Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Schelzel
- Abgabedatum: November 1999
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 676,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Hohenheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2461-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2461-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2461-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schelzel, Andreas November 1999: Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Betriebsvergleich, Budgetverhandlungen, Pflegesatzverhandlungen, Krankenhausfinanzierung, Sozialgesetzgebung, Wirtschaftlichkeit
In den Warenkorb
38,00 €
Diplomarbeit von Andreas Schelzel
Einleitung:
Seit Anfang der 70er Jahre werden in den Budget- und Pflegesatzverhandlungen der Krankenhäuser mit den Krankenkassen zur Entscheidungsunterstützung Krankenhaus-Betriebsvergleiche herangezogen. Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden die verschiedenen Ansätze, die dazu in den letzten Jahren gemacht wurden und solche, die aktuell in der Diskussion stehen, kurz vorgestellt und kritisch beleuchtet. Darüber hinaus werden aber auch jene Ansätze besprochen, die lediglich der Analyse und Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser dienen, ohne in den Budget- und Pflegesatzverhandlungen angewandt zu werden. Ein Kapitel ist außerdem den Änderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen gewidmet, wo - angefangen vom Krankenhausfinanzierungsgesetz 1972 bis hin zu den ersten Entwürfen der Gesundheitsreform 2000 - die jeweils relevanten Neuerungen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| I. | Einleitung | 1 |
| II. | Grundlagen | 1 |
| A. | Wirtschaftlichkeit | 2 |
| 1. | Wirtschaftlichkeit im allgemeinen | 2 |
| 2. | Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus | 3 |
| B. | Betriebsvergleich | 4 |
| 1. | Formen von Betriebsvergleichen | 4 |
| 2. | Krankenhaus-Betriebsvergleiche | 5 |
| C. | Benchmarking | 6 |
| 1. | Formen von Benchmarking | 6 |
| 2. | Krankenhaus-Benchmarking | 6 |
| D. | Krankenhaustypen | 8 |
| III. | Wachsende Anforderungen an Krankenhäuser durch sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen | 9 |
| A. | Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) 1972 und Bundespflegesatzverordnung (BPflV) 1973 | 9 |
| 1. | Einführung der Dualen Finanzierung und der Mischfinanzierung | 10 |
| 2. | Einführung des Selbstkostendeckungsprinzips sowie eines Gewinn- und Verlustausgleichs | 10 |
| 3. | Vergütung der Krankenhausleistungen über einen tagesgleichen, vollpauschalierten Pflegesatz | 11 |
| 4. | Ermittlung der Pflegesätze durch Festsetzungsverfahren | 11 |
| B. | Krankenhaus-Neuordnungsgesetz (KHNG) 1985 und Bundespflegesatzverordnung (BPflV) 1986 | 11 |
| 1. | Auflockerung der Dualen Finanzierung und Aufhebung der Mischfinanzierung | 12 |
| 2. | Modifizierung des Selbstkostendeckungsprinzips | 12 |
| 3. | Vergütung der Krankenhausleistungen über ein Flexibles Budget und Abschaffung des Gewinn- und Verlustausgleichs | 13 |
| 4. | Ermittlung der Pflegesätze durch Vereinbarungsprinzip | 14 |
| C. | Gesundheits-Reformgesetz (GRG) 1989 | 15 |
| 1. | Wirtschaftlichkeitsgebot und Grundsatz der Beitragssatzstabilität | 15 |
| 2. | Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen | 16 |
| 3. | Abschluß und Kündigung von Versorgungsverträgen | 16 |
| 4. | Verzeichnis der Leistungen und Entgelte | 16 |
| 5. | Wirtschaftlichkeitsprüfung und Maßnahmen zur Qualitätssicherung | 16 |
| D. | Gesundheits-Strukturgesetz (GSG) 1993 | 17 |
| 1. | Beginn einer schrittweisen Abschaffung der Dualen Finanzierung | 17 |
| 2. | Aufhebung des Selbstkostendeckungsprinzips und Vorbereitungen zur Umstellung auf ein differenziertes Entgeltsystem | 18 |
| 3. | Sofortbremsung durch Budgetdeckelung während einer Übergangsphase und Vergütung der Krankenhausleistungen über ein Festes Budget | 18 |
| 4. | Budget- und Pflegesatzverhandlungen zwischen den Vertragsparteien | 19 |
| 5. | Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung | 20 |
| 6. | Ermittlung des Personalbedarfs für den Pflegedienst mit der Pflege-Personalregelung (PPR) | 21 |
| E. | Verordnung zur Neuordnung des Pflegesatzrechts (BPflV 1995) | 22 |
| 1. | Einführung eines differenzierten Entgeltsystems mit leistungsorientierten Vergütungsformen | 22 |
| a) | Pauschalierte, landesweit vereinbarte Entgelte | 23 |
| b) | Flexibles, krankenhausindividuell vereinbartes Restbudget | 24 |
| 2. | Trennung zwischen den pauschalierten Entgelten und dem krankenhaus-individuellen Restbudget | 24 |
| 3. | Vereinbarung der tagesgleichen Pflegesätze des krankenhausindividuellen Restbudgets | 25 |
| F. | Zweites GKV-Neuordnungsgesetz (2. GKV-NOG) 1997 und Fünfte Änderungsverordnung zur Bundespflegesatzverordnung (5. ÄndV BPflV) 1998 | 27 |
| 1. | Stärkung der Selbstverwaltung | 27 |
| 2. | Modifizierung der Flexiblen Budgetierung ab 1997 | 28 |
| 3. | Verlängerung der Übergangsphase bis zur Trennung zwischen den Entgelten und dem Budget | 28 |
| G. | Ausblick auf die Gesundheitsreform 2000 | 28 |
| IV. | Erste Ansätze von Krankenhaus-Betriebsvergleichen | 30 |
| A. | Auswertungen der Selbstkostenblätter durch die GKV (1973/74) und die DKG (1978/79) | 31 |
| 1. | Auswertung der Selbstkostenblätter durch die GKV (1973/74) | 31 |
| a) | Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser | 31 |
| b) | Auswertung der Daten | 32 |
| c) | Erweiterung durch die Statistik "Krankheitsartenprofilblatt/Krankenhausverweildauer" (1978) | 33 |
| 2. | Auswertung der Selbstkostenblätter durch die DKG (1978/79) | 33 |
| a) | Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser | 34 |
| b) | Auswertung der Daten | 35 |
| 3. | Kritische Betrachtung der beiden Ansätze (GKV und DKG) | 36 |
| B. | Von der GEBERA entwickelte Ansätze (1985 und 1988) | 37 |
| 1. | Das Gruppenbildungsmodell von 1985 | 37 |
| 2. | Das Gruppenbildungsmodell von 1988 | 38 |
| 3. | Kritische Betrachtung der Gruppenbildungsmodelle der GEBERA | 39 |
| C. | Der Betriebsvergleich der Krankenkassen (1986-88) | 40 |
| 1. | Bildung von Gruppen vergleichbarer Krankenhäuser | 40 |
| 2. | Auswertung der Daten | 41 |
| 3. | Kritische Betrachtung des neuen Betriebsvergleichs der Krankenkassen | 42 |
| V. | Aktuelle Situation | 43 |
| A. | Einseitige Krankenhausvergleiche der Krankenkassen und der Krankenhäuser | 44 |
| 1. | Ein Vorläufer für weitere Ansätze der Krankenkassen: Die Case-Mix-Analyse von Kehr | 44 |
| a) | Bildung von individuellen Vergleichsgruppen für jedes Krankenhaus | 45 |
| b) | Einteilung der Krankenhäuser in leistungsgleiche Gruppen | 46 |
| c) | Messung von Produktivitätsunterschieden und Ermittlung der relativen Wirtschaftlichkeit | 47 |
| d) | Kritische Betrachtung der Case-Mix-Analyse von Kehr | 47 |
| 2. | Ein Ansatz der Krankenkassen: Die Fallmix-Analyse des WIdO | 48 |
| a) | Bildung von Gruppen ähnlicher Fachabteilungen | 49 |
| b) | Vergleichsmöglichkeiten innerhalb einer Gruppe | 50 |
| c) | Anwendung des Verfahrens | 50 |
| d) | Kritische Betrachtung der Fallmix-Analyse des WIdO | 51 |
| 3. | Ein Ansatz der Krankenhäuser: Der f&w-Krankenhaus-Kompaß | 52 |
| a) | Erhebung und Anonymisierung der Daten | 53 |
| b) | Zuordnung zu einer Vergleichsgruppe und Aggregation der Daten | 53 |
| c) | Auswertung und Bereitstellung der Daten | 54 |
| d) | Kritische Betrachtung des f&w-Krankenhaus-Kompaß | 54 |
| B. | Vereinbarung nach § 5 BPflV zum Krankenhausvergleich zwischen der GKV und der DKG | 55 |
| 1. | Maßstäbe und Grundsätze für den Vergleich | 56 |
| 2. | Organisatorische Einrichtung, Durchführung und Finanzierung des Vergleichs | 58 |
| 3. | Kritische Betrachtung der Vereinbarung nach § 5 BPflV zum Kranken-hausvergleich zwischen der GKV und der DKG | 59 |
| C. | Ansätze zur Analyse und Verbesserung der eigenen Wirtschaftlichkeit | 60 |
| 1. | Ein möglicher Ansatz für ein Krankenhaus-Benchmarking | 60 |
| a) | Maßgrößen für die Qualität und die Wirtschaftlichkeit | 61 |
| (1) | Maßgrößen für die Qualität | 61 |
| (2) | Maßgrößen für die Wirtschaftlichkeit | 61 |
| b) | Vergleichbarkeit durch Wichtungsfaktoren | 62 |
| c) | Kritische Betrachtung des Ansatzes eines Krankenhaus-Benchmarkings | 63 |
| 2. | Die Data Envelopment Analysis (DEA) | 63 |
| a) | Ziele einer Data Envelopment Analysis und Voraussetzungen für deren Realisierung | 64 |
| b) | Vergleich der Effizienzwerte mehrerer Krankenhäuser | 64 |
| c) | Auswahl möglicher Input- und Outputgrößen | 65 |
| d) | Verwendung der Ergebnisse | 65 |
| e) | Kritische Betrachtung der Data Envelopment Analysis | 66 |
| VI. | Zusammenfassung und Ausblick | 67 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 72 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 79 |
In dem 1988 veröffentlichten Forschungsbericht "Entwicklung von Maßstäben und Grundsätzen für die Vergleichbarkeit von Krankenhäusern" versuchte die GEBERA, die Struktur- und Leistungsseite von Krankenhäusern über exogene und krankenhausbezogene Strukturmerkmale sowie Merkmale des Leistungsangebots (im Sach- und im Personalbereich) und Merkmale der Leistungsinanspruchnahme (Belegungsdaten, Patientenstruktur, Leistungsspektrum der medizinischen Institutionen, Versorgungsleistungen) zu beschreiben.130 Die Strukturmerkmale dienten dabei lediglich einer Grobgliederung der Krankenhäuser, während die Leistungsmerkmale zur Einteilung (der Krankenhäuser) in struktur- und leistungsgleiche Gruppen herangezogen wurden. Von diesen identifizierte die GEBERA als Hauptkosteneinflußgrößen die Fachabteilungsstruktur (Art und Größe der Fachabteilungen), die Patientenstruktur, die Fallzahl (Anzahl der Patienten) und die Verweildauer (stationäre Behandlungsdauer).131 Die Gruppenbildung erfolgte konkret mit Hilfe einer Clusteranalyse132, wobei schon im Vorfeld mehrere Fachabteilungen zu (insgesamt 14) Fachabteilungsgruppen zusam- [...]
In ihrem 1985 entwickelten "Ansatz zum überregionalen Vergleich der sparsamen Wirtschaftsführung und Leistungsfähigkeit von Krankenhäusern" berücksichtigte die GEBERA bei der Gruppenbildung neben der Zahl der Fachabteilungen auch die Fachabteilungsstruktur (Art und relative Größe der Fachabteilungen) sowie die Gesamtgröße der Krankenhäuser, um struktur- und leistungsgleiche Gruppen zu erhalten.123 Der vermutete Zusammenhang zwischen der Fachabteilungsstruktur sowie der Gesamtgröße eines Krankenhauses einerseits und dessen Selbstkosten andererseits wurde mit Hilfe einer Regressionsanalyse124 bestätigt. Als unabhängige Erklärungsvariablen wählte die GEBERA die Zahl der Betten und damit die Größe der verschiedenen Fachabteilungen sowie die Gesamtbettenzahl des Krankenhauses. Als Zielvariable wurde der Pflegesatz von 1982 genommen.125 Durch die Regression konnten fachabteilungsspezifische Pflegesätze ermittelt werden, also die Kosten, "die ... 1982 durchschnittlich auf eine bestimmte Fachabteilung je Pflegetag entfallen sind".126 Diese wurden durch den durchschnittlichen Pflegesatz aller (einbezogener) Krankenhäuser dividiert. Daraus ergaben sich fachabteilungsspezifische "Kostenträchtigkeitsindikatoren", durch die die Kosten unterschiedlicher Fachabteilungen zueinander in Relation gesetzt wurden.127 Aus der Multiplikation dieser Indikatoren mit den jeweiligen Bettenanteilen der einzelnen Fachabteilungen wurden (unter Berücksichtigung der Gesamtbettenzahl) krankenhausspezifische Leistungsziffern ermittelt, [...]
Die Aussagefähigkeit von zwischenbetrieblichen Vergleichen hängt entscheidend davon ab, ob eine Einteilung der Betriebe in struktur- und leistungsgleiche Gruppen gelingt und es somit zur "Bildung homogener Gruppen bei gleichzeitiger Heterogenität zwischen den Gruppen" kommt.117 Die Vergleichbarkeit der Daten muß also gewährleistet sein. Darüber hinaus müssen geeignete und meßbare Indikatoren118 für die nicht quantifizierbaren Größen gewählt werden (Validität). Auch müssen die angewandten Erhebungsverfahren eindeutig sein und dürfen nicht variiert werden (Gleichartige Erfassung und Messung des Basismaterials). Schließlich müssen sämtliche Daten auch verfügbar sein, aktuell vorliegen und wirtschaftlich erhoben werden können. (Praktische Durchführbarkeit).119 Die Krankenhaus-Betriebsvergleiche der GKV und der DKG120 ermöglichten zumindest formal eine gleichartige Erfassung und Messung des Basismaterials durch Verwendung der Selbstkostenblätter. Auch war die praktische Durchführbarkeit gesichert, wenn auch mit Einschränkungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. In beiden Ansätzen wurden die Krankenhäuser fast ausschließlich nach der Zahl der Fachabteilungen in Gruppen eingeteilt. Dadurch blieben wesentliche Größen – wie die Kosten- und Leistungsstruktur oder die spezifische Ausrichtung der Fachabteilungen – unberücksichtigt, so daß weder Validität noch Vergleichbarkeit gegeben war. Beide Ansätze wurden also dem Anspruch, struktur- und leistungsgleiche Gruppen zu bilden, nicht gerecht. Damit war deren Aussagefähigkeit aber bereits von vornherein fraglich.121 [...]
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832424619
Arbeit zitieren:
Schelzel, Andreas November 1999: Möglichkeiten und Grenzen von Krankenhaus-Betriebsvergleichen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Betriebsvergleich, Budgetverhandlungen, Pflegesatzverhandlungen, Krankenhausfinanzierung, Sozialgesetzgebung, Wirtschaftlichkeit



