Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung von PKW - Klimaanlagen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peer Schumacher
- Abgabedatum: September 2003
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 7,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9192-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9192-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9192-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schumacher, Peer September 2003: Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung von PKW - Klimaanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CO2, Klimatisierung, R134a, Emissionshandel, Sensor
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Peer Schumacher
Zusammenfassung:
Ausgehend von einer eventuellen Verschärfung der Europäischen Gesetzgebung, die die Einbeziehung der Klimaanlage in den Neuen Europäischen Fahrzyklus vorsieht und somit eine Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs und CO2-Emissionen zur Folge hätte, zeigt die o.g. Diplomarbeit auf, neben einer allgemeinen Betrachtung der Direkten und Indirekten CO2-Emissionen, wie eine mögliche Senkung der indirekten Emissionen und somit des Kraftstoffverbrauchs, durch eine Leistungsoptimierung von Kältemittelverdichter und Motorlüfter zu realisieren wäre. Dazu sollen verschiedene Ansätze zur Realisierung dieser Leistungsoptimierung erörtert und benutzt werden. Zunächst erfolgt eine theoretische Berechnung des Kraftstoffverbrauchs und dessen Minderung durch die optimierte Ansteuerung Motorlüfter/Kältemittelverdichter.
Der Vorteil dieser Berechnung ist eine Trendaussage zur Machbarkeit, die kostengünstig und mit geringen Aufwand durchführbar ist. Nach dieser Berechnung mittels Rechenprogramm soll eine Validierung des Ergebnisses an einem Prüfstand für die Pkw-Klimaanlage erfolgen. Dazu wurde ein vorhandener Prüfstand für das Kältemittel R134a verwendet, der entsprechend den theoretischen Vorlagen umgebaut wird und dann die Versuche unter den gleichen Bedingungen, wie bei der Berechnung durchgeführt werden.
Hier ist eine Bestätigung der Theorie möglich. Da der Prüfstand jedoch auch nicht die realen Bedingungen, die im Fahrzeug herrschen simulieren konnte, soll eine abschließende Überprüfung unter realen Bedingungen im Fahrzeug erfolgen, die die Aussagen aus Berechnung und Prüfstand bestätigen soll, um auch diese für zukünftige Untersuchungen zu nutzen. Nach der Bewertung der Ergebnisse sollen noch die verschiedenen Möglichkeiten zur Einsparung des Kraftstoffmehrverbrauchs durch die Klimaanlage erörtert und eine Aussicht auf mögliche Emissionsminderungen gegeben werden.
Die Versuche, die am R134a Prüfstand unternommen wurden zeigen, dass mit einer höheren Motorlüfteransteuerung Leistungseinsparungen möglich sind, die den Mehrverbrauch einer Klimaanlage um ca. 5% bis 10% senken könnte. Die anschliessende Überprüfung im Fahrzeug konnte dieses Ergebnis jedoch nicht bestätigen, was an der oben beschriebenen Zylinderabschaltung des V12-Zylinder Motors lag.
Auch eine Überprüfung der am Prüfstand ermittelten Ergebnisse an einem großhubigen Motor, wie beim benutzten V12 Motor, dessen Hubvolumen 6 Liter beträgt, ist im Nachhinein nicht sinnvoll, da sich hier der Mehrverbrauch der Klimaanlage nicht so stark auf den Gesamtverbrauch des Fahrzeuges auswirkt. Um aber den generellen Trend zu bestätigen, sollte eine Überprüfung der optimalen Ansteuerung Kältemittelverdichter/Motorlüfter in kleinhubigen Motoren erfolgen, wie sie in den Volumenmodellen, wie die A-Klasse und C-Klasse der Marke Mercedes Benz eingesetzt werden.
In diesen Modellen liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 8 bis 12 Litern pro 100 km, der Anteil des Mehrverbrauchs durch die Klimaanlage bei 5 bis 8 Prozent, d.h. 0,6 Liter bis 0,8 Liter. Im Jahr 2002 wurden weltweit 171.000 Fahrzeuge der A-Klasse und 478.000 Fahrzeuge der C-Klasse abgesetzt.
Zusammen wurden ca. 650.000 Fahrzeuge in diesem Segment verkauft. Bei Erstzulassungen deutscher Marken beträgt die Mehrausrüstung Klimaanlage bereits fast 87 %. Umgerechnet wären das 565.000 Fahrzeuge mit der Zusatzausstattung Klimaanlage und ein Mehrverbrauch verursacht durch die Klimaanlage von insgesamt 339.000 Litern bis 452.000 Litern Kraftstoff auf 100 km. Unter der Annahme einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 12.000 km pro Fahrzeug ein Einsparpotential von 407.000 Litern bis 542.000 Litern Kraftstoff pro Jahr und somit eine Minderung der CO2-Emissionen.
Der langfristig beste Weg zur Verringerung des Treibhauseffektes ist trotzdem die Verwendung natürlicher, nicht brennbarer Kältemittel, wie etwa Kohlendioxid. Bis dahin wird man die heutigen R134a-Klimaanlagen so optimieren, dass 1. ihr Energieverbrauch und die daraus resultierenden Emissionen deutlich sinken und 2. durch verbesserte Komponenten, Verbindungstechniken und Werkstoffe die Anlagendichtheit erhöht wird. Beides zusammen wird die Umweltbelastung durch Klimaanlagen so weit verringern, dass genügend Zeit gewonnen wird, Kohlendioxid-Klimaanlagen zu entwickeln und zur Serienreife zu bringen. Wichtigstes Kriterium für zukünftige Klimaanlagen ist ihr gesamtes Treibhauspotential aus Kältemittel-Emissionen und Energieverbrauch durch Betrieb und Transport im Fahrzeug.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis/Diagrammverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Die Klimalast von Pkw-Klimaanlagen | 1 |
| 2. | Klassifizierung der CO2-Emissionen | 4 |
| 2.1 | Unterscheidung direkte und indirekte CO2-Emissionen | 4 |
| 2.2 | Direkte CO2-Emissionen durch Leckage | 6 |
| 2.3 | Indirekte CO2-Emissionen durch Betrieb Klimaanlage - Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch | 9 |
| 2.4 | Indirekte CO2-Emissionen durch Betrieb Kältemittelverdichter | 10 |
| 2.5 | Zukünftige Gesetzliche Restriktionen | 14 |
| 3. | Die Klimaanlage - Grundlagen der Thermodynamik | 16 |
| 3.1 | Erläuterung Thermodynamischer Kreisprozess | 16 |
| 3.2 | Kennzeichen einer Klimaanlage | 17 |
| 3.3 | Beeinflussung des Innenraumklimas | 17 |
| 3.4 | Darstellung des Kälteprozesse im p-h-Diagramm | 20 |
| 3.5 | Berechnung der thermischen Kälteleistung und der Systemeffizienz | 22 |
| 3.6 | Das Kältemittel R134a | 25 |
| 3.7 | Die Komponenten der Klimaanlage | 26 |
| 3.7.1 | Der Kältemittelverdichter | 26 |
| 3.7.2 | Der Kondensator | 29 |
| 3.7.3 | Das Expansionsventil | 30 |
| 3.7.4 | Der Verdampfer | 31 |
| 3.7.5 | Der Sammler | 31 |
| 3.7.6 | Die Verbindungsleitungen | 32 |
| 3.7.7 | Der Motorlüfter | 32 |
| 4. | Theoretische Berechnungen mit VehEMent | 34 |
| 4.1 | Beschreibung des Modells | 34 |
| 4.2 | Der Neue Europäische Fahrzyklus | 36 |
| 4.3 | Berechnungen und Versuchsbedingungen des Mehrverbrauchs mit VehEMent | 37 |
| 4.4 | Darstellung der mittels VehEMent berechneten Ergebnisse | 39 |
| 5. | Versuche mit R134a Klimaanlagenprüfstand | 45 |
| 5.1 | Beschreibung des Prüfstandes | 45 |
| 5.2 | Die Messwerterfassung R134a Klimaanlagenprüfstand | 46 |
| 5.3 | Die Verdichterkammer | 47 |
| 5.4 | Der Verdampferprüfraum | 47 |
| 5.5 | Die Einstellparameter | 49 |
| 5.5.1 | Verdichterdrehzahl | 49 |
| 5.5.2 | Kondensatorhochdruck | 49 |
| 5.5.3 | Verdichterumgebungstemperatur | 50 |
| 5.5.4 | Lufttemperaturen vor Verdampfer | 50 |
| 5.5.5 | Lufttemperatur nach Verdampfer | 50 |
| 5.5.6 | Luftdruck | 50 |
| 5.5.7 | Lüfterdrehzahl | 51 |
| 5.6 | Prüfstandsuntersuchungen | 51 |
| 5.6.1 | Programmierung Lüfteransteuerung mittels ADWin und Diadem | 52 |
| 5.6.2 | Das Messprogramm DIAdem | 54 |
| 5.6.3 | ADWin Pro | 56 |
| 5.7 | Ergebnisse Leistungsmessungen am Prüfstand R134a | 56 |
| 5. | Fahrzeugmessungen mit der BR 220 | 60 |
| 6.1 | Bescheibung Fahrzeug und Messaufbau | 60 |
| 6.2 | Messwertaufnahme mittels CAN-Bus System | 61 |
| 6.3 | Ergebnisse Kraftstoffverbrauch Fahrzeugmessungen | 63 |
| 6.3.1 | Erläuterung Hochrechnung NEFZ | 63 |
| 6.3.2 | Erläuterung Messfahrten und Einfahrbahn | 64 |
| 6.3.3 | Darstellung und Erläuterung der Ergebnisse | 66 |
| 6.4 | ZAS – Beeinflussung des Ergebnisses | 70 |
| 7. | Start-Stopp-Strategie – Auswirkungen auf die Klimatisierung | 72 |
| 7.1 | Erläuterung Start-Stopp-Strategie | 72 |
| 7.2 | Auswirkungen die Fahrzeugklimatisierung | 73 |
| 8. | Technische Maßnahmen zur Emissionsminderung | 75 |
| 8.1 | CO2 – Sensor Regelung | 75 |
| 8.2 | Messergebnisse CO2 – Sensor | 77 |
| 8.3 | Weitere Möglichkeiten zur Emissionsminderung | 78 |
| 9. | Auswertung und Fehlerbetrachtung | 80 |
| 9.1 | Ergebnisse Vergleich Leistung Kältemittelverdichter/Motorlüfter | 80 |
| 9.2 | Lüfterkennlinie | 82 |
| 9.3 | Fehlerbetrachtung | 83 |
| 10. | Zusammenfassung und Ausblick | 86 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 88 |
| 12. | Anlageverzeichnis | 89 |
| Anlage | Ergebnisse Gesamtleistung R 134a Prüfstand (20°C, 40°C-50°C) | 89 |
Die mittels MATLAB ermittelten Ergebnisse zeigen, dass bei gemäßigten Temperaturen (20°C) eine Veränderung der Lüfteransteuerung kaum eine Verbrauchsersparnis bringt. Auch der nach der MATLAB/VehEMent Berechnung durch den Betrieb der Klimaanlage bedingte Mehrverbrauch, ist gegenüber dem Betrieb ohne Klimaanlage durch die geforderte geringe Kühlleistung des Systems gering. Der berechnete Druck nach Kältemittelverdichter bleibt ebenfalls bei den verschiedenen Lüfteransteuerungen relativ konstant. Es darf ein Maximaldruck von 30 bar nicht überschritten werden, um eine Schädigung der Klimaanlage und ihrer Komponenten auszuschliessen. Lediglich bei einer sehr geringen Lüfteransteuerung (10%) erhöht sich dieser Druck, was auf einen Anstieg des Hochdrucks durch die verminderte Kühlleistung des Motorlüfters zurückzuführen ist. Es ist auch zu erkennen, das eine geringere Lüfteransteuerung verbrauchsoptimal wäre und das Ideal bei 40% Lüfteransteuerung liegen könnte. Die weiteren Messungen bei Temperaturen zwischen 25°C und 30°C bestätigen diesen Trend und auch der Druck des Kältemittels nach Kältemittelverdichter verhält sich wie bei der Messung bei 20°C. Bei diesem Temperaturen wäre laut der Berechnung eine Lüfteransteuerung zwischen 40% - 60% bzw. 60% - 80% verbrauchsoptimal. Bei höheren Aussentemperaturen, d.h. 35°C und 40°C ist jedoch eine hohe Lüfteransteuerung zwischen 80% und 100% verbrauchsoptimal, was an der Reaktion des Kältemittels in Form des Kältemitteldruckes zu sehen ist. Der Kältemittelverdichter hat aufgrund seiner Programmierung auf die Veränderungen durch die Lüfteransteuerung reagiert und wird entsprechend angesteuert, dass die Innenraumtemperatur weiterhin gewährleistet wird. Es wird die Lüfterkennlinie, wie im Kapitel 3.6.8 beschrieben bestätigt, die ein Anstieg der Lüfterleistung bei steigendendem Kältemitteldruck vorsieht. Für die Berechnungen mittels MATLAB für den optimalen Verbrauch läßt sich sagen, dass bei gemäßigten Temperaturen, d.h. 20°C – 30°C eine Erhöhung der Grundbelüftung, sowie ein früherer Anstieg der Lüfterleistung eine Verbrauchsoptimierung bringen könnte, was im Kapitel 9.2 in Form einer optimierten Lüfterkennlinie gezeigt wird. Die theoretischen Berechnungen sollen in den darauffolgenden Kapiteln mittels Versuche am R 134a Prüfstand , sowie einer praktischen Überprüfung am Fahrzeug vertieft und eventuell bestätigt werden. [...]
Die Aufgabe des Expansionsventils ist es, das Kältemittel auf den Verdampfungsdruck zu entspannen. Dabei handelt es sich um ein thermostatisches Expansionsventil mit äußerem Druckausgleich, bei dem das hochdruckseitige und das niederdruckseitige Kältemittelrohr mit dem äußeren Druckausgleich baulich zusammengefaßt sind. Steigt die Temperatur des Kältemittels im Verdampfer an, dehnt sich das Kältemittel aus und der Druck nimmt zu. Dadurch öffnet sich das Ventil und es gelangt mehr Kältemittel durch den Verdampfer. Dem gegenüber verringert das Ventil den Kältemitteldurchfluß bei sinkender Kältemitteltemperatur im Verdampfer, hervorgerufen durch die damit verbundene Druckabnahme. Somit wird der Massenstrom durch den Verdampfer für jeden Betriebspunkt mittels des äußeren Druckausgleiches optimal geregelt. Diese Regelung ist notwendig, um das Kältemittel beim Austritt aus dem Verdampfer stets im leicht überhitzten Zustand zu halten. Eine Schädigung des Kältemittelverdichters durch flüssiges Kältemittel wird verhindert. [...]
Bereits in der Grundstellung ist die Taumelscheibe geringfügig ausgelenkt, um eine Förderfunktion und damit die Regelung zu gewährleisten. Ist der Kompressor mit einer Kupplung ausgestattet dreht die Riemenscheibe, bei ausgeschalteter Klimaanlage, frei auf der Antriebswelle des Kompressors mit. Wird die Klimaanlage eingeschaltet, fließt Strom durch die Feldspule, und ein Magnetfeld baut sich auf. Dadurch wird die Mitnehmerscheibe, die fest mit der Antriebswelle des Kompressors verbunden ist, zur Keilriemenscheibe gezogen. Die Kupplung ist geschlossen, und der Kompressor wird entsprechend der Motordrehzahl angetrieben. Wenn kein Strom mehr durch die Feldspule fließt, löst sich die Mitnehmerscheibe von der Keilriemenscheibe. Der Lösevorgang wird zusätzlich von Federn unterstützt. Bei kupplungslosen Kompressoren wird der Druck im Kurbelgehäuse dazu genutzt, um bei ausgeschalteter Klimaanlage die Auslenkung der Taumelscheibe auf ein Minimum zu reduzieren. [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491925
Arbeit zitieren:
Schumacher, Peer September 2003: Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung von PKW - Klimaanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
CO2, Klimatisierung, R134a, Emissionshandel, Sensor



