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Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen

Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Andreas Schelzel

Einleitung:

Seit Anfang der 70er Jahre werden in den Budget- und Pflegesatzverhandlungen der Krankenhäuser mit den Krankenkassen zur Entscheidungsunterstützung Krankenhaus-Betriebsvergleiche herangezogen. Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden die verschiedenen Ansätze, die dazu in den letzten Jahren gemacht wurden und solche, die aktuell in der Diskussion stehen, kurz vorgestellt und kritisch beleuchtet. Darüber hinaus werden aber auch jene Ansätze besprochen, die lediglich der Analyse und Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser dienen, ohne in den Budget- und Pflegesatzverhandlungen angewandt zu werden. Ein Kapitel ist außerdem den Änderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen gewidmet, wo - angefangen vom Krankenhausfinanzierungsgesetz 1972 bis hin zu den ersten Entwürfen der Gesundheitsreform 2000 - die jeweils relevanten Neuerungen aufgezeigt werden.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
I. Einleitung 1
II. Grundlagen 1
A. Wirtschaftlichkeit 2
1. Wirtschaftlichkeit im allgemeinen 2
2. Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus 3
B. Betriebsvergleich 4
1. Formen von Betriebsvergleichen 4
2. Krankenhaus-Betriebsvergleiche 5
C. Benchmarking 6
1. Formen von Benchmarking 6
2. Krankenhaus-Benchmarking 6
D. Krankenhaustypen 8
III. Wachsende Anforderungen an Krankenhäuser durch sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen 9
A. Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) 1972 und Bundespflegesatzverordnung (BPflV) 1973 9
1. Einführung der Dualen Finanzierung und der Mischfinanzierung 10
2. Einführung des Selbstkostendeckungsprinzips sowie eines Gewinn- und Verlustausgleichs 10
3. Vergütung der Krankenhausleistungen über einen tagesgleichen, vollpauschalierten Pflegesatz 11
4. Ermittlung der Pflegesätze durch Festsetzungsverfahren 11
B. Krankenhaus-Neuordnungsgesetz (KHNG) 1985 und Bundespflegesatzverordnung (BPflV) 1986 11
1. Auflockerung der Dualen Finanzierung und Aufhebung der Mischfinanzierung 12
2. Modifizierung des Selbstkostendeckungsprinzips 12
3. Vergütung der Krankenhausleistungen über ein Flexibles Budget und Abschaffung des Gewinn- und Verlustausgleichs 13
4. Ermittlung der Pflegesätze durch Vereinbarungsprinzip 14
C. Gesundheits-Reformgesetz (GRG) 1989 15
1. Wirtschaftlichkeitsgebot und Grundsatz der Beitragssatzstabilität 15
2. Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen 16
3. Abschluß und Kündigung von Versorgungsverträgen 16
4. Verzeichnis der Leistungen und Entgelte 16
5. Wirtschaftlichkeitsprüfung und Maßnahmen zur Qualitätssicherung 16
D. Gesundheits-Strukturgesetz (GSG) 1993 17
1. Beginn einer schrittweisen Abschaffung der Dualen Finanzierung 17
2. Aufhebung des Selbstkostendeckungsprinzips und Vorbereitungen zur Umstellung auf ein differenziertes Entgeltsystem 18
3. Sofortbremsung durch Budgetdeckelung während einer Übergangsphase und Vergütung der Krankenhausleistungen über ein Festes Budget 18
4. Budget- und Pflegesatzverhandlungen zwischen den Vertragsparteien 19
5. Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung 20
6. Ermittlung des Personalbedarfs für den Pflegedienst mit der Pflege-Personalregelung (PPR) 21
E. Verordnung zur Neuordnung des Pflegesatzrechts (BPflV 1995) 22
1. Einführung eines differenzierten Entgeltsystems mit leistungsorientierten Vergütungsformen 22
a) Pauschalierte, landesweit vereinbarte Entgelte 23
b) Flexibles, krankenhausindividuell vereinbartes Restbudget 24
2. Trennung zwischen den pauschalierten Entgelten und dem krankenhaus-individuellen Restbudget 24
3. Vereinbarung der tagesgleichen Pflegesätze des krankenhausindividuellen Restbudgets 25
F. Zweites GKV-Neuordnungsgesetz (2. GKV-NOG) 1997 und Fünfte Änderungsverordnung zur Bundespflegesatzverordnung (5. ÄndV BPflV) 1998 27
1. Stärkung der Selbstverwaltung 27
2. Modifizierung der Flexiblen Budgetierung ab 1997 28
3. Verlängerung der Übergangsphase bis zur Trennung zwischen den Entgelten und dem Budget 28
G. Ausblick auf die Gesundheitsreform 2000 28
IV. Erste Ansätze von Krankenhaus-Betriebsvergleichen 30
A. Auswertungen der Selbstkostenblätter durch die GKV (1973/74) und die DKG (1978/79) 31
1. Auswertung der Selbstkostenblätter durch die GKV (1973/74) 31
a) Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser 31
b) Auswertung der Daten 32
c) Erweiterung durch die Statistik "Krankheitsartenprofilblatt/Krankenhausverweildauer" (1978) 33
2. Auswertung der Selbstkostenblätter durch die DKG (1978/79) 33
a) Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser 34
b) Auswertung der Daten 35
3. Kritische Betrachtung der beiden Ansätze (GKV und DKG) 36
B. Von der GEBERA entwickelte Ansätze (1985 und 1988) 37
1. Das Gruppenbildungsmodell von 1985 37
2. Das Gruppenbildungsmodell von 1988 38
3. Kritische Betrachtung der Gruppenbildungsmodelle der GEBERA 39
C. Der Betriebsvergleich der Krankenkassen (1986-88) 40
1. Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser 40
2. Auswertung der Daten 41
3. Kritische Betrachtung des neuen Betriebsvergleichs der Krankenkassen 42
V. Aktuelle Situation 43
A. Einseitige Krankenhausvergleiche der Krankenkassen und der Krankenhäuser 44
1. Ein Vorläufer für weitere Ansätze der Krankenkassen: Die Case-Mix-Analyse von Kehr 44
a) Bildung von individuellen Vergleichsgruppen für jedes Krankenhaus 45
b) Einteilung der Krankenhäuser in leistungsgleiche Gruppen 46
c) Messung von Produktivitätsunterschieden und Ermittlung der relativen Wirtschaftlichkeit 47
d) Kritische Betrachtung der Case-Mix-Analyse von Kehr 47
2. Ein Ansatz der Krankenkassen: Die Fallmix-Analyse des WIdO 48
a) Bildung von Gruppen ähnlicher Fachabteilungen 49
b) Vergleichsmöglichkeiten innerhalb einer Gruppe 50
c) Anwendung des Verfahrens 50
d) Kritische Betrachtung der Fallmix-Analyse des WIdO 51
3. Ein Ansatz der Krankenhäuser: Der f&w-Krankenhaus-Kompaß 52
a) Erhebung und Anonymisierung der Daten 53
b) Zuordnung zu einer Vergleichsgruppe und Aggregation der Daten 53
c) Auswertung und Bereitstellung der Daten 54
d) Kritische Betrachtung des f&w-Krankenhaus-Kompaß 54
B. Vereinbarung nach § 5 BPflV zum Krankenhausvergleich zwischen der GKV und der DKG 55
1. Maßstäbe und Grundsätze für den Vergleich 56
2. Organisatorische Einrichtung, Durchführung und Finanzierung des Vergleichs 58
3. Kritische Betrachtung der Vereinbarung nach § 5 BPflV zum Kranken-hausvergleich zwischen der GKV und der DKG 59
C. Ansätze zur Analyse und Verbesserung der eigenen Wirtschaftlichkeit 60
1. Ein möglicher Ansatz für ein Krankenhaus-Benchmarking 60
a) Maßgrößen für die Qualität und die Wirtschaftlichkeit 61
(1) Maßgrößen für die Qualität 61
(2) Maßgrößen für die Wirtschaftlichkeit 61
b) Vergleichbarkeit durch Wichtungsfaktoren 62
c) Kritische Betrachtung des Ansatzes eines Krankenhaus-Benchmarkings 63
2. Die Data Envelopment Analysis (DEA) 63
a) Ziele einer Data Envelopment Analysis und Voraussetzungen für deren Realisierung 64
b) Vergleich der Effizienzwerte mehrerer Krankenhäuser 64
c) Auswahl möglicher Input- und Outputgrößen 65
d) Verwendung der Ergebnisse 65
e) Kritische Betrachtung der Data Envelopment Analysis 66
VI. Zusammenfassung und Ausblick 67
LITERATURVERZEICHNIS 72
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

In dem 1988 veröffentlichten Forschungsbericht "Entwicklung von Maßstäben und Grundsätzen für die Vergleichbarkeit von Krankenhäusern" versuchte die GEBERA, die Struktur- und Leistungsseite von Krankenhäusern über exogene und krankenhausbezogene Strukturmerkmale sowie Merkmale des Leistungsangebots (im Sach- und im Personalbereich) und Merkmale der Leistungsinanspruchnahme (Belegungsdaten, Patientenstruktur, Leistungsspektrum der medizinischen Institutionen, Versorgungsleistungen) zu beschreiben.130 Die Strukturmerkmale dienten dabei lediglich einer Grobgliederung der Krankenhäuser, während die Leistungsmerkmale zur Einteilung (der Krankenhäuser) in struktur- und leistungsgleiche Gruppen herangezogen wurden. Von diesen identifizierte die GEBERA als Hauptkosteneinflußgrößen die Fachabteilungsstruktur (Art und Größe der Fachabteilungen), die Patientenstruktur, die Fallzahl (Anzahl der Patienten) und die Verweildauer (stationäre Behandlungsdauer).131 Die Gruppenbildung erfolgte konkret mit Hilfe einer Clusteranalyse132, wobei schon im Vorfeld mehrere Fachabteilungen zu (insgesamt 14) Fachabteilungsgruppen zusam- [...]

In ihrem 1985 entwickelten "Ansatz zum überregionalen Vergleich der sparsamen Wirtschaftsführung und Leistungsfähigkeit von Krankenhäusern" berücksichtigte die GEBERA bei der Gruppenbildung neben der Zahl der Fachabteilungen auch die Fachabteilungsstruktur (Art und relative Größe der Fachabteilungen) sowie die Gesamtgröße der Krankenhäuser, um struktur- und leistungsgleiche Gruppen zu erhalten.123 Der vermutete Zusammenhang zwischen der Fachabteilungsstruktur sowie der Gesamtgröße eines Krankenhauses einerseits und dessen Selbstkosten andererseits wurde mit Hilfe einer Regressionsanalyse124 bestätigt. Als unabhängige Erklärungsvariablen wählte die GEBERA die Zahl der Betten und damit die Größe der verschiedenen Fachabteilungen sowie die Gesamtbettenzahl des Krankenhauses. Als Zielvariable wurde der Pflegesatz von 1982 genommen.125 Durch die Regression konnten fachabteilungsspezifische Pflegesätze ermittelt werden, also die Kosten, "die ... 1982 durchschnittlich auf eine bestimmte Fachabteilung je Pflegetag entfallen sind".126 Diese wurden durch den durchschnittlichen Pflegesatz aller (einbezogener) Krankenhäuser dividiert. Daraus ergaben sich fachabteilungsspezifische "Kostenträchtigkeitsindikatoren", durch die die Kosten unterschiedlicher Fachabteilungen zueinander in Relation gesetzt wurden.127 Aus der Multiplikation dieser Indikatoren mit den jeweiligen Bettenanteilen der einzelnen Fachabteilungen wurden (unter Berücksichtigung der Gesamtbettenzahl) krankenhausspezifische Leistungsziffern ermittelt, [...]

Die Aussagefähigkeit von zwischenbetrieblichen Vergleichen hängt entscheidend davon ab, ob eine Einteilung der Betriebe in struktur- und leistungsgleiche Gruppen gelingt und es somit zur "Bildung homogener Gruppen bei gleichzeitiger Heterogenität zwischen den Gruppen" kommt.117 Die Vergleichbarkeit der Daten muß also gewährleistet sein. Darüber hinaus müssen geeignete und meßbare Indikatoren118 für die nicht quantifizierbaren Größen gewählt werden (Validität). Auch müssen die angewandten Erhebungsverfahren eindeutig sein und dürfen nicht variiert werden (Gleichartige Erfassung und Messung des Basismaterials). Schließlich müssen sämtliche Daten auch verfügbar sein, aktuell vorliegen und wirtschaftlich erhoben werden können. (Praktische Durchführbarkeit).119 Die Krankenhaus-Betriebsvergleiche der GKV und der DKG120 ermöglichten zumindest formal eine gleichartige Erfassung und Messung des Basismaterials durch Verwendung der Selbstkostenblätter. Auch war die praktische Durchführbarkeit gesichert, wenn auch mit Einschränkungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. In beiden Ansätzen wurden die Krankenhäuser fast ausschließlich nach der Zahl der Fachabteilungen in Gruppen eingeteilt. Dadurch blieben wesentliche Größen – wie die Kosten- und Leistungsstruktur oder die spezifische Ausrichtung der Fachabteilungen – unberücksichtigt, so daß weder Validität noch Vergleichbarkeit gegeben war. Beide Ansätze wurden also dem Anspruch, struktur- und leistungsgleiche Gruppen zu bilden, nicht gerecht. Damit war deren Aussagefähigkeit aber bereits von vornherein fraglich.121 [...]

Arbeit zitieren:
Schelzel, Andreas November 1999: Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Betriebsvergleich, Budgetverhandlungen, Pflegesatzverhandlungen, Krankenhausfinanzierung, Sozialgesetzgebung, Wirtschaftlichkeit

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