Neue Möglichkeiten des Electronic Commerce für das Marketing
Dargestellt an praktischen Beispielen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Schneider
- Abgabedatum: Oktober 2000
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 3,8 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4648-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4648-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4648-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schneider, Martin Oktober 2000: Neue Möglichkeiten des Electronic Commerce für das Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kundenbindung, Internet, E-Business, E-Commerce
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Diplomarbeit von Martin Schneider
Einleitung:
Das Volumen der Geschäftstransaktionen und Umsätze im Electronic Commerce (EC) wird sich innerhalb der nächsten Jahre weiterhin vervielfachen. Unternehmen in High-Tech Bereichen aus der Computer- und Elektronikindustrie übernehmen bei der Realisierung von EC eine Vorreiterrolle. Nordamerika hat im Vergleich zu Europa hinsichtlich des Entwicklungstandes und der Verbreitung von EC-Anwendungen ungefähr einen Vorsprung von zwei bis drei Jahren. Im Gegensatz zu anderen einschneidenden Entwicklungen, wie z.B. der Erfindung des Buchdrucks, der Eisenbahn oder des Telefons, vollzieht sich der Fortschritt im EC in bislang nicht gekannter Geschwindigkeit.
Bis vor kurzem wurde EC durch eine allgemeinen Euphorie geprägt. Risikofreudige Kapitalgeber investierten Venture Capital in zahlreiche „Startup-Unternehmen“, um vom Potenzial des EC zu profitieren. Börsennotierte EC-Unternehmen erreichten in kurzer Zeit eine Marktkapitalisierung, die durch klassische Gesetze der Betriebswirtschaftlehre nicht erklärt werden konnten. Trotz hoher Verluste erreichte beispielsweise der Buchhändler Amazon einen Marktwert, der zu Beginn des Jahres 1999 um ein Vielfaches über dem Jahresumsatz lag. In den vergangenen Monaten zeichnete sich jedoch ein Stimmungswandel ab. Der „EC-Boom“ wurde durch eine erste Konsolidierungsphase abgelöst. Die sog. „Burnrates“ von verschiedenen „Internet-Startups“ steigen, aufgrund übertriebener Erwartungen stehen zahlreiche Insolvenzen bevor.
Als Folge des steigenden Wettbewerbsdrucks, Sättigungserscheinungen, verkürzter Produktlebenszyklen, Homogenität vieler Produkte und des Verlangens vieler Kunden nach individuellen Leistungen werden neue Herausforderungen an das Marketing gestellt.1 Probleme resultieren aus der zunehmenden Segmentierung der Märkte, da das klassische Endkundenmarketing auf Massenmärkten sehr kostenintensiv ist und die traditionelle Werbung eine abnehmende Wirkung zeigt. Zur Entschärfung dieser Problematik suchen Unternehmen geeignete Lösungsansätze in der technologischen Entwicklung von EC-Anwendungen auf der Basis der Internettechnologie.
Im Rahmen dieser Arbeit wird keineswegs eine pessimistische Einstellung gegenüber dem EC vertreten. Vielmehr wird unter strategischen und operativen Gesichtspunkten analysiert, wie oben genannte Probleme durch die Integration von EC-Anwendungen in den Marketing-Mix gelöst werden können. Die Zielsetzung dieser Arbeit liegt daher in einer qualitativen Analyse neuer Möglichkeiten des EC. Der Schwerpunkt richtet sich auf die Untersuchung folgender Fragen:
Welche Auswirkungen hat EC auf Ziele und Strategien des Marketing?
Welche neuen Möglichkeiten bieten EC-Anwendungen zur Gestaltung des Marketing-Mix, um einen komparativen Konkurrenzvorteil (KKV) zu generieren?
Wie werden die neuen Marketing Möglichkeiten des EC in die Praxis umgesetzt?
Welche Vorteile resultieren aus der Nutzung von EC-Anwendungen für Anbieter und Nachfrager?
Im zweiten Kapitel werden theoretische Grundlagen des EC beschrieben. Nach einer definitorischen Betrachtung des Begriffs EC erfolgt eine Systematisierung nach Transaktionspartnern und eine Abgrenzung der verschiedenen EC-Bereiche. Des Weiteren wird in diesem Kapitel die Internettechnologie im Zusammenhang mit elektronischen Märkten kurz erläutert.
Die Beschreibung der Instrumente des Marketing-Mix bildet den Schwerpunkt des dritten Kapitels. Nach einer kurzen Charakterisierung und Eingrenzung des Marketingbegriffs werden produkt-, preis-, distributions- und kommunikationspolitische Maßnahmen näher beschrieben.
Die theoretischen Ausführungen der Kapitel zwei und drei über EC und Marketing bilden die Grundlage für das vierte Kapitel, in dem eine Analyse der neuen Möglichkeiten des EC für das Marketing erfolgt. Eine Darstellung der Auswirkungen auf Ziele, Strategien und Maßnahmen zeigt, wie durch die Integration neuer EC-Anwendungen in den Marketing-Mix ein KKV aufgebaut werden kann.
Im fünften Kapitel werden die einzelnen Marketing-Mix Maßnahmen anhand von praktischen Beispielen beschrieben, die auf der beiliegenden CD archiviert sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der konkreten Umsetzung der EC-Anwendungen und einer kritischen Analyse der Vor- und Nachteile neuer Möglichkeiten. Die beschriebenen EC-Anwendungen können als Best Practise Beispiele im Sinne von Benchmarks verstanden werden.
Eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse erfolgt im Schlusskapitel. Darüber hinaus wird ein kurzer Ausblick über die Weiterentwicklung des Marketing im EC gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einführung in die Problemstellung | 1 |
| 2. | Electronic Commerce (EC) | 4 |
| 2.1 | EC auf elektronischen Märkten im Internet | 4 |
| 2.2 | Formen des EC | 6 |
| 2.2.1 | Systematisierung nach Transaktionspartnern | 6 |
| 2.2.2 | Business to Consumer (B2C) | 7 |
| 2.2.3 | Business to Business (B2B) | 8 |
| 2.2.4 | Sonstige Formen | 9 |
| 3. | Marketing | 11 |
| 3.1 | Charakterisierung des Marketing | 11 |
| 3.2 | Produktpolitik | 13 |
| 3.3 | Preispolitik | 14 |
| 3.4 | Distributionspolitik | 19 |
| 3.5 | Kommunikationspolitik | 20 |
| 4. | Auswirkungen des EC auf das Marketing | 22 |
| 4.1 | Auswirkungen auf Ziele | 22 |
| 4.1.1 | Markenimage und Kundenakquisition | 22 |
| 4.1.2 | Kundenzufriedenheit und Kundenbindung | 23 |
| 4.2 | Auswirkungen auf Strategien | 24 |
| 4.2.1 | Wachstumsstrategien | 24 |
| 4.2.2 | Wettbewerbsstrategien | 28 |
| 4.2.3 | One to One Marketing | 29 |
| 4.2.4 | Absatzmittlergerichtete Strategien | 30 |
| 4.3 | Auswirkungen auf die Produktpolitik | 32 |
| 4.3.1 | Produkte für den Onlinevertrieb | 32 |
| 4.3.2 | Softwareagenten | 33 |
| 4.3.3 | Mass Customization | 35 |
| 4.4 | Auswirkungen auf die Preispolitik | 36 |
| 4.4.1 | Individuelle und dynamische Preisbildung | 36 |
| 4.4.2 | Auktionen | 37 |
| 4.4.3 | Powershopping | 39 |
| 4.4.4 | Preisagenten | 40 |
| 4.4.5 | Follow The Free | 41 |
| 4.5 | Auswirkungen auf die Distributionspolitik | 42 |
| 4.5.1 | Affiliate Marketing | 42 |
| 4.5.2 | Kiosksysteme | 44 |
| 4.5.3 | Escrow Service | 45 |
| 4.6 | Auswirkungen auf die Kommunikationspolitik | 46 |
| 4.6.1 | Zielgruppengerichtete Online-Kommunikation | 46 |
| 4.6.2 | Virtuelle Gemeinschaften | 48 |
| 5. | Praktische Beispiele für neue Möglichkeiten | 51 |
| 5.1 | Analyse produktpolitischer Möglichkeiten | 51 |
| 5.1.1 | Active Research | 51 |
| 5.1.2 | Interactive Custom Clothes Company | 53 |
| 5.2 | Analyse preispolitischer Möglichkeiten | 55 |
| 5.2.1 | Ricardo | 55 |
| 5.2.2 | Dealtime | 57 |
| 5.3 | Analyse distributionspolitischer Möglichkeiten | 58 |
| 5.3.1 | Vitrado | 58 |
| 5.3.2 | Microsoft Passport | 60 |
| 5.4 | Analyse kommunikationspolitischer Möglichkeiten | 60 |
| 5.4.1 | Alladvantage | 60 |
| 5.4.2 | Dooyoo | 61 |
| 6. | Resümee und Ausblick | 63 |
| Literaturverzeichnis | 66 | |
| Internetverzeichnis der Beispiele | 75 |
Dealtime187 ist US-Marktführer für Produkt- und Preisvergleiche im Internet. Das Unternehmen wurde Ende 1997 gegründet und ist seit Juni 1999 im Internet präsent. Dealtime ist ein Einkaufsportal in Kombination mit einem Preisagenten, der Internet-Shops, Auktionen und Kleinanzeigenmärkte kontinuierlich nach aktuellen Preisen und Informationen durchsucht. Nach Eingabe der Suchkriterien wie z.B. Modellname, Maximalpreis und Produktkategorie lokalisiert Dealtime kostenlos preisgünstige Angebote im Internet. Danach kann der Kunde zum Kauf des Produktes auf die Webseite des entsprechenden Anbieters wechseln. Im Sinne des „One Stop Shopping“ besteht alternativ die Option, die Transaktion direkt über ein persönliches Konto abzuwickeln, ohne die Webseite von Dealtime zu verlassen. Kreditkarteninformationen und Lieferadressen werden in einer Datenbank für weitere Besuche gespeichert. Die Daten werden automatisch an die Anbieter übermittelt. Auf diese Art und Weise bleibt dem Kunden der umständliche Anmeldevorgang in den Online-Shops der Partner erspart. Falls die gefundenen Angebote noch nicht den Kundewünschen entsprechen, besteht zusätzlich die Möglichkeit, Angebote zu verfolgen (Tracking Service). Der Kunde kann sich automatisch über neue Angebote per E-Mail informieren lassen oder die zusammengefassten Suchvorgänge in seinem persönlichen Konto überwachen. Im Sinne des One to One Marketings wird durch den Tracking Service als Push-Maßnahmen, die Kundenbindung gestärkt. Des Weiteren präsentiert Dealtime „Einkaufsführer“, die es den Kunden erlauben, sich vor dem Kauf erst allgemein zu informieren. Auf mehreren Webseiten werden für die jeweilige Produktkategorie unabhängige Informationen über kaufrelevante Eigenschaften publiziert. Dadurch wird den Kunden bewusst, dass neben dem Preis noch andere Kriterien für den Kauf eine Produktes relevant sind. Dealtime versucht auf diese Art zu verhindern, dass Qualitätsführer Gegenmaßnahmen gegen die Preistrans- [...]
56 Ricardo kooperiert mit Dooyoo. Auf den Webseiten von Dooyoo finden sich Meinungen von anderen Verbrauchern zu Produkten, die bei Ricardo ersteigert werden können. Die Integration der Internetangebote der beiden Unternehmen ist aus Sicht des Käufers noch umständlich, da es von den Produkten bei Ricardo immer nur einen Link zur Dooyoo Startseite gibt. Um den Suchaufwand zu verringern, könnte Ricardo Meinungen zu bestimmten Produkten integrieren, indem ein Link direkt auf die zugehörige Meinung verweist. Wenig komfortabel und zeitaufwendig ist ebenfalls das Anmeldeverfahren, da registrierte Ricardonutzer mit einer zusätzlich „Login-Procedure“ bei Dooyoo konfrontiert werden. Aus der Sicht von Ricardo stärkt die Kooperation das Vertrauen der Kunden und ermöglicht Ricardo auch, Produkte zu versteigern, die nur anhand subjektiver Eigenschaften beurteilt werden können. Des Weiteren generiert Ricardo über ein „Affiliate Program“ mit Dooyoo zusätzliche Umsätze. Ricardo steigert die Kundenzufriedenheit durch Garantieleistungen, das Angebot von Escrow Services und durch den Einsatz eines automatischen Bietagenten. Beim Einsatz des Bietagenten gibt der Bieter nur ein einziges Maximalgebot ab, daraufhin erhöht der Agent das aktuelle Gebot schrittweise und stoppt, sobald das vorgegebene Gebot erreicht ist. Da es nicht im Interesse von Ricardo liegt, dass der Käufer auf diese Art und Weise immer den bestmöglichen Preis erzielt, wird dieser Agent nicht im B2C-Bereich, sondern nur im C2C-Bereich eingesetzt. Ricardo setzt englische Auktionen als preispolitische Maßnahme im Internet um und generiert auf diese Art und Weise einen KKV. Kunden empfinden das Kauferlebnis als besonders spannend und zahlen im „Auktionsfieber“ in einigen Fällen sogar höhere Preise als im klassischen Handel. [...]
Ricardo185 wurde im Juli 1998 gegründet, ging genau ein Jahr später an die Börse und ist heute mit 820.000 Mitgliedern186 ein bekanntes Online Auktionshaus in Deutschland. Im folgenden wird auf die Plattform RicardoBIZ nicht näher eingegangen, da sie für den B2B-Bereich konzipiert ist. Demgegenüber spricht Ricardo.de mit den drei Auktionskanälen „Ricardo Live“, „Ricardo Nonstop“ und „Ricardo Private“ Endverbraucher an. Da der zuletzt genannte Kanal im Gegensatz zu den beiden ersten Kanälen nicht in den B2C-, sondern in den C2C-Bereich einzuordnen ist, werden im weiteren Verlauf nur „Ricardo Live“ und “Ricardo Nonstop“ beschrieben. Im Kanal „Ricardo Live“ leitet wie bei Sotheby´s oder Christie´s ein Moderator die im zehnminütigen Rhythmus stattfindenden englischen Auktionen. Gleichzeitig können mehrere Teilnehmer in einem Chat mitbieten, bis der Moderator des Chats den Zuschlag erteilt. Der Startpreis für die ausschließlich neuen Produkte beträgt ungefähr zehn Prozent des empfohlen Verkaufspreises. Bezahlt wird per Kreditkarte, Lastschriftverfahren oder auf Rechnung. Bei „Ricardo Nonstop“ erhält der Bieter mit dem höchsten Gebot den Zuschlag zu einem im vorhinein festgelegten Zeitpunkt, an dem die Auktion ausläuft. Es werden neue Markenartikel namhafter Hersteller versteigert. Die Teilnahme an Auktionen ist für Bieter kostenlos. Der Hermes General Service leistet die gesamte Lagerhaltung und den Versand der Produkte. Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt Hermes die gesamte Lagerlogistik und die Auslieferung an die Kunden inklusive der Retouren. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446482
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