Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes betrieblicher Altersvorsorge als Instrument der Mitarbeiterbindung im KMV
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carina Coy
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 540,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6025-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6025-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6025-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Coy, Carina Februar 2002: Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes betrieblicher Altersvorsorge als Instrument der Mitarbeiterbindung im KMV, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Pensionszusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Direktversicherung, Arbeitnehmerfluktuation
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Diplomarbeit von Carina Coy
Einleitung:
Unternehmen stehen heute mehr denn je vor der Herausforderung, gute und qualifizierte Mitarbeiter zu finden und diese im Unternehmen zu halten. Denn von dem Engagement und dem Wissen der Mitarbeiter hängt der Erfolg eines Unternehmens letztendlich ab.
Auch wenn derzeit die Arbeitslosenzahlen wieder steigen, herrscht auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer noch ein Mangel an qualifizierten Fachkräften. Vor allem Klein- und Mittelstandsunternehmen (KMU) sind auf ihre Fachkräfte, deren Fähigkeiten sowie langjährige Erfahrungen angewiesen und haben oftmals mit der Entwicklung zu mehr Flexibilität bei den Arbeitnehmern zu kämpfen. Zudem leiden speziell mittelständische Unternehmen einerseits unter Wachstumsdruck, Eigenkapitalknappheit, und andererseits unter dem Wettbewerb mit Großunternehmen geeignete Mitarbeiter zu akquirieren und langfristig zu binden. Die ungewollte Fluktuation kann bei KMU größere Auswirkungen als bei Großunternehmen haben.
Daher ist es besonders an diesen Unternehmen, ein erfolgreiches und umfassendes System zu schaffen um Unternehmenswachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation zu vereinbaren.
Diese nicht einfache Aufgabe lässt sich neben mitarbeiterorientierten Unternehmensbeteiligungsmodellen mit Gehaltsumwandlungs- und Altersvorsorgemodellen lösen.
Großunternehmen wie Siemens setzen schon seit geraumer Zeit gezielt maßgeschneiderte Betriebsrentenmodelle auf freiwilliger Basis ein, um Mitarbeiter zu motivieren und damit an den eigenen Betrieb zu binden.
Demgegenüber stehen die unzähligen Diskussionen über die Zukunft der staatlich Altersvorsorge in Deutschland. Fast täglich ist in den Medien präsent, welche Probleme das heutige Rentensystem hat und in der Zukunft haben wird. Da die gesetzliche Rente zur Versorgung im Ruhestand nicht mehr ausreichen wird, werden die Möglichkeiten des Einsatzes von privater und betrieblicher Altersvorsorge forciert.
Folglich entwickelt sich die betriebliche Altersvorsorge mehr und mehr zu einem wichtigen personalpolitischen Instrument für den Arbeitgeber. Für den begünstigten Arbeitnehmer stellt sie einen unverzichtbaren Bestandteil der sozialen Absicherung dar. Überdies bietet sie eine attraktive Alternative zur privaten Altersvorsorge.
Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, ist es erforderlich, sich auf wichtige Teilbereiche zu beschränken. In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, ob durch die betriebliche Altersvorsorge (bAV), in der Literatur auch betriebliche Altersversorgung genannt, Arbeitnehmer an Betriebe gebunden werden können und welche Grenzen dabei gesetzt sind. Hierbei soll besonders auf die Mitarbeiterbindung in klein- und mittelständischen Unternehmen eingegangen werden.
Gang der Untersuchung:
Zuerst soll ein Überblick über das derzeitige Rentensystem in Deutschland und deren Entwicklung gegeben werden.
Das zweiten Kapitel erklärt, was die bAV überhaupt ist und welchen Stellenwert sie im heutigen Rentensystem einnimmt. Es werden die verschiedenen Durchführungswege der bAV aufgezeigt und welche Möglichkeiten der Arbeitgeber hat, diese Durchführungswege für seinen Mitarbeiter im Unternehmen anzuwenden. Dabei wird auch auf die gesetzlichen Grundlagen und die steuerliche Behandlung eingegangen, da diese für den Mitarbeiter ein wichtiger Faktor ist, um den Vorteil der bAV z.B. gegenüber einer Gehaltserhöhung wahrzunehmen.
Dabei wird diese Ausführung in der vorliegenden Arbeit auf die Grundlagen beschränkt.
Im darauffolgenden, dritten Abschnitt der Arbeit werden die Einflussfaktoren auf die Arbeitnehmerfluktuation und die Anreiz-Beitragstheorie ausgearbeitet. Nachdem die bAV oftmals eine Zusatzleistung des Unternehmens ist, soll auch deren personalpolitische Bedeutung und Wertschätzung bei den Mitarbeitern hervorgehoben werden, bevor auf die Auswirkungen der Mitarbeiterbindung für ein Unternehmen eingegangen wird.
Schließlich folgen Umsetzungsmöglichkeiten, um die bAV für den Arbeitnehmer attraktiver zu gestalten, denn die Vorteile für diesen müssen sichtbar gemacht werden.
Ob es jedoch möglich sein wird, durch die bAV Mitarbeiter zu halten und welche Problematik dabei entstehen kann, wird abschließend erörtert. Wie sich die bAV letztendlich weiterentwickelt und welchen Stellenwert sie im Rentensystem erlangen wird, wird im Ausblick prognostiziert.
Begriffe, die einer Erklärung bedürfen sind im Text fett und kursiv gekennzeichnet und finden sich im beigefügten Glossar wieder.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | |
| II. | Abbildungsverzeichnis | |
| III. | Abkürzungsverzeichnis | |
| 1. | Überblick | 1 |
| 1.1 | Einleitung | 1 |
| 1.2 | Abgrenzung des Themas | 2 |
| 1.3 | Das Rentensystem in Deutschland | 4 |
| 2. | Betriebliche Altersvorsorge | 7 |
| 2.1 | Die Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge | 8 |
| 2.2 | Die neue betriebliche Altersvorsorge | 10 |
| 2.3 | Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge und deren Eignung | 11 |
| 2.3.1 | Pensionszusage | 13 |
| 2.3.1.1 | Definition | 13 |
| 2.3.1.2 | Vor- und Nachteile im Überblick | 14 |
| 2.3.1.3 | Eignung | 15 |
| 2.3.2 | Unterstützungskasse | 16 |
| 2.3.2.1 | Definition | 16 |
| 2.3.2.2 | Vor- und Nachteile im Überblick | 17 |
| 2.3.2.3 | Eignung | 19 |
| 2.3.3 | Pensionskasse | 19 |
| 2.3.3.1 | Definition | 19 |
| 2.3.3.2 | Vor- und Nachteile im Überblick | 20 |
| 2.3.3.3 | Eignung | 21 |
| 2.3.4 | Direktversicherung | 22 |
| 2.3.4.1 | Definition | 22 |
| 2.3.4.2 | Vor- und Nachteile im Überblick | 23 |
| 2.3.4.3 | Eignung | 24 |
| 2.3.5 | Pensionsfonds | 25 |
| 2.3.5.1 | Definition | 25 |
| 2.3.5.2 | Vor- und Nachteile im Überblick | 27 |
| 2.3.5.3 | Eignung | 28 |
| 2.4 | Aufbauformen der betrieblichen Altersvorsorge | 28 |
| 2.4.1 | Entgeltumwandlung und Gehaltsaufschub | 29 |
| 2.4.2 | Zusätzliche Arbeitgeberleistung | 30 |
| 2.4.3 | Kombination aus Firmenzuwendung und Entgeltumwandlung am Beispiel der MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH | 31 |
| 2.4.4 | Betriebliche Altersversorgung für Geschäftsführer | 32 |
| 2.5 | Gesetzliche Bestimmungen der betrieblichen Altersvorsorge | 33 |
| 2.5.1 | Steuerliche Aspekte der bAV beim Arbeitgeber | 34 |
| 2.5.2 | Steuerliche Aspekte der bAV beim Arbeitnehmer | 35 |
| 2.5.2.1 | Die arbeitgeberfinanzierte bAV | 35 |
| 2.5.2.2 | Die arbeitnehmerfinanzierte bAV | 37 |
| 2.5.3 | Sozialversicherungsrechtliche Grundsätze | 39 |
| 2.5.4 | Arbeitsrechtliche Vorschriften | 40 |
| 3. | Chancen und Grenzen der bAV als Instrument zur Mitarbeiterbindung | 43 |
| 3.1 | Einflussfaktoren auf die Arbeitnehmerfluktuation | 43 |
| 3.1.1 | Gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Gründe | 43 |
| 3.1.2 | Individuelle Gründe | 44 |
| 3.1.3 | Unternehmensspezifische Faktoren | 45 |
| 3.1.3.1 | Anreiz-Beitragstheorie und Anreizsysteme | 45 |
| 3.1.3.2 | Monetäre Faktoren | 48 |
| 3.2 | Die bAV als Zusatzleistung | 49 |
| 3.2.1 | Personalpolitische Bedeutung der Gewährung von Zusatzleistungen | 50 |
| 3.2.2 | Bewertung der bAV durch den Mitarbeiter | 51 |
| 3.2.3 | Die Bedeutung der bAV in der Gesamtvergütung | 53 |
| 3.3 | Mitarbeiterbindung durch bAV | 54 |
| 3.3.1 | Potenziale vorhandener Mitarbeiter fördern und nutzen | 55 |
| 3.3.2 | Rückgang der Fluktuationskosten | 56 |
| 3.3.3 | Stärkung der Corporate Identity | 57 |
| 3.3.4 | Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt | 57 |
| 3.4 | Vermittlung von Informationen zur bAV | 58 |
| 4. | Zusammenfassung | 62 |
| 4.1 | Möglichkeiten, durch eine bAV Mitarbeiterbindung zu erreichen | 62 |
| 4.2 | Auftretende Problematik | 63 |
| 5. | Ausblick | 64 |
| IV. | Glossar | |
| V. | Literaturverzeichnis | |
| VI. | Internetverzeichnis | |
| VII. | Erklärung | |
| VIII. | Einverständniserklärung |
Die von Herzberg entwickelte Zwei-Faktoren-Theorie beruht auf den Grundlagen einer Studie zur Arbeitszufriedenheit. Die Untersuchung, in der 200 Mitarbeiter zu positiven und negativen Arbeitssituationen befragt wurden, ergab, dass jeweils andere Bedingungen zur Arbeitszufriedenheit führen als zur Unzufriedenheit. Aus dieser Beobachtung entwickelte er die sog. Hygienefaktoren und die Motivatoren. Die Hygienefaktoren können jedoch nur einen Beitrag zu Vermeidung von Unzufriedenheit und nicht zur Verstärkung der Zufriedenheit leisten. Sie werden auch als extrinsische Faktoren bezeichnet. Hierzu zählen Gehalt, die Beziehung zu Vorgesetzten und Kollegen. Die Motivatoren bei dieser Theorie sind intrinsischen Faktoren und wirken leistungsfördernd. Dazu gehören z.B. eine interessante Tätigkeit, Anerkennung, Verantwortungsübernahme.73 [...]
Neben der gesamtwirtschaftlichen Lage haben insbesondere die branchenspezifische und die berufsbezogene Arbeitsmarktsituation einen bedeutenden Einfluss auf die Fluktuationsentwicklung. Unabhängig von einzelnen unternehmensspezifischen und individuellen Gründen sind arbeitnehmerseitige Kündigungen in Zeiten schwacher Konjunktur, in wenig zukunftsweisenden Branchen und bei hoher, regionaler Arbeitslosigkeit tendenziell geringer. Dagegen steigen die Kündigungen von Seiten der Arbeitnehmer bei starker Konjunktur, was aber nicht dahingehend interpretiert werden darf, dass dies an der fehlenden Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen liegt. In den letzten Jahren hat z.B. der Boom von ”Start-up“ Unternehmen mit schnellen Verdienstmöglichkeiten, neuen Herausforderungen und noch nie da gewesenen Zusatzleistungen auch unternehmenstreue Arbeitnehmer zum Arbeitgeberwechsel verleitet. [...]
Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung orientieren sich an den Einkünften des Arbeitnehmers. Grundsätzlich gilt: Die Beiträge zur bAV sind in der Sozialversicherung beitragsfrei. Erst die späteren Rentenleistungen sind unter bestimmten Bedingungen beitragspflichtig. Jedoch ist die durch Entgeltumwandlung finanzierte bAV bis zum 31.12.2008, bei Pensionszusage und Unterstützungskasse zusätzlich nur noch bis zu max. 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, in der gesetzlichen Rentenversicherung sozialversicherungsfrei. Ab 2009 soll die Sozialabgabenbefreiung komplett entfallen.56 Verlangt der Arbeitnehmer allerdings bei der Pensionskasse und dem Pensionsfonds, dass die Voraussetzungen für eine steuerliche Förderung erfüllt werden, so sind sowohl die arbeitgeberfinanzierten als auch die arbeitnehmerfinanzierten Beiträge lohnsteuerpflichtig und unterliegen der Sozialversicherung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832460259
Arbeit zitieren:
Coy, Carina Februar 2002: Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes betrieblicher Altersvorsorge als Instrument der Mitarbeiterbindung im KMV, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Pensionszusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Direktversicherung, Arbeitnehmerfluktuation



