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Modellierung und Teilimplementierung eines Drag & Drop Diagrammerzeugungstools im Kontext von Ad-hoc Analysesystemen

Modellierung und Teilimplementierung eines Drag & Drop Diagrammerzeugungstools im Kontext von Ad-hoc Analysesystemen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Till Degkwitz
  • Abgabedatum: Mai 2009
  • Umfang: 106 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0356-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Degkwitz, Till Mai 2009: Modellierung und Teilimplementierung eines Drag & Drop Diagrammerzeugungstools im Kontext von Ad-hoc Analysesystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Flex, Business Intelligence, Datenvisualisierung, Ad-hoc Analysesystem, Actionscript

Diplomarbeit von Till Degkwitz

Einleitung:

Das Wirtschaftsleben der heutigen Zeit ist für alle Marktteilnehmer durch hohe Komplexität und rasche Veränderungen interner und externer Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die daraus resultierenden Anforderungen an den Produktionsfaktor Information sind hierdurch in den letzten Jahren rapide gestiegen. Es ist für ein Unternehmen heutzutage von zentraler Bedeutung, dass durch die anforderungsgerechte Verarbeitung, Präsentation und Analyse von Informationen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten erworben werden können. In Zeiten des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und einem komplexen, schnellen Wettbewerbsumfeld ist es wichtig, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Um die Entwicklung einer erfolgreichen Unternehmensstrategie vorausschauend zu planen und um letztendlich einen messbaren Wettbewerbsvorteil zu gewinnen ist die strategische Wettbewerbsanalyse unerlässlich. Wichtiges Element bei der datengestützten Erkenntnisgewinnung ist die zielorientierte Visualisierung der der Analyse zugrundeliegenden Daten. Unabhängig von Art und Herkunft gilt es, diese nach den Vorstellungen des Benutzers schnell und prägnant darzustellen. Mit der Visualisierung durch Diagramme lassen sich Daten, Strukturen und Zusammenhänge graphisch darstellen. Es kann eine effizientere Analyse und Kommunikation, sowie ein verbessertes Verständnis der zu Grunde liegenden Prozesse erreicht werden. Das Aufzeigen und Erkennen von Zusammenhängen mündet somit auf lange Sicht in einer Einsparung von Kosten. Durch das sich rasch wandelnde Informationsbedürfnis betrieblicher Entscheidungsträger rückt die Entwicklung des Business Intelligence Bereiches der Ad-hoc Analysesystemen stark in den Vordergrund. ‘Leistungsstarke und grafisch-orientierte Abfragetools, die bis auf die operativen Datenbasen zugreifen können, versprechen … besonders leichten Zugriff auf relevante Informationen.’ Im Gegensatz zu Standardauswertungen, die Ergebnisse in einer vordefinierten Form liefern, liefern Ad-hoc Werkzeuge dynamisch erzeugte Auswertungen und Grafiken entsprechend den Benutzeranforderungen. Der Anwender bewegt sich hierbei frei im Datenbestand und kann mit wenigen Mausklicks beliebige Ausschnitte und Zusammenstellungen der Inhalte zur Anzeige bringen.

Ziel und Ergebnisse:

Ziel dieser Arbeit ist es, die diagrammatische Datenvisualisierung von Ad-hoc Analysesystemen der Business Intelligence zu erleichtern. Es soll dem Anwender ermöglicht werden, den Fokus der Visualisierung ausschließlich auf die Diagrammerstellung zu richten. Außerdem soll der Anwender, mit Hilfe von Drag and Drop, zielgerichtet, schnell und intuitiv arbeiten können. Im Zuge dieser Arbeit wird eine Modellierung und Teilimplementierung eines Datenvisualisierungstools vorgenommen. Die Modellierung umfasst hierbei die Definition der funktionalen Anforderungen, sowie den Entwurf der Anwendung. Die Anforderungen ergeben sich aus den Schwachstellen der aktuellen Diagrammerzeugung der Firma Marketoolz und aus einer Analyse am Markt vorhandener Business Intelligence Anbieter. Das Modell und die Anforderung einer bei Marketoolz einsatzfähigen Umsetzung bilden die Grundlage für die angestrebte Teilimplementierung, also die technische Umsetzung des erarbeiteten Modells. Das in der Umsetzung entworfenen Datenvisualisierungstool wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit als Chartbuilder bezeichnet. Die angestrebte Teilimplementierung ist als Pilotsystem zu verstehen, aus dem nach und nach der endgültige Chartbuilder hervorgehen soll. Die Teilimplementierung wird unter http://mm.marketoolz.com/ mit den entsprechenden Benutzerrechten zur Verfügung stehen. Die von Marketoolz designierte Programmiersprache zur Implementierung des Chartbuilders ist Flex 3.

Einordnung und Kontext:

Diese Arbeit ist im Bereich der Wirtschaftsinformatik der Business Intelligence zuzuordnen. Eine detaillierte Einordnung des Themas innerhalb der Business Intelligence wird in Kapitel 2.1.2 vorgenommen. Im Bereich der Informatik lässt sich diese Arbeit dem Bereich der RIAs, der Rich Internet Applications zuordnen. Der Impuls für diese Arbeit entstand im Zuge eines Praktikums bei der Firma Marketoolz, welche im Bereich der Business Intelligence bzw. der Management Informations Systeme tätig ist. Eine nähere Beschreibung der Firma wird in Kapitel 3.1 gegeben. In diesem Kontext wird auch der Einsatz einer lauffähigen Teilimplementierung stattfinden.

Vorgehensweise:

Diese Arbeit ist unterteilt in einen theoretischen Teil, Kapitel 2 bis 4, und einen praktischen Teil in Kapitel 5. Im 2. Kapitel werden zunächst die zum Verständnis dieser Arbeit notwendigen fachlichen und theoretischen Grundlagen beschrieben. In Kapitel 3 folgt daraufhin eine Ist-Analyse der bisherigen Diagrammerzeugung bei Marketoolz anhand eines Anwendungsbeispiels. Anschließend werden eine Schwachstellenanalyse und ein aus den Schwachstellen resultierendes Anforderungsprofil erstellt. Dieses Anforderungsprofil dient als Grundlage für die dann folgende Analyse vorhandener Business Intelligence Anwendungen mit Fokus auf die Diagrammerzeugung. Danach wird in Kapitel 3.6 ein Anforderungskatalog entworfen. In Kapitel 4 wird aus dem zuvor entworfenen Anforderungskatalog das Anwendungssystem entwickelt, welches in Kapitel 5 praktisch umgesetzt wird. Abschließend folgt in Kapitel 6 eine Schlussbetrachtung, in der die vorliegende Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf Weiterentwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten gegeben wird.

Konventionen:

Da sich diese Arbeit auf eine Teilimplementierung des Chartbuilders beschränkt, wird ein Testing nur insofern vorgenommen, als dass alle bisherigen Diagramme von Marketoolz mit dem Chartbuilder darstellbar und modifizierbar sein sollten. Auch eine Fehlerbehandlung der Anwendung wird nur eingeschränkt durchgeführt. Quellcode wird innerhalb dieser Arbeit mit einer grauen Einrahmung hervorgehoben. Die Syntaxhervorhebung des Quellcodes entspricht der des Flex Builders 3. Für die Teilimplementierung des Diagrammerzeugungstools wird das Flex SDK 3.1, der BlazeDS Server in der Version 3-0-0-544 und Cairngorm Version 2.2.1 verwendet. Für die Modellierung der Software wird UML in der Version 2.0 verwendet. Aus Gründen der Geheimhaltung sind die Achsenwerte innerhalb von Abbildungen der diagrammatischen Datenvisualisierung von Marketoolz unkenntlich gemacht.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
TABELLENVERZEICHNIS VII
QUELLCODEVERZEICHNIS VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IX
1. EINLEITUNG 1
1.1 Motivation 1
1.2 Ziel und Ergebnisse 2
1.3 Einordnung und Kontext 2
1.4 Vorgehensweise 3
1.5 Konventionen 3
2. GRUNDLAGEN 4
2.1 Wirtschaftsinformatische Grundlagen 4
2.1.1 Business Intelligence 4
2.1.2 Teilbereiche der Business Intelligence und Einordnung dieser Arbeit 6
2.1.3 Ad-hoc Analysesysteme 8
2.2 Grundlagen der Datenvisualisierung 10
2.2.1 Allgemeine Grundlagen 10
2.2.2 Tabellarische Visualisierung 11
2.2.3 Diagrammatische Visualisierung 13
2.3 Technische Grundlagen 19
2.3.1 Flex 3 19
2.3.2 ActionScript 21
2.3.3 JavaScript 22
2.3.4 Model, View, Controller Konzept 23
2.4 Sonstige Grundlagen 24
2.4.1 RIA (Rich Internet Application) 24
2.4.2 Drag and Drop 25
3. ANALYSE 27
3.1 Marketoolz Firmenprofil 27
3.2 Ist-Analyse 28
3.2.1 Diagrammerzeugung von Marketoolz Allgemein 28
3.2.2 Anwendungsbeispiel 29
3.3 Schwachstellenanalyse 31
3.4 Anforderungsprofil 33
3.5 Ist-Analyse vorhandener Business Intelligence Anwendungen 35
3.5.1 Definition der Analysekriterien 35
3.5.2 Auswahl der betrachteten Business Intelligence Anwendungen 36
3.5.3 SAS – JMP 8 37
3.5.4 Business Objects - Crystal Reports 40
3.5.5 Pentaho 42
3.5.6 Zusammenfassung der Ist-Analyse 44
3.6 Anforderungskatalog 45
3.7 Aktivitätsdiagramme 49
4. ENTWURF 52
4.1 Vorüberlegungen 52
4.2 Architekturentwurf 53
4.2.1 Allgemeine Architektur 53
4.2.2 Events & Cairngorm 54
4.3 Klassendiagramm 56
4.4 Sequenzdiagramm 58
4.5 Hierarchische Multiple Achsenbeschriftung 60
4.6 Datenbeschaffung 62
4.7 Grafische Benutzeroberfläche 63
4.7.1 View-Verschachtelung & Menü 63
4.7.2 Weitere Ansichten 65
5. UMSETZUNG 67
5.1 Restriktionen 67
5.2 Werkzeuge 68
5.3 Integration des Chartbuilders 68
5.4 Datenbeschaffung 70
5.4.1 Datenidentifikation 70
5.4.2 Konfiguration 71
5.4.3 Aufruf einer Destination 72
5.4.4 Datenempfang 74
5.5 Datenverarbeitung 75
5.6 Aufruf eines Events 76
5.7 Achsenbeschriftung 77
5.8 Views 79
5.8.1 Laden einer View 79
5.8.2 Aktualisieren einer View 80
5.9 Probleme 82
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 84
6.1 Zusammenfassung 84
6.2 Erreichte Ziele 85
6.3 Ausbaumöglichkeiten 87
7. GLOSSAR 89
LITERATURVERZEICHNIS 91

Textprobe:

Kapitel 2.4.1, RIA (Rich Internet Application):

Der Begriff der RIA oder Rich Internet Application beschreibt eine online Anwendung die bestimmte Technologien bzw. Programmiersprachen wie z.B. Flex bzw. Flash, Silverlight oder JavaScript und XML bzw. Ajax benutzt, in einem normalen Webbrowser ausgeführt wird, im Kern aber eher die Funktionalitäten einer Desktopanwendung bietet. In diesem Sinne kann auch ‘rich’ verstanden werden. Die Anwendungen bieten einen reichhaltigeren Umfang an Funktionen, wie beispielsweise das Benutzen von Drag and Drop oder Tastenkürzeln innerhalb einer Web-Anwendung und können Inhalte der Webseite verändern, ohne dass die Seite aktualisiert werden muss. Die Statik, die noch bis vor wenigen Jahren das Aussehen und die Interaktion mit einer Internetseite bestimmte, wird somit weitestgehend im Zuge der Web 2.0 Entwicklung abgelöst. In einer IDC (International Data Corporation) Studie von 2003 im Auftrag von Macromedia wird eine umfassende Untersuchung zur damaligen Situation von Onlineangeboten durchgeführt. Diese Studie kommt zu dem Schluss, dass durch die HTML gegebene Limitation von Internetseiten die für eine Weiterentwicklung des Webs nötige Abbildung komplexerer Daten verhindert wird. Auf diese Erkenntnis aufbauend wird anschließend folgende Definition gegeben, die das Verständnis einer RIA maßgeblich prägte:

‘Macromedia defines RIAs as combining the best user interface functionality of desktop software applications with the broad reach and low-cost deployment of Web applications and the best of interactive, multimedia communication. The end result: an application providing a more intuitive, responsive, and effective user experience. Specifically, the best of the desktop includes providing an interactive user interface for validation and formatting, fast interface response times with no page refresh, common user interface behaviors such as drag-and-drop and the ability to work online and offline. The best of the Web includes capabilities such as instant deployment, cross-platform availability, the use of progressive download for retrieving content and data, the magazine-like layout of Web pages and leveraging widely adopted Internet standards.’ Ein wichtiger Aspekt von RIAs ist der Aufbau einer effektiven clientseitigen Architektur. Mit dem in dieser Arbeit verwendeten Flash Player ist es möglich, ein ereignisbasierendes Programmiermodell zu nutzen, umfassende clientseitige Datenmodelle zu erstellen, und mit einer objektorientierten Vorgehensweise eine logische Anwendung zu entwickeln. Für Entwickler von Web-Anwendungen hingegen verläuft diese Art von Programmierung ganz anders, weil kein seitenbasiertes, flussgesteuertes Entwicklungsmodell verwendet wird. Die Verwendung dieser clientseitigen, ereignisbasierten Architektur führt letztlich zu einer höheren Anwendungsleistung bei geringerem Netzverkehr, da die Aktualisierung von Seiten nicht mehr erforderlich ist. Auch der Chartbuilder versteht sich als Rich Internet Application, da mit Flex 3 und ActionScript 3 umgesetzt wird.

2.4.2, Drag and Drop:

‘Drag and Drop’ oder auch ‘Drag & Drop’ lässt sich frei übersetzen mit ‘Ziehen und Fallenlassen’. Es bezeichnet eine Methode, mit deren Hilfe Informationen bzw. Daten innerhalb einer grafischen Benutzeroberfläche von einer Datei oder einem Anwendungsprogamm in eine anderes oder innerhalb einer Anwendung zwischen verschiedenen Elementen verschoben werden können. Hierbei wird ein Element mit dem Cursor ausgewählt, an einen neuen Ort gezogen und dort fallengelassen. Drag and Drop lässt sich generell als eine benutzerfreundlichere und neuere Art des Copy and Paste bezeichnen, da es ein schnelleres und direkteres Feedback liefert und nicht mehr die aufwendigen 4 Schritte zum Verschieben eines Elementes benötigt (Datei wählen, Copy, Ziel wählen, Paste). Das im Zuge dieser Arbeit verwendete Drag and Drop wird von Flex 3 zur Verfügung gestellt. Flex 3 beinhaltet einen sogenannten Drag and Drop Manager, welcher es ermöglicht, Komponenten einer Flex Anwendung auszuwählen und durch das Fallenlassen einer anderen Komponente hinzuzufügen bzw. das Element zu entfernen oder eine andere Aktion auszuführen. Drag and Drop ist ein im Zuge dieser Arbeit äußerst elementarer Bestandteil, da hiermit ein großer Teil der Benutzerfreundlichkeit implementiert wird. Drag and Drop macht schnelles und zielgenaues Interagieren zwischen Mensch und Maschine möglich.

Arbeit zitieren:
Degkwitz, Till Mai 2009: Modellierung und Teilimplementierung eines Drag & Drop Diagrammerzeugungstools im Kontext von Ad-hoc Analysesystemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Flex, Business Intelligence, Datenvisualisierung, Ad-hoc Analysesystem, Actionscript

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