Möglichkeiten und Grenzen des Mitarbeiter-Motivations-Instruments Incentive-Reise
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Franziska Nagorny
- Abgabedatum: August 2006
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 946,7 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Hochschule Harz (FH) Deutschland
- Bibliografie: ca. 55
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9977-8
- ISBN (CD) :978-3-8324-9977-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Nagorny, Franziska August 2006: Möglichkeiten und Grenzen des Mitarbeiter-Motivations-Instruments Incentive-Reise, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalwesen, Motivation, Incentive-Reise, Marketing, Eventmanagement
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Diplomarbeit von Franziska Nagorny
Einleitung:
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema: „Möglichkeiten und Grenzen des Mitarbeiter-Motivations-Instrumentes Incentive-Reise“. Die Arbeit wird im Bereich Tourismus erstellt und basiert sowohl auf Erkenntnissen aus entsprechender Fachliteratur als auch auf primärempirischen Nachforschungen. Zunächst wird die Problemstellung erläutert und auf die Zielsetzung sowie den Aufbau dieser Arbeit eingegangen.
Problemstellung:
Die zunehmende Polarisierung der Nachfrage und Vernetzung der Märkte sorgt im Zuge der Globalisierung für eine wachsende Dynamik zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Daher sind viele Unternehmen gezwungen, sofern sie dem steigenden Konkurrenzdruck standhalten wollen, sich weit über ihre bisherigen Grenzen weiter zu entwickeln. Die Sättigung vieler Marktsegmente, die Austauschbarkeit der Produkte und der Wandel vom Käufer- zum hart umkämpften Verkäufermarkt sind nur einige Motive der Unternehmen, sehr kostspielige und innovative verkaufsfördernde Maßnahmen zu ergreifen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Unternehmenserfolg ist die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. W. CLEMENT, der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, sagte in seiner Eröffnungsrede zum Jahreskongress der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ und „Great Place to Work“ im Mai 2005 in Berlin: „Investitionen in Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Investitionen in den Erfolg eines Unternehmens.“ Eine erhöhte Bereitschaft der Beschäftigten, sich stärker einzubringen, kann mit Hilfe gezielter Mitarbeitermotivation zum einen durch Empowerment oder Lob und zum anderen durch Geldprämien, Sachprämien oder eine Incentive-Reise erreicht werden. Letztere ist ein auch in Deutschland weit verbreitetes Mittel zur Belohnung der Angestellten für herausragende berufliche Leistungen. Aufgrund der Nachfrage haben sich zahlreiche Agenturen auf Incentives spezialisiert.
Der Markt für Incentives, insbesondere für Incentive-Reisen, ist in Deutschland bislang wenig erforscht. Dennoch werden auch Geschäfts- und Incentive-Reisen als Marktsegment in ein so genanntes Ranking der potentiellen Quellmärkte durch den deutschen Bundestag als eine Marketingstrategie berücksichtigt. Folglich ist das Segment Incentive-Reise nicht nur für die Kundenunternehmen, sondern auch für den Tourismus in und um Deutschland förderlich. „Chancen für die touristische Weiterentwicklung werden in der Ausgestaltung von Tagungs- und Incentive-Angeboten als Kombinationsprodukt von „Klima, Meer und Business“ gesehen.
Der Trend im Reise- und Ausflugsverhalten entfernt sich immer mehr vom bildungsbezogenen hin zum erlebnisorientierten Aufenthalt - so auch bei Incentive-Reisen. Bedingt durch diesen wachsenden Anspruch der Auftraggeber und Endverbraucher an starker Preissensibilität einerseits, sowie Qualität und Angebotsgestaltung touristischer Einrichtungen andererseits, stehen die Incentive-Agenturen vor der Aufgabe, ein effektives und einzigartiges Komplettpaket zu konzipieren und somit alle Leitungsträger zu einem Gesamtprodukt zusammen zu fügen. Dieses sollte möglichst faszinierend und individuell sein und sich auch preislich von anderen Angeboten abheben. Es ist das Ziel einer jeden Agentur einen Wettbewerbsvorteil durch Differenzierung gegenüber der Konkurrenz zu erreichen.
Aus diesen Gründen besteht die Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen von Incentive-Reisen zu erörtern, um die Mitarbeiter der auftraggebenden Firma bestmöglich an das Unternehmen zu binden. Dadurch soll nicht zuletzt auch die Zufriedenheit und Loyalität des Kundenunternehmens selbst erlangt werden.
Gang der Untersuchung:
Ziel der vorgelegten Arbeit ist es, die Bedeutung der Incentive-Reise als Instrument zur Steuerung des Arbeitsverhaltens von Unternehmen herauszustellen. Dabei soll geklärt werden, was Mitarbeitermotivation bedeutet, welche Strategien der Angebotskonzeption durch die Incentive-Agenturen förderlich sind, welche Möglichkeiten und Grenzen es hierbei gibt und wie erfolgreich Anreizsysteme in Form von Belohnungsreisen heutzutage wirken. Das Untersuchungsobjekt wird der Incentive-Markt in Deutschland sein. Zur Bearbeitung der angesprochenen Ziele ist die Arbeit neben der Einleitung (erstes Kapitel) in weitere sechs Kapitel gegliedert.
Das zweite Kapitel beginnt mit der Darstellung verschiedener Arten von Incentives. Danach wird die Bedeutung der Incentive-Reisen näher erläutert und dessen Eingliederung in das Business Travel Management vorgenommen.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Begriffsdefinitionen des Marketings einer Incentive-Reise und den Besonderheiten des Service Managements. Besonderes Augenmerk wird im ersten Teil auf die Bedeutung der Corporate Identity und den Einfluss von Events auf das Erlebnismarketing gelegt.
Gegenstand von Kapitel 4 sind die theoretischen Grundlagen zum Motivationsmodell. Dabei soll – ausgehend von klassischen und aktuellen Theorien – geklärt werden, inwiefern gezielte Motivationsförderungsmaßnahmen die Arbeitsleistung und -zufriedenheit der Angestellten beeinflussen können.
Kapitel 5 geht näher auf das Motivationsmodell ein. Zunächst wird der moderne Marktforschungskreislauf, allgemeine Methoden der Informationsgewinnung im Hinblick auf den Tourismus, sowie weitere Begrifflichkeiten, die Bestandteil der Untersuchung sind, erläutert. Anschließend wird eine empirische Datenerhebung im Bereich der Primärforschung vorgestellt. Hierbei wird die Vorgehensweise in ihren konkreten Phasen aufgezeigt.
Das sechste Kapitel beinhaltet sowohl die Auswertung der Daten der empirischen Analyse, als auch die Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Ziel, weitere Merkmale des deutschen Incentive-Marktes zu beschreiben. In einer strategischen Diagnose werden die Stärken und Schwächen und die daraus resultierenden Möglichkeiten und Grenzen von Incentive-Reisen dargestellt und analysiert. In den nachfolgenden Handlungsempfehlungen werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Konzeption der Incentive-Reisen verbessert und die Angebotsgestaltung stärker an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst werden kann.
Im abschließenden Kapitel 7 erfolgt eine Schlussbetrachtung, die sich auf diese Diplomarbeit bezieht und vor allem der kritischen Bewertung der Ergebnisse der Arbeit dient.
Inhaltsverzeichnis:
| ABSTRACT | I | |
| ABSTRACT (ENGLISH) | II | |
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT | 2 |
| 2. | GRUNDLAGEN INCENTIVE-REISEN | 4 |
| 2.1 | BEGRIFFSDEFINITION: INCENTIVES | 4 |
| 2.2 | ARTEN VON INCENTIVES | 5 |
| 2.2.1 | Geldprämien | 5 |
| 2.2.2 | Sachprämien | 5 |
| 2.2.3 | Reiseprämien | 6 |
| 2.3 | ALLGEMEINE BEDEUTUNG UND NUTZEN DER REISEVERANSTALTUNG | 8 |
| 2.3.1 | Grundkomponenten des Produktes Reise | 8 |
| 2.3.2 | Organisationsträger | 11 |
| 2.4 | EINORDNUNG DER INCENTIVE-REISEN IN DAS SYSTEM DER GESCHÄFTSREISEN | 13 |
| 2.4.1 | MICE | 14 |
| 2.4.2 | Die steuerliche Behandlung von Incentive-Reisen | 16 |
| 3. | DAS MARKETING EINER INCENTIVE-REISE UND DAS SERVICEPAKET | 18 |
| 3.1 | DIE MARKETINGINSTRUMENTE EINER INCENTIVE-REISE | 18 |
| 3.1.1 | Marketing und Marketing-Mix | 18 |
| 3.1.2 | Corporate Identity und internes Marketing | 21 |
| 3.1.2.1 | Die Bedeutung der Corporate Identity | 21 |
| 3.1.2.2 | Die Incentive-Reise als innovatives internes Kommunikationsinstrument | 23 |
| 3.1.3 | Die Bedeutung des Alleinstellungsmerkmals einer Incentive-Reise | 24 |
| 3.1.4 | Die Bedeutung von Events für das Erlebnismarketing | 25 |
| 3.2 | BEGRIFFSDEFINITION: SERVICE | 29 |
| 3.2.1 | Primäre und Sekundäre Services | 30 |
| 3.2.2 | Service-Qualität | 31 |
| 3.2.3 | Ziel: Das Null-Fehler Ergebnis / Risiken bei der Bereitstellung von Services | 32 |
| 4. | DAS MOTIVATIONSMODELL | 33 |
| 4.1 | GRUNDLAGEN DER MOTIVATIONSFORSCHUNG | 33 |
| 4.1.1 | Kognitive, Bedürfnis- und Anreiztheoretische Motivation | 34 |
| 4.1.2 | Bedürfnispyramide nach MASLOW | 35 |
| 4.2 | INTRINSISCHE UND EXTRINSISCHE UND MOTIVATION | 37 |
| 4.2.1 | Begriffserklärung | 37 |
| 4.2.2 | Der Crowding-Out-Effect | 39 |
| 4.3 | WEITERE THEORIEN DER MOTIVATIONSFORSCHUNG | 40 |
| 4.3.1 | Die X/Y Theorie von MCGREGOR | 40 |
| 4.3.2 | Zwei-Faktoren-Theorie von HERZBERG | 41 |
| 4.3.3 | VIE-Theorie nach VROOM | 42 |
| 4.4 | DIE BEEINFLUSSUNG DURCH ANREIZ UND MOTIVATION | 42 |
| 4.4.1 | Zum Zusammenhang von Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit | 42 |
| 4.4.2 | Incentive ist nicht gleich Motivation | 44 |
| 5. | DAS MARKTFORSCHUNGSMODELL IN DER THEORIE UND PRAXIS | 47 |
| 5.1 | GRUNDLAGEN DER MARKTFORSCHUNG | 47 |
| 5.1.1 | Gütekriterien in der empirischen Forschung | 48 |
| 5.1.2 | Touristische Marktforschung | 48 |
| 5.1.3 | Auswahlverfahren | 50 |
| 5.2 | EMPIRISCHE DATENERHEBUNG | 52 |
| 5.2.1 | Zielstellung der Erhebung (Definitionsphase) | 52 |
| 5.2.2 | Bestimmung der Forschungsmethode (Designphase) | 53 |
| 5.2.3 | Durchführung der Datenerhebung (Erhebungsphase) | 55 |
| 5.2.4 | Diskussion der gewählten Art der Befragung | 56 |
| 6. | AUSWERTUNG UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER DATENERHEBUNG (ANALYSEPHASE) | 60 |
| 6.1 | DARSTELLUNG UND AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE | 60 |
| 6.2 | ERGEBNISDISKUSSION UND STRATEGISCHE DIAGNOSE | 70 |
| 6.2.1 | Themenblock: Zielgruppen von Incentive-Reisen | 70 |
| 6.2.2 | Themenblock: Stärken und Schwächen von Incentive-Reisen | 78 |
| 6.2.3 | Themenblock: Trend des deutschen Incentive-Reisemarktes | 78 |
| 6.3 | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DIE ERARBEITUNG DER KONZEPTION EINER INCENTIVE-REISE | 78 |
| 7. | SCHLUSSBEMERKUNG UND AUSBLICK | 82 |
| ANHANG | 83 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 88 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 92 |
Textprobe Kapitel 4.4.2. Incentive ist nicht gleich Motivation:
Der zentrale Effekt von Incentive-Reisen liegt in erster Linie im immateriellen Bereich. Die Wertschätzung, das Prestige und vor allem die gemeinsamen Erlebnisse stärken die Identifikation mit dem Internehmen und der Unternehmenskultur. „Für die eigene Sache engagiert man sich – leider - immer viel stärker.“ Dieses Zitat aus einem Artikel über Motivation in der Zeitschrift ‚tm - Das Tourismusmagazin’ unterstreicht nochmals die Bedeutung der Corporate Identity, denn wenn diese verinnerlicht wurde, kommt es zu einem dauerhaften intrinsischen Motivationsschub. „Erlebt man Kultur so, dass sie den eigenen Auffassungen vom Wünschenswerten entspricht, so wird man sich mit ihr identifizieren, begeistert mitwirken und dies nahezu als Selbstverwirklichung erleben.“ Motiviert ist der Mensch von ganz allein – von innen heraus - entsprechend der Grundhaltungen, Orientierung und Ziele des Individuums. Motivation beeinflusst die grundsätzliche Bereitschaft zu arbeiten und setzt eine Notwendigkeit oder ein Bedürfnis, die Einbindung in Aktion und Erlebnis, eine Aussicht auf Belohnung und Anerkennung, die Tätigkeit als Teil persönlichen Lebens und Erlebens, herausfordernde Arbeitsinhalte und -anforderungen voraus. Bei Belohnung handelt es sich nicht nur um finanzielle Vergütungen, sondern auch um Wissensvermehrung, Ausdehnung von Verantwortung und Anerkennung.
H.W. KESSLER vergleicht die Motivation mit einem „Motor, der mehr oder weniger stark, mehr oder weniger rasant, mehr oder weniger spritzig unser Vehikel auf der Bahn des Berufes, der Arbeit bewegt. … (Incentives hingegen beschreibt er als, d. Verf.) … Kraftstoff, das Gaspedal, die Lenkung, die kurzfristig das Tempo und die Richtung verändern lassen; sie können auch einmal eine Bremse sein, die alles zum Stehen bringt (denn nicht alle Incentives wirken immer und garantiert als Ansporn).“ Es kann also geschlussfolgert werden, dass Incentives die Motivation nicht ersetzen können, z.B. wenn die fundamentale Arbeitsmotivation fehlt und wenn kein Interesse für die jeweils zu erfüllende Aufgabe vorhanden ist. Vor allem bei materiellen Incentives in Form von Geld, kann es rasch zu einer Gewöhnung und Selbstverständlichkeit kommen. Folglich gewinnen Anreize ihre Motivationskraft vielfach daraus, dass es sich um knappe Güter handelt, etwas, was nicht jeder haben kann, aber von den meisten als sehr positiv bewertet wird (z.B. eine besondere Reise).
Tätigkeitsanreiz, bei dem positive Erlebnisse während des Handelns erwartet werden. Intrinsisch motivierte Handlungen werden demnach vollzogen, weil in ihnen selbst der Anreiz liegt. Es kann also von intrinsischer Motivation gesprochen werden, wenn die Handlung allein als belohnend erlebt wird und zu positiven bzw. angenehmen Emotionen führt und deshalb um ihrer selbst Willen fortgeführt wird. Intrinsische Motivation ist oft die Folge von Neugier, Spontaneität, Exploration und Interesse an den existenten Gegebenheiten mit den Zielen der persönlichen Zufriedenheit und Freude. 86 Extrinsische Motivation auf der anderen Seite, ist ein von außen gegebener (künstlicher) Anreiz und ruft dementsprechend eine fremdbestimmte Handlung hervor. Die Grundlage für die extrinsische Motivation ist ein erwarteter Nutzen nach getaner Arbeit. Extrinsisch motivierte Handlungen hingegen sind demzufolge solche, die vollzogen werden, weil durch sie Ziele oder Anreize verwirklicht werden, die einen Wert besitzen, der außerhalb der Handlung selbst liegt. Sie werden oft erst durch Aufforderungen, oder auch Ranglisten und Noten, in Bewegung gebracht und zielen oft auf Sicherheit und Anerkennung durch die Mitmenschen ab. Extrinsische Leistungsanreize können sowohl monetärer Natur (Gehalt, Spesen, Akkordlohn), als auch nicht-monetärer Art (Lob, Sachpreise, Reisen) sein. 87 Ein Angestellter, der jeden Morgen zur Arbeit erscheint, weil er es gerne möchte und weil er sich auf die persönliche Herausforderung einer neuen Aufgabe freut, ist intrinsisch motiviert. Ein Angestellter, der die gleiche Beschäftigung ausführt, nur weil ihm eine Incentive-Reise in Aussicht gestellt wurde, ist extrinsisch motiviert. [...]
Beziehungsbedürfnissen nie vollständig befriedigt werden, da der Mensch in der Regel von Erfolg und Selbstverwirklichung nie genug bekommt. 85 Der Vorteil der Bedürfnispyramide von MASLOW ist der, dass sie als prinzipielle Darstellung der Struktur für menschliche Ideale sehr leicht nachvollziehbar ist. Es sollte aber dennoch beachtet werden, dass es sich hierbei um eine eindimensionale und einseitige Theorie handelt. In der Praxis gibt es z.B. keine isolierten Bedürfnisse, die dauerhaft befriedigt werden können. Die Grenzen zwischen den Ebenen sind nicht starr, sondern fließend. Weitere Kritikpunke beziehen sich auf auftretende Ausnahmen in der Hierarchie: z.B. viele Künstler, die mehr an ihrer eigenen Selbstverwirklichung interessiert sind, als an regelmäßigen Mahlzeiten. Folglich sind Bedürfnisse individuell verschieden und die Zufriedenheit des Menschen ist nicht messbar. Man ist von dessen Selbstaussage abhängig. Aus diesen Gründen gibt es kaum empirisches Material, das MASLOW’s Theorie belegt. Dennoch besitzt sie bis heute einen heuristischen Wert. [...]
Die Selbstverwirklichung stellt die höchste Stufe der Pyramide dar und beinhaltet die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Individualität und Güte, den selbstlosen Einsatz für die gerechte Sache, Kunst und die Entfaltung der eigenen Kreativität und Philosophie. Als Grundgedanke gilt, dass „das jeweils ‚höhere’ Motiv nur dann aktiviert werden kann, wenn das jeweils tiefere grundsätzlich befriedigt ist.“ 84 Der Mensch versucht demnach zuerst die Bedürfnisse der niedrigen Stufen zu befriedigen, bevor die jeweils folgende höhere Stufe Bedeutung erlangt. Nur ein nicht (voll) befriedigtes Bedürfnis wirkt motivierend (=Motivatoren), denn wenn man z.B. nicht hungrig ist, wird man nicht versuchen etwas zu essen. Hochgradigere Bedürfnisse werden dann dominant, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind. Dem Menschen reicht es nicht, nur von Brot und Wasser allein zu leben. Er fühlt sich auch angetrieben, bestimmte psychologische und emotionale Bedürfnisse zu befriedigen. Er verfolgt das Ziel, Zufriedenheit zu erlangen und etwas zu finden, was dem Leben und der Arbeit einen echten Sinn gibt. Allerdings können Wachstumsbedürfnisse gegenüber den materiellen und [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499778
Arbeit zitieren:
Nagorny, Franziska August 2006: Möglichkeiten und Grenzen des Mitarbeiter-Motivations-Instruments Incentive-Reise, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalwesen, Motivation, Incentive-Reise, Marketing, Eventmanagement



