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Möglichkeiten und Instrumente zur Erhöhung der Kundenbindung im Einzelhandel

Möglichkeiten und Instrumente zur Erhöhung der Kundenbindung im Einzelhandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Torsten Drews
  • Abgabedatum: Dezember 1997
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 385,6 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0975-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0975-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0975-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Drews, Torsten Dezember 1997: Möglichkeiten und Instrumente zur Erhöhung der Kundenbindung im Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenzufriedenheit, Kundenorientierung, Marketing, Einzelhandel, Kundenbindung

Diplomarbeit von Torsten Drews

Problemstellung:

Vor dem Hintergrund der dargestellten Entwicklungen im handelsbetrieblichen Umfeld werden in der Theorie und Praxis verstärkt Management-Konzepte diskutiert, die der Verbesserung der Kundenorientierung und Kundenzufriedenheit dienen. Exemplarisch kann hier auf das Total Quality Management-Konzept sowie auf das Konzept der Efficient Consumer Response verwiesen werden. Beiden Managementkonzepten ist zu eigen, daß sie das Ziel verfolgen, das handelsbetriebliche Leistungsbündel optimal an die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden anzupassen bzw. auszurichten. Die Befriedigung der Bedürfnisse und Wünsche von Kunden wird als zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen angesehen, die unter den gegebenen Rahmenbedingungen agieren müssen. Vor allem die veränderten Konsumentenbedürfnisse, insbesondere die Individualisierung des Konsums, hat zur Folge, daß eine Abkehr vom Massenmarketing hin zum abnehmerbezogenen Individualmarketing notwendig ist, das auf den Aufbau einer dauerhaften Geschäftsbeziehung abzielt.

Offenkundig erhält die Kundenbindung als Marketingziel einen höheren Stellenwert. Diese strategische Neuorientierung schlägt sich u.a. in vielfältigen Aktivitäten zur Schaffung von Kundenclubs, der Implementierung von Beschwerdemanagement-Systemen oder der individuelleren Kommunikation mit Kunden im Wege eines Database-Marketing nieder. Gerade im Einzelhandel, der auf rezessive Marktsättigungserscheinungen reagieren muß, werden bestehende Kundenbeziehungen immer wertvoller. Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der vorliegenden Arbeit darin, kritisch zu untersuchen, welche Möglichkeiten und Instrumente im Einzelhandel existieren, die auf dauerhaften Konsumenten-Geschäftsbeziehungen beruhende Kundenbindung zu erhöhen. Dazu werden die in der Literatur behandelten Kundenbindungsmaßnahmen unter Einbeziehung praxisorientierter Fallbeispiele von Handelsunternehmen offengelegt. In diesem Zusammenhang soll auf die Bedeutung der Kundenbindung als auch auf die Schwierigkeiten der Operationalisierung dieses Begriffes aufmerksam gemacht werden. Zudem sollen die klassischen Handelsmarketinginstrumente auf deren Wirkungen zur Kundenbindung untersucht werden.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich neben der Einleitung in vier große Kapitel.

Kapitel 2 beschäftigt sich zunächst mit den konzeptionellen Grundlagen der Kundenbindung. Neben der Definition und Abgrenzung der Kundenbindung werden die grundlegenden Konzepte für eine Operationalisierung dargestellt. Im Anschluß daran werden mögliche Determinanten der Kundenbindung erläutert.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Kundenbindung als Zielgröße im Einzelhandel. Hierzu wird zunächst die Kundenbindung im Zielsystem von Einzelhandelsunternehmen dargelegt. Nach der Herausstellung der Kundenbindung als Bestandteil der kundenpolitischen Ziele im Einzelhandel werden die Zusammenhänge zwischen Kundenorientierung und Kundenzufriedenheit untersucht, die die Grundlage für den Aufbau und der Erhaltung von langfristigen Konsumenten-Geschäftsbeziehungen bilden. Im Anschluß erfolgt eine Analyse des betriebstypenspezifischen Bindungspotentials. Die Darstellung der Wirkungen der Kundenbindung auf den Erfolg eines Einzelhandelsunternehmens bildet den Abschluß des dritten Teiles.

Im Kapitel 4 werden ausgewählte Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenbindung dargelegt. Dabei werden sowohl relevante Instrumente des Handelsmarketing auf deren Wirkungen auf die Kundenbindung als auch neuere kundenpolitische Instrumente untersucht.

Das Kapitel 5 fast schließlich die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit nochmals zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
1. Grundlagen der Untersuchung 1
1.1. Begriffliche Abgrenzung der Einzelhandelsunternehmung 1
1.2. Der Einzelhandel in der Bundesrepublik Deutschland 2
1.3. Problemstellung und Zielsetzung 4
1.4. Überblick über den Aufbau der Arbeit 5
2. Konzeptionelle Grundlagen der Kundenbindung 6
2.1. Definition und Abgrenzung der Kundenbindung 6
2.2. Konzepte zur Erfassung und Messung von Kundenbindung 8
2.2.1. Behavioristische Ansätze 9
2.2.2. Einstellungsorientierte Ansätze 10
2.2.3. Kombinierte Verfahren 12
2.3. Mögliche Determinanten der Kundenbindung 12
2.3.1. Das Involvement 13
2.3.2. Das Commitment 15
2.3.3. Das Vertrauen 16
3. Kundenbindung als Zielgröße in Einzelhandelsunternehmen 17
3.1. Kundenbindung im Zielsystem von Einzelhandelsunternehmen 17
3.2. Kundenorientierung in Geschäftsbeziehungen 20
3.2.1. Kundenorientierung als Basis von Kundenbindung 20
3.2.2. Kundenzufriedenheit als Indikator für Kundenorientierung 22
3.2.3. Konsumenten-Geschäftsbeziehungen 28
3.3. Betriebstypenspezifische Kundenbindungspotentiale 31
3.4. Wirkungen von Kundenbindung auf Einzelhandelsunternehmen 33
3.4.1. Wirkungen auf die Unternehmenssicherheit 33
3.4.2. Beitrag zum Unternehmenswachstum 35
3.4.3. Wirkungen auf die Rentabilität 36
3.5. Methoden zur Evaluation von Kunden 39
3.5.1. Die Kundendeckungsbeitragsrechnung 40
3.5.2. Die ABC-Analyse 41
3.5.3. Die Kundenportfolio-Analyse 42
4. Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenbindung im Einzelhandel 43
4.1. Die Sortimentspolitik als Grundlage von Kundenbindung 44
4.1.1. Die Grundlagen der Sortimentspolitik 44
4.1.2. Der Einfluß von Sortimentsdimension und Sortimentsniveau 46
4.1.3. Kundenbindung durch Handels- und Gattungsmarken 49
4.2. Kundenbindung durch Serviceleistungen 51
4.2.1. Begriff von Service und Serviceleistungen 51
4.2.2. Verbesserung der Kundenbindung durch Serviceleistungen 52
4.3. Kundenbindung durch zufriedene Mitarbeiter 55
4.4. Kommunikationspolitische Maßnahmen zur Kundenbindung 58
4.4.1. Kundenbindung durch erlebnisorientierte Kommunikation 58
4.4.2. Das Beschwerdemanagement 60
4.4.3. Der Kundenclub 63
4.4.4. Die Kundenzeitschrift 68
4.4.5. Database-Marketing 69
4.5. Maßnahmen in der Entgeltpolitik 71
4.5.1. Kundenkartensysteme 71
4.5.2. Bonus- und Treueprogramme 74
5. Schlußbetrachtung 76
Literaturverzeichnis LXXVIII
Eidesstattliche Erklärung LXXXVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kosten der Kundenbindung Den jeweiligen Kostensenkungen und Erlössteigerungen stehen auf der anderen Seite Kosten der Kundenbindung gegenüber. Diese können z.B. in entsprechenden kommunikativen Aktivitäten, in der Anpassung der Organisationsstruktur eines Unternehmens, in speziellen Investitionen in den Geschäftsverkehr, Personalschulungen oder in vergünstigten Preisen für gebundene Kunden begründet sein. Im allgemeinen sind die Kundenbindungskosten in Einzel- und Gemeinkosten zu trennen. Einzelkosten sind Kosten, die von einer Geschäftsbeziehung verursacht und direkt zugerechnet werden. Zu diesen Kosten zählen z.B. die Kosten für die Behandlung kundenindividueller Beschwerden. Von diesen zu trennen sind die Gemeinkosten. Diese Kosten sind einer Geschäftsbeziehung nicht direkt zurechenbar bzw. werden nicht zugerechnet. Exemplarisch sind hier die Kosten für Mitarbeiterschulungen des Servicebereiches zu nennen. Zu den Gemeinkosten zuzuordnen sind auch die indirekte oder psychologischen Kosten einer Kundenbindung, die die mit einer Geschäftsbeziehung verbundenen mentalen Anstrengungen des Managements kennzeichnen,179 die Kundenorientierung und die Notwendigkeit der Kundenbindung auf allen Unternehmensebenen zu implementieren. [...]

Infolge der Mund-zu-Mund-Werbung durch zufriedene und loyale Kunden sind Einsparungen von Mitteln im Kommunikationsbereich möglich. Diese resultieren aus der Reduktion von Streuverlusten über die Direktwerbung, wie sie bei Maßnahmen der Neukundengewinnung oftmals zu beobachten sind. Gleichzeitig treffen kommunikative Aktivitäten des Einzelhandelsunternehmens bei den Stammkunden auf ein höheres Akzeptanzniveau, welches die Erreichung bzw. Verwirklichung jeweiliger ökonomischer Ziele erleichtert.176 Betrachtet man die Erlösseite, so kann ebenfalls festgestellt werden, daß die Kundenbindung zur Rentabilitätsverbesserung beitragen kann. So ist seit langem bekannt, daß durch nichtpreisliche absatzpolitische Maßnahmen ein akquisitorisches Potential aufgebaut werden kann. In der Regel sind bei zufriedenen und loyalen Kunden im Zeitablauf bis zu einer bestimmten Grenze höhere Preise durchsetzbar, was eine gewisse Immunisierung der Einkaufsstätte gegen den im Einzelhandel vorherrschenden Preiswettbewerb bewirkt. Die kundenseitig empfundene Risikoreduktion bei langfristigen Geschäftsbeziehung führen in der Regel zu einer sinkenden Preiselastizität des Kunden. Damit ist er in gewissen Grenzen gegenüber preisbasierten Aktivitäten der Konkurrenz unempfindlich. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, daß insbesondere Kunden, die gleichzeitig mehreren Einkaufsstätten die Treue halten (Multistore Loaylty), durchaus die Einkaufsstätte, bei attraktiven Sonderangebote innerhalb ihres evoked sets präferierter Einkaufsstättenalternativen, wechseln.177 Auch wenn dieses Verhalten, insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel, beobachtbar ist, kann die geringere Preiselastizität die verhältnismäßig hohe Profitabilität von Einzelhandelsunternehmen mit einem großen Stammkundenanteil zu einem erheblichen Teil erklären.178 Eine weiterer Effekt auf die Profitabilität von Einzelhandelsunternehmen bewirken die bereits an anderer Stelle genannten Ausweiterung des Kundenstamms sowie die stärkere Kundenpenetration bei einer Geschäftsbeziehung. Reichheld und Sasser konnten in einer empirischen Studie zumindest teilweise eine positive Korrelation zwischen dem Grad an Kundenbindung und der Gewinnhöhe nachweisen. Die von ihnen identifizierten Ursachen, die für eine steigende Rentabilität mit zunehmender Dauer einer Geschäftsbeziehung verantwortlich sind, sind in der Abbildung diesem Abschnitt dargestellt worden. 7 ersichtlich. Im wesentlichen sind die Erkenntnisse von Reichheld und Sasser bereits in [...]

Einen negativen Einfluß auf das Wachstum des Unternehmens kann die Kundenbindung insofern erzeugen, als durch sie eine einseitige Kundenstruktur aufgebaut wird. Das Problem der einseitigen Stammkundenstruktur entsteht, wenn durch Referenzen und Empfehlungen der Stammkundschaft der Kundenkreis stets nur in bestimmte Schichten der Bevölkerung verbleibt. Im Extremfall kann neben dem langsamen Alterungseffekt des Kundenkreises auch die Attraktivität des Einzelhandelsunternehmens für andere Nachfragergruppen schwinden. Weiterhin kann ein negativer Wachstumseffekt durch eine negative Mund-zu-Mund-Werbung der Stammkundschaft infolge negativer Ereignisse sein. Grundsätzlich wird dieser Effekt nur dann eintreten, wenn eine Vielzahl von negativen Ereignissen die Toleranzgrenze des Konsumenten überschritten hat. Dann hat dieser Effekt aber weitreichende Auswirkungen. Empirische Ergebnisse haben ergeben, daß gute Anbietererfahrungen im Durchschnitt an drei Personen des sozialen Umfeldes weitergegeben werden, schlechte Erfahrungen jedoch an elf Personen, wobei die Nachrichten mit zunehmender Weitertragung immer dramatischer werden.173 [...]

Arbeit zitieren:
Drews, Torsten Dezember 1997: Möglichkeiten und Instrumente zur Erhöhung der Kundenbindung im Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenzufriedenheit, Kundenorientierung, Marketing, Einzelhandel, Kundenbindung

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