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Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Weiterbildung unter dem Anspruch der Andragogik

Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Weiterbildung unter dem Anspruch der Andragogik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karl-Heinz Seekatz
  • Abgabedatum: März 1998
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 499,2 KB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1942-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1942-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1942-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seekatz, Karl-Heinz März 1998: Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Weiterbildung unter dem Anspruch der Andragogik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Weiterbildung, Andragogik, Personalentwicklung, Erwachsenenbildung, Erwachsenenpädagogik

Diplomarbeit von Karl-Heinz Seekatz

Problemstellung:

Mit zunehmender Bedeutung, und Institutionalisierung von Bildungsmaßnahmen im betrieblichen Alltag nimmt das Spektrum möglicher Betrachtungswinkel zu.

Eine dieser Perspektiven befaßt sich mit der Bildung erwachsener Menschen und genießt in der Literatur, sei sie dort als Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Bildung im quartären Bereich oder ähnlich bezeichnet', programmatisch einen sehr hohen Stellenwert. Demgegenüber steht jedoch ein vergleichbar geringes Maß an Aufmerksamkeit in der betrieblichen Wirklichkeit 2. Damit stellt sich die Frage, ob und inwieweit Organisationen, deren Hauptanliegen nicht auf diese Bildungsprozesse ausgerichtet sind, von derartigen theoretischen Programmen profitieren können.

Dieser Frage wird die vorliegende Arbeit nachgehen, indem die Ideen und Ansprüche einer als Andragogik zu definierenden Lehre in Bezug gesetzt werden zu der Gestaltung der betrieblichen Weiterbildungspraxis.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis iv
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Begriffliche Grundlagen zur Andragogik 1
2.1 Ansätze einer Begriffsbestimmung 1
2.2 Abgrenzungsmöglichkeiten zwischen Pädagogik und Andragogik 4
2.2.1 Begriff der Pädagogik 4
2.2.2 Begriffliche Beziehungen zur Andragogik 5
2.3 Begriffsdefinition der Andragogik 7
3. Anspruch der Andragogik aus der anthropologischen Perspektive 8
3.1 Erwachsene als Zielgruppe der Andragogik 8
3.2 Reifekonzept nach ARGYRIS 9
3.3 Annahmen über erwachsene Lerner nach KNOWLES 11
3.4 Merkmale der Erwachsenenbildung nach PÖGGELER 11
3.5 Grundprinzipien der Andragogik 12
4. Betriebliche Weiterbildung als andragogisches Betätigungsfeld 13
4.1. Begriff und Wesen der betrieblichen Weiterbildung 13
4.1.1 Betriebliche versus berufliche Weiterbildung 13
4.1.2 Betriebliche Weiterbildung versus Personalentwicklung 14
4.1.3 Bildungsbegriff 15
4.2 Organisiertes Lernen im Betrieb 16
4.3 Curriculummodell der betrieblichen Weiterbildung 16
4. Andragogische Optionen für die betriebliche Weiterbildung 20
5.1 Betriebliche Lernziele im Lichte der andragogischen Zielsetzung 20
5.1.1 Andragogische Leitziele und betriebliche Ziele 20
5.1.2 "Paradox der Erwachsenenbildung" 22
5.1.3 Mitarbeiterpartizipation an der Lernzielformulierung 23
5.2 Lerninhalte der betrieblichen Weiterbildung 24
5.2.1 Gestaltungsrahmen für Qualifizierungsmaßnahmen 24
5.2.2 Andragogische Prinzipien zur Auswahl der Lerninhalte 25
5.2.3 Relevanz der Auswahlprinzipien für die Weiterbildung 27
5.3 Andragogische Lehrmethoden 29
5.3.1 Andragogik im "training on the job" 29
5.3.1.1 Selbstgesteuerte Erwachsenenbildung 29
5.3.1.2 Vor- und Nachteile des "training on the job" 30
5.3.2 Andragogik im "training near the job" 31
5.3.2.1 Ausgewählte Modelle 31
5.3.2.2 Betriebliche Einsatzgrenzen 33
5.3.3 Andragogik im "training off the job" 33
5.3.3.1 Unterricht als zentrales Element 33
5.3.3.2 Prinzipien für den Erwachsenenunterricht 34
5.3.3.3 Methoden des Erwachsenenunterrichts 37
5.3.3.4 Grenzen andragogisch orientierter Unterrichte 41
5.4 Evaluation der betrieblichen Weiterbildung 42
6. Andragogen in der betrieblichen Weiterbildung 43
6.1 Relevanter Personenkreis 43
6.2 Qualifikation der Andragogen 44
6.3 Rollenverständnis der Andragogen 46
6.4 Führungsstil in der Erwachsenenbildung 47
7. Fazit 48
Literaturverzeichnis 49

Automatisiert erstellter Textauszug:

27 zupassen. Aktualität bedeutet in diesem Sinne dann auch die “Ernstnahme des zu bildenden Menschen durch die Ernstnahme seiner Lebenssituation und -umstände”. 2. Prinzip der Offenheit bzw. Unbegrenztheit: Die Auswahlmöglichkeiten für die Lerninhalte der Erwachsenenbildung sind nach diesem Prinzip unbegrenzt und unterliegen keiner einschränkenden Vorauswahl, wie es regelmäßig bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen der Fall ist. Um dem Erwachsenen Anreize zur weiteren Bildung zu geben, darf ihm nichts verborgen bleiben, auch wenn individuelle Interessen und Begabungen,die persönlichen Grenzen der Aneignungsfähigkeit festlegen. PÖGGELER betont aber in diesem Zusammenhang zur Vermeidung von Mißverständnissen, daß es nicht darauf ankommt, daß der Erwachsenen sich tatsächlich “alles zu eigen macht”, sondern daß er sich “alles zu eigen machen darf”. Es handelt sich also um ein Prinzip, das die Mündigkeit erwachsener Lerner hervorhebt. 3. Prinzip der Offerte: Ausgehend von dem Prinzip der freiwilligen Teilnahme und der Forderung PÖGGELERS nach partizipativer Beteiligung des Erwachsenen bei der Auswahl der Inhalte, versteht er die Festlegung eines Veranstaltungsplanes lediglich als Vorschlag bzw. Angebot an den Erwachsenen. Den Erwachsenen zu zwingen, an vorgefaßten, von ihm inhaltlich nicht bejahten Bildungsmaßnahmen teilzunehmen, würde den Erfolg der Erwachsenenbildung in Frage stellen. Darüber hinaus bietet das Prinzip der Offerte noch einen wichtigen didaktischen Vorteil, denn der Erwachsene ist dadurch bei Veranstaltungsbeginn “sofort bei der Sache” und müßte nicht erst zum Inhalt hingeführt werden, wie es bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen der Fall ist. [...]

26 geschäfte des täglichen Lebens in englischer Sprache abwickeln können”. • Die konkreten Inhalte dieses Kurses könnten sich dabei auf einen Lebensmittelkauf, auf einen Theaterbesuch oder eine Busfahrt beziehen, die in der Fremdsprache abzuwickeln wären. Um thematisch bei einem solchen Gestaltungsspielraum die unter andragogischen Aspekten zweckmäßige Auswahl zu treffen, d.h. eine erwachsenengerechte Ausgestaltung der Themen zu erreichen, kommt es auf die Wahl der “Sachgehalte” an88. Wenn auch PÖGGELERS Vorschläge, nur bestimmte erwachsenenrelevante Themen auszuwählen89, an dem Determinismus betriebsökonomischer Zielsetzungen auf Grenzen stoßen, so kann doch die Einhaltung bestimmter Prinzipien bei der Auswahl der einzelnen Inhalte helfen, den andragogischen Ansprüchen zu genügen. 5.2.2 Andragogische Prinzipien zur Auswahl der Lerninhalte PÖGGELER konstatiert für die Bildungspraxis, daß bezüglich der Inhaltsauswahl dort eher zufällig als objektiv vorgegangen wird. Dennoch sieht er einige Grundprinzipien, die sich aus dem Handeln der Praxis herausgearbeitet haben90: 1. Prinzip der Aktualität Unter der Annahme, daß bestimmte Bildungsinhalte “von Zeit zu Zeit veralten und inaktuell werden”, geht PÖGGELER davon aus, daß diese Inhalte nicht mehr geeignet sind, einen “Bildungsakt hervorzurufen”. Er begründet dieses Prinzip u.a. mit der Problemorientiertheit erwachsenen Lernens. Erwachsene lernen nicht auf Vorrat, sondern beabsichtigen eine möglichst unmittelbare Anwendung des Gelernten. Neben der Gültigkeit des Lerninhaltes betont Pöggeler in seiner Begründung auch noch die Notwendigkeit, die Inhalte an die aktuellen Lerner an88 89 [...]

5.1.3 Mitarbeiterpartizipation an der Lernzielformulierung Der Forderung PÖGGELERS entsprechend, soll der erwachsene Mitarbeiter darüber informiert und beraten werden, welche Lernziele die Weiterbildungsmaßnahme verfolgt. Dieses dürfte den Betrieben wegen der ohnehin notwendigen informationspolitischen Maßnahmen für die betriebliche Weiterbildung, wie beispielsweise die Ausschreibung der Veranstaltungen oder die schriftliche Abordnung dorthin, ohne erheblichen Zusatzaufwand möglich sein. Ob es darüber hinaus notwendig oder zweckmäßig ist, den Mitarbeiter an der Zielformulierung teilhaben zu lassen, ist in der erziehungswissenschaftlichen Literatur umstritten und noch nicht abschließend diskutiert worden83. Die in diesem Zusammenhang auftretende begriffliche Unterscheidung zwischen Lehr- und Lernziele deutet darauf hin, daß es Ziele des Lehrers (Lehrziele) und des Lernenden (Lernziele) gibt84. Nach der andragogischen Zielsetzung allerdings, die verknüpft mit den anthropologischen Besonderheiten Erwachsener das Selbstkonzept und die Selbstverantwortung der Lernenden reflektieren, wird dessen Perspektive in dieser Frage als vorrangig angesehen85. Die Festlegung auf den Begriff des Lernziels - anstatt des Lehrziels - als Curriculumbe82 83 [...]

Arbeit zitieren:
Seekatz, Karl-Heinz März 1998: Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Weiterbildung unter dem Anspruch der Andragogik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Weiterbildung, Andragogik, Personalentwicklung, Erwachsenenbildung, Erwachsenenpädagogik

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