Finanzierung mit lang- oder kurzfristiger Zinsbindung ausgestattet, ergeben sich aus beiden Alternativen Vor- und Nachteile: Bei einer langfristig festgelegten Zinsvereinbarung, die den Vorteil von planbaren Zinsbelastungen hat, kann der Kunde während der Laufzeit weder eine Sondertilgung leisten, noch auf aktuell günstigere Konditionen umsteigen.

Hat der Kunde am Kapitalmarkt angelehnte flexible Konditionen, besteht die Gefahr einen Zinsanstieg voll-ständig mittragen zu müssen. Reißerisch bezeichnet „Discount-Banking“, was schon in vielen anderen Lebensbereichen Einzug gehalten hat. Kunden wollen hohe Qualität zu erstklassigen Preisen. Konditionen sind verhandelbar und Geiz ist in Mode gekommen.

Derzeit sind die Finanzierungskonditionen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung mit etwa 4,50% p.a., für Zinsvereinbarungen von einem Jahr bei 3,30% p.a. auf sehr niedrigem Niveau. Einem Angebot von 1,80% p.a. unterstellt man daher automatisch Unseriosität. Diese Kondition kann aber eine österreichische Großbank mit Hilfe eines Schweizer-Franken-Darlehens offerieren.

Für deutsche Privatpersonen ist eine Finanzierung über ein Fremdwährungs-Darlehen (auch FX-Darlehen genannt) noch exotisch, doch die Österreicher sind damit schon gut vertraut: 40% aller in der EU vergebenen Yen-Kredite entfallen auf Österreich. Yen- oder Schweizer-Franken-Darlehen sind dort im Standardproduktsegment vertreten; jeder vierte Immobilienbesitzer hat sich in einer Fremdwährung verschuldet und jeder fünfte Privatkredit ist ein Währungsdarlehen (hauptsächlich in Schweizer Franken, US-Dollar oder Japanischem Yen).

Insgesamt beträgt der Anteil der Währungskredite in Österreich 24% des gesamten Kreditvolumens. Bislang ist die Nachfrage in Deutschland nicht annähernd so groß, sie wächst aber stetig.

Aufgrund der Konkurrenzsituation aus dem Nachbarland sind deshalb auch zunehmend deutsche Kreditinstitute – vorwiegend in Bayern und Baden-Württemberg – bereit Fremdwährungskredite zu vergeben. Aktiv werden Finanzierungskonstruktionen mit Fremdwährungen jedoch nur vereinzelt von Kreditinstituten angeboten.

Problemstellung:

Es erscheint jedem Kapitalanleger sinnvoll, eine Vermögensanlage in die verschiedenen Anlageklassen: Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien und auf verschiedene Anlageorte und Währungen zu diversifizieren. Diese Streuung von spezifischen Marktrisiken innerhalb eines Depots geht auf die Portfoliotheorie von Markowitz zurück.

Aus oben genanntem Problem stellt sich die Frage, ob mit einer auf den Kunden abgestimmten Kreditzusammenstellung, d.h. der Streuung der Kreditarten und Konditionsvarianten, nicht ebenfalls verbesserte Gegebenheiten einhergehen und wie sich diese mit Hilfe von Fremdwährungskrediten beeinflussen lassen.

56,1% aller Wertpapierbestände der Kunden, mit insgesamt 4,4 Bill. Euro Depotgegenwert, werden in Deutschland von Privatbanken betreut; ein Indiz dafür, dass Vertrauen in die Kompetenz von Strukturberatung bei dieser Bankengruppe vorliegt und sich dies auch auf den Kreditbereich ausweiten ließe. Leider ist jedoch in der gebundenen Literatur wenig über Währungskredite für Privatkunden zu finden.

Da die Attraktivität eines solchen Darlehens an die aktuellen Kurs- und Zinsentwicklungen gebunden ist, finden sich vermehrt Fundstellen im Internet.

Gang der Untersuchung:

Der Aufbau dieser Arbeit folgt dem Grundsatz: Vom Allgemeinen zum Speziellen.

Zunächst werden in Kapitel zwei die Theorie der Diversifikation sowie der Rendite-Risiko-Zusammenhang aufbereitet und anschließend auf die Verwendung bei ausgewählten Finanzierungsbestandteilen anhand empirischer Studien überprüft.

In dem darauf folgenden Abschnitt wird auf das Fremdwährungsdarlehen im Speziellen eingegangen, während es Gegenstand des vierten Kapitels ist, die Probleme in Bezug auf die Fremdwährungskredite bei der Dresdner Bank AG zu benennen und Lösungen anzubieten.

Der Abschnitt fünf gibt einen Überblick zu Fremdwährungskrediten bei anderen Banken.

Im letzten Kapitel wird ein kritischer Blick in die Zukunft geworfen; mögliche Entwicklungen werden aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung und Überblick 1
1.1 Notwendigkeit einer Finanzierungskonzeption für Kreditnehmer im gehobenen Privatkundensegment 1
1.2 Ziel und Aufbau dieser Arbeit 2
2. Konzept einer Finanzierung und deren Streuung 3
2.1 Optimierung des individuellen Finanzierungskonzepts 3
2.2 Theorie und Hintergrund einer Diversifikation 4
2.2.1 Portfoliodiversifikation nach Markowitz 4
2.2.2 Weiterentwicklung zum Capital Asset Pricing Model 7
2.2.3 Erkenntnisse der Theorien und Diskussion des Begriffes Diversifikation 8
2.3 Streuungsmöglichkeiten in einem persönlichen Kreditportfolio 10
2.4 Anwendung der Diversifikation in einem Finanzierungskonzept mit Hilfe von Fremdwährungskrediten 13
2.4.1 Empirische Studien zur Diversifikation mit Fremdwährungskrediten 13
2.4.2 Praktische Umsetzbarkeit angenommener Prämissen 17
3. Praktische Ausgestaltung von Diversifikationen bei Finanzierungskonzepten mit Hilfe von Fremdwährungskrediten bei der Dresdner Bank AG 18
3.1 Fremdwährungsfinanzierung bei Privatkunden 18
3.1.1 Das Fremdwährungsdarlehen – Differenzierung zur Eurofinanzierung 18
3.1.2 Beraterauftrag und Risikoaufklärung 21
3.1.3 Einflüsse auf Wechselkursentwicklungen 24
3.1.4 Funktion und Risiken eines Zinssatzes 26
3.1.5 Vor- und Nachteile für den Kunden 28
3.1.6 Voraussetzungen und Zielgruppen für Fremdwährungskredite im Privatkundengeschäft 28
3.2 Besonderheiten für Kreditinstitute 30
3.2.1 Berechnungsgrundlagen zur Besicherung des Marktpreisrisikos 30
3.2.2 Technische Anforderungen an das Fremdwährungskreditgeschäft 31
3.2.3 Betrachtung der Ertragssituation von Fremdwährungskrediten 33
3.3 Devisenkurs- und Zinsentwicklungen anhand eines Kundenengagements 34
4. Verbesserungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Fremdwährungsdarlehen in der Dresdner Bank AG 35
4.1 Informationsbereitstellung in der Kundenberatung 35
4.2 Prozesse und Kundenbetreuung bei Fremdwährungskrediten 36
4.3 Marketing von Fremdwährungskredite 37
5. Vergleich der Finanzierungskonzepte mit Hilfe von Fremdwährungsfinanzierungen anderer Kreditinstitute 38
6. Kritischer Ausblick 40
Abbildung 1: Betreuung der Kunden-Wertpapierbestände 43
Abbildung 2: Formeln zur Portfoliotheorie 43
Abbildung 3: Der Korrelationskoeffizient 44
Abbildung 4: Risk/Return-Diagramm 45
Abbildung 5: Effizienzlinie und Isonutzenkurven 46
Abbildung 6: CAPM: Kapitalmarktlinie und Marktportefeuille 46
Abbildung 7: Der Beta-Faktor 47
Abbildung 8: Risikoreduktion durch Streuung 48
Abbildung 9: Vorteile einer internationalen Diversifikation 48
Abbildung 10: Restschulden bei verschiedenen Tilgungsausgestaltungen 49
Abbildung 11: Kapitaldienste in Abhängigkeit von der Tilgungsart 49
Abbildung 12: Aktuelle Finanzierungskonditionen der Dresdner Bank 50
Abbildung 13: Korrelationen der Wechselkurse (auf EUR-Basis) 50
Abbildung 14: Mittelwert und Standardabweichung 51
Abbildung 15: Wechselkursvolatilität 52
Abbildung 16: Wechselkurs Schweizer Franken 53
Abbildung 17: Wechselkurs Japanischer Yen 54
Abbildung 18: Wechselkurs US-Dollar 55
Abbildung 19: Wechselkurs Britisches Pfund 56
Abbildung 20: Darstellung der Korrelationen und Volatilitäten zum CHF 57
Abbildung 21: Diversifikation mit Hilfe von Fremdwährungskrediten 57
Abbildung 22: Korrelationen der Leitzinsen 58
Abbildung 23: Leitzinsentwicklung im Überblick 58
Abbildung 24: Korrelation der 3-Monats-Geldmarktsätze zum Euro 59
Abbildung 25: Volatilität der 3-Monats-Geldmarktsätze 59
Abbildung 26: Zinsentwicklungen EUR 60
Abbildung 27: Zinsentwicklungen CHF 61
Abbildung 28: Zinsentwicklungen JPY 62
Abbildung 29: Zinsentwicklungen USD 63
Abbildung 30: Zinsentwicklungen GBP 64
Abbildung 31: Wechselkurseinflüsse auf Zins- und Tilgungsleistungen 65
Abbildung 32: Beispielrechung eines Fremdwährungsdarlehens 65
Abbildung 33: Vergleich der Anforderungen eines Fremdwährungsdarlehens an die Kapitaldienstfähigkeit mit einem Euro-Darlehen 66
Abbildung 34: Leitlinien der Dresdner Bank für eine kundengerechte Beratung 67
Abbildung 35: Umsetzung der Leitlinien für eine kundengerechte Beratung 68
Abbildung 36: Wechselkursbeeinflussende Faktoren 69
Abbildung 37: Nominal- vs. Realzins 69
Abbildung 38: Inflationsziele im Vergleich 70
Abbildung 39: Zinsbeeinflussende Wirkungen durch Veränderungen des Liquiditätsbestandes 70
Abbildung 40: Zinsstrukturkurven 71
Abbildung 41: Schema von Hoch- und Niedrigzinsphasen 71
Abbildung 42: Geldmarkterträge in Deutschland seit 1972 72
Abbildung 43: Voraussetzungen und Zielgruppe für Fremdwährungsdarlehen 73
Abbildung 44: Add On-Tabelle 74
Abbildung 45: Grafische Aufbereitung der Add On-Tabelle 74
Abbildung 46: Berechnung des zusätzlichen Marktpreisrisikos 75
Abbildung 47: Entwicklungen eines Kundenengagements 76
Abbildung 48: Kreditrahmen und Risikohöhe der Bank 77
Abbildung 49: Präsentation Fremdwährungskredit 78
Abbildung 50: Beratungsbogen Fremdwährungskredite 83
Abbildung 51: Umfrage an die Kunden der Dresdner Bank AG 88
Abbildung 52: Deviseninformationsmanager 94
Abbildung 53: Mögliche Währungen für FX-Finanzierungen 95
Abbildung 54: Konditionsvergleich der empfohlenen Zinsbindungen für CHF 95
Fachgespräch 1: Sparkasse Rhein-Neckar-Nord 96
Fachgespräch 2: Citibank AG & Co. KGaA Mannheim 96
Fachgespräch 3: comdirect bank AG 97
Fachgespräch 4: Sparkasse Offenburg 97
Fachgespräch 5: Volksbank Rhein-Neckar e. G. 99
Fachgespräch 6: Commerzbank AG Offenburg 100
Fachgespräch 7: Deutsche Bank AG Offenburg 101
Fachgespräch 8: BW-Bank Offenburg 102
Fachgespräch 9: BF.direkt AG in Ravensburg 103
Literaturverzeichnis 104
Erklärung 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Kunden hat nach Ablauf der Roll-over-Termine stets die Möglichkeit Sondertilgungen zu leisten oder die Fremdwährung zu wechseln und bleibt daher sehr flexibel in der Zusammenstellung seines Kreditportfolios. Aufgrund der besonders herausragenden Bonität als Voraussetzung für einen FX-Kredit, hat der Kreditnehmer die Option die Risiken auszusitzen bzw. die Währung zu für ihn günstigen Zeitpunkten mit Kursgewinnen zu wechseln oder zurück in Euro zu konvertieren. 183 Eine Absicherung bzw. vorzeitige Konvertierung durch Termingeschäfte ist möglich und kann in Einzelfällen sinnvoll sein. Die FX-Finanzierung kann erheblich günstiger erfolgen als eine Eurofinanzierung und bei positivem Währungskursverlauf baut die großzügige Sparrate in das Tilgungsersatzinstrument zusätzlich Vermögen auf. An sinkenden Zinsen wird partizipiert. Steigt der Referenzzinssatz, bleibt noch der Wechsel in den Euro. Ein additiver Nachteil liegt vor, wenn der Zinssatz steigt und der Wechselkurs gleichzeitig sinkt. Auf der anderen Seite hat der Kunde einen höheren Informationsaufwand wegen den Kurs- und Zinsentwicklungen seiner Finanzierung. Es besteht die Gefahr von Verwirrung, wenn sich der Kreditnehmer mit dem Sachverhalt nur wenig auskennt. Dem Kunde entstehen im Vergleich zu einem Euro-Darlehen höhere Liquiditätsabflüsse, da die Besparung des Tilgungssurrogates möglichst großzügig erfolgen sollte. So kann es schneller zu einer angespannten Liquiditätslage kommen. Die höhere Besicherung bindet Eigenkapital, das u. a. für weitere Finanzierungen zur Verfügung stehen könnte. Im schlechtesten Fall könnten aufgrund einer Glattstellung eines FX-Darlehens die Sicherheiten verwertet werden und das so Eigenkapital erheblich reduzieren. Ein Vergleich von Angeboten verschiedener Banken ist wegen umfangreicheren Determinanten komplizierter. Zusätzlich bestehen unterschiedliche Restriktionen bei den Kreditinstituten. Das Geschäft mit Fremdwährungskrediten ist derzeit noch zu gering standardisiert um eigenständig einen effektiven Vergleich anzufertigen zu können. 3.1.6 Voraussetzungen und Zielgruppen für Fremdwährungskredite im Privatkundengeschäft Fremdwährungsfinanzierungen sind nicht für den durchschnittlichen Finanzierungskunden geeignet, der Wert auf eine solide und kalkulierbare Finanzierung [...]

politischen Maßnahmen, so muss diese, ähnlich einem höheren Nominalzinssatz, vergütet werden (Unsicherheits- oder Friedman-Effekt).175 Die Europäische Zentralbank (EZB) hat über die Gestaltung der Konditionen von Refinanzierungsgeschäften einen Einfluss auf die Geldmenge und damit auf die Zinsen am Geldmarkt. 176 177 Die Variationen der Zinssätze sind auf unterschiedliche Bonitäten, verschiedene Rechts- und Wirtschaftsordnungen zu anderen Währungsgebieten und die differenzierte Steuererhebung auf Zinserträge zurückzuführen. Die Zinsstruktur178 stellt den Zusammenhang der Effektivverzinsung von Wertpapieren her, die sich nur durch ihre Restlaufzeiten unterscheiden. 179 Sobald eine inverse Zinsstruktur vorliegt, ist die kurzfristige Finanzierung teurer und somit ist eine langfristige Zinsbindung effizienter. Für die Beurteilung des aktuellen Zinsniveaus, Prognosen zur künftigen Zinsentwicklung und Entscheidungen bezüglich der Zinsfestschreibungsdauer, kann man das Schema von Hoch- und Niedrigzinsphasen180 zur Hilfestellung nehmen, dessen Verlauf den Konjunkturzyklen sehr ähnlich ist. Dabei wird die Annahme zugrunde gelegt, dass die schematische Kurve auch zukünftig Regelmäßigkeit beibehält. Bei einem Zinszyklus von etwa acht bis zehn Jahren befindet sich ein Maximum der langfristigen Kapitalmarktzinsen etwa bei 10%, das Minimum bei etwa 4%. Bei der Entwicklung langfristiger Kapitalmarktzinsen ist in der Effektivverzinsung von Bundesanleihen der Bundesrepublik Deutschland mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren diese Regelmäßigkeit181 wieder zu finden. Befindet man sich zu einer Entscheidung am Tiefpunkt der Niedrigzinsphase einer „normalen“ Zinsstruktur, ist c.p. eine langfristige Zinsbindung zu wählen. Sprechen die Rahmenbedingungen für eine Hochzinsphase, werden bis zum Erreichen des niedrigen Zinsniveaus kurzfristige Zinsbindungen gewählt. 182 [...]

Der Zins ist nicht nur Rechengröße für die Rentabilität von Investitionen und hat somit Kapitalallokationsfunktion inne, er ist – seit der Aufhebung des durch Aristoteles verhängten kanonischen Zinsverbotes – in der Konsumtheorie auch ein Entgelt für die temporäre Überlassung von Kaufkraft.166 Die verschiedenen existierenden Zinssätze im Interbankenmarkt bilden sich an den entsprechenden Märkten durch Angebot und Nachfrage der Wirtschaftsakteure für Liquidität.167 Bei unveränderter Geldnachfrage sinkt das Zinsniveau mit steigendem Geldangebot (Liquiditäts- oder Keynes-Effekt), welches eine steigende Investitionstätigkeit zur Folge hat. Diese bewirkt als Multiplikator eine reale Steigerung des Volkseinkommens, eine Zinserhöhung und eine Steigerung des Preisniveaus168 (Einkommens- oder auch Wicksell-Effekt). 169 Der Preiserwartungseffekt (Fisher-Effekt) besagt, dass sich der Nominalzins i nach der Fisher-Gleichung aus zwei Bestandteilen170 zusammensetzt171; Die zum einen aus dem neutralen Realzins r (dieser besteht für jede beliebige Laufzeit), zum anderen aus den Inflationserwartungen Π e (aufgrund der Ausweitung der nominellen Geldmenge) 172 [...]

Arbeit zitieren:
Burger, Griseldis Februar 2005: Möglichkeiten und Probleme der Diversifikation im Rahmen einer Finanzierungskonstruktion mit Hilfe von Fremdwährungsdarlehen für Kreditkunden im gehobenen Privatkundengeschäft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreditgeschäft, Darlehen, Euribor, Libor, US-Dollar

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