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Möglichkeiten und Grenzen einer Werbeerfolgskontrolle im Handel

Möglichkeiten und Grenzen einer Werbeerfolgskontrolle im Handel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Hiedemann
  • Abgabedatum: Januar 2000
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 736,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4810-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4810-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4810-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hiedemann, Jan Januar 2000: Möglichkeiten und Grenzen einer Werbeerfolgskontrolle im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Werbung, geographische Test- und Kontrollmärkte, Handel, Controlling, Marketingcontrolling

Diplomarbeit von Jan Hiedemann

Einleitung:

„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ Mit diesem Satz stellte Henry Ford die Wichtigkeit der Werbung heraus. Die wirtschaftliche Bedeutung von Werbung und ihre deshalb unabdingbare Kontrolle läßt sich auf volkswirtschaftlicher sowie betriebswirtschaftlicher Ebene darstellen:

Die gesamten Werbeinvestitionen des Jahres 1998, die Honorare, Werbemittelproduktionen und die Einnahmen der Werbeträger umfassen, belaufen sich auf 59,3 Mrd. DM. Dies bedeutet einen Zuwachs i. Vgl. zum Vorjahr von 4,8 %, 1999 werden 62,3 Mrd. DM erwartet. Im Jahr 1998 hatten die Werbeinvestitionen damit einen Anteil von 1,58 % am Bruttoinlandsprodukt. Allein die Handelsorganisationen sind 1998 für Werbeinvestitionen in Höhe von 1,87 Mrd. DM verantwortlich und sind somit auf Platz 3 der werbestärksten Branchen.

Auf betrieblicher Ebene ist Werbung wichtiger Bestandteil der Kommunikationspolitik und wird als eine notwendige Investition in das langfristige Überleben einer Marke oder Unternehmung angesehen. Handelsorganisationen geben für Werbung bis zu 4,6 % vom Umsatz aus, womit Werbung einen nicht zu vernachlässigen Kostenfaktor darstellt. Wie Werbung zum Unternehmenserfolg beitragen soll, ist fraglich, vor allem vor dem Hintergrund sinkender Akzeptanz: Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte, daß die Akzeptanz von Werbung in Westdeutschland zwischen 1991 und 1994 von 61 % auf 48 % zurückgegangen ist.

Die hohen Kosten der Werbung bei oft gleichzeitiger Unsicherheit der ihr zuzurechnenden Erlöse macht es notwendig, den Einsatz dieses absatzpolitischen Instrumentes zu analysieren und zu kontrollieren, was dazu dienen soll, bisherige Maßnahmen fundierter zu beurteilen und zukünftige Maßnahmen auf eine bessere Grundlage zu stellen. Jede Aktivität und somit auch die Werbeaktivität kann als eine unternehmerische Investition verstanden werden, und ist deshalb betriebswirtschaftlichen Beurteilungskriterien zu unterwerfen. Der Handel ist durch steigende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet, was zu der Frage führt, welche Auswirkungen dies auf die Werbeausgaben hat. Zum einen kann man versuchen, durch mehr Werbung die Erlöse zu steigern, um so dem Konkurrenzdruck zu begegnen. Zum anderen kann man die Werbeaufwendungen vermindern, um Kosten zu sparen. In diesem Spannungsfeld zwischen Erlössteigerung und Kostensenkung kann nur jene Art der Werbekontrolle für Klarheit sorgen, die beide Seiten berücksichtigt.

Gang der Untersuchung:

Mit der vorliegenden Diplomarbeit möchte ich folgende Fragen beantworten:

Wie wirkt Werbung und welche Zielgrößen lassen sich daraus im Hinblick auf eine Kontrolle ableiten? (Kapitel 3).

Welche verschiedenen Kontrollverfahren gibt es? (Kapitel 4).

Mit welchen Vor- und Nachteilen sind diese Verfahren behaftet und welche Besonderheiten sind bei der Anwendung im Handel zu beachten? (Kapitel 5).

Nach der Bestimmung und Einordnung zentraler Begriffe werde ich zunächst Modelle über die Wirkung von Werbung beschreiben, denn nur wenn man eine Vorstellung davon hat, welche Folgen der Einfluß von Werbung auf den Konsumenten hat, kann man diese Folgen messen und bewerten. Daraus leiten sich Zielgrößen ab, deren Erreichen durch einen Kontrollprozeß untersucht werden. Die verschiedenen Modelle, mit denen man die Effizienz von Werbung kontrollieren und beurteilen kann, werde ich in Kapitel 4 vorstellen. Man unterscheidet zwischen vor- bzw. außerökonomischen und ökonomischen Größen. Schwerpunkt meiner Arbeit werden die Modelle der Kontrolle ökonomischer Größen sein, wobei ich auch auf vorökonomische Größen eingehen werde, da sie eine Art Vorstufe bilden. Innerhalb der ökonomischen Werbeerfolgskontrollen werde ich den Ansatz von Albers besonders ausführlich beschreiben, da dieses komplexe Modell wie kein anderes versucht, Folgen der Werbung auf Kosten und Erlöse zu quantifizieren.

Im Anschluß an die Darstellung der verschiedenen Verfahren, werde ich durch eine Beurteilung und einen Vergleich dieser Verfahren die Eignung und besonders das Anwendungspotential im Handel diskutieren.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Problemstellung 1
2. Definitionen und Einordnung zentraler Begriffe 2
2.1 Werbung und Kontrolle 2
2.2 Werbewirkung und Werbeerfolg 4
2.3 Werbekontrolle im betrieblichen Ablauf 6
3. Modelle der Werbewirkung und daraus abgeleitete Zielgrößen 7
3.1 Übersicht über Modelle zur Werbewirkung 9
3.1.1 Stufenmodelle 10
3.1.2 Modelle der Wirkungspfade 12
3.1.3 Eignung der verschiedenen Modelle für den Kontrollprozeß 14
3.2 Ziele der Werbung 17
3.2.1 Anforderung an Werbeziele und deren Planung 17
3.2.2 Kategorisierung von Werbezielen 20
3.2.3 Eignung ökonomischer Werbeziele 21
4. Darstellung verschiedener Modelle zur Werbeerfolgskontrolle 25
4.1 Werbeerfolgskontrolle gemäß des Ansatzes von Albers 25
4.1.1 Ziele des Ansatzes von Albers 25
4.1.2 Vorgehensweise des Ansatzes von Albers 26
4.1.2.1 Erlösabweichung 27
4.1.2.1.1 Interne und externe Abweichungsursachen 27
4.1.2.1.2 Operationalisierung der Einflußgröße ‚Werbung' 32
4.1.2.1.3 Untersuchung werbebedingter Erlösabweichungen 36
4.1.2.2 Kostenabweichung 39
4.1.2.3 Deckungsbeitragsabweichung 42
4.2 Werbeerfolgskontrolle durch geographische Test- und Kontrollmärkte 43
4.2.1 Ziele des Verfahrens 45
4.2.2 Vorgehensweise des Verfahrens 45
4.2.2.1 Voraussetzungen des Verfahrens 45
4.2.2.2 Berechnung des Werbeerfolges 46
4.3 Werbeerfolgskontrolle mit Hilfe der Aktionserfolgsrechnung 48
4.3.1 Ziele der Aktionserfolgsrechnung 48
4.3.2 Vorgehensweise der Aktionserfolgsrechnung 48
4.3.2.1 Ankündigungs-, Primär- und Vorratseffekt 50
4.3.2.2 Goodwilleffekt (Carry-Over-Effekt) 51
4.3.2.3 Beschaffungspolitische Aspekte des Handels 54
4.3.2.4 Berechnung des Gesamteffektes 56
4.3.3 Erweiterungen der Aktionserfolgsrechnung 56
5. Vergleich der verschiedenen Kontrollmodelle 57
5.1 Kriterien zur Beurteilung der Modelle 57
5.1.1 Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Objektivität 57
5.1.2 Daten, Wirtschaftlichkeit und Anwendungsbereiche 59
5.1.3 Überblick über die Kriterien 61
5.2 Beurteilung der Modelle 63
5.3 Übertragung auf den Handel 67
6. Schlußbetrachtung 69
Anhang 72
Literaturverzeichnis 76
Ehrenwörtliche Erklärung 83
Lebenslauf 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

höheren Awarenessgrad nach sich ziehen wird. (Im linken Graph der Abb. 13, Ordinate, AGe statt AGs). Aus diesem Bekanntheitsgrad errechnet sich der Relative Awarenessgrad (RAGe); der Nenner ist in beiden Fällen gleich, nämlich der Soll-Wert der Summe der BranchenAwarenessgrade. Der Relative Awarenessgrad als Quotient steigt in diesem Fall, da der Zähler bei gleichbleibendem Nenner größer wird. Aus RAGe errechnet sich gemäß Marktanteilsreaktionsfunktion der Marktanteil M(RAGe). Dieser Marktanteil M(RAGe) beschreibt den Marktanteil, der sich ergeben hätte, hätte das Ist-Werbebudget den erwarteten Awarenessgrad hervorgerufen und hätte keine Konkurrenzreaktion stattgefunden. Bildet man nun die Differenz aus dem M(RAGe) und Ms der ausschließlich auf Soll-Werten beruht, dann ergibt sich daraus die Realisationsabweichung der Werbepolitik: (M(RAGe) – Ms) • Rs • Bs • Vs Wobei sich M(RAGe) folgendermaßen berechnet: [...]

Preispolitik keine Übersetzungsprobleme auftreten, gibt es auch hier keine Preis-Effektivitätsabweichung. 3. Abweichungen, die darin begründet sind, daß sich die Konkurrenz anders als angenommen verhält, d.h., daß die Summe der Soll-Awarenessgrade der Branche nicht dem Ist-Wert entspricht: Reaktionsabweichung. Diese Abweichungsart ist unter den internen Abweichungsarten aufgeführt, da anzunehmen ist, daß eine abweichende Konkurrenzaktivität Folge der eigenen Marketinghandlungen sein kann. Nachstehend wird die analytische Herleitung der verschiedenen Abweichungen dargestellt. Zuerst wird die Realisationsabweichung betrachtet: Der Werbeverantwortliche gibt mehr Geld für Werbung aus als geplant: Ist-Werbebudget > Soll-Werbebudget. Laut Budgetfunktion geht man davon aus, daß das höhere Werbebudget auch einen um einen bestimmten Betrag [...]

Für die Untersuchung werbebedingter Erlösabweichungen bildet obige Marktanteilsfunktion den Ausgangspunkt. Wie bereits unter Punkt 4.1.2.1.1 beschrieben, ist in erster Linie die Marketing-Instrumente-Abweichung von Interesse und nicht die Marketingeffektivitätsabweichung, da die Effektivität des Instruments Werbung analysiert werden soll. Mit der Operationalisierung der Werbung in der Marktanteilsreaktionsfunktion fallen die werbebedingten Abweichungen unter die Marketing-Instrumente-Abweichungen und nicht mehr unter die Marketingeffektivitätsabweichungen, die die restlichen, nicht erklärbaren Abweichungen beschreiben. „The biggest problem in testing ad effectiveness, even with all these measuring devices, has been the outside factors that cannot be measured or controlled (...).“1 Durch die in 4.1.2.1.1 und 4.1.2.1.2 beschriebenen Vorgehensweisen wird dieser Forderung nachgekommen; die externen Störgrößen werden eliminiert. Nun gehören die werbebedingten Abweichungen zu den erklärbaren Abweichungen. Für den Kontrollprozeß sind die verschiedenen Ursachen der Marketing-InstrumenteAbweichung wichtig. Dafür gibt es drei mögliche Gründe (s. Abb. 13): 1. Abweichungen, die darauf zurückzuführen sind, daß intern andere Ist-Werte als die geplanten Soll-Werte realisiert wurden: Realisationsabweichung. 2. Abweichungen, deren Grund darin liegt, daß eine andere Übersetzung der einzelnen Instrumente-Budgets stattgefunden hat: Effektivitätsabweichung. Bsp.: Für die Werbung [...]

Arbeit zitieren:
Hiedemann, Jan Januar 2000: Möglichkeiten und Grenzen einer Werbeerfolgskontrolle im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Werbung, geographische Test- und Kontrollmärkte, Handel, Controlling, Marketingcontrolling

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