Mögliche Wirkungen der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs auf den Wettbewerb im Linienflugverkehr
Unter Berücksichtigung der U.S.-amerikanischen Erfahrungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Lars Evermann
- Abgabedatum: März 1995
- Umfang: 153 Seiten
- Dateigröße: 9,3 MB
- Note: 1,2
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4260-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4260-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4260-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Evermann, Lars März 1995: Mögliche Wirkungen der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs auf den Wettbewerb im Linienflugverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Europäischer Binnenmarkt, Wettbewerb, Personenluftverkehr, Liberalisierung, Wettbewerbspolitik
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Diplomarbeit von Lars Evermann
Einleitung:
Unter Wettbewerb wird der wirtschaftliche Leistungskampf auf Märkten verstanden. Aus ökonomischer Sicht kommt dem Wettbewerb die Aufgabe der Gewährleistung einer guten Marktversorgung ZU. Die Versorgung des Marktes wird dadurch erreicht, daß die Unternehmer angehalten werden ihr Angebot an den Konsumpräferenzen auszurichten (Steuerungsfunktion). Dabei besteht der Anreiz Produktionsverfahren anzuwenden, die die Effizienz des Faktoreinsatzes maximieren (Allokationsfunktion) und technischen Fortschritt in der Form von kostengünstigeren Produktionsmöglichkeiten oder überlegenen Produkten zu entwickeln (Innovationsfunktion). Weiterhin gewährleistet der Wettbewerb die optimale Anpassung der Marktteilnehmer an die Datenveränderungen einer dynamischen Wirtschaft (Anpassungsfunktion). Schließlich wird mit Wettbewerb eine leistungsgerechte Einkommensverteilung (Verteilungsfunktion) und die Kontrolle und Begrenzung wirtschaftlicher Macht erreicht (Kontrollfunktion). Aufgrund dieser Funktionen kommt dem Wettbewerb in der sozialen Marktwirtschaft eine zentrale Stellung als Organisationsprinzip der Wirtschaft zu. Nur in den Fällen, in denen Wettbewerb auch durch Maßnahmen der Wettbewerbspolitik nicht gesichert werden kann, ist er durch ein regulatorisches Organisationsprinzip zu ersetzen.
Mit der Entwicklung des Wettbewerbsgesetzes haben sich Ausnahmebereiche gebildet, in den man nicht von der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs ausgegangen ist. Diese Branchen wurden von der Anwendung des Wettbewerbsrechts ausgenommen, da man einen Verdrängungswettbewerb mit anschließender Monopolisierung befürchtet. Hierzu wurden die privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen durch staatlich regulierte Gesellschaften ersetzt. Typische Beispiele dieser Ausnahmebereiche sind neben dem Verkehrswesen die Telekommunikation und die Stromversorgung.
Im Luftverkehr kam für lange Zeit der staatlich dominierten Lufthansa die Rolle des regulierten Unternehmens zu. Im Inlandsverkehr bestand zwar die Möglichkeit privater Konkurrenz, diese wurde jedoch aufgrund von Benachteiligungen bei der Streckenwahl nie realisiert. Im Bereich des internationalen Flugverkehrs nahm die Lufthansa alle deutschen Verkehrsrechte wahr und hatte damit eine Monopolstellung.
Erst in Verbindung mit der Deregulierung des amerikanischen Inlandsflugverkehrs wurde die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs wieder in Erwägung gezogen. Aufgrund schlechter Marktergebnisse der regulierten amerikanischen Unternehmen kam es zur Einführung des Wettbewerbs zwischen den Airlines. Grundlage des Wettbewerbs war dabei die Theorie der contestable markets, die von der Funktionsfähigkeit des Wettbewerb bei freiem Markteintritt- und Marktaustritt ausging. Aufgrund der Mobilität des Verkehrsmittels Flugzeug, schien dieses im Luftverkehr gegeben zu sein.
Für Europa spielte die Überlegung der Einführung des Wettbewerbs im Zuge der bilateral gewährten Verkehrsrechte eine Rolle. Vertraten zwei Länder eine liberale Luftverkehrspolitik, so konnten sie Wettbewerb im Verkehr zwischen ihren Ländern zulassen. Zunächst konnten einge Länder die Abkehr vom gewohnten Regulierungssystem verhindern. Mit der Vollendung des europäischen Binnenmarktes besteht die Dienstleistungsfreiheit aber auch für den Luftverkehr. Daher wird allen europäischen Luftverkehrsunternehmen eine freie Strecken-, Kapazitäts und Tariffestsetzung gewärt.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist die Analyse des Prozesses der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrsmarktes. Dazu wird im Rahmen dieser Arbeit zunächst auf die Theorie der Regulierung und die historische Entwicklung des Regulierungssystems eingegangen. Eine ausführliche Behandlung erfahren die Schritte der amerikanischen Deregulierungspolitik und ihre Auswirkungen. Die Folgen der Deregulierung werden unter den Aspekten der Veränderung der Marktstruktur und der Entwicklung des Wettbewerbs diskutiert. Schließlich werden die Wohlfahrtswirkungen der amerikanischen Deregulierung dargestellt, hiermit verbunden ist jeweils auch die Berücksichtigung empirischer Daten.
Im Hauptteil der Arbeit wird auf die Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs eingegangen. Ziel ist dabei zunächst eine Darstellung der Wettbewerbsentwicklungen, bei der die Frage der Angreifbarkeit des Marktes eine wichtige Rolle spielt. Darauf aufbauend wird eine Branchenstruktur des Luftverkehrs mit Hilfe der Strukturanalyse von Porter untersucht. Anschließend wird ein Überblick über die strategischen Ausrichtungsmöglichkeiten der Gesellschaften gegeben, die um eine Beschreibung der Ausgangssituationen der einzelnen Airlines ergänzt wird. Den Abschluß bildet die Darstellung empirischer Daten, mit denen mögliche Wohlfahrtsgewinne der Liberalisierung abgeschätzt werden können.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Die Darstellung der Regulierung im Linienflugverkehr | 1 |
| 1. | Einführung | |
| 1.1 | Problemabgrenzung | 3 |
| 1.2 | Einführung in die Ökonomie des Luftverkehrs | 4 |
| 2. | Die Theorie der Regulierung | 7 |
| 2.1 | Begründung der Regulierung | 7 |
| 2.2 | Staatliche Regulierungsmaßnahmen | 11 |
| 2.2.1 | Definition von Regulierungsmaßnahmen | 11 |
| 2.2.2 | Regulierungsmaßnahmen in der Bundesrepublik und den USA | 12 |
| 2.3 | Auswirkung der Regulierung | 13 |
| 2.4 | Die positive Regulierungstheorie | 15 |
| 3. | Regulierungsmaßnahmen im Personenluftverkehr | 17 |
| 3.1 | Die multilateralen Regulierungsmaßnahmen | 17 |
| 3.1.1 | Die historische Entwicklung der Regulierung der Luftfahrt | 17 |
| 3.1.2 | Regulierung aus Sicht der Kartelltheorie | 20 |
| 3.2 | Regulierungen durch bilaterale Verträge | 21 |
| 3.3 | Regulierungen im inner-amerikanischen Luftverkehr | 23 |
| 3.3.1 | Die Entwicklung der Regulierungsmaßnahmen im inneramerikanischen Luftverkehr | 23 |
| 3.3.2 | Die Auswirkungen der Regulierungsmaßnahmen im inneramerikanischen Luftverkehr | 24 |
| II. | Die Entwicklung der Deregulierung des U.S.-amerikanischen Luftverkehrs | 27 |
| 4. | Die Deregulierung des U.S.-amerikanischen Luftverkehrs | 29 |
| 4.1 | Regulierung vs. Deregulierung | 29 |
| 4.1.1 | Die Kosten der Regulierung | 29 |
| 4.1.2 | Die Theorie der „contestable markets“ als theoretische Grundlage für die Deregulierung im Verkehr | 32 |
| 4.2 | Deregulierungsschritte auf dem Luftverkehrsmarkt der USA | 33 |
| 4.2.1 | Deregulierung des inner-amerikanischen Luftverkehrs | 34 |
| 4.2.2 | Internationale Auswirkungen der amerikanischen Deregulierungspolitik | 35 |
| 5. | Auswirkungen der amerikanischen Deregulierungsmaßnahmen | 39 |
| 5.1 | Veränderungen des Flugangebots | 39 |
| 5.1.1 | Entwicklung der Flugpreise | 40 |
| 5.1.2 | Entwicklung des Streckennetzes | 44 |
| 5.1.3 | Entwicklung der Sicherheit des Flugverkehrs | 46 |
| 5.2 | Strukturelle und strategische Markteintrittsbarrieren | 49 |
| 5.2.1 | Die Möglichkeit des Markteintritts und strukturelle Markteintrittsbarrieren | 49 |
| 5.2.2 | Ausnutzung von Marktmacht und Konzentrationstendenzen zur Schaffung strategischer Markteintrittsbarrieren | 55 |
| 5.3 | Entwicklung wichtiger Kennziffern | 62 |
| 5.3.1 | Entwicklung der Produktivität | 63 |
| 5.3.2 | Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt | 64 |
| III | Die Entwicklung der Liberalisierung im europäischen Luftverkehr | 69 |
| 6. | Die Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs | 71 |
| 6.1 | Luftverkehr und das Recht der europäischen Gemeinschaft | 71 |
| 6.2 | Die Liberalisierungsschritte im europäischen Luftverkehr | 73 |
| 6.3 | Luftverkehr im Europäischen Wettbewerbsrecht | 75 |
| 7. | Mögliche Auswirkungen der Liberalisierung auf den Wettbewerb in Europa | 77 |
| 7.1 | Die Marktstruktur des europäischen Luftverkehrs | 77 |
| 7.1.1 | Die Ausgangssituation der europäischen Luftverkehrsliberalisierung | 78 |
| 7.1.2 | Die Angreifbarkeit der Märkte | 80 |
| 7.1.3 | Konzentration und die Möglichkeit des Markteintritts | 85 |
| 7.2 | Darstellung möglicher Unternehmensstrategien im Luftverkehr | 87 |
| 7.2.1 | Strukturanalyse des Luftverkehrs | 87 |
| 7.2.2 | Mögliche Veränderungen der Unternehmensstrategien | 89 |
| 7.2.3 | Strategische Ausrichtung der ehemaligen fiag-carrier | 100 |
| 7.2.4 | Kosten und Erlöse der europäischen Airlines | 107 |
| 7.3 | Die Entwicklung im Zuge der Liberalisierung | 108 |
| 7.3.1 | Die Entwicklung der Tarife | 108 |
| 7.3.2 | Die Entwicklung der Effizienz | 110 |
| 8. | Zusammenfassung und Ausblick | 113 |
| A. | Anhang | 115 |
| A.1 | Die Besonderheitenlehre des Verkehrs | 115 |
| A.2 | Herleitung des Averch-Johnson-Modells | 116 |
| A.3 | Die acht Freiheiten des Luftverkehrs | 117 |
| A.4 | Auszug aus dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen | 118 |
| A.5 | Auszug aus dem Luftverkehrsgesetz | 119 |
| A.6 | Gegenüberstellung der Kosten und der Flugtarife für 30 Städtepaare | 122 |
| A.7 | Beispiel für den Margentarif im „Memorandum of Understanding“ | 124 |
| A.8 | Die hubs und die Marktanteile der beiden größten Fluggesellschaften | 125 |
| A.9 | Prdatory pricing zum Aufbau einer Reputation | 126 |
| A.10 | Begrenztes Budget als Ursache predatory pricing | 128 |
| A.11 | Unbekannte Kostensituation und predatory pricing | 130 |
| A.12 | Kategorien der Europäischen Flughäfen | 132 |
| A.13 | Auszug aus dem Vertrag zur Gründung der EWG | 133 |
| Literaturverzeichnis | 13 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832442606
Arbeit zitieren:
Evermann, Lars März 1995: Mögliche Wirkungen der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs auf den Wettbewerb im Linienflugverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Europäischer Binnenmarkt, Wettbewerb, Personenluftverkehr, Liberalisierung, Wettbewerbspolitik



