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Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung 'weicher' Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung in mittelgroßen Kommunen

Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung 'weicher' Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung  in mittelgroßen Kommunen
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Daniel Bittermann
  • Abgabedatum: Februar 2006
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 867,1 KB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 43
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9929-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9929-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9929-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bittermann, Daniel Februar 2006: Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung 'weicher' Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung in mittelgroßen Kommunen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, Kommunalverwaltung, Kommune, Marketing

MA-Thesis / Master von Daniel Bittermann

Einleitung:

„Das kommunale Umfeld ist in heftige Bewegung geraten. Seit den neunziger Jahren ist den Kommunen bewusst, dass sie regional, national und international im Standortwettbewerb stehen. Sie konkurrieren um Unternehmen und Einwohner und damit um Einnahmen. Seitdem wächst die politische Aufmerksamkeit für diejenigen Standortfaktoren, die für die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit einer Kommune ausschlaggebend sind: Arbeit, Schule, Bildung, Umwelt, Sicherheit, sozialer Zusammenhalt.“ Mit diesen Feststellungen äußerte sich Professor Banner, ehemaliger Vorstand der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt), zu den grundlegenden Veränderungen des kommunalen Umfeldes. Tatsächlich lässt sich erkennen, dass sich derzeit in der Bundesrepublik Deutschland – aber auch international – ein Strukturwandel vollzieht; weg von bisherigen überwiegend industriell geprägten Strukturen und hin zu einer neuen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft.

Parallel dazu lässt sich beobachten, dass sich die wirtschaftliche Ausgangslage deutscher Kommunen in den letzten Jahren erheblich verschlechtert hat. Die zu großen Teilen durch den Ansiedlungsrückgang industrieller Unternehmen bedingte anhaltend hohe Arbeitslosigkeit hat dazu beigetragen, dass die kommunalen Chancen örtliche Strukturprobleme über konventionelle Strategien zur Ansiedlung neuer Unternehmen zu lösen, beträchtlich gesunken sind. Dieser Umstand, in Verbindung mit der finanziellen Situation der Städte und Gemeinden, zwingt die Kommunen dazu, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, bestehende Defizite zu überwinden.

Es stellt sich somit die Frage, welche Determinanten kommunaler Einflussmöglichkeiten sich auf eine Akquisition neuer Unternehmen attrahierend auswirken können und dabei gleichzeitig eine Abwanderung bereits ortsansässiger Unternehmen zu verhindern ermöglichen.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit ist in insgesamt sechs inhaltliche Kapitel unterteilt. Nach einer Einführung in die Thematik in Kapitel 1 befasst sich das theoretische Kapitel 2 mit der Auswertung einschlägiger Literatur zur institutionalisierten kommunalen Wirtschaftsförderung. Dabei sind die einzelnen Elemente kommunaler Wirtschaftsförderung ebenso wie die damit in engem Zusammenhang stehenden Standortfaktoren des theoretischen Kapitels 3 für ein Verständnis der Wirkungszusammenhänge zum empirischen Kapitel 4 Konzeption und Auswertung der empirischen Erhebung notwendig.

Im empirischen Kapitel 5 werden die Ergebnisse der Untersuchung präsentiert. Kapitel 6 beinhaltet eine Schlussbetrachtung der Arbeit sowie Handlungsempfehlungen. Nachstehend sollen die Inhalte der einzelnen Kapitel vorgestellt werden.

Nach einer auf das Thema des zweiten Kapitels hinführenden Einleitung in Abschnitt 2.1 wird in Abschnitt 2.2 eine Definition des Begriffes „Kommunale Wirtschaftsförderung“ vorgenommen. Dieser folgt in Abschnitt 2.3 die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen der kommunalen Wirtschaftsförderung. Neben einer Grobskizzierung wichtiger Ziele kommunaler Wirtschaftsförderung in Abschnitt 2.4 werden deren grundlegende Aufgabenschwerpunkte und Strategiebereiche in Abschnitt 2.5 benannt. Abschnitt 2.6 widmet sich den Instrumenten kommunaler Wirtschaftsförderertätigkeit. In Abschnitt 2.7 werden die Organisationsformen institutioneller kommunaler Wirtschaftsförderungen vorgestellt. Das zweite Kapitel schließt mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung dieses ersten theoretischen Teils in Abschnitt 2.8.

Das auf dem zweiten Kapitel aufbauende dritte Kapitel beschäftigt sich mit der theoretischen Darstellung von Standortfaktoren. Nach einer allgemeinen Einleitung in Abschnitt 3.1 erfolgt in Abschnitt 3.2 eine Begriffsbestimmung „harter“ und „weicher“ Standortfaktoren. Abschnitt 3.3 gibt einen Überblick über die historische Entwicklung von Standortfaktoren wie auch über die aktuellen Sichtweisen dazu. Abschnitt 3.4 widmet sich konkreten „harten“ und Abschnitt 3.5 konkreten „weichen“ Faktoren. In Abschnitt 3.6 wird schließlich eine kurze inhaltliche Zusammenfassung dieses zweiten theoretischen Teils vorgenommen.

Kapitel 4 ist in insgesamt fünf Abschnitte untergliedert. Die ersten drei Abschnitte befassen sich mit der Konzeption der empirischen Erhebung, während sich die beiden letzten Abschnitte mit der Vorgehensweise zur Auswertung der Daten beschäftigen. Nach einigen methodischen Vorüberlegungen zu den empirischen Kapiteln, in Abschnitt 4.1, widmet sich Abschnitt 4.2 der Konzeption der Untersuchung. Besonderes Interesse gilt dabei den von Grabow/ Henckel/ Hollbach-Grömig ausgesprochenen Handlungsempfehlungen zur Verbesserung harter und insbesondere weicher Standortfaktoren durch investive Maßnahmen, organisatorische Instrumente und Vermarktung/Marketing, anhand derer die Handlungsrelevanz „weicher“ Standortfaktoren überprüft wird. Die entsprechende Entwicklung und Gestaltung des Fragebogens wird in Abschnitt 4.3 dargestellt. Abschnitt 4.4 befasst sich mit statistischen Grundüberlegungen zur Auswertung der Erhebungsbögen. In Abschnitt 4.5 wird ein Modell zur Bestimmung der Handlungsrelevanz implementiert.

In Kapitel 5 werden die Ergebnisse dieser Untersuchung dargestellt. Hierzu werden in Abschnitt 5.1 gewonnene Erkenntnisse zu den Organisationsformen der untersuchten Kommunen wiedergegeben. Dem folgen in Abschnitt 5.2. allgemeine Einschätzungen der kommunalen Wirtschaftsförderer zu harten und weichen Faktoren. In den Abschnitten 5.3 – 5.5 werden weiche Standortfaktoren im Kontext investiver Maßnahmen, organisatorischer Instrumente und Vermarktung/Marketing untersucht. Abschnitt 5.6 widmet sich den identifizierten Grenzen kommunaler Wirtschaftsförderung. Darüber hinaus sollen in Kapitel 6 aus den empirischen Ergebnissen fundierte Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit untersucht der Autor Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung „weicher“ Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung in mittelgroßen Kommunen. In diesem Zusammenhang erfolgt zunächst eine theoretische Betrachtung der institutionalisierten kommunalen Wirtschaftsförderung, ihrer rechtlichen Rahmenbedingungen, ihrer Ziele, Aufgaben, Instrumente und unterschiedlichen Organisationsformen. Dem schließt sich eine theoretische Darstellung „harter“ und „weicher“ Standortfaktoren, ihrer Unterschiede, der historischen Entwicklung und aktueller Sichtweisen dazu, an. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine empirische Erhebung bei 126 mittelgroßen Kommunen zwischen 40.000 – 60.000 Einwohnern aus dem gesamten Bundesgebiet. Anhand der Gegenüberstellung der eigenen Untersuchungsergebnisse mit den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen früherer und aktueller Forschungsarbeiten stellt der Autor die derzeit wahrgenommenen Gestaltungsoptionen und Grenzen weicher Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung in mittelgroßen Kommunen dar und arbeitet bestehende Optimierungsmöglichkeiten heraus.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis v
Tabellenverzeichnis vi
Abkürzungsverzeichnis vii
1. Einführung in die Thematik 1
1.1 Fragestellung und Zielsetzung 1
1.2 Struktur und Aufbau der Arbeit 3
2. Die kommunale Wirtschaftsförderung 6
2.1 Einleitung 6
2.2 Begriffsbestimmung 6
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen 8
2.3.1 Legitimation und Handlungsspielraum kommunaler Wirtschaftsförderung 8
2.3.2 Einschränkungen kommunaler Wirtschaftsförderung 10
2.4 Ziele kommunaler Wirtschaftsförderung 11
2.5 Aufgabenschwerpunkte und Strategiebereiche kommunaler Wirtschaftsförderung 12
2.5.1 Ansiedlung neuer Betriebe 13
2.5.2 Bestandspflege ansässiger Unternehmen 13
2.6 Instrumente kommunaler Wirtschaftsförderung 14
2.6.1 Direkte Instrumente kommunaler Wirtschaftsförderung 15
2.6.1.1 Gewerbeflächen- und Liegenschaftspolitik 15
2.6.1.2 Finanzpolitik 16
2.6.1.3 Informations- und Beratungsleistungen 17
2.6.1.4 Kommunikations-Mix 17
2.6.1.5 Förderung spezieller Gewerbegebiete 18
2.6.2 Indirekte Instrumente kommunaler Wirtschaftsförderung 18
2.6.2.1 Allgemeine Infrastrukturpolitik 18
2.6.2.2 Optimierung kommunaler Verwaltungsleistungen undE-Government 19
2.6.2.3 Kommunale Arbeitsmarktstrategien 20
2.7 Organisationsformen kommunaler Wirtschaftsförderung 21
2.7.1 Öffentlich-rechtliche Organisationsformen 21
2.7.2 Privatrechtliche Organisationsformen 23
2.7.3 Mischformen 24
2.7.4 Kooperation mehrerer Kommunen / Regionale Wirtschaftsförderung 25
2.8 Zusammenfassung 26
3. Die Standortfaktoren 28
3.1 Einleitung 28
3.2 Die Standortfaktoren - eine Begriffsbestimmung 30
3.3 Historische Entwicklung und aktuelle Sichtweisen 31
3.3.1 Sichtweise I: Der traditionelle Ansatz 32
3.3.2 Sichtweise II: Die „Zünglein an der Waage“ - These 33
3.3.3 Sichtweise III: „Weiche“ Standortfaktoren in Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft 33
3.3.4 Sichtweise IV: „Weiche“ Faktoren im Konzept der Stadtbilder 34
3.3.5 Sichtweise V: „Weiche“ Standortfaktoren in der heutigen Ökonomie 35
3.4 „Harte“ Standortfaktoren 36
3.4.1 Lokales Arbeitsmarktangebot 37
3.4.2 Verkehrsanbindung 37
3.4.3 Kommunale Abgaben und Steuern 38
3.4.4 Grundstückspreise und Mieten 38
3.4.5 Flächenverfügbarkeit 38
3.5 „Weiche“ Standortfaktoren 39
3.5.1 „Weiche unternehmensbezogene“ Standortfaktoren 39
3.5.1.1 Wirtschaftsklima 40
3.5.1.2 Unternehmensfreundlichkeit der Kommunalverwaltung 40
3.5.1.3 Image und Erscheinungsbild des engeren Unternehmensstandortes 40
3.5.1.4 Image der Kommune und der Region 41
3.5.1.5 Karrieremöglichkeiten in Unternehmen in der Kommune und der Region 41
3.5.2 „Weiche personenbezogene“ Standortfaktoren 42
3.5.2.1 Wohnen und Wohnumfeld 42
3.5.2.2 Umweltqualität 42
3.5.2.3 Schulen und Ausbildungseinrichtungen 43
3.5.2.4 Kulturangebote und -einrichtungen 43
3.5.2.5 Sport-, Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten 43
3.5.2.6 Attraktivität der weiteren Region 44
3.6 Zusammenfassung 44
4. Konzeption und Auswertung der empirischen Erhebung 46
4.1 Methodische Vorüberlegungen 46
4.2 Konzeptionelle Überlegungen 48
4.3 Entwicklung und Gestaltung des Fragebogens 50
4.4 Statistische Grundüberlegungen 53
4.5 Das Divergenz-Modell 54
5. Ergebnisse der empirischen Erhebung 56
5.1 Organisationsformen befragter Kommunen 56
5.2 Einschätzungen „harter“ und „weicher“ Standortfaktoren 58
5.3 Investive Maßnahmen 60
5.3.1 Bedeutung „weicher“ Faktoren für verschiedene Strategiebereiche 60
5.3.2 Bedeutung „weicher“ Faktoren aus Sicht der untersuchten Kommunen 61
5.3.3 Möglichkeiten der Gestaltung „weicher“ Standortfaktoren 62
5.3.4 Handlungsrelevanz „weicher“ Standortfaktoren 63
5.3.5 Zwischenfazit 64
5.4 Organisatorische Instrumente 65
5.4.1 Verwaltungsinterne und -externe Strukturen 65
5.4.2 Erhebungsinstrumente zur Datenbeschaffung 66
5.4.3 Instrumente der Betreuung und Hilfestellung 67
5.4.4 Zwischenfazit 67
5.5 Vermarktung/Marketing 68
5.5.1 Öffentlichkeitsarbeit 68
5.5.2 Marketinginstrumente 68
5.5.3 Zwischenfazit 69
5.6 Grenzen der kommunalen Wirtschaftsförderung 69
6. Schlussbetrachtung und Handlungsempfehlungen 71
7. Anhang 74
Anhang A: Fragebogen mit Grundauszählung 74
Anhang B: Rückläufe der untersuchten Kommunen 81
Anhang C: Leitfragen der theoretischen Kapitel 2 und 3: 83
Anhang D: Elemente einzelner abgefragter „weicher“ Standortfaktoren 84
Anhang E: Exkurs: Meta-Faktoren 91
8. Literatur- und Quellenverzeichnis 92
9. Erklärung 97
Textprobe:

Aus Kapitel 2.3.2 - Einschränkungen kommunaler Wirtschaftsförderung:

Nach Seltsam (2001) unterliegt kommunale Wirtschaftsförderung, mit Blick auf das öffentliche Wohl sowie die marktwirtschaftliche Ordnung, kommunalrechtlich einer subsidiären Einschränkung gegenüber dem privatrechtlichen Sektor. Demnach ist ein unternehmerisches Handeln der Kommunen, unter Berücksichtigung öffentlicher Belange sowie der finanziellen Belastbarkeit der Kommunen nur dort statthaft, wo durch private Unternehmen entweder keine oder lediglich schlechte Leistungen erbracht werden. Dabei sind die Kommunen bei sämtlichen Handlungen insbesondere den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit unterworfen.

Weitere Einschränkungen erfährt kommunale Wirtschaftsförderung im für sie elementaren Bereich der Ausweisung von Industrie- und Gewerbeflächen durch bundes- und landesgesetzliche Einschränkung der kommunalen Planungshoheit. Diese erfolgt im Zusammenhang mit der kommunalen Flächennutzungsplanung sowie der Bauleitplanung, welche sich an landesplanerischen Bestimmungen und Vorgaben der Raumordnung orientieren muss. So gibt das Raumordnungsgesetz (ROG) den Bundesländern Leitlinien und Grundsätze vor, welche von den Ländern und nachgeordnet ebenfalls von den Kommunen zu beachten sind. Als übergeordnetes Ziel nennt das ROG dazu in § 1 Abs. 2 Nr. 6 ROG die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilräumen der Bundesrepublik Deutschland. Auch supranationale Regelungen in Form europarechtlicher Bestimmungen bewirken eine Einschränkung des Handlungsspielraumes kommunaler Wirtschaftsförderung. So ist es bspw. den Kommunen verboten, die regionale Wirtschaftsförderung der EU wie auch die EU-Beihilfenaufsicht zu unterminieren. Ebenso sind staatliche Beihilfen verboten, die „durch die Begünstigung bestimmter Unternehmen oder Produktionszweige den Wettbewerb verfälschen oder zu verfälschen drohen, [….] soweit sie den Handel zwischen Mitgliedsstaaten beeinträchtigen“.

Neben den genannten rechtlichen Rahmenbedingungen ist kommunale Wirtschaftsförderung mitunter auf Grund verfassungsrechtlich garantierter Selbstverwaltungsautonomie der Kommunen als eigenverantwortliche kommunale Aufgabe zu sehen. Dabei ist sie wesentlicher Bestandteil kommunaler Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik. Wie in Abschnitt 2.3.1. bereits festgestellt wurde, bestimmt das Wohl der Einwohner die Tätigkeit der Kommunen und lässt sich insofern auch als Hauptziel kommunaler Wirtschaftsförderung identifizieren. Als Oberziele kommunaler Wirtschaftsförderung leiten sich daraus die Sicherung der Lebensqualität und die Verbesserung der Lebensbedingungen sowie die Daseinsvorsorge innerhalb der jeweiligen Kommune ab.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für die Sichtweise IV sind persönliche und allgemeine gedankliche Vorstellungen der Unternehmer von Kommunen oder Regionen bedeutsam, die als sog. „Bilder“ mit diesen Kommunen / Regionen assoziiert werden. 116 Kernaussage dieser Sichtweise ist dabei die Annahme, dass Unternehmer bereits vor der konkreten Entscheidung einer Standortwahl bestimmte Vorstellungen und Bilder von dem potentiellen Unternehmensstandort haben. Es wird davon ausgegangen, dass Standort suchende Unternehmer insofern nur wenige Standorte einer genaueren Prüfung unterziehen. Dies wird damit begründet, dass sie vorab bereits eine Selektion verschiedener in Betracht kommender Standorte vorgenommen haben, welche sich u.a. am Image des Standortes oder den Bildern, die sie mit der Kommune [...]

Unternehmensstandorte stellt und welche Standortfaktoren für ihn von besonderer Bedeutung sind. Herausgestellt werden hier insbesondere Agglomerationsvorteile wie schnelleres Wachstum und inspirierende Innovationen. Diese können und sollen sich aus der Ballung von Unternehmen bestimmter Wirtschafts-, Wissenschafts- und Dienstleistungszweige an einem Standort – z.B. in Form der Ansiedlung innerhalb eines Technologie- und Gründerzentrums – ergeben. 114 Vorteile, die heutige erfolgreiche Unternehmen dabei vorweisen können, sind in ihren Bestrebungen zu erkennen, die eigenen Mitarbeiter ihre Fähigkeiten bestmöglich entfalten und eigeninitiativ, kreativ und selbstreguliert den Wandel steuern zu lassen. Positiv können sich dazu betriebsinterne Steuerungsinstrumente wie eine Gestaltung der Unternehmensführung und eine Förderung des Betriebsklimas genauso auswirken wie die Wahl des Unternehmensstandortes und die Zufriedenheit der Mitarbeiter damit.115 Entgegen o.g. traditioneller Standorttheorien siedeln sich bspw. [...]

Ausgehend von erster Sichtweise stehen bei der „Zünglein an der Waage“ - These ebenfalls die „harten“ Standortfaktoren im Zentrum der Betrachtung. Gleichwohl wird den „weichen“ Standortfaktoren mehr Bedeutung zugemessen. 111 Auf Grund zunehmender Verfügbarkeit und Ubiquität „harter“ Standortfaktoren an vielen unterschiedlichen Standorten treten diese Kriterien im Standortauswahlprozess stetiger in den Hintergrund und „weiche“ Faktoren werden bedeutsamer. Wie das DIFU in empirischen Untersuchungen ermittelte, ist die Standortauswahl von Unternehmen in der Regel durch die drei aufeinander folgenden Phasen Grobselektion, Detailanalyse und Schlussauswahl geprägt. Die „Zünglein an der Waage“ – These ist dabei insbesondere in der Phase der Schlussauswahl bedeutsam, wenn sich Standorte mit gleichwertigen „harten“ Standortfaktoren aus der Detailanalyse herausgebildet haben. „Weiche“ Faktoren können hierbei wie das Zünglein an einer Waage letztendlich ausschlaggebend sein für den einen oder anderen Standort.112 [...]

Arbeit zitieren:
Bittermann, Daniel Februar 2006: Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung 'weicher' Standortfaktoren durch die Wirtschaftsförderung in mittelgroßen Kommunen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, Kommunalverwaltung, Kommune, Marketing

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