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Möglichkeiten und Grenzen synthetischer Forderungsverbriefungen als Instrument der Kreditportfoliosteuerung in Kreditinstituten

Möglichkeiten und Grenzen synthetischer Forderungsverbriefungen als Instrument der Kreditportfoliosteuerung in Kreditinstituten
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Jens Leithe
  • Abgabedatum: Oktober 2006
  • Umfang: 43 Seiten
  • Dateigröße: 340,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 52
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2484-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Leithe, Jens Oktober 2006: Möglichkeiten und Grenzen synthetischer Forderungsverbriefungen als Instrument der Kreditportfoliosteuerung in Kreditinstituten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verbriefung, ABS, Kreditrisiko, Kapital, Kreditportfoliosteuerung

Bachelorarbeit von Jens Leithe

Einleitung:

Bedingt durch die zunehmende Ausrichtung ihrer Geschäftspolitik an den Interessen ihrer Aktionäre und einhergehend mit zunehmenden Einflüssen institutioneller Investoren erhöht sich für Kreditinstitute seit einigen Jahren die Notwendigkeit, eine kapital-marktgerechte Performance zu erzielen. Vor dem Hintergrund, dass das Kapital, das zum Eingehen von Risiken und somit zur Generierung von Erträgen erforderlich ist, nur begrenzt zur Verfügung steht, erfolgt eine Verteilung dieser knappen Ressource auf die einzelnen Geschäftsbereiche nach Risiko-Ertrags-Aspekten. Für das Kreditgeschäft der Banken lässt sich daraus das Erfordernis einer aktiven Risikosteuerung ableiten.

Um diesen neuen Herausforderungen zu begegnen, stehen dem Kreditportfoliomanagement mit Kreditderivaten und Verbriefungstechniken jüngst eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung, die durch das Ausplatzieren von Kreditrisiken auf andere Marktteilnehmer eine Veränderung der Portfoliostruktur ermöglichen. Die vorliegende Arbeit greift aus Bankenperspektive mit der synthetischen Verbriefung von Bankforderungen ein spezielles Instrument heraus, das in den letzten Jahren insbesondere in Deutschland enorm an Bedeutung gewonnen hat.

Der Aufbau der Arbeit stellt sich wie folgt dar. Im ersten Hauptteil wird dargestellt, aus welcher Motivation heraus Banken das Ziel verfolgen, die von ihnen im Rahmen des Kreditgeschäftes eingegangenen Risiken auf Dritte zu übertragen. Nach der Abgrenzung der notwendigen Begriffe und der Skizzierung der Grundgedanken der Portfoliotheorie wird aufgezeigt, wie das Risiko aus dem Kreditgeschäft in der Portfoliobetrachtung mittels eines Modells quantifiziert werden kann. Darauf aufbauend werden zwei Kalküle beschrieben, die zum einen den Fortbestand der Bank gewährleisten sollen und zum anderen das Ziel einer effizienten Verteilung der eingegangen Risiken als Gegenstand haben. Hier wird der Terminus ‚Ökonomisches Kapital’ eingeführt. An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass sich die vorliegende Arbeit auf den betriebswirtschaftlichen Risikokapitalbegriff fokussiert. Aufsichtsrechtliche Anforderungen zur Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken sind nicht Gegenstand.

Die Funktionalität der synthetischen Verbriefungsform wird im zweiten Hauptteil beschrieben. Dazu werden zunächst Kreditderivate im Allgemein geschildert und zwei gängige Grundtypen vorgestellt. Hier wird eine Vielzahl von Begriffen und Akteuren erläutert und auf Grund ihrer in der Literatur noch nicht gefestigten Terminologie mit ihren entsprechenden - teilweise angelsächsischen - Synonymen versehen. In einem zweiten Schritt wird ausführlich die Technik der Verbriefung von Forderungen charakterisiert. Der dritte Abschnitt dieses Teils vereint schließlich Kreditderivate und Verbriefung zu dem Instrument der synthetischen Verbriefung und beschreibt ihre verschiedenen Ausprägungsformen.

Im dritten Hauptteil wird kritisch analysiert, in wie fern eine synthetische Verbriefungstransaktion als Instrument des Kreditportfoliomanagements geeignet ist. Eine Modellrechnung mittels des zuvor dargestellten Portfolioansatzes zeigt, ob das im ersten Hauptteil geschilderte zentrale Ziel erfüllt werden kann. Darüber hinaus werden anhand einer Gegenüberstellung mit der klassischen die Vorzüge einer synthetischen Verbriefungstechnik erläutert. Schließlich erfolgt im letzten Abschnitt eine Darstellung der Risiken, die sich aus der Verwendung dieses Instrumentes ergeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
Symbolverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Einleitung 1
1. Management von Kreditportfolios unter Risikoaspekten 3
1.1 Grundlagen der Ermittlung des Kreditportfoliorisikos 3
1.2 Value-at-Risk-Konzept im Kreditgeschäft 6
1.3 Gesamtbank-Value-at-Risk als Maß für das Ökonomische Kapital 10
2. Synthetische Forderungsverbriefungen als Kombination aus Kreditderivaten und klassischer Verbriefungsstruktur 14
2.1 Darstellung und Systematisierung ausgewählter Kreditderivate 14
2.2 Verbriefung von Vermögenswerten 18
2.3 Funktionsweise synthetischer Verbriefung 22
3. Beurteilung synthetischer Verbriefung im Rahmen des Kreditportfoliomanagements 25
3.1 Verbesserung des Einsatzes des Ökonomischen Kapitals 25
3.2 Nachteile klassischer True-Sale-Transaktionen als Stärke synthetischer Verbriefungsstrukturen 29
3.3 Gefahren aus der synthetischen Verbriefung von Bankforderungen 32
Fazit 35
Literaturverzeichnis 36

Textprobe:

Kapitel 2.2, Verbriefung von Vermögenswerten: Unter dem Begriff Forderungsverbriefung (Asset Securitisation) versteht man das Umwandeln von relativ schwer handelbaren Aktivpositionen eines Unternehmens respektive eines Kreditinstitutes in Wertpapiere, die vertretbar sind. Vertretbarkeit (Fungibilität) beschreibt die Marktgängigkeit von Vermögensgegenständen. Sie ist dann gegeben, wenn das zu handelnde Objekt von homogener Art ist. Ein Originator - dies ist das Unternehmen bzw. das Kreditinstitut, das Teile aus seinem Forderungsportfolio verbriefen möchte - verkauft diese an eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle), die speziell für die Verbriefungstransaktion eingerichtet wird. Das Special Purpose Vehicle (SPV) ist vom Originator autonom, d.h. ökonomisch unabhängig und rechtlich selbständig, und wird von einem Treuhänder (Trustee) beaufsichtigt. Das für den Kauf benötigte Kapital finanziert das SPV durch die Ausgabe von durch diese Forderungen besicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities) auf dem Kapitalmarkt, die von Investoren erworben werden. Aus steuerrechtlichen Gründen befinden sich die SPV meist im Ausland. In der Regel beschäftigt das SPV selbst nur eine sehr geringe Zahl an Mitarbeitern, so dass zentrale Aufgaben an andere Beteilige ausgelagert sind. Das Forderungsmanagement, d.h. Zahlungsabwicklung, Forderungseinzug und Mahnungsbearbeitung, wird durch einen so genannten Servicer geleistet. Er ist oftmals mit dem Originator identisch, um die bestehenden Geschäftsbeziehungen nicht zu gefährden und um der Datenschutzproblematik aus dem Wege zu gehen. Ihm fällt auch die Aufgabe der fortlaufenden Berichterstattung über das Forderungsportfolio bezüglich aller Cashflows und Bonitätsveränderungen zu. Als Gegenleistung erhält der Servicer eine Servicing-Fee.

Der bereits angesprochene Trustee übt nicht nur eine Überwachungsfunktion aus. Er kontrolliert zwar im Sinne der Investoren sowohl das SPV als auch den Servicer, übernimmt aber auch diejenigen Forderungen treuhänderisch für die Investoren, die das SPV erworben hat (Referenzportfolio). Darüber hinaus verwaltet er die Zahlungsströme aus den Forderungen, in der Form, dass sie an den entsprechenden Zahlungsterminen der ausgegebenen Wertpapiere vom Servicer an die Investoren fließen.

Die Platzierung der durch das SPV ausgegebenen Wertpapiere am Kapitalmarkt erfolgt durch ein Emissionskonsortium. Dieses Konsortium von Banken garantiert, dass die Gesamtheit der Wertpapiere bei Investoren platziert wird, indem seine Mitglieder sich zu ihrer Übernahme verpflichten. Die gesamte Verbriefungstransaktion wird von einem Arranger konzipiert und ausgehandelt. Handelt es sich bei dem Forderungsverkäufer um ein Kreditinstitut, so sind in der Regel Originator und Arranger identi

Arbeit zitieren:
Leithe, Jens Oktober 2006: Möglichkeiten und Grenzen synthetischer Forderungsverbriefungen als Instrument der Kreditportfoliosteuerung in Kreditinstituten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verbriefung, ABS, Kreditrisiko, Kapital, Kreditportfoliosteuerung

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