Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz von Musik in der sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen zur Erweiterung sozialer Teilhabe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rita Schrabeck
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 149 Seiten
- Dateigröße: 507,4 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Katholische Stiftungsfachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8233-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8233-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8233-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schrabeck, Rita März 2004: Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz von Musik in der sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen zur Erweiterung sozialer Teilhabe, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gehörlosigkeit, Behinderung, Sozialpädagogik, Recht, Hören
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Diplomarbeit von Rita Schrabeck
Einleitung:
Die Eingliederung behinderter Menschen in die Gesellschaft bzw. die gleichberechtigte Teilhabe der Betroffenen wird von der Sozialen Arbeit gefordert.
Die vorliegende Arbeit möchte zu diesem Ziel ihren Beitrag leisten, indem untersucht wird, ob der Einsatz von Musik in der Arbeit mit gehörlosen Menschen eine geeignete Methode darstellt, um soziale Teilhabe der Betroffenen zu erweitern.
Ausgegangen wird dabei von einer Betrachtung der Bedeutung von Gehörlosigkeit für gehörlose Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Theorie von Silvia Staub-Bernasconi bietet anschließend die Grundlage, dieses Thema in sozialarbeitswissenschaftlichen Bezug zu setzen und aus dieser Sicht zu diskutieren. Der Einsatz von Musik in der Arbeit mit gehörlosen Menschen wird, nach einer theoretischen und kritischen Auseinandersetzung mit dieser Methode, mittels qualitativer Forschung in Form von ExpertInneninterviews untersucht. Die Untersuchungsergebnisse werden unter Berücksichtigung vorhergehender Theorien anhand des Auswertungsmodells nach Michael Meuser und Ulrike Nagel ausgewertet, zusammengeführt und bewertet.
Die Untersuchung hat das Ziel, verschiedene Kompetenzen aufzuführen, die gehörlose Menschen aus dem Einsatz von Musik gewinnen können, und den Zusammenhang dieser Kompetenzen mit der sozialen Teilhabe gehörloser Menschen herauszustellen. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Ergebnisse als Impulse und Anregungen für den Einsatz von Musik in der Praxis der Sozialen Arbeit dienen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Begrifflichkeiten | 8 |
| 2.1 | Definition ,Gehörlosigkeit' | 8 |
| 2.2 | Sprachform ,gehörlose Menschen' | 8 |
| 2.3 | Definition ‚Soziale Arbeit' | 9 |
| 2.4 | Definition ,soziale Teilhabe' | 9 |
| 3. | Aspekte des Hörens | 11 |
| 3.1 | Funktionen des Hörsinns | 11 |
| 3.2 | Hörschädigung | 12 |
| 3.3 | Gehörlosigkeit als ,Behinderung der Sinne' | 14 |
| 3.4 | Hörschädigung aus gesellschaftlicher Perspektive | 16 |
| 3.4.1 | Rechtsstatus behinderter Menschen | 16 |
| 3.4.2 | Gesellschaftliche Reaktionen auf hörgeschädigte Menschen | 21 |
| 3.5 | Erklärungswissen aus verschiedenen Bezugswissenschaften | 23 |
| 3.5.1 | Terminologische Bestimmung von Gehörlosigkeit | 24 |
| 3.5.1.1 | Medizinisch-audiologische Betrachtung | 24 |
| 3.5.1.2 | Betrachtung aus Sicht der Pädagogik und der Sozialen Arbeit | 25 |
| 3.5.2 | Ursachen einer Hörschädigung | 27 |
| 3.5.3 | Folgewirkungen einer Hörschädigung | 28 |
| 3.5.3.1 | Auswirkungen auf die sprachliche Entwicklung | 29 |
| 3.5.3.2 | Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung | 29 |
| 3.5.3.3 | Auswirkungen auf die soziale und emotionale Entwicklung | 30 |
| 4. | Gehörlosigkeit unter dem Aspekt sozialer Teilhabe anhand wissenschaftlicher Theorien | 33 |
| 4.1 | Relevanz von Gehörlosigkeit und sozialer Teilhabe im Hinblick auf die Ausstattungskategorien nach Silvia Staub-Bernasconi | 34 |
| 4.2 | Kommunikation als Voraussetzung sozialer Teilhabe? | 38 |
| 4.3 | Auftrag an die Soziale Arbeit | 41 |
| 5. | Einsatz von Musik in der Arbeit mit gehörlosen Menschen | 44 |
| 5.1 | Musik und Musikalität | 44 |
| 5.2 | Wahrnehmung von Musik | 45 |
| 5.3 | Geschichte des Einsatzes von Musik in der Arbeit mit gehörlosen Menschen | 48 |
| 5.3.1 | Intentionen im heilpädagogischen Bereich | 48 |
| 5.3.2 | Intentionen im musikfachlichen Bereich | 51 |
| 5.4 | Einsatz von Musik in der Sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen | 53 |
| 5.4.1 | Abgrenzung der Begriffe ,Musiktherapie', ,Musikpädagogik' und ,Rhythmisch-musikalische Erziehung' | 53 |
| 5.4.2 | Möglichkeiten des Einsatzes von Musik in der Sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen in verschiedenen Funktionsfeldern | 55 |
| 5.4.2.1 | Musik hören | 57 |
| 5.4.2.2 | Singen und Liedgebärden | 58 |
| 5.4.2.3 | Instrumentales Musizieren | 60 |
| 5.4.2.4 | Musik und Bewegung | 61 |
| 6. | Soziale Teilhabe durch Musik | 64 |
| 6.1 | Musikinstruktion als Hilfe für sprachbezogene Kompetenzen | 65 |
| 6.2 | Musikinstruktion als Hilfe für kognitive Kompetenzen | 66 |
| 6.3 | Musikinstruktion als Hilfe für sozialbezogene Kompetenzen | 67 |
| 6.4 | Musikinstruktion als Hilfe für emotionale Kompetenzen | 68 |
| 7. | Grenzen des Einsatzes von Musik in der Arbeit mit gehörlosen Menschen | 70 |
| 7.1 | Hinführung gehörloser Menschen zur Musik | 70 |
| 7.2 | Technische Begrenzungen | 71 |
| 7.3 | Musik als pädagogisches und therapeutisches Hilfsmittel | 71 |
| 7.4 | Musikangebot und -nachfrage | 72 |
| 8. | Wissenschaftliche Untersuchung | 73 |
| 8.1 | Untersuchungsdesign | 73 |
| 8.1.1 | Forschungsinteresse und Gegenstand der Untersuchung | 73 |
| 8.1.2 | Zielgruppen | 74 |
| 8.1.3 | Vorgehen bei der Erhebung | 77 |
| 8.1.4 | Intention der Befragung | 78 |
| 8.2 | Untersuchungsmethode | 78 |
| 8.2.1 | Aufbau der Leitfäden | 80 |
| 8.2.1.1 | Leitfaden I | 80 |
| 8.2.1.2 | Leitfaden II | 81 |
| 8.2.2 | Forschungsverlauf von Interview I | 81 |
| 8.2.3 | Forschungsverlauf von Interview II | 83 |
| 8.2.4 | Auswertungsverfahren | 83 |
| 8.3 | Darstellung der Untersuchungsergebnisse | 87 |
| 9. | Auswertung der Untersuchungsergebnisse und deren Bedeutung für die Praxis der Sozialen Arbeit | 108 |
| 10 | Resümee | 130 |
| Literaturverzeichnis | 132 | |
| Anhang | 142 |
Damit der/die ExpertIn dabei nicht bedingungslos als objektive/n und neutrale/n SachverwalterIn der Wahrheit angesehen wird, darf die Privatperson in einem/r jeden ExpertIn nicht vergessen werden. Aus diesem Grund ist, meines Erachtens, eine erweiterte Begriffsdefinition nach Bogner et al. unabdingbar. Diese besagt: „Ein Experte verfügt über technisches, Prozess- und Deutungswissen, das sich auf sein spezifisches professionelles oder berufliches Handlungsfeld bezieht. Insofern besteht das Expertenwissen nicht allein aus systematisiertem, reflexiv zugänglichem Fach- oder Sonderwissen, sondern es weist zu großen Teilen den Charakter von Praxis- oder Handlungswissen auf, in das verschiedene und durchaus disparate Handlungsmaximen und individuelle Entscheidungsregeln, kollektive Orientierungen und soziale Deutungsmuster einfließen.“307 Das technische Wissen charakterisiert sich durch das Wissen u.a. über Operationen und Regelabläufe, fachspezifische Anwendungsroutinen und bürokratische Kompetenzen. Das Prozesswissen bezieht sich dagegen auf Informationen über Handlungsabläufe, „Interaktionsroutinen und organisationale Konstellationen“308. Ein wichtiger Teil ist dabei das praktische Erfahrungswissen, das sich durch die Praxis im persönlichen Handlungskontext bildet. [...]
Zielgruppe I In der vorliegenden Arbeit wurden zwei ExpertInnen aus dem Bereich der Gehörlosenpädagogik ausgewählt. Frau D., Ergotherapeutin, und Herr K., Sonderschullehrer mit dem Schwerpunkt Gehörlosenpädagogik, erklärten sich auf telefonische Anfrage bereit, ihr Wissen und Erfahrungen in einem Interview zusammenzufassen. Beide sind innerhalb der Bayerischen Landesschule für Gehörlose tätig. Diese Einrichtung besteht aus einer schulvorbereitenden Einrichtung (SVE)300, einer Volksschule, die sich aus Grundund Hauptschule zusammensetzt, und einer Realschule. Es werden zur Zeit 28 Kinder im Kindergarten (SVE), 76 in der Realschule, 48 in der Grund- und 28 in der Hauptschule betreut. Davon wohnen 62 Kinder im angebundenen Schüler- und 41 im Tagesheim. Außerdem werden von der Einrichtung derzeit ca. 120 Kinder in der Frühförderung mobil gefördert, der dazugehörige mobile Sonderpädagogische Dienst betreut ca. 150 SchülerInnen an allgemeinen Schulen.301 Das Wissen der beiden MitarbeiterInnen bietet daher vor allem einen Blickwinkel auf gehörlose Kinder im Alter von 3 - 12 Jahren. [...]
Durch das Praktikum im WS 2000/01 in der Caritas Ost-Württemberg, im Sozialdienst für Hörgeschädigte, bildete die Forscherin einen ersten Bezug zur ,gehörlosen Welt’. Ferner begleitete und unterstützte sie ein Projekt für gehörlose Menschen während des einjährigen Aufenthaltes in den USA, Buffalo/New York. In der ,St. Mary’s School for the Deaf’ wurde den SchülerInnen die Möglichkeit geboten, durch das Mitwirken in einer Tanzgruppe, Musik zu erleben. Die Erfahrung, gehörlose Kinder mit Freude tanzen zu sehen, weckte das Interesse an den Wirkungen von Musik für die ,Menschen in der Stille’, vor allem im Hinblick auf deren soziale Teilhabe innerhalb der Gesellschaft. Daraufhin kristallisierte sich folgendes Thema der vorliegenden Arbeit heraus: ,Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz von Musik in der Sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen zur Erweiterung sozialer Teilhabe.’ Während der Auseinandersetzung mit diesem Thema haben sich die folgenden zwei „Ad-hoc-Vermutungen“298 herausgebildet: Der Einsatz von Musik bzw. die Arbeit mit Musik trägt dazu bei, verschiedene Kompetenzen gehörloser Menschen aus- bzw. weiterzubilden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482336
Arbeit zitieren:
Schrabeck, Rita März 2004: Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz von Musik in der sozialen Arbeit mit gehörlosen Menschen zur Erweiterung sozialer Teilhabe, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gehörlosigkeit, Behinderung, Sozialpädagogik, Recht, Hören



