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Möglichkeiten und Grenzen des Sponsorings von Schulen

Unter besonderer Berücksichtigung von Sportsponsoring an Schulen

Möglichkeiten und Grenzen des Sponsorings von Schulen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martin Rutemöller
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1958-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1958-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1958-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rutemöller, Martin September 1999: Möglichkeiten und Grenzen des Sponsorings von Schulen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kommunikation, Schulsponsoring, Sponsern, Sportsponsoring, Image

Diplomarbeit von Martin Rutemöller

Zusammenfassung:

Die Thematik der wirtschaftlichen Werbung an Schulen wurde in der schulrechtlichen Literatur bislang kaum intensiv behandelt. So riet z.B. HECKEL/SEIPP 1976 dem Schulleiter knapp, "gegenüber unbefugten Sammlern, Vertretern, Händlern, Neugierigen" resolut zu handeln, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und ggf. auch Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zu stellen. DIETZE vertrat ein Jahr zuvor die Auffassung, der Schulleiter habe besonders streng zu überprüfen, ob Werbung etwas in den geordneten Schulbetrieb eingreift. Werbung in der Schule sei deshalb nur in Ausnahmefällen zulässig, z.B. bei Werbung für Bildungsangebote der VHS. Ähnlich wurde auch von HECKEL/AVENARIUS 1986 argumentiert.

Es ist also nicht lange her, da war Werbung an deutschen Schulen absolut verboten und mußte teilweise sogar auf Schulmaterial entfernt werden. Was heutzutage kaum mehr möglich ist, bei der Fülle an Werbung auf allen erdenklichen Materialien, die auch Einzug in den Schulalltag gefunden haben. Man denke nur mal daran, auf allen Computern im Informatikraum die Werbung zu überkleben, auf dem Stufenbarren die Holme abzuschmirgeln und den Kindern zu verbieten in den Sportunterricht mit "Adidas" T-Shirts herumzulaufen.

In Zeiten knapper werdender öffentlicher Kassen wird die Frage nach der Finanzierung von Schulen immer lauter. Zumal die Geschwindigkeit, mit denen der Fortschritt moderner Medien in deutschen Schulen Einzug findet, immer schneller von statten geht.

Auf den ersten Blick scheint die überwiegende Mehrheit der Zulässigkeit von Werbung in der Schule ablehnend gegenüber zu stehen. In einigen Ländern jedoch werden die bisherigen Vorschriften überarbeitet, weil man erkannt hat, daß eine pauschale Ablehnung von Werbung an Schulen den derzeitigen Gegebenheiten nicht gerecht werden kann.

Eine Sonderform in diesem Bereich nimmt das Sponsoring des Schulsportes ein. Hier fanden bereits in den letzten Jahren Sponsoring-Projekte statt, die sich auf den ersten Blick an der momentanen Gesetzgebung vorbeischlängeln. Als Beispiel sei nur das Projekt "Jugend Trainiert Für Olympia" erwähnt.

Durch Sponsoring kann vor allem das Lernen verändert werden. Lernen kann bei der heutigen Flut an Fakten und der zunehmenden Beschleunigung wissenschaftlicher Erkenntnisse nur exemplarisches Lernen sein. Als exemplarische Lernfelder soll also die Komplexität realer Situationen und Objekte nutzbar gemacht werden. Besonders wichtig für neue Lernsituationen ist der Praxisbezug, welcher durch das Gewinnen außerschulischer Kooperationen für Schulvorhaben ermöglicht wird. Sponsoring-Projekte ermöglichen somit einen größeren Bezug zum späteren Berufsfeld und verhelfen Schülern sich besser in der Welt außerhalb der Schule zurecht zu finden. Ein Sponsoring-Projekt ist folglich eine pädagogische Bereicherung und hilft die Öffnung von Schule zu erleichtern.

Ziel der Arbeit ist es, eine Übersicht zu geben, inwieweit Schulen befugt sind, Werbung in den Schulalltag einzubinden, um finanzielle Zuwendungen für festgelegte Projekte, zu nutzen.

Die Arbeit soll aufschlüsseln, was Sponsoring mit Werbung zu tun hat, was es in der Vergangenheit schon an Projekten, die nicht durch öffentliche Kassen finanziert wurden, gegeben hat und welche Sonderstellung das Sponsoring des Schulsports einnimmt. Die Arbeit möchte einen Ausblick geben, was in Zukunft an Sponsoring-Projekten vorstellbar ist. Eine abschießende Diskussion soll endgültig Aufschluß über die Vor- und Nachteile von Sponsoring an Schulen geben. Die Arbeit könnte auch eine Handreiche für Schulleiter und Lehrer sein, sich in dem Dschungel wirtschaftlichen Lebens besser auszukennen oder zumindest eine Hilfe darstellen, sich in diesen hineinzuarbeiten.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 1
1. Sponsoring - Eine Gegenstandsbestimmung 5
1.1 Kommunikationspolitik als Instrument des Marketing 5
1.2 Vom Mäzenatentum zum Sponsoring 7
1.2.1 Merkmale des Sponsoring 9
1.2.2 Typologie im Sponsoring 12
1.3 Sponsoring Bereiche 13
1.3.1 Sportsponsoring 15
1.3.2 Kultursponsoring 16
1.3.3 Umweltsponsoring 17
1.3.4 Sozialsponsoring 18
1.4 Formen der Zusammenarbeit 20
1.4.1 Sponsoringformen aus der Sicht der Gesponserten 21
1.4.2 Sponsoringformen aus der Sicht der Sponsoren 24
1.4.3 Motive des Sponsoring-Engagements 27
1.4.4 Grundvoraussetzung einer Zusammenarbeit mit Sponsoren 28
2. Sportsponsoring eine Sonderform? 30
2.1 Entstehungsgeschichte des Sportsponsorings 31
2.2 Professionalität des Sportsponsorings 34
2.3 Zukunftsperspektiven im Sportsponsoring 36
2.4 Zusammenfassende Schlussfolgerung 38
3. Sponsoring in Schulen, eine Form des Sozialsponsoring 43
3.1 Verschiedene Formen der Unterstützung 44
3.2 Sponsoring im Schulsport 50
4. Schulsponsoringprojekte 52
4.1 Der Bundeswettbewerb Jugend Trainiert Für Olympia e.V. 52
4.2 Schul- und Stadtteilprojekt Infra Ratingen West 61
4.3 Beispiele aus verschiedenen Sponsoring-Projekten. 67
5. Blick über die Landesgrenze. Schulsponsoring in anderen Ländern 72
6. Rechtliche Aspekte des Schulsponsoring 77
6.1 Finanzpolitische Verantwortungsbereiche 77
6.2 Zusammenarbeit zwischen Schule und Schulträger 78
6.3 Die Rolle des Fördervereins 79
7. Die Zukunft des Sponsoring von Schulen 81
7.1 Wie sieht Schule von morgen aus? 82
7.1.1 Das Schulsponsoring-Projekt "Safer Skating" 82
7.1.2 Zum Projektbüro Schule & Partner 83
7.1.3 Sponsoring-Projekte schulintern entwickelt 87
7.2 Was hat Schule zu bieten? 90
7.3 Voraussetzungen für erfolgreiches Sponsoring 92
7.4 Alternative Geldquellen 97
8. Bewertung. Chancen und Risiken des Sponsorings von Schulen 100
9. Schlussbetrachtung 106
Anhang 109
Literaturverzeichnis 140

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auch im Schulbereich geht die Entwicklung zu mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung vonstatten. Damit setzt sich im Schulbereich eine Entwicklung fort, die es in anderen Bereichen, z.B. in der Kultur oder im Sport, bereits seit längerem gibt. Für die konkrete Ausgestaltung von Verträgen und die Entwicklung von Aktivitäten lassen sich hier viele Ideen und Anregungen finden, die auch im Schulbereich Wege öffnen können. Gegen eine finanzielle Autonomie der Schule spricht die Aufgabe des Staates, der die im Grundgesetz verankerte Pflicht hat, sich um die Bildung der Heranwachsenden zu kümmern. Schulen haben somit die Aufgabe, neuen Generationen alles Wissen zu vermitteln, das sie dazu befähigt, die Zukunftsprobleme zu bewältigen. „Diese Aufgabe wird im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Land, das für die bildungspolitische Rahmengesetzgebung verantwortlich ist, den Lehrerinnen und Lehrern als ausführende und gestaltende Organe sowie den Schulträgern als Finanziers und Sachleistungsträgern erfüllt“ (BISCHHOF, HAMACHER, HEBBORN, 1999, 72). Diese Aufteilung ergibt sich aus Art. 7 Grundgesetz und speziellen Artikeln aus der Verfassung der jeweiligen Landesregierungen und Paragraphen der Schulfinanzgesetze der Länder. Sponsoring stellt somit kein grundsätzliches Instrument zur Lösung von Haushaltsproblemen dar. „Es ist kein Ersatz für die staatlich-kommunale Verantwortung im Schulwesen, sondern vielmehr nur ergänzend in einem definierten Rahmen sinnvoll“ (ebd.). [...]

In diesem Abschnitt werden Beispiele für Schulsponsoring aus verschiedenen Ländern angeführt, die in ihrer Gesamtheit meist auf längere Sponsoringtradition zurückblicken können. Bei der Auflistung der einzelnen Beispiele wurde keine besondere Reihenfolge beachtet und bewusst auf eine Kommentierung der Beispiele verzichtet, die im Abschnitt 8 teilweise nachgeholt wird. Großbritannien: Nach Angaben von Diana Whitworth liegen die Ausgaben für Sponsoring an britischen Schulen seitens der Unternehmen bei jährlich 300 Mio. £. Tesco ist eine der größten Supermarktketten in Großbritannien. Tesco rief vor sieben Jahren ein Programm ins Leben „Tesco-Computer für Schulen“, welches inzwischen Computer und Computerausrüstung im Wert von mehr als 22 Mio. £ in ganz Großbritannien an mehr als zwei Drittel aller Schulen auslieferte. Die Idee, die sich dahinter verbarg war klar. Gleichzeitig startete Tesco nämlich eine Initiative in allen Läden des Landes, welche Computergutscheine an Eltern verteilte, die in Tescomärkten einkauften. Diese Gutscheine konnten gesammelt und gegen Computer oder -ausrüstung eingetauscht werden. Weitere Beispiele aus dem britischen Schulalltag: Ein Unterrichtsmaterialiensatz von McDonnald´s für fünf- bis siebenjährige Schüler forderte diese auf, Pommes Frites und Milk-Shakes anhand von Bildern von McDonnald´s passend zusammenzulegen und McDonnalds-Produkte in einem Wortpuzzle zu erkennen. TSB, eine britische Großbank, sponserte einen hochwertigen Kunstmaterialsatz. Ihr Logo war jedoch auf jeder Seite und auf kostenlosen Wandplakaten aufgeführt. Ein britischer Kernbrennstoffhersteller sponserte einen Dokumentationssatz über „Energie und Umwelt“. Erwähnte aber in diesem Dokumentationsatz nicht, dass es Hunderttausende von Jahren dauert, bis Atommüll sicher wird. Im Zusammenhang mit Tschernobil hieß es in der Dokumentation, dass „die Russen Maßnahmen ergriffen haben, um zu vermeiden, dass ein derartiger Unfall noch einmal passiert“. Die Katastrophe wurde verharmlost, indem eine Parallele zu Hausunfällen gezogen wurde. [...]

Der mitwirkende Zirkuspädagoge wird aus Infra West Mitteln bezahlt. Bedeutsam für alle sportlichen Aktivitäten ist die enge Kooperation mit dem ortsansässigen Sportverein ASC. Wohnfeldverbesserung Um das Wohnfeld zu verbessern wurde ein Projekt zur Fassadenbegrünung durchgeführt und eine Broschüre zum Thema „Probleme der Begrünung von Balkonen an Hochhäusern“ herausgegeben. Schüler haben in weiteren Projekten, nach Befragungen der Bewohner, die Umgestaltung von Hochhäusern und eines darin gelegenen Platzes geplant. Einen Schritt weiter gingen Schüler, die den Innenhof eines Kindergartens mit Pflanzen und einer Teichanlage selbst neu gestalteten. Was reizt Sponsoren am Projekt „Infra-West“? „Die LEG Wohnen tut was für ihr Image, die Stadtteilbelegung nutzt ihren Mietern, und eine verstärkte Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil schränkt die Fluktuation ein“ (VAN SCHWAMEN, 33). Es steht außer Zweifel, dass Wohnungsbauunternehmen in solchen vom Reißbrett konstruierten Siedlungen etwas für ihre Mieter tun müssen, denn gerade in der letzten Zeit stellt sich immer mehr eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ein und damit die Gefahr, dass Mieter, die man gerne halten möchte, in attraktivere Wohngebiete abwandern. Diese Tendenz ist in Ratingen West schon seit einiger Zeit zu erkennen, und aus diesem Grund ist es um so wichtiger, dass Wohnungsbauunternehmen handeln und etwas für ihr Image und das des Stadtteils tun. In puncto Einwohnerabwanderung treffen sich gerade die Interessen der Schule und der Wohnungsbaufirmen, denn die steigende Fluktuation schlägt auch bei den Schulen negativ zu Buche. Aufgrund der vielfältigen Vernetzungen, die dieses Projekt gebracht und ganz verschiedene Bevölkerungsschichten erreicht hat, kann es durchaus zu einer sozialen Beruhigung im Stadtteil Ratingen West beitragen. Nach Meinung von Herrn Heiner van Schwamen, der Lehrer und Projektleiter am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen West ist, haben solche Projekte einen immensen pädagogischen Wert für die Schüler. [...]

Arbeit zitieren:
Rutemöller, Martin September 1999: Möglichkeiten und Grenzen des Sponsorings von Schulen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kommunikation, Schulsponsoring, Sponsern, Sportsponsoring, Image

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