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Mögliche Auswirkungen des Treibhausgasemissionshandels von kleinen und mittleren Unternehmen auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank

Mögliche Auswirkungen des Treibhausgasemissionshandels von kleinen und mittleren Unternehmen auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Schröter
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 638,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Staatliche Studienakademie Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8345-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8345-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8345-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröter, Matthias Mai 2004: Mögliche Auswirkungen des Treibhausgasemissionshandels von kleinen und mittleren Unternehmen auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreditwürdigkeitsprüfung, Kreditvergabe, Risikomanagement, Rating, Umweltmanagement

Diplomarbeit von Matthias Schröter

Problemstellung:

Gletscherschmelze, extreme Sommer, Meeresspiegelanstieg - die negativen Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffektes werden immer deutlicher sichtbar. Negativ betroffen vom zunehmenden Klimawandel sind zum großen Teil die ärmsten Erdregionen. Demzufolge stellt die Bekämpfung des Klimawandels eine bedeutende Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar. Große Teile der internationalen Staatengemeinschaft erkennen mittlerweile die Notwendigkeit einer Treibhausgasreduktion an. Der Umweltpolitik stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, die zur Erreichung dieses Zieles beitragen können. Ein marktwirtschaftliches Instrument ist der Emissionshandel, dessen Vorzüge in der ökonomischen Theorie breit diskutiert worden sind. Bisher existieren jedoch kaum praktische Erfahrungen.

Nach langen politischen Verhandlungen startet am 01. Januar 2005 in der EU der Handel mit Treibhausgasemissionsberechtigungen auf Unternehmensebene.Auf die teilnehmenden Emittenten kommt eine Reihe von Veränderungen zu, denn die bisher für die Unternehmen kostenfreie Emission von Treibhausgasen bekommt einen auf Märkten bestimmten Preis. Der herkömmliche Aufgabenbereich der Unternehmen wird somit um ein Treibhausgasmanagement ergänzt werden müssen.

An den Geschäftsbanken wird diese Entwicklung nicht spurlos vorüber gehen. Sie sind zwar derzeit nicht direkt zur Teilnahme am Emissionshandelssystem verpflichtet, haben jedoch als Kapitalgeber der in das Handelssystem einbezogenen Unternehmen ein besonderes Interesse an den veränderten Rahmenbedingungen, die sich für ihre Kunden ergeben. Die Chancen und Risiken des Emissionshandels auf Seiten der Unternehmen werden insbesondere auf das Kreditgeschäft Auswirkungen haben.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie sich die Teilnahme von kleinen und mittleren Unternehmen am Treibhausgasemissionshandelssystem (TEHS) in Deutschland auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank auswirken kann.

Es stellt sich die Frage, inwiefern sich aus den veränderten Rahmenbedingungen der Unternehmen ein Handlungsbedarf bzw. ein Geschäftsfeld für eine Bank ergibt. Das Ziel hierbei ist insbesondere, den Bedarf und die Ausgestaltung einer um die neuen Risikokomponenten erweiterten Kreditwürdigkeitsprüfung zu ermitteln. Ebenso gilt es herzuleiten, inwiefern sich durch die Teilnahme der Unternehmen am TEHS neue Beratungs- und Geschäftsansätze im Kreditbereich einer Geschäftsbank ergeben.

Dabei werden ausgehend von der Definition der wichtigsten Begriffe zunächst das Wesen und die Merkmale des Emissionshandels beschrieben. Danach wird der umweltökonomische Hintergrund erläutert und der umweltpolitische Entstehungsprozess skizziert. Augenmerk wird insbesondere auf die konkrete Ausgestaltung des TEHS gelegt. Im Anschluss daran wird der Emissionshandel als unternehmerische Herausforderung dargestellt, wobei der Schwerpunkt in der Implementierung eines Treibhausgasmanagementsystems liegt. Es werden verschiedene Handlungsoptionen der Unternehmen beschrieben und die sich daraus ergebenden verschiedenen Risiken dargestellt, wobei zu fragen ist, inwiefern diese Risiken gemindert werden können. Darauf aufbauend wird die neue Risikosituation auf Seiten der Unternehmen auf das Kreditgeschäft übertragen. Hierbei wird insbesondere auf die Kreditwürdigkeitsprüfung eingegangen. Dazu werden Überlegungen zu einer möglichen Erweiterung der Prüfung um die Aspekte des Treibhausgasmanagements angestellt.

Des weiteren wird die Finanzierung der durch das TEHS induzierten Investitionen als potentielles Geschäftsfeld für Geschäftsbanken dargestellt. Einige Anmerkungen zu den Zusatzdienstleistungen im Kreditgeschäft schließen die Betrachtungen ab.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung: Veränderte Rahmenbedingungen 1
1.2 Zielsetzung, Aufbau und Schwerpunkte der Arbeit 1
1.3 Begriffserläuterungen 3
1.3.1 Emissionshandel 3
1.3.2 Kleine und mittlere Unternehmen 3
1.3.3 Der anthropogene Treibhauseffekt 4
2. Wesen und Merkmale der Ausgestaltung des Emissionshandels 6
2.1 Umweltökonomischer Hintergrund des Emissionshandels 6
2.1.1 Die Internalisierung externer Effekte als Ziel der Umweltpolitik 6
2.1.2 Einordnung des Emissionshandels in das umweltpolitische Instrumentarium 7
2.1.3 Prinzipielle Funktionsweise 7
2.1.4 Der Grundgedanke von projektbasierten Kompensationen 10
2.2 Umweltpolitischer Hintergrund 11
2.2.1 Internationaler politischer Entwicklungsprozess 11
2.2.2 Der Emissionshandel in der EU 13
2.2.3 Rechtliche Grundlagen des Emissionshandels in Deutschland 13
2.3 Ausgestaltung des EU-Emissionshandels 14
2.3.1 Teilnehmer am TEHS 15
2.3.1.1 Festlegung der Teilnehmer am TEHS 15
2.3.1.2 Zahl der Teilnehmer am TEHS 16
2.3.1.3 Betroffenheit der KMU 16
2.3.2 Ausgestaltung der Zertifikate 18
2.3.3 Zuteilung der Zertifikate 18
2.3.4 Organisation des TEHS in Deutschland 20
2.3.5 Intertemporale Flexibilität 21
2.3.6 Sanktionsmechanismen 22
2.3.7 Einbindung von projektbasierten Kompensationen in das TEHS 22
3. Der Emissionshandel als unternehmerische Herausforderung 24
3.1 Implementierung eines Treibhausgasmanagements 24
3.1.1 Definition eines Treibhausgasmanagements 24
3.1.2 Die Aufgaben des Bereitstellungsmanagements 25
3.1.2.1 Emissionsquantifizierung und –prognose 25
3.1.2.2 Identifikation und Bewertung von Minderungsoptionen 25
3.1.2.3 Prognose des Zertifikatepreises 28
3.1.2.4 Strategiebestimmung 29
3.1.2.4.1 Unterscheidung zweier Ausgangssituationen 29
3.1.2.4.2 Bestimmung der Handlungsmöglichkeiten 30
3.1.2.4.3 Festlegung und Operationalisierung einer Bereitstellungsstrategie 32
3.1.3 Das THG-Risikomanagement 33
3.1.3.1 Risiken aus dem TEHS 33
3.1.3.1.1 Systematisierung der Risiken aus dem TEHS 33
3.1.3.1.2 Preisrisiken 34
3.1.3.1.3 Mengenrisiken 35
3.1.3.1.4 Kostenrisiken 36
3.1.3.1.5 Sonstige Risiken 36
3.1.3.2 Definition und Aufgaben des THG-Risikomanagements 37
3.1.3.3 Risikosteuerung über risikopolitische Instrumente 38
3.1.3.3.1 Risikovermeidung 38
3.1.3.3.2 Risikominderung 38
3.1.3.3.3 Risikodiversifikation 39
3.1.3.3.4 Risikovorsorge 40
3.1.3.3.5 Risikoüberwälzung 40
3.2 Das Treibhausgasmanagement in KMU 41
3.2.1 Betriebswirtschaftliche Besonderheiten der KMU 41
3.2.1.1 Fehlende Spezialisierung 41
3.2.1.2 Finanzielle Restriktionen 43
3.2.2 Informations- und Vorbereitungsstand der KMU 44
4. Mögliche Auswirkungen auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank 45
4.1 Die Bank als Stakeholder des Unternehmens 45
4.2 Die Bewertung des THG-Managements im Rahmen der Kreditwürdigkeitsanalyse 47
4.2.1 Zum Verständnis von Kreditrisiko 47
4.2.2 Beeinflussung des Kreditrisikos durch die veränderten Rahmenbedingungen auf Seiten der Unternehmen 48
4.2.2.1 Verknüpfung der neuen Risikosituation mit dem Kreditrisiko 48
4.2.2.2 Anwendungsbeispiel A 49
4.2.2.3 Anwendungsbeispiel B 50
4.2.3 Charakteristik der Kreditwürdigkeitsprüfung 51
4.2.3.1 Definition und Ziel der Kreditwürdigkeitsprüfung 51
4.2.3.2 Klassischer Inhalt und Ablauf der Kreditwürdigkeitsprüfung 52
4.2.4 Überlegungen zu den Möglichkeiten der Erweiterung der Kreditwürdigkeitsanalyse 53
4.2.5 Erweiterung der Kreditwürdigkeitsprüfung durch die „Checkliste Emissionshandel“ 54
4.2.6 Entwurf der „Checkliste Emissionshandel“ 55
4.2.6.1 Vorbemerkung zur Beurteilungsmethode und Gestaltung 55
4.2.6.2 Ermittlung der Betroffenheit 56
4.2.6.3 Über-/Unterdeckung 56
4.2.6.4 Emissionsprognosen 56
4.2.6.5 Emissionsanstieg 57
4.2.6.6 Politische Perspektive 57
4.2.6.7 Informationsstand 58
4.2.6.8 Organisation 58
4.2.6.9 Emissionsinventar 59
4.2.6.10 Identifikation von Minderungsoptionen 59
4.2.6.11 Bewertung von Minderungsoptionen 60
4.2.6.12 Einbeziehung von Emissionsminderungsgutschriften 60
4.2.6.13 Marktbeobachtung 60
4.2.6.14 Bereitstellungsstrategie 61
4.2.6.15 THG-Risikomanagement 61
4.2.7 Bearbeitung und Ergebnis der „Checkliste Emissionshandel“ 61
4.3 Geschäftsoptionen im Kreditgeschäft 62
4.3.1 Neue Finanzierungsmöglichkeiten 62
4.3.1.1 Systematisierung 62
4.3.1.2 Finanzierung eigener Minderungsmaßnahmen und des Zertifikatekaufs 63
4.3.1.3 Finanzierung einzelner JI/CDM-Projekte 64
4.3.1.4 Finanzierung von Investitionen in Carbon Funds 66
4.3.2 Einbindung öffentlicher Förderprogramme 68
4.4 Zusatzdienstleistungen im Firmenkunden-Kreditgeschäft 68
5. Fazit 69
Literaturverzeichnis IX
Anhang XVIII
Anhang A XIX
Anhang B XXI
Anhang C XXII
Anhang D XXIV
Anhang E XXV

Automatisiert erstellter Textauszug:

gegen den Ausfall von Handelspartnern oder den Wertverfall erworbener Zertifikate absichern. Derzeit entwickelt sich zudem ein Markt für Finanzderivate auf Emissionsberechtigungen.194 Bei solchen Derivaten handelt es sich um aus dem Basistitel (dies kann eine Emissionsberechtigung oder eine Emissionsminderungsgutschrift sein) abgeleitete Kontrakte.195 Im Rahmen des THG-Risikomanagements stehen dem Unternehmen u. a. Optionen und Forwards zur Absicherung des Preisrisikos zur Verfügung.196 Mit dem Kauf einer Call- (Put-)Option erwirbt der Käufer das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine bestimmte Menge an Zertifikaten für einen festgelegten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erwerben (zu verkaufen). Liegt der Marktpreis zum diesem Zeitpunkt über (unter) dem in der Option festgelegten Preis, so wird der Käufer das Recht ausüben, anderenfalls lässt er die Option verfallen.197 Forwards stellen eine Vereinbarung zwischen zwei Unternehmen dar, bei der Menge, Zeitpunkt und Preis der Lieferung von Zertifikaten festgelegt wird.198 Forwards sind Fixgeschäfte, d.h. beide Vertragspartner verpflichten sich zur Ausführung. Das Preisrisiko kann mit beiden Derivaten auf den jeweiligen Vertragspartner übertragen werden. Das Unternehmen gewinnt somit an Planungssicherheit. [...]

3.1.3.3.4 Risikovorsorge Die Risikovorsorge, die auch als Selbsttragen des Risikos bezeichnet wird, hat den Aufbau einer Reserve zum Ziel, mit der das Unternehmen den Risikoeintritt verkraften kann.187 Im Rahmen des THG-Risikomanagements kann eine Zertifikatereserve aufgebaut werden, aus der mögliche negative Abweichungen der benötigten von der prognostizierten Menge einer Periode gespeist werden können.188 Preisrisiken können auf diese Weise reduziert werden, da das Unternehmen bei einer Unterdeckung nicht von einem Zukauf der Zertifikate zu aktuellen Marktpreisen abhängig ist. Die Erfüllung der Abgabepflicht nach einer jeden Handelsperiode kann über eine Reservebildung mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllt werden.189 Der Aufbau einer solchen Reserve ist langfristig nur dann möglich, wenn keine Banking-Restriktionen existieren. Im EU-TEHS ist dies erst ab 2008 der Fall. [...]

3.1.3.3.3 Risikodiversifikation Bei der Risikodiversifikation werden mögliche Verluste durch eine Aufspaltung des Risikos auf mehrere, möglichst nicht vollständig positiv miteinander korrelierte Einzelrisiken vermindert.183 Ermittelt das Unternehmen die Korrelation verschiedener Minderungsmaßnahmen hinsichtlich der einzelnen Kosten- und Mengenrisiken, so lässt sich durch eine Durchführung mehrerer Maßnahmen im Unternehmen das Gesamtrisiko reduzieren.184 Die Risikodiversifizierung eignet sich besonders bei der Bereitstellung von Zertifikaten über die Investition in Emissionsminderungsprojekte im Rahmen von JI und CDM. Die verschiedenen Projekte besitzen unterschiedliche Ertrags-Risikoprofile, sodass bei einer Kombination verschiedener Projekte Kosten- und Mengenrisiken für das investierende Unternehmen reduziert werden können.185 Da jedoch gerade KMU nicht in der Lage sind, mehrere eigenständige Projekte selbst in vollem Umfang zu finanzieren, bietet sich hier die Investition in Projektfonds an.186 [...]

Arbeit zitieren:
Schröter, Matthias Mai 2004: Mögliche Auswirkungen des Treibhausgasemissionshandels von kleinen und mittleren Unternehmen auf das Kreditgeschäft einer Geschäftsbank, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreditwürdigkeitsprüfung, Kreditvergabe, Risikomanagement, Rating, Umweltmanagement

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