Mögliche Ansätze der Zusammenarbeit deutscher und türkischer Unternehmen unter Einsatz spezifischer Controllinginstrumente
Mit besonderem Blick auf den Finanzmarkt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hayri Ulucan
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 616,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9700-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9700-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9700-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ulucan, Hayri Juni 2005: Mögliche Ansätze der Zusammenarbeit deutscher und türkischer Unternehmen unter Einsatz spezifischer Controllinginstrumente, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internationalisierung, Marktanalyse, Konfliktmanagement, Kooperation, Türkei
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Diplomarbeit von Hayri Ulucan
Problemstellung:
Von dem Phänomen der Internationalisierung sind Unternehmen fast aller Länder, Branchen und Größenklassen betroffen. Beinahe täglich wird über Unternehmen berichtet, die Teile ihrer Produktion in Länder mit niedrigeren Arbeitskosten auslagern, den Vertrieb ihrer Produkte auf Länder mit höheren Wachstumspotenzialen ausdehnen oder strategische Kooperationen mit ausländischen Partnern eingehen. Die Fähigkeit, eine Kooperation zu managen - das heißt, sie zu gestalten, zu lenken und zu entwickeln - wird immer mehr zu einer jener Kernkompetenzen werden, die Unternehmen besitzen müssen, wenn sie in Zukunft erfolgreich überleben wollen.
Vor allem strategische Allianzen bieten eine auf den ersten Blick relativ preiswerte Möglichkeit, die wirklichen Fähigkeiten und Ressourcen des Partners und des Marktes kennen zu lernen, bevor eigene Ressourcen in großem Umfang eingesetzt werden.
Insbesondere in Deutschland, wo die konjunkturelle Schwächephase der Wirtschaft anhält und die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte stagnieren, nehmen die Begriffe Internationalisierung und strategische Allianzen für Unternehmen eine immer wichtiger werdende Rolle ein. Es ist vor allem die Aufgabe des strategischen Controlling die Risiken und Chancen des Umfeldes frühzeitig zu erkennen und der Unternehmensführung entsprechende Maßnahmen zu unterbreiten, um die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens sicher zu stellen.
Die heutige Republik Türkei, die nach dem I. Weltkrieg aus den Ruinen des Osmanischen Reichs unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk entstand, verfügt seit kurzem über eine der dynamischsten Volkswirtschaften und Gesellschaften Europas und bietet deutschen Unternehmen viele Kooperationsmöglichkeiten. Für den Präsidenten des IMF, Rodrigo de Rato, erlebt die Türkei die „Erfolgsstory des Jahrhunderts“. Durch die Reformen nach der jüngsten Wirtschaftskrise der Jahre 2000/01 hat das Land eine massive Wandlung erfahren. Dank der positiven demografischen Trends, der Aussicht auf fortgesetzte Wirtschaftsreformen und der Perspektive der EU-Mitgliedschaft ist die Türkei auf dem besten Weg, zu einem der interessantesten Märkte Europas zu werden.
Gang der Untersuchung:
Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine systematische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten weiterer Zusammenarbeit deutscher und türkischer Unternehmen. Dabei wird zuvor auf das strategische Controlling eingegangen, welches die Chancen des türkischen Marktes früh erkennen soll, um für deutsche Unternehmungen, die den strategisch bedeutsamen Schritt zur Internationalisierung gehen möchten, einen neuen Markt zu erschließen und die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens weiterhin zu gewährleisten. Es wird im Besonderen auf den Finanzmarkt eingegangen, da dieser Markt eine große Dynamik und viele Möglichkeiten von Kooperationen aufweist.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird in sechs Schritten vorgegangen.
Kapitel 2 gibt zunächst einen Überblick über die Grundlagen der Internationalisierung, von Kooperationen und des Konfliktmanagements. Dabei wird auch auf die benötigte Kompetenz des interkulturellen Denkens eingegangen, die einen wesentlichen Faktor für den Erfolg bei internationalen Kooperationen darstellt.
Das anschließende 3. Kapitel geht speziell auf die Ziele und Aufgaben des strategischen Controllings ein. Zuvor wird der Begriff „Strategie“ einleitend präzisiert und das strategische Controlling vom operativen Controlling abgegrenzt.
In Kapitel 4 werden zum besseren Verständnis der weiteren Untersuchung erst einmal aktuelle Analysen der Märkte Türkei und Deutschland durchgeführt, wobei die Analyse des türkischen Marktes den umfangreicheren Abschnitt darstellt. Es wird im Besonderen auf den Finanzmarkt und die demografischen Entwicklungen eingegangen.
Gegenstand des 5. Kapitels sind die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Nachdem die Entwicklung und die Struktur der Beziehungen aufgezeigt werden, wird auf den deutschen Marktanteil in der Türkei eingegangen und anschließend der Beitrag türkischer Unternehmen in Deutschland veranschaulicht. Ein Resümee über den ersten bilateralen Wirtschaftskongress Istanbul 2005 schließt das Kapitel ab.
Das folgende Kapitel 6 beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Zusammenarbeit deutscher und türkischer Unternehmen, wobei der Focus auf dem Finanzmarkt liegt.
Kapitel 7 liefert eine kurze Zusammenfassung und rundet die Diplomarbeit somit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Ziel und Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Internationalisierung | 3 |
| 2.1.1 | Motive der Internationalisierung | 4 |
| 2.1.2 | Formen der Internationalisierung | 5 |
| 2.2 | Kooperation | 6 |
| 2.2.1 | Strategische Allianz | 7 |
| 2.2.2 | Joint Venture | 9 |
| 2.2.3 | Partnersuche und -auswahl | 9 |
| 2.2.4 | Internationales Denken und interkulturelle Kompetenz | 11 |
| 2.3 | Konfliktmanagement | 12 |
| 2.3.1 | Konfliktvorbeugung | 12 |
| 2.3.2 | Konfliktbewältigung | 13 |
| 3. | Strategisches Controlling | 15 |
| 3.1 | Strategie-Begriff | 15 |
| 3.2 | Abgrenzung des Strategischen Controlling vom operativen Controlling | 16 |
| 3.3 | Ziele des Strategischen Controlling | 18 |
| 3.3.1 | Langfristige Existenzsicherung als übergeordnete Zielsetzung | 18 |
| 3.3.2 | Früherkennung von Risiken und Chancen | 19 |
| 3.4 | Aufgaben des Strategischen Controlling | 20 |
| 3.4.1 | Strategische Planung | 20 |
| 3.4.1.1 | Strategische Analyse | 21 |
| 3.4.1.2 | Strategiefindung | 22 |
| 3.4.1.3 | Strategiebewertung | 24 |
| 3.4.2 | Strategische Kontrolle | 25 |
| 3.4.2.1 | Kontrolle der Plangenerierung | 25 |
| 3.4.2.2 | Kontrolle der Planerreichung | 26 |
| 3.4.2.3 | Die Gap-Analyse als Planungs- und Kontrollinstrument | 27 |
| 3.4.3 | Strategische Steuerung | 29 |
| 3.4.3.1 | Szenario-Technik | 29 |
| 3.4.3.2 | Die SWOT-Analyse | 30 |
| 4. | Marktanalysen | 31 |
| 4.1 | Markt Türkei: Entwicklung, Analyse, Prognose | 31 |
| 4.1.1 | Allgemein | 31 |
| 4.1.1.1 | Politischer Hintergrund | 32 |
| 4.1.1.2 | Arbeitsmarkt und Löhne | 33 |
| 4.1.1.3 | Demographische Struktur | 34 |
| 4.1.1.4 | Bildungsstand | 35 |
| 4.1.2 | Wirtschaft | 35 |
| 4.1.2.1 | Makroökonomischer Hintergrund | 35 |
| 4.1.2.2 | Wirtschaftsstruktur | 36 |
| 4.1.2.3 | Wachstum | 37 |
| 4.1.2.4 | Inflation / Geldpolitik | 39 |
| 4.1.2.5 | Außenwirtschaft | 40 |
| 4.1.3 | Finanzmarkt | 41 |
| 4.1.3.1 | Direktinvestitionen | 41 |
| 4.1.3.2 | Privatisierungen | 42 |
| 4.1.3.3 | Bankensektor | 43 |
| 4.1.3.4 | Wertpapiermärkte | 45 |
| 4.2 | Markt Deutschland: Analyse, Prognose | 48 |
| 4.2.1 | Die wirtschaftliche Lage in Deutschland | 48 |
| 4.2.2 | Demographische Entwicklung | 49 |
| 4.2.3 | Finanzmarkt | 50 |
| 4.2.3.1 | Bankensektor | 51 |
| 4.2.3.2 | Wertpapiermärkte | 52 |
| 5. | Wirtschaftsbeziehungen Deutschland - Türkei | 53 |
| 5.1 | Übersicht | 54 |
| 5.2 | Bilaterale Handelsentwicklung und -struktur | 55 |
| 5.3 | Deutscher Marktanteil in der Türkei | 56 |
| 5.4 | Der wirtschaftliche Beitrag türkischer Unternehmer in Deutschland | 57 |
| 5.5 | Erster bilateraler Wirtschaftskongress Istanbul 2005 | 58 |
| 6. | Mögliche Ansätze der Zusammenarbeit | 59 |
| 6.1 | Übersicht | 59 |
| 6.2 | Auf dem Finanzmarkt | 60 |
| 7. | Zusammenfassung und Schlussbetrachtung | 63 |
| Literaturverzeichnis | 64 | |
| Webseitenverzeichnis | 71 |
personen ohne Arbeit. In den Städten sind weit mehr Erwerbslose registriert als in den ländlichen Regionen. Das Lohnniveau ist im Vergleich zur EU niedrig. Ein Arbeiter in der verarbeitenden Industrie erhielt nach Angaben des Statistikamtes im Jahre 2004 einen Stundenlohn von 4,6 YTL (2,60 Euro). Während öffentliche Unternehmen deutlich überdurchschnittliche Löhne zahlten, lagen die Stundenlöhne in privat geführten Unternehmen bei 4,4 YTL (2,50 Euro). Seit Anfang 2005 erhalten Arbeitnehmer ab einem Alter von 16 Jahren einen Mindestlohn von 488,70 YTL (ca. 300 Euro), der Mindestlohn wird jährlich an die Entwicklung angepasst.120 4.1.1.3 Demographische Struktur Insgesamt ist die demographische Entwicklung in der Türkei sehr förderlich für eine Wachstumsbeschleunigung. Die Bevölkerungszahl wird weiter steigen; allerdings wird sich das Bevölkerungswachstum im Laufe der Zeit verlangsamen. Die Vereinten Nationen gehen in der mittleren Variante ihrer Bevölkerungsschätzung von einem Wachstum von 1,1% pro Jahr aus (siehe Grafik 1). Noch wichtiger ist, dass die türkische Bevölkerung insgesamt noch recht jung ist – ca. 70% (Tendenz steigend) sind im erwerbstätigen Alter (15-65 Jahre). Ein rascherer Zuwachs der Erwerbsbevölkerung im Vergleich zur „abhängigen“ Bevölkerung dürfte zu einem Anstieg der Ersparnisse und Investitionen von deren derzeit moderatem Niveau führen (siehe Abb. 7).121 [...]
Das ist gelungen: Auf Grund der demokratischen Reformfortschritte, der verbesserten Lage der Menschen- und Minderheitenrechte, der Schaffung stabiler staatlicher Einrichtungen sowie Rechtsstaatlichkeit in der Türkei hat sich die EU im Dezember 2004 – nach 40 Jahren – für die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit dem Land ausgesprochen. Diese sollen im Oktober 2005 beginnen. Ein Beitritt in die Union wird frühestens zehn Jahre später erwartet.116 Im Mittelpunkt der türkischen Reformpolitik steht ebenfalls die Sanierung des Bankensystems. Über zwei Dutzend Banken sind in den letzten Jahren wegen Liquiditätsschwierigkeiten vom staatlichen Einlagensicherungsfonds (TMSF) übernommen worden. Darüber hinaus wurden eine Bankenaufsichtsbehörde (BDDK) gegründet und zahlreiche Gesetze erlassen. Die Reformen in diesem Sektor dauern immer noch an. Zusätzlich stehen noch Privatisierungen der staatlichen Banken an.117 Die Strukturreformen haben – wenn sie auch noch nicht abgeschlossen sind – die Anfälligkeit der türkischen Wirtschaft bei politischen Unsicherheiten verringert. Dank der wirtschaftspolitischen Neuerungen bewegt sich die türkische Wirtschaft auf stabilem Wachstumskurs. Auch die Privatisierung, die immer wieder ins Stocken geraten war, soll beschleunigt werden. Positiv machen sich auch die Verbesserungen im Finanzsektor bemerkbar, insbesondere die Unabhängigkeit der Zentralbank und ihr konsequenter Kampf gegen die Inflation.118 Man kann damit rechnen, dass die auf Stabilität abzielende Politik auch nach den Wahlen im Jahr 2007 fortgesetzt werden kann. Angesichts der Popularität der AKP ist eine weitere Amtszeit der amtierenden Regierung wahrscheinlich. Sollte sich aus den Wahlen 2007 allerdings eine fragmentierte Koalitionsregierung ergeben, könnte die Reformbereitschaft der Türkei leiden. Aber selbst in diesem Fall kann erwartet werden, dass die aus den EUBeitrittsverhandlungen resultierenden Verpflichtungen eine innenpolitische Zersplitterung und Schwäche verhindern.119 4.1.1.2 Arbeitsmarkt und Löhne Trotz des hohen Wirtschaftswachstums in der Türkei zeichnet sich noch keine deutliche Entspannung auf dem Arbeitsmarkt auf. Im Jahre 2004 waren noch rund 10% der Erwerbs116 117 [...]
Bevölkerung auf dem Land. Die Hauptstadt Ankara hat ca. 4 Mio. Einwohner. Wirtschaftsmittelpunkt des Landes ist Istanbul mit über 10 Mio. Einwohnern und einer jährlichen Zuwachsrate von ca. 3,3%. Es folgen Izmir mit 3,4 Mio. und Adana mit 1,9 Mio. Einwohnern.113 4.1.1.1. Politischer Hintergrund Das politische System der Türkei ist – trotz chronischer Instabilität in der Vergangenheit – nicht ungeeignet, um die notwendigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen umzusetzen. Die zentralistische Struktur (Einkammersystem, zentralisierte Bürokratie) dürfte es der Türkei erlauben, eine disziplinierte Wirtschaftspolitik zu verfolgen und Reformen durchzusetzen. Das Problem ist allerdings, dass in der Türkei trotz der institutionellen Zentralisierung in der Vergangenheit ein hoher Grad an politischer Fragmentierung bestand (siehe Abb. 3).114 Auf die Özal-Regierung in den 80er Jahren folgte eine Reihe von schwachen und gespaltenen Koalitionsregierungen; dies führte zu fehlgeleiteter Wirtschaftspolitik, finanzpolitischer Volatilität und wiederholten Wirtschaftskrisen. Im Gegensatz hierzu hat die amtierende AKPRegierung mit ihrer 2/3-Mehrheit bislang bewiesen, dass sie sowohl willens als auch in der Lage ist, wichtige Reformen durchzusetzen und wirtschaftliche Stabilisierung zu erreichen.115 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832497002
Arbeit zitieren:
Ulucan, Hayri Juni 2005: Mögliche Ansätze der Zusammenarbeit deutscher und türkischer Unternehmen unter Einsatz spezifischer Controllinginstrumente, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internationalisierung, Marktanalyse, Konfliktmanagement, Kooperation, Türkei



