Möglichkeiten und Grenzen des Werbecontrolling
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Franziska Peternell
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8716-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8716-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8716-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Peternell, Franziska März 2005: Möglichkeiten und Grenzen des Werbecontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werbung, Controlling, Werbewirkung, Kommunikation, Marketing
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Diplomarbeit von Franziska Peternell
Problemstellung:
Angesichts des hohen Anteils der Werbebudgets an den gesamten Marketingkosten in vielen Unternehmen und der schwierigen Konjunkturlage werden die Werbebudgets und die Wirkung von Werbung zunehmend kritisch hinterfragt.1 Werbung gerät unter Rechtfertigungsdruck. Aufgrund verschärfter Markt- und Kommunikationsbedingungen sind sehr hohe Werbeinvestitionen zur Erreichung der Werbeziele notwendig.
Zunehmender Wettbewerbsdruck erhöht die strategische Bedeutung von Werbung als relevanten Erfolgsfaktor im Wettbewerb.2 In Zeiten, in denen die Produkte objektiv austauschbar sind, muss Werbung subjektive Markeninhalte vermitteln. Es ergibt sich die Notwendigkeit, die Effektivität (Wirksamkeit) und Effizienz (Wirtschaftlichkeit) von Werbemaßnahmen sicherzustellen.
Eine Reaktionsmöglichkeit ist, das klassische Controlling auch für den Bereich Werbung zu nutzen und zu spezifizieren. Systematisches Werbecontrolling soll das Werbemanagement bei seinen komplexen und komplizierten Aufgaben unterstützen.3 Ein professionelles Werbecontrolling kann die Effektivität und Effizienz der Werbeausgaben gewährleisten und steigern.4 Durch die Schaffung und den Ausbau von Erfolgspotenzialen leistet Werbecontrolling einen Beitrag zur nachhaltigen Existenzsicherung des Unternehmens.
Controlling hat in der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre und in der unternehmerischen Praxis eine bedeutende Rolle eingenommen. Ein ganzheitliches Werbecontrolling wurde bisher jedoch nur unzureichend theoretisch fundiert. Eine empirische Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte noch nicht. Der Handlungsdruck der Unternehmen hingegen wird sich weiter erhöhen. Dies führte zu der vorliegenden Arbeit mit dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen des Werbecontrolling“.
Die Arbeit zeigt die Möglichkeiten und Grenzen des Werbecontrolling zur Sicherstellung und Steigerung von effektiven und effizienten Werbemaßnahmen auf. Hierfür wird, ausgehend von der allgemeinen Controlling- und Marketingcontrollingforschung, ein ganzheitliches Werbecontrollingkonzept erarbeitet und dessen Problembereiche herausgestellt. Das Konzept umfasst verschiedene Betrachtungsweisen des Werbecon- trolling. Es werden die Funktion, die Aufgaben, die Prozesse, die strategische und die operative Ebene, die Implementierung und die Instrumente des Werbecontrolling betrachtet. Des Weiteren soll herausgefunden werden, inwieweit das Werbecontrollingkonzept in der Praxis Gültigkeit und Relevanz besitzt. Hierfür wird eine empirische Untersuchung zum Einsatz des Werbecontrolling in werbetreibenden Unternehmen und Werbeagenturen durchgeführt.
Gang der Untersuchung:
Nach der Darstellung der Problematik, der Zielsetzung, der Vorgehensweise und der inhaltlichen Abgrenzung der Arbeit im ersten Kapitel wird im zweiten Kapitel zum grundsätzlichen Verständnis des Werbecontrolling zunächst geklärt, was unter der Integration von Werbung und Controlling zu verstehen ist. Um die Notwendigkeit des Werbecontrolling aufzuzeigen, werden die Markt- und Kommunikationsbedingungen untersucht, welchen sich Werbung stellen muss. Im Anschluss werden die Ziele festgelegt, die mit dem Werbecontrollingkonzept verfolgt werden sollen.
Kapitel drei und vier skizzieren das Werbecontrollingkonzept. Es werden die Funktion des Werbecontrolling und die Aufgaben, die das Controlling wahrzunehmen hat, beschrieben. Anschließend werden die Aufgaben für die Prozesse der Planung, Kontrolle und Steuerung von Werbemaßnahmen konkretisiert. Danach werden die operative und die strategische Werbecontrollingebene und die Implementierung des Werbecontrolling erläutert.
Kapitel vier stellt ausführlich ausgewählte Instrumente, d.h. das „Werkzeug“, welches das Werbecontrolling bei der Aufgabenerfüllung einsetzen kann, vor. Allgemeine Controllinginstrumente werden auf den Werbebereich übertragen und den werbespezifischen Besonderheiten angepasst.
Kapitel fünf zeigt Problembereiche auf, durch welche die Möglichkeiten des Werbecontrolling begrenzt werden können.
Anschließend werden in Kapitel sechs das Ziel, die Vorgehensweise und die Ergebnisse der empirischen Untersuchung zum Einsatz des Werbecontrolling in der Praxis vorgestellt. Neben der Analyse der Ergebnisse erfolgt ein Abgleich mit den durch die Literaturanalyse gewonnenen Theorien zum Werbecontrolling.
Den Abschluss bilden im siebten Kapitel die Zusammenfassung der vorliegenden Arbeit sowie ein Ausblick zum Thema Werbecontrolling.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Inhaltliche Abgrenzung | 3 |
| 2. | Definitionen und Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Integration von Werbung und Controlling | 5 |
| 2.2 | Notwendigkeit des Werbecontrolling | 6 |
| 2.2.1 | Marktbedingungen | 7 |
| 2.2.2 | Kommunikationsbedingungen | 7 |
| 2.3 | Ziele des Werbecontrolling | 9 |
| 3. | Konzept des Werbecontrolling | 11 |
| 3.1 | Funktion des Werbecontrolling | 11 |
| 3.2 | Aufgaben des Werbecontrolling | 12 |
| 3.2.1 | Führungsunterstützung | 12 |
| 3.2.2 | Informationsversorgung | 13 |
| 3.2.3 | Koordination | 15 |
| 3.3 | Prozesse innerhalb des Werbecontrolling | 16 |
| 3.3.1 | Planung | 16 |
| 3.3.2 | Kontrolle | 19 |
| 3.3.3 | Steuerung | 21 |
| 3.4 | Operatives und strategisches Werbecontrolling | 22 |
| 3.5 | Implementierung des Werbecontrolling | 25 |
| 3.5.1 | Vorgehensweise bei der Einführung | 25 |
| 3.5.2 | Organisatorische Einbindung | 26 |
| 3.5.3 | Anforderungen an die Person des Werbecontroller | 30 |
| 4. | Ausgewählte Instrumente des Werbecontrolling | 31 |
| 4.1 | Operative Instrumente | 31 |
| 4.1.1 | Kennzahlen | 31 |
| 4.1.2 | Kennzahlensysteme | 33 |
| 4.1.3 | Verfahren der Werbeerfolgskontrolle | 35 |
| 4.1.4 | Werbekostenrechnung | 39 |
| 4.2 | Strategische Instrumente | 40 |
| 4.2.1 | Werbekostenmanagement | 40 |
| 4.2.2 | SWOT-Analyse | 44 |
| 4.2.3 | Portfolioanalyse | 45 |
| 4.2.4 | Szenariotechnik | 48 |
| 4.2.5 | Balanced Scorecard | 49 |
| 4.2.6 | Advertising Benchmarking | 54 |
| 4.3 | Kritische Würdigung der Instrumente | 58 |
| 5. | Problembereiche des Werbecontrolling | 59 |
| 5.1 | Vereinbarkeit von Kreativität und Controlling | 59 |
| 5.2 | Qualitative Ausprägungen | 61 |
| 5.3 | Zurechnungsproblematik der Werbewirkungen | 61 |
| 5.4 | Akzeptanzprobleme | 62 |
| 5.5 | Keine Erfolgsgarantie | 63 |
| 6. | Empirische Untersuchung zum Einsatz des Werbecontrolling | 64 |
| 6.1 | Problemstellung und Ziel der Untersuchung | 64 |
| 6.2 | Methodisches Vorgehen | 65 |
| 6.3 | Ergebnisse | 68 |
| 6.4 | Analyse und Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse | 77 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 80 |
| Anlagenverzeichnis | 83 | |
| Anlagen | 84 | |
| Literaturverzeichnis | 122 |
täten angestrebt werden, um langfristig den Erfolg des Unternehmens zu sichern.186 Um dies zu erreichen, müssen die richtigen Produkte oder Produktgruppen, in denen die Marktaussichten günstig erscheinen, besonders unterstützt werden. Die Portfolioanalyse kann auch im Werbereich mit folgender Fragestellung verwendet werden: Welche Marken bzw. Produkte sollen werblich mit welcher Intensität (gemessen am Werbebudget) unterstützt werden?187 Die Gegebenheiten des Marktes werden auf zwei Achsen einer Matrix abgebildet. Wahlweise die Marktattraktivität und die relative Wettbewerbsstärke oder das Marktwachstum und der relative Marktanteil. Die Neun-Felder Matrix der McKinseyBeratungsgesellschaft, welche mit den Beurteilungsfaktoren Marktattraktivität und Wettbewerbsvorteil arbeitet, ist für den Einsatz der Portfolioanalyse im Werbebereich besser geeignet. Die Beurteilungsfaktoren sind Konstrukte aus mehreren Komponenten im Gegensatz zu den Faktoren Marktwachstum und Marktanteil der anderen Matrix.188 Tabelle 9 stellt Kriterien dar, die für die relative Wettbewerbstärke und die Marktattraktivität im Werbebereich in Frage kommen können. [...]
Bei dem von Kloss vorgestellten Konzept zum Target Costing im Werbebereich ist anzumerken, dass bei der Planung der Kampagnenkosten die Werbemittelproduktionskosten unbeachtet bleiben. Diese werden nicht auf notwendige Kostensenkungen untersucht. Des Weiteren sind Benchmarks mit Vorsicht zu genießen, da nicht nur Kontaktgrößen Auswirkung auf den Werbeerfolg haben. Auch die Art der kreativen Umsetzung kann den Werbeerfolg determinieren. Dennoch kann Zielkostenmanagement zu einer Verbesserung der Werbekostenstruktur führen und insofern einen Beitrag zur Effizienzverbesserung der Werbung leisten. 4.2.2 SWOT-Analyse Die SWOT-Analyse stellt die Ergebnisse einer Stärken (strengths) - Schwächen (weaknesses) - Analyse den Ergebnissen der Chancen (oppertunities) - Risiken (threats) Analyse gegenüber. Das heißt, es wird auf der einen Seite das Unternehmen (unternehmensinterne Faktoren) und auf der anderen Seite das Umfeld des Unternehmens (unternehmensexterne Faktoren) untersucht. Die Stärken und Schwächen eines Unternehmens resultieren aus der Analyse der Konkurrenz und den eigenen Fähigkeiten. Hier kann mit Kriterienchecklisten gearbeitet werden. Die Umweltkomponente der SWOT-Analyse geht der Frage nach „Welche zukünftigen Chancen und Gefahren leiten sich für das Unternehmen aus der möglichen Umweltentwicklung ab, wenn es seine bisherigen und bereits geplanten Strategien nicht verändert?“181. Trifft eine Chance auf eine Stärke des Unternehmens, ergeben sich positive Entwicklungsmöglichkeiten. Diese sollten vom Unternehmen genutzt werden. Hingegen kann ein Risiko des Umfelds, welches auf eine Schwäche des Unternehmens trifft, bedrohlich für die zukünftige Unternehmensentwicklung werden. Hier sollte rechtzeitig durch entsprechende Strategien und Maßnahmen gegengesteuert werden.182 Die Analysen können sich auf mehrere Funktionsbereiche erstrecken, aus welchen sich wichtige Gesamtprofile ergeben. Aber auch Einzelanalysen können vorgenommen werden, um die SWOTs des Unternehmens herauszuarbeiten.183 Demzufolge ist die SWOT-Analyse auch im Werbebereich als Instrument des Werbecontrolling einsetzbar. Die SWOT-Analyse im Werbebereich ermittelt die Rahmenbedingungen des werblichen Handelns. Das Werbemanagement sollte diese bei seinen Entscheidungen be- [...]
Gemeinkostenwertanalyse werden „nur“ Kosteneinsparungen identifiziert, der strategieadäquate Mitteleinsatz wird nicht überprüft. Das Zero-Base-Budgeting hingegen nimmt die Umschichtung von Ressourcen zugunsten von strategisch wichtigen werblichen Aktivitäten und Zielen im Unternehmen vor.173 Die Gemeinkostenwertanalyse bewertet in einem systematischen und kreativitätsfördernden Prozess Kosten und Nutzen von werblichen Leistungen in den untersuchten Werbegemeinkostenbereichen. Daraufhin werden Kostensenkungspotenziale aufgrund nicht erforderlicher werblicher Aktivitäten ermittelt.174 Das Zero-Base-Budgeting ist ein Analyse- und Planungsprozess, welcher von jedem Werbemanager verlangt, sein zur Verfügung gestelltes Werbebudget vollständig und detailliert von Grund auf („Zero Base“) zu rechtfertigen. Ziel ist es, alle nichtproduktiven Kostenverursacher zu entfernen und die Gemeinkosten entsprechend wichtiger erfolgskritischer Werbeziele umzuverteilen.175 Mit dem Target Costing, auch als Zielkostenmanagement bezeichnet, fließt eine umfassende Markt- und Kundenorientierung in das Kostenmanagement ein. Bei dem Planungsprozess für ein neues Produkt wird nicht danach gefragt „Was wird ein Erzeugnis kosten?“, sondern „Was darf das Produkt kosten?“. Die am Markt realisierbaren Preise entscheiden also darüber, welche Kosten anfallen dürfen.176 Beim Target Costing wird zunächst der Zielpreis ermittelt. Das ist der Preis, den die Kunden bereit sind, für das Produkt zu zahlen. Von diesem wird die eigene oder branchenübliche Gewinnmarge subtrahiert. Das Ergebnis sind die vom Markt erlaubten Kosten (allowable costs). Werden die allowable costs den Selbstkosten (drifting costs), auf Grundlage der bisherigen oder geschätzten Standardkosten gegenübergestellt, resultiert meist eine Zielkostenlücke. Die Zielkostenlücke ist durch konkrete Maßnahmen der Kostenbeeinflussung zu schließen, damit das Produkt am Markt erfolgreich ist und zugleich Gewinne erwirtschaften kann.177 Die Abbildung 4 stellt das Vorgehen beim Target Costing grafisch dar. Zugleich zeigt Abbildung 5 eine Anwendungsmöglichkeit des Target Costing im Werbecontrolling, welche im Folgenden kurz beschrieben wird.178 [...]
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Peternell, Franziska März 2005: Möglichkeiten und Grenzen des Werbecontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
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