Möglichkeiten und Grenzen virtueller Organisationsstrukturen für die Mitarbeiterführung und die Leistungserstellung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anne Großlaub
- Abgabedatum: Januar 2004
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 570,7 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7903-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7903-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7903-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Großlaub, Anne Januar 2004: Möglichkeiten und Grenzen virtueller Organisationsstrukturen für die Mitarbeiterführung und die Leistungserstellung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: grenzenlos, Kommunikationstechnologie, Virtualität, Virtualisierung, Unternehmen
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Diplomarbeit von Anne Großlaub
Einleitung:
In den frühen 90er Jahren fiel weltweit der Startschuss einer Entwicklung, die seitdem die Unternehmenswelt in Atem hält. In der Wirtschaft entstanden zunehmend Unternehmen, die traditionelle Strukturen aufbrachen und dynamischer bzw. flexibler strukturiert waren als bis dahin für möglich gehalten wurde. Virtualität wurde zum Schlagwort des Jahrzehnts und stellte sich nicht mehr nur als Utopie fantasiebegabter Autoren dar.
Vielmehr wurde die Virtualisierung für eine größer werdende Anzahl von Unternehmen zu einer strikten Notwendigkeit. Denn für eine Vielzahl von Unternehmen ließ sich eine bedeutende Veränderung der Wettbewerbssituation feststellen, die durch mehrere gleichzeitige Entwicklungstendenzen gekennzeichnet war. Da kaum ein Unternehmen in der Lage war, die neuen Herausforderungen und die aus ihnen resultierenden Erfolgspotentiale im Alleingang zu bewältigen, war auf der Basis der Virtualität ein verstärkter Trend zur internen Umstrukturierung und externer Kooperation zu beobachten.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit sollen virtuelle Organisationsstrukturen in Unternehmen näher betrachtet werden. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen dabei deren Auswirkungen auf die Führung von Mitarbeitern sowie die betriebliche Leistungserstellung. Gerade in diesen Bereichen sind weitreichende Veränderungen und Konsequenzen durch Virtualisierung zu erwarten.
Zielstellung der Arbeit ist es, eben diese ausführlich darzustellen und eine anschließende Bewertung des Konzeptes der virtuellen Organisationsstrukturen vorzunehmen, um den möglichen Nutzen für Unternehmen ausmachen zu können. Damit soll die Frage beantwortet werden, ob Virtualität tatsächlich, wie oft propagiert, als der wirtschaftliche Schlüsselfaktor des erfolgreichen Unternehmens im 21. Jahrhundert bewertet werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 6 |
| II. | Abkürzungsverzeichnis | 7 |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 2. | Virtuelle Organisationsstrukturen | 11 |
| 2.1 | Ursprung und Bedeutung des Begriffes „virtuell“ | 11 |
| 2.2 | Unternehmen und Organisation – Eine Begriffsbestimmung | 13 |
| 2.3 | Formen virtueller Organisationsstrukturen | 15 |
| 2.3.1 | Intraorganisationale virtuelle Strukturen – Virtualität als unternehmensinternes (Re-)Organisationskonzept | 16 |
| 2.3.2 | Interorganisationale virtuelle Strukturen – Virtualität als unternehmensübergreifender Netzwerkansatz | 18 |
| 2.4 | Virtuelle Unternehmen als Kombination intra- und interorganisationaler virtueller Organisationsstrukturen: Arbeitsdefinition und Bedeutungsklärung | 20 |
| 2.5 | Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie | 24 |
| 2.5.1 | Information und Kommunikation als Wettbewerbsfaktoren | 24 |
| 2.5.2 | IuK in virtuellen Unternehmen – Voraussetzung und Instrument der Implementierung virtueller Strukturen | 25 |
| 2.5.3 | Stellenwert integrierter IuK für virtuelle Unternehmen | 26 |
| 3. | Möglichkeiten und Grenzen virtueller Organisationsstrukturen für die Mitarbeiterführung | 29 |
| 3.1 | Grundlagen der Personalführung | 30 |
| 3.2 | Auswirkungen virtueller Strukturen auf die Arbeitssituation von Mitarbeitern und Führungskräften | 33 |
| 3.2.1 | Veränderung der Arbeitssituation in virtuellen Unternehmen | 33 |
| 3.2.2 | Abkehr vom mechanistischen Menschenbild und die neue Rolle von Mitarbeitern | 34 |
| 3.2.3 | Vom „Befehlshaber“ zum „Begleiter“: Was Virtualität für Führungskräfte bedeutet | 36 |
| 3.3 | Potentiale und Schwachstellen virtueller Strukturen – Ist Mitarbeiterführung überhaupt noch erforderlich und möglich? | 38 |
| 3.3.1 | Ausgewählte Probleme der Personalführung in virtuellen Unternehmen: Mitarbeitermotivation und –integration | 39 |
| 3.3.2 | Überlegungen zum Führungsbedarf innerhalb virtueller Organisationsstrukturen | 41 |
| 3.3.3 | Von mediengestützter bis zu charismatischer Führung – Mögliche Führungssubstitute in virtuellen Strukturen | 43 |
| 3.3.4 | Reduzierter Führungsbedarf durch die Schaffung von Vertrauen | 45 |
| 3.4 | Zusammenfassung | 53 |
| 4. | Möglichkeiten und Grenzen virtueller Organisationsstrukturen für die Leistungserstellung | 55 |
| 4.1 | Grundlagen der betrieblichen Leistungserstellung | 55 |
| 4.1.1 | Der Leistungsprozess eines Unternehmens | 55 |
| 4.1.2 | Wertkette, strategische Erfolgsfaktoren und deren Anforderungen an die Leistungserstellung | 57 |
| 4.2 | Virtualität im Leistungserstellungsprozess | 60 |
| 4.2.1 | Netzwerke – Zur Notwendigkeit von Kooperationen bei der Leistungserstellung | 60 |
| 4.2.2 | Integration von Virtualität in die Leistungserstellung | 62 |
| 4.3 | Potentiale virtueller Strukturen in der Leistungserstellung | 69 |
| 4.3.1 | Kostenminimierung durch Virtualität | 69 |
| 4.3.2 | Positive Effekte virtueller Organisationsstrukturen auf die strategisch wichtigen Erfolgsfaktoren Zeit und Qualität | 71 |
| 4.3.3 | Flexibilisierungspotentiale virtueller Organisationsstrukturen | 74 |
| 4.4 | Grenzen der Virtualität im Leistungserstellungsprozess | 76 |
| 4.4.1 | Risiken im Bereich der strategischen Erfolgsfaktoren | 76 |
| 4.4.2 | Technische, sicherheitstechnische und rechtliche Grenzen virtueller Strukturen | 78 |
| 4.4.3 | Abhängigkeiten und Widerstände als Problemfelder virtueller Unternehmen | 80 |
| 4.5 | Zusammenfassung und Bewertung der Nützlichkeit von Virtualität in der Leistungserstellung | 83 |
| 5. | Fazit | 85 |
| III. | Literatur | 89 |
lassen. Orlikowski sieht eine Möglichkeit zur positiven Beeinflussung des Erfolgs virtueller Teams beispielsweise in der Anwendung von MbO-Komponenten, die mit Maßnahmen direkter Führung flankiert werden. MbO kann Mitarbeitern dabei eine klare Orientierungshilfe bieten, die die Wege zur Zielerreichung jedoch offen lässt und in Verbindung mit Coaching eine sinnvolle Alternative darstellt.157 (3) Coaching „An die Stelle der direktiven Führung anhand von Anweisungen und Kontrollen treten entsprechend der höheren Qualifikation und wachsenden Selbstverantwortung der Mitarbeiter eher indirekte, unterstützende, zielorientierte und partizipative Führungskonzepte.“158 Innerhalb der Diskussion um geeignete Führungsinstrumente in dezentralen Unternehmen rückt deshalb die Rolle der Führungskraft als Coach und Förderer zunehmend in den Vordergrund. Dabei unterstützt der Coach die Mitarbeiter und stellt Informationen und Rahmenbedingungen bereit, die dem evolutionären Problemlösungsprozess förderlich sind.159 Allgemein wird unter Coaching in der Fachliteratur ein Beratungs- und Entwicklungsprozess verstanden, bei dem die Führungskraft dem Mitarbeiter Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Ziel ist eine kontinuierliche Leistungssteigerung, die durch kompetentes Handeln und Entscheiden des Mitarbeiters erreicht werden soll, wobei der Coach die Lösungen für Probleme nicht einfach nur vorgeben kann, sondern vielmehr die Lösungsfindung der Mitarbeiter fördern muss.160 Coaching ist dabei ein Prozess, der aufgrund seiner Ausrichtung auf ein Entwicklungspotential einen langfristigen Charakter besitzt. Dies kann in virtuellen Unternehmen zum Problem werden. Da Teams und ihre Zusammenarbeit in virtuellen Unternehmen in der Regel nur temporärer Natur sind und sich ihr Augenmerk dementsprechend nur für eine begrenzte Zeit auf ein spezielles Problem richtet, vermindern sich die Möglichkeiten Mitarbeiter durch Coaching auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten und ihr Potential zielorientiert fördern zu können. Außerdem scheint es vor dem Hintergrund einer deutlich erhöhten Führungsspanne für [...]
Trotzdem MbO in manchen Publikationen153 als für virtuelle Strukturen nicht geeignet bezeichnet wird, soll hier die Eignung dieses Managementkonzeptes zur Umsetzung ergebnisorientierter Führung angenommen werden, da das MbO-Modell in seiner theoretischen Konzeption als wertneutral hinsichtlich partizipativer oder autoritärer Führungsformen gilt. Dabei wird von Führung mit Zielen ausgegangen, die sich als neutrale Variante innerhalb des Kontinuums zwischen Zielvorgabe und Zielvereinbarung bewegt. Kritische Fragen können sich hierbei trotz allem ergeben. Zum einen wurde festgestellt, dass Mitarbeiter sowie deren Zielerreichung aufgrund ihrer räumlichen und zeitlichen Verteilung nur durch Ergebnis-, jedoch nicht mehr durch Verhaltenskontrolle beurteilt werden können. Ergebnisse sind aber in den meisten Fällen wesentlich aufwendiger zu beurteilen als Verhalten, was vor dem Hintergrund sehr komplexer Arbeitsvorgänge für die Führungskräfte sowohl ein erhöhtes Arbeitspensum als auch hohe Informationskosten nach sich zieht.154 Verstärkt wird diese Tendenz durch den Wissensvorsprung hochspezialisierter Mitarbeiter gegenüber ihren Vorgesetzten. Dieser führt zu Wissensasymmetrien, die im Zusammenspiel mit den teaminternen Asymmetrien für Schwierigkeiten bei der Beurteilung konkreter Leistungen sorgt. Zum anderen verlagert sich mit der Verschiebung weg von verhaltenshin zu ergebnisorientierter Mitarbeiterbeurteilung das mit dem Erreichen gewünschter Ergebnisse verbundene Risiko vom eher risikofreudigen Manager zum risikoaversiven Mitarbeiter. Deshalb werden langfristig zusätzliche Risikoprämien nötig sein, die Mitarbeiter für das erhöhte Risiko entschädigen und sie überzeugen, diese Verlagerung zu akzeptieren.155 Insgesamt lässt sich feststellen, dass virtuelle Unternehmen eine Ergebnisorientierung implizieren. Sie leiten ihre primären Ziele aus der Kundenorientierung ab und erstellen somit von vornherein einen Handlungsrahmen, innerhalb dessen MbO praktiziert werden kann. Aufwendige Ergebniskontrollen und zusätzliche Kosten schmälern jedoch den Nutzen ergebnisorientierter Führung, weswegen verschiedene Autoren eine effiziente Umsetzung in virtuellen Unternehmen anzweifeln.156 Dennoch gibt es aber auch Gründe, die eine Chance zur Umsetzung ergebnisorientierter Führung erkennen [...]
dementsprechend für die Lösung sachbezogener Aufgaben über die Distanz.148 Da eine solche Kommunikation jedoch die soziale Komponente aufgrund der fehlenden physischen Nähe der Beteiligten nicht berücksichtigen kann, ist bei mediengestützter Führung mit Problemen hinsichtlich der Motivation, Integration und Identifikation der Mitarbeiter zu rechnen. Auch Ersatzsysteme wie Videokonferenzen können Face-toFace-Situationen dabei nicht hinreichend simulieren. Sie bleiben statisch, eher formal und können so keinesfalls die Schnelligkeit und Deutlichkeit des persönlichen Kontaktes ersetzen. Auch spontane soziale Kontakte zu Kollegen über Büro- oder Abteilungsgrenzen hinweg können durch IKS kaum ersetzt werden. Die sogenannte informelle Kommunikation, die außerhalb der formalen Abläufe und Strukturen auf dem „kleinen Dienstweg“ stattfindet und ein „notwendiges Schmiermittel für das Räderwerk des Unternehmens“149 darstellt, entfällt. Aufgrund ihrer Begrenztheit hinsichtlich der Kommunikation eignet sich die mediengestützte Führung dementsprechend nicht als vollständiger Ersatz und kann das Führungsvakuum allein nicht ausfüllen. Da aber ein starker Bezug zu formalisierten und strukturierten Führungsaufgaben vorhanden ist, eignet sie sich durchaus als Substitut indirekter Führungsaufgaben und Ergänzung der direkten Führung. 150 (2) Ergebnisorientierte Führung Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten interaktioneller Führung in dezentralisierten Unternehmen wird häufig argumentiert, die ergebnisorientierte Führung solle als mögliche Alternative an die Stelle verhaltensorientierter Führung treten.151 Dabei wird die Umsetzung durch das Instrument des Management by Objectives (MbO) diskutiert. MbO kann im Allgemeinen als „ein Prozess des Setzens von Zielen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern“152 bezeichnet werden, in dessen Rahmen den Mitarbeitern der Weg zur Zielerreichung freigestellt ist. Die meisten Autoren heben dabei auf die Partizipation der Mitarbeiter am Zielfindungsprozess ab. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832479039
Arbeit zitieren:
Großlaub, Anne Januar 2004: Möglichkeiten und Grenzen virtueller Organisationsstrukturen für die Mitarbeiterführung und die Leistungserstellung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
grenzenlos, Kommunikationstechnologie, Virtualität, Virtualisierung, Unternehmen



