Möglichkeiten der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb mittels IT bei gleichzeitiger Standardisierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anja Winkler
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 718,2 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9054-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9054-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9054-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Winkler, Anja Juni 2005: Möglichkeiten der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb mittels IT bei gleichzeitiger Standardisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: IT-Standards, Wettbewerb, Netzeffekt, Konzeption, Information Technology
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Diplomarbeit von Anja Winkler
Zusammenfassung:
Informationen, definiert als "zweckorientiertes Wissen", sind zentraler Bestandteil einer jeden wirtschaftlichen Aktivität. Daher werden Informationen auch als vierter Produktionsfaktor angesehen.
Heute bilden nicht mehr allein die klassischen materiellen Produktionsfaktoren die Basis für Wettbewerbsvorteile, sondern vor allem Informationen bzw. das darin enthaltene Wissen. Die optimale Nutzung von unternehmensinternen und unternehmensexternen Informationen kann daher Unterschiede zwischen ansonsten gleichen Unternehmen erklären, d.h. eine Differenzierungsmöglichkeit darstellen.
Ohne Zweifel hat die Informationstechnik (IT) seit ihrer Erfindung den Umgang mit Informationen im Unternehmen entscheidend verändert. Kann sie jedoch auch Differenzierungsmöglichkeiten bieten? Kann sie Wettbewerbsvorteile schaffen? In den 1980er Jahren hätten die meisten Autoren diese Frage mit Ja beantwortet. Heute hingegen argumentiert man, nicht zuletzt aufgrund immenser Investitionssummen und enttäuschter Hoffnungen, sehr vorsichtig. Nicht wenige Autoren tendieren zu einem Nein. In Kapitel 3 wird dieser historische Prozess nachgezeichnet und so die obige Frage diskutiert.
Die Geschichte der Standards reicht bis zur industriellen Revolution zurück. Um die in der Massenproduktion auftretenden Skalenvorteile ausnutzen zu können, waren Vereinheitlichungen unabdingbar. Die ökonomische Bedeutung von Standards wurde jedoch erst mit der Verbreitung von elektronischen Geräten und insbesondere von Computern evident. Heute existiert eine fast unüberschaubare Anzahl an IT-Standards.
Da Standards im IT-Bereich so genannte Netzeffekte auf Märkten hervorrufen, führen sie zu entscheidenden Veränderungen im Wettbewerb auf solchen Märkten.
Aus diesen einführenden Gedanken ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Wie können sich Unternehmen relativ zu ihren Konkurrenten mittels IT differenzieren, wenn IT-Standards allgegenwärtig sind, zur Vereinheitlichung zwingen und Differenzierungsmöglichkeiten vernichten?
In Kapitel 2 werden Arbeitsdefinitionen für die Begriffe Wettbewerb, Differenzierung, Strategie und (nachhaltiger) Wettbewerbsvorteil eingeführt. Neben den einzelnen Definitionen wird eine eigenständige Argumentation für den Zusammenhang zwischen den vier Begriffen erarbeitet.
Auf Kapitel 2 aufbauend, stellt Kapitel 3 zahlreiche Konzepte für Differenzierungsmöglichkeiten mittels Informationstechnik in einer zeitlichen Reihenfolge vor. Beginnend mit der Darstellung der Entwicklung vor 1980 werden nachfolgend verschiedene Konzeptionen der 1980er, 1990er Jahre und ab dem Jahr 2000 bis heute vorgestellt, wobei jeweils in Darstellung und Analyse unterschieden wird. Das Kapitel endet mit einer Übersicht der gewonnenen Ergebnisse, indem die Entwicklung der Informationstechnik von einem Mittel zur Kostensenkung bis hin zu einer Infrastrukturtechnologie zusammengefasst wird. Zudem werden alle Konzeptionen in Tabellenform kompakt aufgelistet.
Die Darstellung der Beeinflussung von IT-Standards auf Differenzierungsmöglichkeiten mittels IT erfolgt in Kapitel 4. Zu Beginn wird der bereits angesprochene Widerspruch zwischen Differenzierung und Standardisierung vertieft und für die nachfolgenden Betrachtungen auf Nicht-IT-Unternehmen eingeschränkt. Hierunter werden alle diejenigen Unternehmen verstanden, deren Kerngeschäft nicht in der Herstellung von Soft- und Hardware sowie Kommunikationsnetzen liegt.
Anschließend werden Definitionen für die Begriffe Standard, Kompatibilität und Standardisierung erarbeitet. Der Schwerpunkt des Kapitels liegt auf dem folgenden Abschnitt, welcher die Besonderheiten der Nachfrage nach Standards im IT-Bereich thematisiert. Hierbei wird auf die Entstehung von Netzeffekten, auf Transaktions- und Wechselkosten, Entscheidungen unter Unsicherheit sowie auf die Bedeutung von lock-in-Effekten im Zusammenhang mit IT-Standards eingegangen. Das Kapitel endet mit einer Diskussion der Ergebnisse.
Mit einem Ausblick in Kapitel 5 endet die Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | II | |
| DARSTELLUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | IT DIFFERENZIERUNG UND IT STANDARDISIERUNGEINE PROBLEMDARSTELLUNG | 1 |
| 2. | BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN | 3 |
| 2.1 | Wettbewerb, Differenzierung, Strategie und Wettbewerbsvorteil - eine Darstellung im Zusammenhang | 3 |
| 2.2 | Was beinhaltet IT? | 9 |
| 3. | DARSTELLUNG UND ANALYSE VON KONZEPTEN ZU DIFFERENZIERUNGSMÖGLICHKEITEN MITTELS IT | 11 |
| 3.1 | Darstellung der Entwicklungen bis 1980 | 11 |
| 3.2 | Konzepte aus den 1980er Jahren | 13 |
| 3.2.1 | Das multilevel framework im Konzept von PARSONS (1983) | 13 |
| 3.2.2 | Der double linkage of IT im Konzept von ROCKART/ SCOTT MORTON (1984) | 15 |
| 3.2.3 | Das strategic grid im Konzept von MCFARLAN (1984) | 16 |
| 3.2.4 | Wettbewerbsvorteile durch Beeinflussung der Kosten oder Faktoren der Einzigartigkeit im Konzept von PORTER und PORTER/ MILLAR (1985) | 20 |
| 3.2.5 | Der Versuch einer theoretischen Fundierung im Konzept von BAKOS/ TREACY (1986) | 24 |
| 3.2.6 | Internally und externally focused applications im Konzept von CLEMONS (1986) | 27 |
| 3.2.7 | Wettbewerbsvorteile durch IOS im Konzept von JOHNSTON/ VITALE (1988) | 29 |
| 3.2.8 | Zusammenfassende Beurteilung | 31 |
| 3.3 | Konzepte aus den 1990er Jahren | 32 |
| 3.3.1 | Vier Strategietypen im Konzept von CECIL/ GOLDSTEIN (1990) | 33 |
| 3.3.2 | IT verstärkt structural differences im Konzept von CLEMONS/ ROW (1991) | 34 |
| 3.3.3 | IT als enabler im Konzept des business process reengineering (1993/ 1994) | 37 |
| 3.3.4 | Nachhaltigkeit durch managerial IT skills im Konzept von MATA/ FUERST/ BARNEY (1995) | 38 |
| 3.3.5 | Zusammenfassende Beurteilung | 41 |
| 3.4 | Konzepte ab dem Jahr 2000 | 44 |
| 3.4.1 | Dynamic synchronization im Konzept von PRAHALAD/ KRISHNAN (2002) | 45 |
| 3.4.2 | IT as a commodity im Konzept von CARR (2003) | 46 |
| 3.5 | Kostenreduktion bis Infrastrukturtechnologie - ein Gesamtfazit zum Verständnis der IT | 50 |
| 4. | EINFLUSS DER STANDARDISIERUNG AUF DIFFERENZIERUNGSMÖGLICHKEITEN MITTELS IT | 54 |
| 4.1 | Darstellung des Problembereiches | 54 |
| 4.2 | Standard, Kompatibilität und Standardisierung - eine Begriffsklärung | 57 |
| 4.2.1 | Definitionen | 57 |
| 4.2.2 | Zur Klassifikation von Standards | 59 |
| 4.2.3 | Vor und Nachteile von Standardisierungsprozessen | 61 |
| 4.3 | Besonderheiten der Nachfrage nach Standards | 63 |
| 4.3.1 | Die Erzielung von Größenvorteilen durch Netzeffekte | 63 |
| 4.3.2 | Standards und Transaktionskosten | 64 |
| 4.3.3 | Vorteile durch Intensivierung des Wettbewerbs unter IT Anbietern | 65 |
| 4.3.4 | Vermeidung von Wechselkosten und lock ins | 66 |
| 4.3.5 | Entscheidungen unter Unsicherheit | 67 |
| 4.4 | Diskussion der Ergebnisse | 69 |
| 5. | AUSBLICK | 72 |
| ANHANG | 73 | |
| ANHANG I: DAS CUSTOMER RESOURCE LIFE CYCLE MODEL VON IVES/ LEARMONTH | 73 | |
| ANHANG II: WETTBEWERBSVORTEILE DURCH IOS NACH JOHNSTON/ VITALE | 74 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 76 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 87 |
indem sie eine kostengünstige und schnelle Übermittlung von Verkaufsdaten gestatten.66 Das komplette Konzept befindet sich im Anhang II. Analyse Unternehmensübergreifende IT-Systeme, sprich IOS, werden bereits in den Konzepten von PARSONS, MCFARLAN sowie CASH/ KONSYNSKI und indirekt bei PORTER/ MILLAR67 erwähnt. JOHNSTON/ VITALE jedoch stellen IOS erstmals allein in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu Wettbewerbsvorteilen mittels IT. In einem Artikel von CASH/ KONSYNSKI aus dem Jahre 1985 finden sich bereits zahlreiche Anmerkungen zur strategischen Relevanz von IOS, jedoch keine systematische Erklärung für Wettbewerbsvorteile. Wie IOS Wettbewerbsvorteile schafft, wird durch Aufzählungen zu den Faktoren nach BAKOS/ TREACY zu verdeutlichen versucht. Hierbei handelt es sich jedoch um eine scheinbar willkürliche Auflistung von allgemeinen Beispielen und solchen aus praktischen Erfahrungen. Dadurch gelingt es JOHNSTON/ VITALE zwar die strategische Bedeutung von IOS aufzuzeigen, jedoch kann nicht von einem theoretisch schlüssigen Gesamtkonzept gesprochen werden. Dies schon deshalb nicht, weil eine Aufzählung nie vollständig sein kann (1+n-Problematik) und auch nicht zur theoretischen Fundierung einer These geeignet ist. [...]
Wettbewerbsstrategie stehen, so der Autor. Ebenso braucht es Zeit, um Barrieren aufzubauen, die Konkurrenten daran hindern, die Applikation zu kopieren. Ohne Schutz hat eine IT-Anwendung keine strategische Bedeutung. Patente, Größen- und Verbundvorteile, fortlaufende Innovationen und überlegene Erfahrungen im IT-Bereich dienen als mögliche Imitationsbarrieren.62 Analyse Dem Autor gelingt es, genauere Bedingungen anzuführen, unter denen IT Wettbewerbsvorteile produziert. Die Unterscheidung in internally und externally focused applications trägt dem Ansatz Rechnung, dass Wettbewerbsvorteile nur möglich sind, wenn sie zu einer besseren Positionierung in einem attraktiven Markt (market-based view) oder zu einzigartigen Unternehmensressourcen (resource-based view) führen. Neu ist insbesondere der ausdrückliche Hinweis auf die Strategiekonformität jeder ITAnwendung. Ebenso wird der Aspekt der Nachhaltigkeit erstmals in CLEMONS Konzept [...]
Darstellung CLEMONS merkt an, dass für den Nachweis von Wettbewerbsvorteilen mittels IT in der Literatur immer die gleichen prominenten Unternehmensbeispiele angeführt werden.60 Er bejaht zwar die Existenz von Wettbewerbsvorteilen mittels IT, ist jedoch der Meinung, dass diese oftmals Unfälle waren und die strategische Bedeutung der IT im Unternehmen keinesfalls erkannt wurde. In der Literatur vermisst er zudem Konzepte, die Faktoren für IT-getriebene Wettbewerbsvorteile bestimmen, denn die Auswirkungen der Informationstechnik sind keinesfalls immer positiv bzw. führen zwangsläufig zu Wettbewerbsvorteilen. Manche IT-Innovationen werden vom Markt abgelehnt, andere können kopiert werden und schaffen nicht einmal first-mover advantages. Es gibt jedoch auch IT-Innovationen, die kopiert werden können und dennoch zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen beim Innovator führen. Um diese Phänomene fundierter erklären zu können, unterteilt CLEMONS IT-Anwendungen in externally und internally focused applications. Letztere dienen innerhalb eines Unternehmens zur Kostenreduktion oder Qualitätsverbesserung. Sie haben keine Schnittstellen zu den Stakeholdern. Extern fokussierte Anwendungen hingegen werden von Kunden, Lieferanten u.a. genutzt und führen zu Wertsteigerungen. Externally focused applications generieren einen Wettbewerbsvorteil, wenn Folgendes gilt: Sie schaffen einen zusätzlichen Nutzen für den Kunden, bspw. in Form niedrigerer Transaktionskosten oder einer höheren Kundenzufriedenheit. Sie führen zu einem zusätzlichen Nutzen für das Unternehmen und zwar in Form eines größeren Marktanteils und Gewinns. CLEMONS betont in diesem Zusammenhang, dass jede IT-Anwendung im Einklang mit der [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832490546
Arbeit zitieren:
Winkler, Anja Juni 2005: Möglichkeiten der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb mittels IT bei gleichzeitiger Standardisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
IT-Standards, Wettbewerb, Netzeffekt, Konzeption, Information Technology



