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Möglichkeiten und Grenzen der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung

Eine Einführung in die Fraud-Thematik

Möglichkeiten und Grenzen der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Marcus Senninger
  • Abgabedatum: Juni 2007
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 938,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 96
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3623-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Senninger, Marcus Juni 2007: Möglichkeiten und Grenzen der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fraud, Unterschlagung, Abschluss, Wirtschaftsprüfung, IDEA

Studienarbeit von Marcus Senninger

Einleitung:

In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von Bilanzskandalen publik, u.a. von großen Firmen wie Enron, Worldcom, Parmalat und Comroad. Um ähnliche Fälle zukünftig zu vermeiden, wurden im Anschluss mehrere Gesetze erlassen, wie z.B. der Sarbanes-Oxley-Act in den USA, oder Richtlinien zur integren Unternehmensführung wie der Corporate Governance Kodex in Deutschland. Diese Änderungen reichten jedoch nicht aus, da zwar die Zahl der bekannt gewordenen Fälle in den letzten Jahren zurückging, jedoch neue Fälle immer wieder auftauchen.

Die vorliegende Arbeit befasst sich deshalb mit den verschiedenen Möglichkeiten von betrügerischen Manipulationen des Jahresabschlusses. Grundsätzlich kann man Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften in bewusst gegangene Manipulationen und unbewusst begangene Fehler unterteilen. Diese Arbeit fokussiert sich auf die bewusst begangenen Manipulationen, und versucht hierbei, die Möglichkeiten eines Abschlussprüfers zur Aufdeckung solcher Manipulationen darzustellen. Ebenso werden aber auch die Einschränkungen und Grenzen von Prüfungshandlungen aufgezeigt. Die Arbeit gliedert sich dabei in verschiedene Kapitel.

Im nächsten Kapitel werden zunächst Definitionen der einzelnen Begriffe dargestellt. Anschließend folgt eine Klärung der Verantwortlichkeit für die Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Abschluss sowie eine kurze Darstellung der einer Abschlussprüfung zugrunde liegenden Prüfungsnormen.

Im dritten Kapitel wird das systematische Prüfungsvorgehen erläutert: hierbei wird versucht, sowohl eine allgemeine Risikoeinschätzung auf Unternehmensebene als auch über verschiedene Teilbereiche und -systeme zu treffen.

Darauf aufbauend werden im vierten Kapitel konkrete Prüfungshandlungen der Abschlussprüfung mit dem Ziel der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten beschrieben. im Anschluss an die Erläuterung möglicher Auswahl- und Auswertungsverfahren werden mögliche Analysetechniken von Datenmaterial vorgestellt, um entsprechende Manipulationen im Rechnungswesen aufzudecken. Ein entsprechendes Beispiel aus der Praxis wird hierzu im Anhang nachgereicht.

Beendet wird diese Arbeit mit einer kritischen Beurteilung der Ergebnisse und einer Zusammenfassung.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Anhangsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Grundlagen zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung 3
2.1 Begriffsdefinition von Unregelmäßigkeiten 3
2.1.1 Unrichtigkeiten (Error) 4
2.1.2 Verstöße (Fraud) 4
2.1.2.1 Täuschungen 5
2.1.2.2 Vermögensschädigungen 9
2.1.3 Sonstige Gesetzesverstöße ohne Fehldarstellung der Rechnungslegung 11
2.2 Ziele und Aufgaben der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten 12
2.3 Verantwortlichkeit zur Verhinderung und Aufdeckung 13
2.4 Gesetzliche Normen und berufsständische Verlautbarungen 17
2.4.1 IDW PS 210 17
2.4.2 ISA 240 19
2.4.3 SAS 99 21
2.5 Wesentlichkeit und Prüfungsrisiko 23
3. Systematisches Prüfungsvorgehen zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten 29
3.1 Vergleich der Risikofaktoren aus den verschiedenen gesetzlichen Normen 29
Allgemeine Risikoeinschätzung 31
3.2.1 Grundlegende Methoden 31
3.2.2 Data Mining und künstliche neuronale Netze 37
3.3 Systemprüfungen zur Konkretisierung des Fehlerrisikos 39
3.3.1 Prüfung des Internen Kontrollsystems (IKS) 39
3.3.2 Prüfung der Risikomanagementsystems 42
3.3.3 Prüfung der eingesetzten Informationstechnologie 44
4. Konkrete Prüfungshandlungen zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten 47
4.1 Einzelfallprüfungen 47
4.2 Auswahlverfahren 48
4.3 Auswertungsverfahren 52
4.4 Analyse des Datenmaterials 54
4.4.1 Analysetechniken 54
4.4.2 Anwendungsbeispiele 59
4.5 Kritische Evaluation der Prüfungsmaßnahmen 66
5. Zusammenfassung 68
Anhang 70
Literaturverzeichnis 122
Verzeichnis der Internetquellen 134
Rechtssprechungsverzeichnis 136

Textprobe:

Kapitel 2.4.3, SAS 99:

Für die Abschlussprüfung von US-amerikanischen Unternehmen existieren neben den oben dargestellten internationalen Rechnungslegungsstandards (ISA) entsprechende nationale Prüfungsstandards, die sog. Statements on Auditing Standards (SAS).

Das amerikanische System der Prüfungsgrundsätze ist dreigegliedert und besteht aus den Generally Auditing Standards (GAAS), den Statements on Auditing Standards (SAS) und den Auditing Interpretations (AUI). Dabei diente dieses System in seiner Struktur als Vorlage für die zeitlich später geschaffenen ISA. Entsprechend werden in den einzelnen SAS gezielt abgegrenzte Prüfungsgebiete behandelt, wobei der Umfang und die Detailtiefe der einzelnen Standards der SAS größer als bei den entsprechenden IAS sind.

Die GAAS sind den SAS übergeordnet und müssen von Abschlussprüfern zwingend beachtet werden. Die einzelnen SAS werden dabei als Interpretation der GAAS angesehen. Die zusätzlich existierenden AUI haben dagegen keine Bindungswirkung, sondern diesen als Hilfestellung und Interpretationshilfe für die SAS.

Im Vergleich mit deutschen und internationalen Prüfungsstandards sind die US-amerikanischen Standards erheblich umfangreicher und detaillierter. Allerdings ist es nicht möglich, sämtliche Aspekte einer Abschlussprüfung dort zu regeln, sodass trotzdem die Eigenverantwortlichkeit eines Abschlussprüfers gefordert und notwendig ist.

Der SAS 99 mit der Bezeichnung ‘Consideration of Fraud in a Financial Statement Audit’ befasst sich hierbei im speziellen mit Unregelmäßigkeiten. Entgegen der deutschen und internationalen Prüfungsnormen wird hier dem Abschlussprüfer jedoch empfohlen, sich von den bisherigen Erfahrungen aus dem spezifischen Mandatsverhältnis zu lösen und nicht mehr von der Integrität und Ehrlichkeit des Managements auszugehen. Die Möglichkeit von Unregelmäßigkeiten (Fraud) soll somit regelmäßig im Verlauf der Prüfung beachtet werden. Zwar wird durch die geforderte kritische Grundhaltung nicht grundsätzlich vom Misstrauen ausgegangen, allerdings wird dadurch der Abschlussprüfer auf die Problematik von Unregelmäßigkeiten sensibilisiert und hingewiesen.

In der Literatur wird mittelfristig im Rahmen einer Weiterentwicklung der Prüfungsstandards von einer Anpassung von ISA 240 und dem IDW PS 210 an SAS 99 ausgegangen. Zwar wird eine Verpflichtung innerhalb von Prüfungsstandards zu einer Aufdeckung von ggf. vorhandenen Top-Management-Fraud nicht erwartet, da dies nicht mit dem Ziel einer Abschlussprüfung in Form von Prüfungs-aussagen unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit vereinbar ist. Allerdings wird der bisherige Prüfungsansatz um eine explizite Beurteilung des Risikos von Top-Management-Fraud ergänzt werden müssen.

Arbeit zitieren:
Senninger, Marcus Juni 2007: Möglichkeiten und Grenzen der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fraud, Unterschlagung, Abschluss, Wirtschaftsprüfung, IDEA

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